Harley-Davidson Modelle mit breitem Hinterreifen: Ein umfassender Überblick

Harley-Davidson hat für das Modelljahr 2025 seine Cruiser-Reihe umfassend überarbeitet. Die bedeutendste Neuerung: Der Milwaukee-Eight 117 Motor ersetzt in den meisten Modellen den bisherigen 114er. Lediglich die Softail Standard und die Sport Glide behalten den Milwaukee-Eight 107 Motor, und die Fat Bob 114 bleibt mit dem 114er-Motor im Programm.

Die Faszination breiter Hinterreifen

Es soll ja Customizer geben, die sich auf Umbauten mit breiten Reifen spezialisiert haben. Eines sollte an dieser Stelle vorweg erwähnt werden, erspart euch jegliche Kommentare über Ständer, die man sich damit sparen kann oder irgendwelche Anmerkungen über die Fahrbarkeit und Kurventauglichkeit eines solchen Bikes mit XXL Gummis.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, wenn der Umbau richtig gemacht wurde, dann fährt der Schrubber auch, sogar in Kurven und auch mit Schräglage. Man muss aber dazu sagen, dass ein 360er Pneu nicht vergleichbar mit einem 180er ist. Wer mit abwechselnd schleifenden Knien irgendwelche Bergpässe rauf und runter brezeln will, für den wären Breitreifen tatsächlich eine ausgesprochen schlechte Empfehlung.

Mir ist schon klar, dass ein Knieschleifer nicht versteht, warum allen voran Harley Fahrer gesteigerten Wert auf fette Pneus legen. Die meisten Eisen aus Milwaukee sind von Haus schon nicht für derart sportliche Eskapaden ausgelegt. Die Knie eines durchschnittlichen Harley Fahrers berühren den Boden allenfalls beim samstäglichen Räder putzen.

Die Antwort ist denkbar einfach, weil man es kann und weil es immer noch genug Menschen gibt, die das schön finden. Ich erwarte nicht, dass möglichst alle da draussen meinen Geschmack teilen, mir persönlich geht es sogar am Arsch vorbei, wer mein Bike schön findet und wer eben nicht.

Mich und jeden Customizer würde es aber sehr freuen, wenn Ihr euch statt dummer Kommentare mehr mit der technischen Umsetzung befasst. Ohne das Bike auch nur einen Meter zu bewegen, könnt ihr auf den ersten Blick erkennen, ob und wie gut die Mühle sich ums Eck zirkeln lässt.

Technische Aspekte und Lösungen

Schaut dazu einfach von hinten auf den Reifen, sitzt der Pneu mittig zum Rahmen? Oder wurde er versetzt? Wurde ein Offset Kit verbaut, mit dem der Antriebsriemen nach aussen platziert wird, damit er am Reifen vorbeigeführt werden kann?

Eine technisch perfekte Lösung können nur die wenigsten Bike Builder anbieten. Um ehrlich zu sein, fällt mir nur ein einziger ein, der das perfekt in den Griff bekommen hat. Bei Rick’s Motorcycles hat man dazu ein eigenes Schwingenkit entwickelt.

In etwa auf der Höhe der Schwingenachse wird der zweite Belt über eine zusätzliche Welle nach aussen, am Reifen vorbei geführt. Auf diese Weise kann der breitere reifen problemlos mittig im Rahmen geführt werden.

Fakt ist aber auch, dass jede Änderung am Bike auch irgendwelche Folgen nach sich zieht. Und diese müssen sich nicht unbedingt positiv auf die Fahreigenschaften auswirken. Wer sein Handwerk versteht, der kann diese Folgeerscheinungen oftmals einschätzen und dem entgegenwirken.

Man muss abschließend jedoch noch darauf hinweisen, dass extreme Raddimensionen immer auch das Fahrverhalten beeinflussen. Man muss eingestehen, dass manche Bikes einfach nur zu einem Zweck erschaffen wurden, um schön zu sein oder auch um das technische Können des jeweiligen Erbauers zu demonstrieren.

Es gibt wohl schlicht und ergreifend unterschiedliche Motorrad- und Custombikefreunde und ebenso oft unterschiedliche Geschmäcker. Ich persönlich freue mich über die Vielfalt dieser kunterbunten Szene, auch wenn mir vieles was ich zu sehen bekomme nicht gefällt. Aber warum sollte es auch?

Rick’s Motorcycles und die Fat Bob

Die Harley-Davidson Fat Bob Modelle sind ein Favorit bei Rick’s, wenn es darum geht, eine Basis für ein weiteres Customizing-Projekt auszuwählen. Es gibt mittlerweile ein umfassendes Teileprogramm, das in Baden-Baden für alle Softail-Modelle entwickelt wurde, die von Milwaukee-Eight Motoren befeuert werden. Teil davon ist, neben Fender-Kits, das Schwingarm-Kit, mit dem Reifenbreiten von bis zu 300 verwendet werden können.

Fast alle Teile an diesem Bike wurden natürlich von Rick’s Motorcycles hergestellt, aber trotzdem möchten wir sie erwähnen. Am auffälligsten dürfte der riesige Metzeler Hinterreifen sein, der mit einer Dimension von 300/35-18 Zoll natürlich nicht in die serienmäßige Schwinge passt. Um dies passend zu machen, muss ein etwas größerer Trick angewendet werden.

Dazu fertigt Rick’s ein eigenes Schwingarm-Kit an, das etwas genauer betrachtet werden sollte. Mit Rick’s Schwingarm befindet sich der Riemenantrieb außen, wodurch der Reifen mittig im Bike platziert werden kann. Um die Kraft von der Getriebeausgangswelle auf das Hinterrad zu übertragen, muss der Versatz überbrückt werden.

Auf Rick’s Welle wird die Kraft über einen kurzen Riemen auf eine Zwischenwelle übertragen, die entsprechend außen positioniert ist, und auf einen weiteren Riemen, der sie zur Hinterradriemenscheibe trägt. Die Hinterradbremse wurde auf die Getriebeseite verlegt, was einen ungehinderten Blick auf das Hinterrad ermöglicht.

Eine kleine Radabdeckung musste hinzugefügt werden, und der Hersteller der Schutzbleche sollte offensichtlich sein. Das hintere Schutzblech ist als Kit erhältlich und umfasst Montagematerial, Sitzgrundplatte und Tankabdeckung. Besonderheit bei dieser Version sind die Lufteinlässe, die dieser Version den zusätzlichen Namen „Race“ verleihen. Das vordere Schutzblech wird von Rick’s aus feinstem Stahl in zwei verschiedenen Längen gefertigt.

Zubehör und Anpassungen

Betrachten wir nun das Zubehör an diesem Bike, von dem das meiste von Rick’s Motorcycles hergestellt wird, beginnend mit dem Luftfilter mit dem Namen „Spoke“. Rick’s hat weitere sieben Designs in seinem Programm, die für verschiedene Modelle und Modelljahre erhältlich sind. Wenn Sie nach den Blinkern und den Rückleuchten suchen, schauen Sie genauer hin.

Am Heck wurden Kellermann Atto 3 in 1 Blinker direkt in die Fenderstreben geschraubt. Blinker, Rück- und Bremslicht befinden sich in einem Gehäuse mit nur 10 mm Durchmesser. Die kleinen Leuchten kommen mit einem E-Prüfzeichen und können legal auf der Straße verwendet werden. Die Attos vorne sind mit Rick’s Haltern unterhalb des Armaturenbretts an der Spiegelschraube befestigt.

Harley-Davidson Modelljahrgang 2025: Cruiser mit mehr Hubraum

Harley-Davidson überarbeitet die Cruiser und gibt den meisten davon mehr Hubraum. 1.923 Kubik sind ab 2025 fast schon das Minimum - und 116 PS das Maximum.

Der Milwaukee-Eight 117, der 2025 in den meisten Cruiser-Modellen von Harley-Davidson eingesetzt wird, wurde technisch überarbeitet. Neue Zylinderköpfe mit ovalen Einlasskanälen und ein Aluminium-Ansaugkrümmer verbessern die Luftzufuhr und erhöhen die Effizienz. Ein angepasstes Kühlsystem leitet Öl durch Zylinderkopfkühlkanäle, was die Temperaturstabilität erhöht, besonders bei langsamer Fahrt oder hohen Außentemperaturen. Der ansonsten nach wie vor luftgekühlte V2-Motor liefert ein maximales Drehmoment von 173 Nm, abhängig vom jeweiligen Modell.

Neuigkeiten im Harley-Davidson-Modelljahrgang Cruiser 2025:

  • Street Bob 117: Das Upgrade auf den 117er-Motor liefert Drehmoment von 156 Nm bei 2.750/min.
  • Heritage Classic 117: Das Update auf den 117er-Motor mit 156 Nm Drehmoment bei einem Leergewicht von 330 kg.
  • Fat Boy 117: Ausgestattet mit dem 117er-Motor und einem Drehmoment von 168 Nm bei 3.000/min.
  • Breakout 117: Mit dem neuen 117er-Motor erreicht sie ein Drehmoment von 168 Nm bei 3.000/min.
  • Low Rider S: Der neue 117-HO-Motor (High Output) liefert ein Drehmoment von 169 Nm bei 3.500/min und 116 PS Spitzenleistung bei 5.020 Touren.
  • Low Rider ST: Angetrieben vom 117-HO-Motor (High Output), hat sie 116 PS bei 5.030/min sowie ein Drehmoment von 169 Nm bei 3.500/min.

Weitere Highlights der Breakout 117:

  • Design: Mit ihrem breiten Hinterradreifen, ihrer in klassischer Chopper-Manier gereckten Gabel sowie ihren großartigen Lackierungen und Graphics sieht die Breakout besser aus als je zuvor.
  • Neues Voll-LED-Licht: Die kompakten Leuchten der Breakout passen perfekt zum Chopper-Vibe der alten Schule, zugleich genügt das helle weiße Licht der LEDs modernen Standards.
  • Premium-Lackierungen und -Graphics: Zu den fünf Premium-Lackierungen gehört die neue Factory Custom Midnight Firestorm mit Ghost Flames auf glänzend schwarzem Grund.
  • Hinterrad: Der 240 mm breite Hinterradreifen unterstreicht das klassisches Chopper-Styling.

Die Fat Boy im Detail

Mit dem Softail-Modelljahrgang 2018 hat die Harley-Davidson Company auf breiter Front für Staunen gesorgt. Vor allem das neue Design der Fat Boy sorgte für Diskussionen, weil man einer Ikone nicht so Weiteres an die Wäsche gehen kann, ohne dass es Tränen gibt. Diese sind mittlerweile längst getrocknet und letztlich haben sich die Fat-Boy-Freunde mit der Neuen arrangiert.

Das augenfälligste Customteil an ihr ist der zwar mächtig breite, aber dennoch elegante Heckfender aus Stahl. Er kann sich dank eines Airride-Systems noch enger an das schwarze Gummi schmiegen. Das Vorderrad wird ebenfalls von einem neuen Stahlfender umschlossen. Im Heck setzte man noch eins drauf und passte statt des serienmäßigen 240ers einen 260 Millimeter breiten Reifen von Metzeler ein.

Wenn an dieser Fat Boy kaum noch metallisch blanke Flächen zu finden sind, so liegt das daran, dass diese allesamt schwarz beschichtet wurden. Die finstere Optik in Verbindung mit den Lackflächen in SilverFortune sieht ausgesprochen ansprechend aus.

Wer auf der rechten Fahrzeugseite aufs Hinterrad schaut, wird sehen, wie clean das dort zugeht. Der Grund: Die Bremse ist auf die linke Seite versetzt worden, sie sitzt jetzt ganz nahe am Riemenrad. Die Linie haben die Baden-Badener erfreulich schlicht und gediegen gehalten, die geschwärzte Gabel steht der Fat Boy ausgesprochen gut Bevor es losgehen kann, muss das Airride hochgepumpt werden Hauseigener Luftfilter Statt des serienmäßigen 240er Gummis dreht sich nun eine 260er Walz im Heck. Das macht die unhandliche Fat Boy noch einen Tick unhandlicher … Unser absolutes Lieblingsdetail an der Super Fat ist der „Lückenfüller“ zwischen Tank und Sitzbank. Das ist großes Custom-Kino!

Unser absolutes Lieblingsdetail an der Super Fat ist der „Lückenfüller“ zwischen Tank und Sitzbank.

Harley-Davidson Motorräder 2025: Modellübersicht

Harley-Davidson bietet im Modelljahr 2025 eine breite Palette an Motorrädern für unterschiedliche Bedürfnisse und Vorlieben.

  • Grand American Touring: Meistere lange Strecken souverän und mit Stil.
  • Trikes: Fahre mit Sicherheit, Komfort und aufsehenerregendem Custom-Style auf drei Rädern.
  • Cruiser: Authentische Tradition sorgt in Kombination mit moderner Technologie für Power, Style und pure Fahrfreude.
  • Adventure Touring: Wenn aus geplanten Touren Umwege werden und einfach alles als Straße durchgeht.
  • Sport: Eine Modellfamilie, die von der ehrwürdigen Sportster® begründet wurde. Motorräder mit ikonischem Design und authentischem Sound.
Harley-Davidson Cruiser Modelle 2025: Technische Daten im Überblick
Modell Motor Drehmoment Leergewicht Sitzhöhe Preis (ab)
Street Bob 117 Milwaukee-Eight 117 156 Nm 297 kg 680 mm 17.500 Euro
Heritage Classic 117 Milwaukee-Eight 117 156 Nm 330 kg 680 mm 27.370 Euro
Fat Boy 117 Milwaukee-Eight 117 168 Nm 317 kg 675 mm 26.770 Euro
Breakout 117 Milwaukee-Eight 117 168 Nm 294 kg 665 mm 29.530 Euro
Low Rider S 117 HO Milwaukee-Eight 117 HO 169 Nm 308 kg 690 mm 23.190 Euro
Low Rider ST 117 HO Milwaukee-Eight 117 HO 169 Nm 327 kg 720 mm 29.530 Euro

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