Harley-Davidson hat im Laufe der Jahre eine Vielzahl von Rahmenmodellen für seine Motorräder entwickelt. Für die wichtigste Baureihe wurden modernere Fahrwerke und Motoren entwickelt. Große Schritte macht Harley-Davidson höchst selten.
Softail-Rahmen
Rahmen ihrer Softail-Baureihe etwa nutzen die Amerikaner seit 33 Jahren, in einer Zeit kurzer Produktintervalle ist das höchst ungewöhnlich. Das technische Prinzip der Softail-Rahmen ist, dass sie von der Seite betrachtet wie ein Motorrad ohne Hinterradfederung wirken. Tatsächlich jedoch verfügt der Softail Rahmen über ein dem Auge des Betrachters verborgenes zentrales Federbein unter dem Sitz, das modernen Fahrwerkskomfort sicherstellt, der vollkommen auf der Höhe unserer Zeit ist. Ein zentrales Federbein bauen die japanischen Hersteller zwar seit Jahrzehnten ein.
Mit einer Dreiecksschwinge empfand man jetzt gekonnt die Linienführung eines Starrrahmens nach, sorgte aber zugleich mit zwei nunmehr unter dem Motor angebrachten Federbeinen für zeitgemäßen Federungskomfort. Die Schwinge wird durch ein Zentralfederbein zum Rahmen hin abgestützt.
Im Jahr 2018 präsentierte Harley-Davidson mit der dritten Generation der Baureihe eine von Grund auf neukonstruierte Modellfamilie. Die neue Softail Generation zeichnet sich durch den kraftvollen Milwaukee-Eight Motor aus, der je nach Modell über 1745 oder 1868 cm3 Hubraum verfügt. Ein vollkommen neukonstruiertes Chassis mit neuen, perfekt auf den Einsatzzweck zugeschnittenen Fahrwerkskomponenten sorgt für ein Plus an Handlichkeit, Fahrstabilität und Komfort. Ferner kommen LED-Scheinwerfer, ein Keyless Ignition System und ein USB-Anschluss zum Laden mobiler Geräte zum Einsatz.
Unterschiede zwischen Softail-Modellen
Harley bietet zwei unterschiedlich breite Schwingen in Abhängigkeit von der jeweiligen Reifenbreite an. Für beide Varianten wird eine deutlich erhöhte Verwindungssteifigkeit bei geringerem Gewicht versprochen.
Die Modellfamilie ist reich an eleganten Formen und markanten Charakteren: Das Portfolio erstreckt sich vom schlanken Chopper-Style über wuchtigen Cruiser-Look bis zum stilvollen Touren-Design.
Die modellspezifisch 16, 18, 19 oder 21 Zoll großen Vorderräder werden von einer Telegabel geführt, die mit Showa Dual Bending Valve Technologie arbeitet. Ausnahmen bilden die Sport Glide, die Fat Bob Modelle, die FXDR 114 und die neue Low Rider S: Hier kommt jeweils eine Upside-down-Telegabel zum Einsatz.
Die Softail Typen werden vom luftgekühlten Milwaukee-Eight Big Twin angetrieben. Der Hubraum des V2 beträgt je nach Modell 1745 cm3 (107 cui; bis zu 64 kW (87 PS) und bis zu 145 Nm) oder 1868 cm3 (114 cui; bis zu 69 kW (94 PS) und bis zu 160 Nm).
Dyna-Rahmen
„FX“, das stand auch mal für „Factory Experimental“, die Harleys aus der FX-Baureihe visierten immer die etwas sportlichere und wagemutigere Kundschaft an. Das Fahrwerk hatte einen guten Ruf und wurde in seinem Grundschema für die „Dyna Glide“-Reihe von 1991 bis 2017 fortgesetzt, aber immer wieder auch optimiert.
So zum Beispiel bekam die Dyna-Baureihe für das Modelljahr 2006 nicht nur ein Upgrade, was das Fahrwerk betrifft, sondern wurde von Grund auf neu konstruiert. Die Gummilagerung des Motors wurde beibehalten, was gleichermaßen für die verkleideten Tourer galt.
Charakteristisch für die Dynas war darüber hinaus die Unterbringung des Öltanks unter dem Getriebe. Dort war genug Platz, weil der Dyna-Rahmen seine Federbeine außen an der klassischen Zweiarmschwinge behielt.
Im Jahr 2006 wurde der Dyna-Rahmen neu konstruiert.
Touring-Rahmen
Hervorgegangen ist aus ihr nämlich der Rahmen der FLT Tour Glide von 1980 bis 1983, zumindest in seinem grundsätzlichen Layout als Doppelschleifenrohrrahmen mit obenliegendem Zentralrohr. Die Tour Glide war ein Übertourer mit rahmenfester Verkleidung.
Die Gummilagerung diente dem Komfort. Weil sich unter der Verkleidung darüber hinaus eine Menge verstecken ließ, brachte sein Entwickler Erik Buell einen besonders wuchtigen Lenkkopf an.
Milwaukee-Eight-Motoren
Die Softail Typen werden im Modelljahr 2018 vom Milwaukee-Eight 107 oder vom Milwaukee-Eight 114 Motor angetrieben - den stärksten Triebwerken, die bis dato in einem Harley-Davidson Chopper oder Cruiser zum Einsatz kamen. Der V2 ist starr mit dem Softail Rahmen verbunden.
Milwaukee-Eight 107 Hubraum: 1.745 cm3, Bohrung: 100 mm, Hub: 111,1 mm, Verdichtungsverhältnis: 10,0:1
Milwaukee-Eight 114 Hubraum: 1.868 cm3, Bohrung: 102 mm, Hub: 114,3 mm, Verdichtungsverhältnis: 10,5:1
Weitere Rahmenmodelle
- Straightleg-Rahmen
- Wishbone-Rahmen
- Knickrahmen
Diese Geburtsstunde des klassischen Starrrahmens wird in der Fachliteratur auf das Jahr 1936 angesetzt. Diese Ära dauerte bis ins Jahr 1957 an. In den letzten Baujahren seines Bestehens gesellte sich zu diesem Rahmen, der wegen seiner geradlinigen Unterzüge „Straightleg“ genannt wurde, der „Wishbone“-Rahmen mit wiederum gekrümmten Unterzügen.
Charakteristisch für diesen Rahmen war die Aufnahme der Federbeine in Augen, die in einem leichten Aufwärtsknick hinter den Oberzügen saßen. Das brachte dem Fahrwerk in Deutschland den Namen „Knickrahmen“ ein.
Neuerungen im Modelljahr 2018
Zum optimierten Handling der neuen Softail Modelle tragen außerdem ein veränderter Lenkkopfwinkel und Nachlauf bei.
In Kombination mit der Gabel absorbiert das neue Zentralfederbein sämtliche Fahrbahnunebenheiten, um das Bike so ruhig wie stabil zu halten.
Je nach Modell sind die neuen Softail Typen bis zu 17 kg leichter als ihre jeweiligen Vorgänger. Das optimierte Leistungsgewicht äußert sich in einer kraftvolleren Beschleunigung, einem besseren Bremsverhalten und einem dynamischeren Fahrverhalten in Kurven - zumal bei nahezu allen Modellen die Schräglagenfreiheit vergrößert werden konnte.
Ausgewählte Modelle wurden mit neuen, eigens für den Einsatz im neuen Softail Chassis optimierten Reifen ausgestattet.
Weitere technische Details
Ebenfalls neu ist die Gabel. Sie verfügt über die „Dual Bending Valve“-Technologie, die Harley-Davidson 2017 erstmals bei Touring Modellen zum Einsatz brachte. Sie verbessert das Dämpfungsverhalten über das gesamte Intervall des Ein- und Ausfederns hinweg. Die Konstruktion ist ebenso leistungsfähig wie eine herkömmliche Cartridge-Gabel, fällt jedoch leichter aus. Mit einem Federweg von 130 mm bietet sie eine ideale Synthese aus Komfort und dynamischen Qualitäten.
Die Evolution der Harley-Davidson Rahmen
Es war der Knucklehead-Motor, der die Outlines einer Harley entscheidend umkrempelte. Die frühen Flatheads liefen noch in einem Rahmen mit einem einzelnen vorderen Unterzug, dessen majestätischer Schwung eher den ästhetischen Gesetzen des Art Déco gehorchte als denen von Statik und Fahrphysik.
Die Knucklehead, und mit ihr die zeitgleich ebenfalls gebauten großen Flatheads der Serie „U“ mit bis zu 34 PS, bekamen aber geradlinig verlaufende Unterzüge, und davon gleich zwei. Mit den Milwaukee-Eight-Softails verabschiedete sich die Company für das Modelljahr 2018 nämlich endgültig von den beiden unter dem Getriebe versteckten Federbeinen. Stattdessen federt und dämpft seitdem ein Mono-Federbein, das in Cantilever-Manier unter dem Sattel angebracht ist und sich gegen die Ausläufer des Oberzugs abstützt.
Zusammenfassung
Die Rahmen von Harley-Davidson Motorrädern haben im Laufe der Jahre eine bedeutende Entwicklung durchgemacht. Von den frühen Starrrahmen bis hin zu den modernen Softail-, Dyna- und Touring-Rahmen hat Harley-Davidson stets versucht, die perfekte Balance zwischen Ästhetik, Komfort und Leistung zu finden.
Die Einführung des Milwaukee-Eight-Motors und die Neukonstruktion der Softail-Rahmen im Jahr 2018 markieren einen weiteren wichtigen Schritt in der Geschichte von Harley-Davidson. Diese Innovationen haben dazu beigetragen, das Fahrerlebnis zu verbessern und die Marke Harley-Davidson für zukünftige Generationen relevant zu halten.
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