Die richtige Spannung des Sekundärantriebs ist entscheidend für die Lebensdauer und Leistung Ihrer Harley-Davidson. Besonders für Neulinge im Bereich HD und Iron Modelle kann das Thema Riemenspannung eine Herausforderung darstellen, da die meisten zuvor Erfahrungen mit Kettenantrieben gemacht haben.
Die Herausforderung der richtigen Riemenspannung
Die Spannung des Antriebsriemens ist ein wichtiges Thema. Es gibt viele Meinungen und Ratschläge, die oft widersprüchlich sind. Aussagen wie "Werksangaben sind immer zu stramm, gehen die Kupplungslager kaputt" oder "Sieh ja zu, dass du die Werksangabe einhältst sonst stirbt ein Einhorn" sind nicht sehr hilfreich.
Auch der Schnelltipp "Kuck ob sich der Riemen um 45 Grad verdrehen lässt (was er tut) dann ist gut" wird relativ fix neutralisiert durch die Aussage "Kuck ob sich der Riemen um 90 Grad verdrehen lässt dann ist gut".
Die Harley-Davidson Methode zur Riemenspannungsmessung
Das Belt Prüfgerät von Harley wird an die Unterseite des Riemens angesetzt, und im Fenster wird geprüft, wie weit der Riemen nach oben geht. Die Markierungen werden gezählt und mit 3,2 mm multipliziert. Das Motorrad sollte dabei kalt sein. Ein Problem hierbei ist, dass der Auspuff im Weg sein kann, was die Sicht etwas verfälscht.
Wenn man sich auf den Boden legt, hebt sich der Riemen aus diesem Blickwinkel tatsächlich nur 2 oder 3 Markierungen nach oben. Dies kann zu Verwirrung führen. Also mal angenommen man hätte freie Sicht (wofür man sicherlich irgendwie sorgen kann). Wie sieht es mit der Spannung aus? HD-Werte? Etwas lockerer?
Erfahrungen und Tipps zur Riemenspannung
Es gibt unterschiedliche Meinungen bezüglich der optimalen Riemenspannung:
- Einige Fahrer bevorzugen es, die Riemenspannung etwas lockerer einzustellen als von Harley-Davidson empfohlen.
- Andere halten sich strikt an die Werksangaben, um Schäden zu vermeiden.
Ein guter Richtwert ist, zu prüfen, ob sich der Riemen um 45 bis 90 Grad verdrehen lässt. Bis 90 Grad kommt man definitiv nicht. Er geht noch ein wenig über 45 Grad aber dann ist auch Schluss. Die 90° Drehwinkel auf der längsten Riemenseite sind ein guter Richtwert, erst recht bei langen Riemen. Ich Habs heute Mittag nochmal versucht, den langen Riemen auf 90 Grad zu drehen. Keine Chance. Also werd ich ihn mal etwas lockerer spannen.
Geräusche und Abhilfe
Der Riemen kann gelegentlich ein Jaulen von sich geben. Die Riemen jauken auch, wenn dieser nicht 100% in der Flucht läuft. PTFE Spray hilft auch. Ist ja auch nicht viel was anderes wie nen Primärbelt oder eben Zahnriemenantieb im Steuerbereich...eben als Antriebsriemen längere Wege.
Einige Fahrer verwenden PTFE-Spray, um quietschende Geräusche zu reduzieren. Das Teflonzeug hinterlässt kein Klebrigen Rückstand und vermindert die Obenflächenreibung...eben Teflon. Ich würde es nur beim jauckenden Belt anwenden, wenn die Radbedingungen schon passen und keine Kohle für nen neuen Belt und ggf. leicht eingelaufenes Pully übrig sind...als Notbehelf.
Es gibt auch spezielle Pflegesprays für den Riemen von Harley-Davidson, die jedoch teuer sind. Keilriemenspray ist nichts anders wie oben beschrieben....ggf. Riemen minimal entspannen...Abfahrt...Spray nur wenns nichts anderes mehr was reißt.
Alternativen zum Kettenantrieb
Motorräder verwenden eine von drei Bauarten, um die Kraft ihres Verbrennermotors ans Hinterrad weiterzuleiten: Kette, Kardan oder Zahnriemen. Diese drei Varianten unterscheiden sich nicht nur in ihrer Funktionsweise, sondern besonders auch in Bezug auf den Wartungsaufwand und die Reparaturmöglichkeiten.
Die Kardanwelle
Bei einer Kardanwelle wird die Kraft über eine Gelenkwelle zum Hinterrad übertragen. Da es sich um ein geschlossenes System handelt, ist der Kardanantrieb ein ebenso sauberes wie wartungsfreundliches Konzept und außerdem sehr langlebig. Die Nachteile sind das hohe Gewicht, ein höherer Leistungsverlust und je nach Bauart eventuell auch stärkere Lastwechselreaktionen. Wartungsarm und langlebig, aber schwer und teuer. Ein Kardan ist die erste Wahl bei Tourern.
Die Wartung eines Kardanantriebs beschränkt sich normalerweise auf einen Ölwechsel, der nach Herstellerangaben (Spezifikation des Öls, Vorgehensweise etc.) durchgeführt wird. Sofern die Maschine über gut zugängliche Ablass-/Einfüll-Schrauben verfügt, ist das relativ einfach und kann meist auch problemlos von Laien durchgeführt werden.
Die Kette
Der im Motorradbau am häufigsten verwendete Sekundärantrieb ist die Kette. Ein Kettenantrieb ist nicht nur einfach aufgebaut, sondern vor allem kostengünstig zu produzieren. Sofern die Kette richtig gespannt und geschmiert ist, hat er nur einen geringen Leistungsverlust. Der größte Nachteil ist ihre aufwendigere Pflege (Schmieren, Reinigen und Spannen) sowie die begrenzte Lebensdauer.
Die Kette eines modernen Motorrads läuft wegen des dürftigen Kettenschutzes leider relativ ungeschützt und muss deshalb regelmäßig (alle 300-500 km!) nachgeschmiert sowie gegebenenfalls gereinigt werden. Dank moderner O-Ring-Ketten ist allerdings nur eine Schmierung von außen nötig. Mangelnde Schmierung führt zu hohem Verschleiß, Leistungsverlust sowie stärkeren Lastwechselreaktionen.
Der Zahnriemen
Die Alternative zum Kettenantrieb ist der Zahnriemen, der ein fast identisches Prinzip hat, aber aus einem anderen Material besteht. Sein größter Vorteil ist der geringere Wartungsaufwand. Er muss nicht geschmiert werden, ist leiser, hat aufgrund der Elastizität des Riemens geringere Lastwechselreaktionen und eine Lebensdauer von ca. 40.000 km.
Wie bei einer Kette muss die Spannung natürlich kontrolliert werden. Ein Nachspannen ist in der Regel aber viel seltener erforderlich, oft erst nach 8.000 km. Die Kontrolle der Spannung erfolgt meist mithilfe eines speziellen Riemenspannungsmessers, der einen entsprechenden Druck aufbaut. Er wird am Gummi-Noppen gehalten und mit dem Winkelstück von unten mittig gegen den Riemen gedrückt.
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte
- Die richtige Riemenspannung ist entscheidend für die Lebensdauer und Leistung Ihrer Harley-Davidson.
- Verwenden Sie das Harley-Davidson Belt Prüfgerät, um die Spannung zu messen.
- Achten Sie auf eine korrekte Flucht des Riemens.
- Verwenden Sie PTFE-Spray oder spezielle Pflegesprays, um Geräusche zu reduzieren.
- Kontrollieren Sie regelmäßig die Spannung und den Zustand des Riemens.
Riemenspannung vs. Beladung
Die höchste Riemenspannung stellt sich nicht bei voller Beladung ein. Und Harley schreibt in den Handbüchern jeweils individuell vor, welche Spannung in welcher Beladungssituation zu messen ist. Leider ist das Verfahren bei jedem Moped anders. Einmal ist es mit Fahrer auf dem Sattel, ein anderes Mal ist es unbelastet auf dem Seitenständer. Volle Beladung habe ich noch in keinem Handbuch gefunden.
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