Dieser Artikel befasst sich mit dem Umbau einer Harley Davidson Forty Eight auf breitere Reifen, genauer gesagt von serienmäßigen 150mm auf 170mm oder 180mm. Es werden die notwendigen Umbauten und wichtige Aspekte für ein gelungenes Projekt erläutert.
Ausgangssituation
Serienmäßig ist auf der Forty Eight der Michelin Scorcher Reifen auf einer 3x16" Felge montiert. Tatsächlich ist dieser Reifen aber nur ~130mm breit, was an der Geometrie des Reifens liegt. Andere Reifen, z.B. der ME880, Dunlop 401, Avon Venom haben in 150/xx dann auch echte 150mm Breite.
Notwendige Umbauten
Folgende Punkte müssen bei einem Breitreifen Umbau beachtet und gegebenenfalls umgebaut werden:
Felge
- Felge 4,5x17" von einer H-D Street Bob bzw. Dyna-Modell kaufen oder entsprechenden Felgenring einspeichen lassen nach dem Muster des Originalteils.
- Ganz wichtig sind die Abmessungen der Originalfelge, weil die Toleranzen im Heck der Harley so groß sind, dass man unbedingt nach der eigenen (!) Felge einspeichen lassen sollte.
- Die Toleranzen in der Schwinge eines Motorrades können bis zu 10 mm betragen.
Radlager
- Radlager einbauen. Die 48 hat 25mm Lager, 52mm Außendurchmesser, und 15mm (?) breit. Das variiert je nach Modell.
- Da ich eine Felge von der Street Bob gekauft habe, ohne Lager, muss ich sowieso neue einbauen.
- Bei 04-07 sind nur 170er Reifen möglich, wegen Platz. Ich baue zwar auch nur 170mm ein, aber dennoch beachten.
- Nach einigen Recherchen habe ich erfahren, dass es sich Rillenkugellager 6205 2RS 2RSH (FAG / SKF) handelt. Das bekommt man für 5€/Stück beim Schlossermarkt um die Ecke und muss dann nicht 35€/Stück bei W&W oder CC zahlen. Bei W&W werden btw SKF verkauft.
Fender
- Fender innen cleanen. Die Muttern müssen gegen Hülsenmuttern getauscht werden.
- Dazu braucht man die Muttern und entsprechende M6 oder M8 Schrauben.
- Je nach Gewinde muss man die Fenderstruts auf 10 mm aufbohren, damit die Mutter da reinpasst.
- Außerdem die Kabel neu verlegen, auf der Innenseite der Struts.
Reifen
- Rad aufziehen lassen. Ich habe mir die entsprechenden Reifen bestellt.
- Vorne 130/90, hinten 170/60, beide von Metzeler.
Optionale Umbauten (je nach Notwendigkeit)
- Kennzeichenhalter: Auf seitlich umbauen oder einschneiden, wegen Platz.
- Pulley (Riemenrad): Spacern (auf jeden Fall bei 180er Reifen!). Könnte beim 170er so passen (Toleranzen!).
Wichtige Hinweise und Überlegungen
- Toleranzen in den Schraubenlängen! Der Spacer hat nur 3mm Breite, aber die Schraube sollte lang genug sein.
- Man MUSS die Mindesteinschraubtiefe einer Schraube beachten. Bei so weichem Material wie der Alunabe sind das 1,4 x Durchmesser. Aber besser mehr. Immerhin geht da das ganze Drehmoment über 5 Schrauben, da sollte man nicht an 10€ für die Schrauben sparen.
- Wichtig: Der Reifen muss andersrum montiert werden, als auf der Street Bob, denn die Dnya Modelle haben Antriebsrad und Bremsscheibe auf der anderen Seite, als Sportster. Sonst hat man am Ende die falsche Laufrichtung.
- Mit etwas Glück passt es von den Toleranzen her an meinem Patient, aber das sehe ich, wenn die Felge eingebaut wird. Jetzt bringt es wenig zu messen. Einfach kaufen, fertig.
Erste Bilder und Erfahrungen
Die Street Bob Felge bekommt neue Lager:
- Maßhaltigkeit des Lagersitzes und Oberfläche checken.
- Felge nagelneu ersteigert.
- Langsam und gerade einführen.
Reinigung des Fenders
Hier schonmal der Grund warum man innen am Fender alles cleanen muss:
Das ist ein 180er und wenn man mal einfedert, würde der Reifen sonst festklemmen: Unfallgefahr!
Pulley Spacer
Selbst wenn man einen Pulleyspacer einbaut, darf der Riemen vorne auch ohne weiteres 3mm nach rechts wandern, da das Riemenrad vorne breit genug dafür ist. Das wird die Company aber wohl eher so verbaut haben, weil es ein Baukastenteil ist und man dann wirklich nur hinten irgendwas einstellen muss, bis alles gerade läuft.
Zeitaufwand und mögliche Probleme
Wenn man Glück mit den Toleranzen hat, kann man das an einem Wochenende schaffen. Wenn man weniger Glück hat, dann muss man die Felge neu einspeichen lassen, also dann etwas aus der Mitte - das ist aber kein Thema, auch vom Fahrverhalten nicht. Hauptsache keine Unwucht. Und wenn man Geld hat, lässt man das machen.
Größere Räder und Leistung
Ein schwereres Rad mit größerem Durchmesser hat auch ein viel größeres Trägheitsmoment. Deswegen benötigt man mehr Energie, um das Teil zum drehen zu bringen. Bringt man das ganze mit der Zeit in Verbindung bedeutet dass, der Motor muss mehr Leistung aufwenden, um die gleiche Geschwindigkeit zu erzielen, wie mit kleineren Felgen - der Spritverbrauch steigt, das Energieäquivalent. Und wenn man dann an die Maximalleistung kommt (Autobahn) geht irgendwann nicht mehr, zumal sich die Energie in Bewegungs-, Rotationsenergie (Felgen!) und Verluste aufteilt --> man wird langsamer.
Breitreifen Umbauten: Ästhetik vs. Performance
Es soll ja Customizer geben, die sich auf Umbauten mit breiten Reifen spezialisiert haben. Eines sollte an dieser Stelle vorweg erwähnt werden, erspart euch jegliche Kommentare über Ständer, die man sich damit sparen kann oder irgendwelche Anmerkungen über die Fahrbarkeit und Kurventauglichkeit eines solchen Bikes mit XXL Gummis. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, wenn der Umbau richtig gemacht wurde, dann fährt der Schrubber auch, sogar in Kurven und auch mit Schräglage. Man muss aber dazu sagen, dass ein 360er Pneu nicht vergleichbar mit einem 180er ist.
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