Harley Davidson Nürnberg: Eine Geschichte von Leidenschaft und Tradition

Seit Mr. Harley und die Davidson-Brüder 1903 im US-Staat Wisconsin in Milwaukee ihre Firma gründeten, wurden eine Menge legendärer Motorräder gebaut. Kluge Köpfe behaupten, die Gegenwart werde erst durch die Vergangenheit verständlich. Wie Recht sie haben, beweist ein Besuch im Harley-Davidson Museum in Milwaukee.

Die Anfänge der Motorradgeschichte

Die eigentliche Geschichte ist damit aber nicht erzählt, denn richtig gezündet hat das Motorrad erst in den Jahren um 1900, und zwar weltweit. 1899 baute Laurin & Klement in Böhmen die ersten Motorräder, 1901 begann die belgische Fabrique Nationale d’Armes de Guerre, kurz FN, mit der Motorradproduktion ebenso wie die Indian Motorcycle Company in Springfield/USA oder Royal Enfield im britischen Redditch. Außerdem Adler und die als „Neckarsulmer Strickmaschinen Fabrik“ gegründete Firma NSU, nicht zu vergessen Opel in Rüsselsheim und Brennabor in Brandenburg an der Havel. 1902 folgten Triumph im britischen Coventry, BSA in Birmingham und Wanderer im sächsischen Chemnitz. 1903 nahmen Harley-Davidson in Milwaukee, Victoria in Nürnberg und nach FN, Royal Enfield und BSA ein weiterer traditionsreicher Waffenhersteller, die Firma Husqvarna in der namensgebenden schwedischen Stadt, den Bau von Motorrädern auf.Bereits im Frühjahr 1903, in Heft drei der Satirezeitschrift „Simplicissimus“, der „Radel-Nummer“, warben die Neckarsulmer Fahrradwerke mit dem Slogan „Bestes Motorrad der Welt“ und behaupteten, im Jahr zuvor über 1000 Motorräder verkauft zu haben. Außerdem annoncierte Corona als Hersteller von Fahr- und Motorzweirädern, Jooss Söhne & Co. warben für ihre Zweiradmotoren, Dürkopp für Fahrräder, Motorräder, Motorwagen und Nähmaschinen, Brennabor für Motorräder und Continental, Dunlop sowie Metzeler für ihre „Pneumatik“-Produkte. In Stuttgart wurde die „Vorläuferorganisation des ADAC, die „Deutsche Motorradfahrer-Vereinigung“ DMV gegründet, und im Oktober des gleichen Jahres erschien in Deutschland erstmals eine Zeitschrift, die sich speziell dem aufstrebenden neuen Verkehrsmittel widmete: „Das Motorrad“.

Motorradbau in verschiedenen Industrien

Fahrräder, Waffen und Näh-, Strick- sowie Schreibmaschinen - aus diesen Segmenten des Maschinenbaus stammten die meisten Unternehmen, die mit dem Motorradbau begannen. Das liegt nahe; sie hatten die größte Erfahrung im Umgang mit hochwertigen Materialien und höchst präzisen, weil miniaturisierten Bauteilen, wie sie die Motorradtechnik erforderte.Mit der Industrialisierung ging eine rapide Urbanisierung einher. 1871 gab es im Deutschen Reich acht Städte mit über 100.000 Einwohnern, in denen 4,8 Prozent von 41,1 Millionen Deutschen lebten. Im Fall der Motorisierung waren es zudem die in diesem Bereich engagierten Industriebetriebe selbst, die eine große Zahl von Arbeitern in die Städte zogen und so dieses Thema in der städtischen Öffentlichkeit ständig präsent hielten. Ebenfalls förderlich waren weitere typisch großstädtische Erscheinungen der damaligen Zeit, wie die im Zuge der Industrialisierung eingeübte Zeiteinteilung und die generelle Beschleunigung des Daseins, die mit der Ratio­nalisierung von Arbeitsprozessen begann und rasch auf andere Lebensbereiche übergriff.

Die zweite Welle: 1918 bis 1939

Diese durch den Weltkrieg gleichsam motortechnisch sozialisierten Menschen, zu denen tendenziell auch die vielen in Munitionsfabriken beschäftigten Frauen zu zählen sind, bildeten in den 1920er-Jahren die Zielgruppe der neu oder wieder begonnenen Motorradproduktion.Wie ein Sinnbild dafür erscheint die „Automobil-Verkehrs- und Übungs-Straße“ in Berlin, kurz AVUS genannt, eine reine Hochgeschwindigkeitsbahn mit zwei langen Geraden und schleifenartigen Verbindungen an deren Enden. 1913 begonnen, ab 1914 im unfertigen Zustand liegen gelassen, wurde sie 1921 vollendet und eröffnet. 1924 begannen die Planungen für den Nürburgring, der 1927 eingeweiht werden konnte. 1921 war auch die Zeit für eine Neugründung der Zeitschrift „Das Motorrad“ gekommen; sie erschien jetzt in Berlin in wechselnden Verlagen, ab 1924 im König Verlag.Am Beispiel der Bayerischen Motorenwerke - BMW -, die 1923 als Neuling mit der Produktion von Motorrädern unter eigenem Namen begannen, lässt sich eine weitere Bedingung für die zweite Welle der Motorradproduktion in Deutschland ablesen: Die zahlreichen Rüstungsbetriebe mussten auf Friedensproduktion umstellen und wegen der Beschränkungen, die ihnen der Friedensvertrag von Versailles auferlegte, neue Produkte entwickeln.

Harley-Davidson Nürnberg heute

Überzeugte Harley®-Fahrer waren wir schon immer. Damit aus der Leidenschaft eine Unternehmung werden konnte, scharten Fritz und Manuela Jonak lange geeignete Mitstreiter zusammen und suchten nach der idealen Location. Durch ehrliche Fachberatung und harte Werkstattarbeit sind wir für Motorradbegeisterte in ganz Süddeutschland und weit darüber hinaus zur Anfahrtstelle geworden. Denn man muss lange suchen, um eine Auswahl zu finden, die der unseren ebenbürtig ist. Unser erfahrenes Team ist beständig gewachsen.Bei uns steht immer eine große Auswahl aktueller und gebrauchter Harley-Davidson®-Modelle bereit. Rund ums Motorradfahren findest du bei uns außerdem ein umfassendes Sortiment Ersatzteile, Schutzbekleidung, Biker-Klamotten und Lifestyle. Als leidenschaftliche Heritage-Liebhaber und Experten der Modell-Historie beraten wir dich gerne, womit du deinen Vorstellungen entsprechend gut fährst. Oder suchst du nach etwas ganz Speziellem? Zum Beispiel eine limitierte Electra Glide, eine Roadster oder ein VRSC Muscle Bike? Alle unsere Gebraucht-Harleys® wurden nach den strengen Standards der Harley-Davidson® Motor Company geprüft, perfekt eingestellt, gewartet und gepflegt.

Das H.O.G. Nürnberg Chapter Germany

Das H.O.G. Nürnberg Chapter Germany hat 2024 mit seinem Herzensprojekt erneut gezeigt, wie viel Zusammenhalt, Engagement und Leidenschaft bewegen können. In diesem Jahr unterstützten die Chapter-Mitglieder die Johanniter Motorradstaffel in Mittelfranken. Durch ihren außergewöhnlichen Einsatz und kreative Spendenaktionen kam eine beeindruckende Summe zusammen. Besonders erfreulich: Der Harley-DavidsonHändler Manuela und Fritz Jonak verdoppelte den Betrag mit einer großzügigen Spende. Die Spende unterstützt die ehrenamtliche Arbeit der Johanniter Motorradstaffel, die bei Veranstaltungen, Sanitätsdiensten und im Bevölkerungsschutz aktiv ist. Das ist ein starkes Beispiel dafür, was möglich ist, wenn Gemeinschaft und Engagement aufeinandertreffen. Die Johanniter bedanken sich herzlich beim H.O.G. Nürnberg Chapter Germany und allen Beteiligten für ihre Unterstützung.Der neue Director des Motorradclubs H.O.G Nürnberg Chapter heißt: Klaus Krause. Der 62-Jährige war bislang als Assistent Director des Motorradclubs tätig und wird beim „Open House“ von Harley Davidson Nürnberg am 28. September offiziell vorgestellt. Der bisherige Director, Dirk Riethmüller, hatte die ehrenamtliche Position rund zehn Jahre inne und musste sich aus privaten Gründen zurückziehen.Das H.O.G (Harley Owners Group) Nürnberg Chapter zählt derzeit 27 Mitglieder. Besonders die jährliche Charity ist dem Chapter besonders wichtig: Hier werden jedes Jahr Vereine, Initiativen, und soziale Einrichtungen mit einer großzügigen Geldspende durch den Kuchenverkauf und durch Spenden pro gefahrenem Kilometer des Chapters unterstützt. An der Spende beteiligt sich auch Harley Davidson Nürnberg. „Wir wollen auch weiterhin Gutes tun und dort unseren Beitrag leisten, wo Hilfe benötigt wird. Außerdem soll es weiterhin die monatlichen Chapter-Treffen, gemeinsame Ausfahrten und auch so genannte „Dealer-Fahrten“ mit der Geschäftsführung von Harley Davidson Nürnberg geben. „Es geht uns nach wie vor um Freude, Spaß und die Leidenschaft Harley Davidson zu leben“, betont Krause. Auch zu europaweiten Harley-Davidson-Treffen - etwa nach Kärnten, Österreich an den Faaker See, und weitere Ziele will man gemeinsam aufbrechen. „Wir sind immer offen für neue Mitglieder aus der Harley-Davidson-Szene. Bei uns findet man schnell Kontakte.

Besondere Modelle und Custom Builds

Ein geiles Motorrad bleibt ein geiles Motorrad, da spielen Baujahr und Kilometerstand keine Rolle.Alexander Contala aus Nürnberg fuhr in seiner Jugend Motorradrennen im Yamaha RD Cup. Alex holt aus den Oldtimern raus, was rauszuholen ist, ohne deren Seele zu verkaufen. Um wirkliche Kurventauglichkeit herzustellen, baute Alex hinten ein 18-Zoll-Rad in den Rahmen und vorn ein 21-zölliges in die zwei Inch Over-Springer-Gabel ein. So erreichte er eine ordentliche Bodenfreiheit. Einen Großteil des Charakters dieser Maschine macht der von Hand gefertigte Heckfender aus Aluminium aus. Dementsprechend hat er dem Panhead einen Dell’Orto 38 verpasst. Das Biest atmet durch einen eigens gebauten Ansaugtrichter, die Abgasentsorgung übernehmen eine handgefertigte Krümmeranlage und ein Endtopf von Easy Rider. Aus einem Gasdruckdämpfer, der ursprünglich für PKW-Heckklappen produziert wurde, zauberte Alex eine wirklich fahrbare Dämpfung, die sich elegant in den Alu-Fender einfügt. Alex konnte die Fertigstellung selbst kaum erwarten und fuhr den frisch überholten Motor in einem Zug ein, damit er es endlich krachen lassen konnte. Wenn sich Rennbegeisterung und die Liebe zu Harleys treffen, dann entsteht so ein rassiger Panhead-Racer.
Fat Boy Gray Ghost
Limitiert. Legendär. Mit der neuen Fat Boy Gray Ghost setzt Harley-Davidson ein fettes Ausrufezeichen. Zum 35-jährigen Jubiläum des Fat-Custom-Kults bringt die Motor Company ein Bike, das nicht nur Geschichte schreibt - sondern Geschichte lebt. Ein echtes Sammlerstück. Sie glänzt wie flüssiges Chrom in der Sonne: Die Fat Boy Gray Ghost hebt sich mit ihrem revolutionären Reflection Finish von allem ab, was du bisher gesehen hast. Dazu passend: Lakester-Leichtmetallräder, ein silberner Rahmen, verchromte Seitenteile, ein mit Lederquasten und Schnürung verzierter Sitz und das ikonische Tankmedaillon im Stil von 1990. Mehr Druck. Herzstück der Gray Ghost ist der neue Milwaukee-Eight 117 V-Twin. Mit 102 PS und 165 Nm Drehmoment sorgt er für massiven Vortrieb - und den unverkennbaren Harley-Sound. Die erste Fat Boy kam 1990 - mitten im Zeitalter der Sportbikes. Und sie war anders. Breiter, massiver, selbstbewusster. Inspiriert vom Military-Style der Nachkriegszeit, entstand sie aus einem Custom-Projekt in Kanada. Die Fat Boy Gray Ghost ist kein Bike für die breite Masse. Sie ist limitiert, auf 1990 Stück, begehrt - und in Deutschland ab 30.700 € zu haben. Und auch wenn die streng limitierte Fat Boy Gray Ghost nicht für Probefahrten zur Verfügung steht - die reguläre 2025er Fat Boy kannst du bei uns testen!
Die Geschichte der Low-Rider-Modelle reicht zurück in die 1980er-Jahre, als Custom-Biker in Südkalifornien den Coastal-Stil prägten. In 2020 feiert die Low Rider S ein Comeback - neu erschaffen auf einem sportlichen Softail-Chassis und ausgestattet mit dem hubraumstärksten Milwaukee-Eight 114 Motor dieser Familie (1868 cm³). Der hohe, mit 4-Zoll-Risern verlängerte 1-Zoll-Lenker und eine minimalistische Geschwindigkeitsanzeige machen gleich deutlich, dass dieses Motorrad nicht für die gebaut ist, die zur konventionellen Route abbiegen. Das merkt man schnell, wenn man im tief ausgeformten Solositz automatisch eine fahraktive Position einnimmt. Denn das Fahrwerk wurde um speziell für dynamische Fahrweise zugeschnittene Komponenten ergänzt. Die Rahmenkonstruktion im klassischen Starrahmen-Look ist auf geringes Gewicht optimiert. Am Front End sorgen gleich zwei Bremsscheiben schon mit weniger Handkraft für höchste Stabilität beim Anbremsen. Die Low Rider S ist in den Lackierungen Vivid Black und Barracuda Silver erhältlich.

Nürnberger Motorradgeschichte: Ein Buchtipp

Im Zweirad-Verlag von unserem Kollegen Mathias Thomaschek ist ein Buch erschienen, das wir allen Fans und an der deutschen Motorradgeschichte Interessierten nur wärmstens ans Herz legen können. In Nürnberg, aber auch in Fürth, Erlangen, Neumarkt, Schwabach, Forchheim und Bamberg existierte von 1884 bis 2005 eine deutschlandweit einmalige Motorrad­industrie. Die Großen überlebten und retteten sich auf teils abenteuerliche Weise über den Zweiten Weltkrieg. Danach begann für sie zu Beginn der Wirtschaftswunderjahre eine Blütezeit, in der in jeder Minute ein Motorrad, Moped oder Roller von einem der vielen Montagebänder lief. Die Zeit des Motorrades als Transportmittel war nicht nur in Nürnberg und Umgebung abgelaufen.Buchautor Thomas Reinwald hat in drei Jahrzehnten Recherche alles zusammengetragen, was aus 121 spannenden Jahren Nürnberger Motorradgeschichte noch überliefert ist. Archive und viele Zeitzeugen lieferten ihm Stoff über 58 aufgelistete Fabriken vom Industriebetrieb bis zur Hinterhofmanufaktur mit einstelliger Belegschaft. Hinter allen Firmen steckt ein unternehmerisches Schicksal, das mit dem Aufstieg und Niedergang des Motorrad-Booms in Deutschland eng verbunden ist. Entstanden ist ein über 250 Seiten starkes Buch im DIN A4-Format als Dokumentation mit 676 Fotos und Skizzen. Der Autor erzählt auch viele bisher unveröffentlichte Insider-Geschichten. „Nürnberger Motorradgeschichte“ ist eine packende und unterhaltsame Dokumentation geworden. Das Buch hat einen wertigen Hardcover-Einband mit Fadenheftung, und kostet nur sehr faire 39 € (+5 € Porto u. Erhältlich ist es unter www.zweirad-online.de, im Buch Shop oder im gutsortierten Buchhandel und bei Amazon.

Anfahrt zu Harley-Davidson Nürnberg

  • Auf der A9 Richtung Nürnberg: Bis Ausfahrt 52-Nürnberg-Fischbach. Der Regensburger Str./B4 stadteinwärts Breslauer Str. folgen. Links abbiegen auf Breslauer Str. (Schilder nach Feucht/N-Langwasser). Auf der Breslauer Str. ca. 1,5km fahren, dann rechts abbiegen auf Kreuzburger Str.
  • Auf der A6 Richtung Nürnberg: Ausfahrt 59-Nürnberg-Langwasser. Der Gleiwitzer Str. stadteinwärts bis Breslauer Str. folgen. Links abbiegen auf Breslauer Str. und nach ca. 250m Rechts abbiegen in Kreuzburger Str.
  • U-Bahn: U1 bis Langwasser-Mitte (9 Stationen, ca. 12 Minuten). Dann entweder mit der Buslinie 50 / 56 / 57 Richtung Klinikum Süd (2 Stationen, ca. 2 Minuten), Haltestelle Langwasser Bad, oder 700 Meter zu Fuß auf der Breslauer Str.

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