Harley Davidson Sport Glide Sitzbank Test: Ein umfassender Überblick

Die Harley-Davidson Sport Glide gilt als "schnellster Cruiser" der US-Marke. Ob man damit auch gemütlich cruisen und beherzt durch Kurven ziehen kann, zeigt der Fahrbericht. Plus: Technische Daten, Bilder, Preis.

Flexibilität und Komfort

Schnellverschluss heißt das Zauberwort: Mit ein paar Klicks verwandelt sich die Harley-Davidson Sport Glide vom lässigen Naked-Bike für Stadt und Landstraße in ein Tourenbike mit Verkleidung und Koffern. Flexibilität war den Harley-Managern bei diesem Modell also besonders wichtig. Und: Egal, ob lange Reise zu zweit, spontaner Ritt über Land oder kurze Stadtfahrt - die Sport Glide soll mit Leistung und Komfort überzeugen.

Mit dem bequemen, breiten Sitz und den nach vorne verlegten Fußrasten bietet die Harley viel Komfort. Sowohl kleinere als auch sehr große Biker finden eine bequeme Sitzposition. Die Reach Sitze sind so geformt und gestaltet, dass Du den Boden leicht erreichen kannst. Du sitzt im Vergleich zu Seriensitzen näher an den Bedienelementen. Die richtige Sitzhaltung kann großen Fahrern zu deutlich mehr Komfort auf dem Bike verhelfen und übermäßige Belastung des Rückens vermeiden.

Fahrverhalten und Leistung

Tatsächlich erlaubt die neue Harley erstaunliche Schräglagen. Doch die Sport Glide lässt sich überraschend willig einlenken und in den angepeilten Kurvenradius steuern - selbst bei engen Haarnadeln, die hier zahlreich auftauchen. Zwischen den Serpentinen oder flotten Links-Rechts-Kombinationen laden lange Bergauf-Geraden zum Gas geben ein.

Auf jeden Fall hält der knapp 1,75-Liter-Zweizylinder sein Versprechen. 84 PS Leistung klingen zwar wenig gewaltig für ein 317 kg-Gefährt. Aber satte 145 Newtonmeter Drehmoment liegen schon bei 3000 U/min an und zerren mächtig am Zahnriemen zum Hinterrad. Außerdem positiv am "Milwaukee Eight 107"-Motor, der seinen Namen den acht Ventilen sowie den 107 Kubikinch Hubraum verdankt: Vibrationen bleiben absolut im Rahmen. Flexible Verkleidung Der besondere Trick der Sport Glide: Im Handumdrehen lassen sich die relativ zierliche Verkleidung in Harleys klassischem "Batwing"-Design sowie zwei Seitenkoffer entfernen - fertig ist das gestrippte Bike für die Stadt oder die Feierabend-Runde. Bis dahin bietet die Verkleidung recht guten Windschutz.

Die Sport Glide schlägt sich erstaunlich gut. Sie fährt sich überraschend agil für eine Harley. Für eine Softail, wie man sie bisher kannte, fühlt sie sich gar extrem sportlich an. Heraus aus der Linkskurve, umlegen für die nächste Rechts. Die Sport Glide durcheilt die Kehre erstaunlich schnell. Das Ohr wartet aufs metallische Kratzen der Fußraste, das das Ende der Schräglagenfreiheit meldet - nichts. Erst spät nimmt die Fußraste Kontakt mit dem Asphalt auf. Wow, die Sport Glide geht wirklich willig um die Kurve! Die Einzelscheibe vorne beißt kräftig und kontrollierbar zu. Die 317-Kilo-Fuhre wird souverän eingebremst.

Ein Sportler wird die Sport Glide nur im Vergleich zu ihren Markenschwestern. Sie bleibt ein Allrounder. Echte Sportbike-Fahrer werden die Jungs aus Milwaukee damit nicht von ihren Mopeds locken. Wollen sie auch nicht, sagt Harleys Produktentwickler Michael Spaett. Es gehe darum, jüngere Biker zur Marke zu holen. Die können sich auf die relative Sportlichkeit der Sport Glide freuen und vor allem auf ihre Vielseitigkeit. Vor Regen und Wind schützt eine etwas verkleinerte, klassisch geformte Batwing-Verkleidung (wie man sie von Harleys Tourenbikes kennt). Gepäck lässt sich in zwei Seitenkoffern unterbringen. Dank Einhandbedienung lassen sich bis zu 50 Liter bequem verstauen. Das genügt für den Wochenend-Trip zu zweit.

Ausstattung und Technik

In voller Ausstattung eignet sich die Sport Glide durchaus für die längere Fahrt oder sogar für den Wochenend-Trip zu zweit. Immerhin fassen die beiden Koffer insgesamt 50 Liter; auch deren Einhandbedienung überzeugt voll und ganz.

Je nach Fahrbahnzustand oder Beladung lässt sich die Federvorspannung des hinteren Zentralfederbeins per Drehrad verstellen. Die Zeiten, als man hierzu die Sitzbank demontieren musste, sind vorbei. Ein USB-Anschluss und das schlüssellos funktionierende "Keyless Ignition System" gehören zum Serienumfang.

Auch die Sport Glide ist ein Hingucker, vor allem in "Vivid Black" mit zahlreichen Chromelementen. Harley-Kunden lieben es meist klassisch und traditionell, also Schwarz. Umso mutiger wirken die modern und dynamisch gestylten "Mantis"-Leichtmetallfelgen: Vorn in 18 Zoll-Dimension mit einem 130er-Reifen von Michelin, hinten in der Dimension 16 Zoll und 180 mm Breite.

Technische Daten Sport Glide Herstellerangaben

Merkmal Daten
Motor Zweizylinder-Viertakt-V-Motor (45-Grad-Winkel), 62 kW/84 PS bei 5450 U/min (alternativ für Klasse A2-Führerschein: 32 kW/44 PS bei 5020 U/min), 145 Nm bei 3000 U/min (44 PS-Version: 105 Nm bei 2000 U/min), Sechsganggetriebe, Zahnriemenantrieb
Fahrleistungen, Verbrauch Höchstgeschwindigkeit 190 km/h, 5,5 l/100 km
Fahrwerk Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, vorn Upside-Down-Gabel 43 mm, hinten Zentralfederbein mit per Drehknauf hydraulisch einstellbarer Federbasis, Dreieckschwinge aus Stahlrohr; vorn Einscheibenbremse 300 mm mit Vierkolben-Festsattel, hinten eine Scheibenbremse gelocht 292 mm mit Zweikolben-Schwimmsattel, ABS
Maße und Gewichte Radstand 1625 mm, Sitzhöhe 680 mm, Leergewicht 317 kg, Tankinhalt 18,9 Liter
Preis 19.995 Euro zuzügl. NK

Vergleich mit anderen Modellen

Der Harley-Davidson Softail Sport Glide FLSB mit ihrem V 2-Zylinder-Motor mit Einspritzung und einem Hubraum von 1.745 Kubik steht die Harley-Davidson Touring Street Glide Special FLHXS mit ihrem V 2-Zylinder-Motor mit 1.868 Kubik gegenüber. Das maximale Drehmoment der Touring Street Glide Special FLHXS von 158 Newtonmeter bei 3.250 Touren bietet ähnlich viel Schub als die 146 Nm Drehmoment bei 2.750 Umdrehungen bei der Softail Sport Glide FLSB.

Bei der Softail Sport Glide FLSB federt vorne eine Telegabel Upside-Down mit 43 Millimeter Standrohr-Durchmesser und hinten auf ein in Federvorspannung verstellbares Monofederbein. Die Touring Street Glide Special FLHXS setzt vorne auf eine Telegabel konventionell und hinten arbeitet ein Monofederbein. Für die notwendige Verzögerung sorgt auf der Softail Sport Glide FLSB vorne eine Einzelscheibe mit 300 Millimeter Durchmesser und Vierkolben-Zange und hinten eine Scheibe mit 292 Millimeter Durchmesser und Zweikolben-Zange. Die Touring Street Glide Special FLHXS vertraut vorne auf eine Doppelscheibe Vierkolben-Zange. Hinten ist eine Scheibe Vierkolben-Zange verbaut.

Bei der Bereifung setzt Softail Sport Glide FLSB auf Schlappen mit den Maßen 130 / 70 - 18 vorne und 180 / 70 - 16 hinten. Für Bodenkontakt sorgen auf der Touring Street Glide Special FLHXS Reifen in den Größen 130/60-19 vorne und 180/65-16 hinten. Der Radstand der Harley-Davidson Softail Sport Glide FLSB misst 1.625 Millimeter, die Sitzhöhe beträgt 673 Millimeter. Die Harley-Davidson Touring Street Glide Special FLHXS ist von Radachse zu Radachse 1.625 mm lang und ihre Sitzhöhe beträgt 695 Millimeter. In den Tank der Softail Sport Glide FLSB passen 18,9 Liter Sprit. Bei der Touring Street Glide Special FLHXS sind es 22,7 Liter Tankvolumen.

Die Sport Glide ist ideal für Fahrerinnen und Fahrer, die Wert auf Komfort, Stil und entspanntes Fahren legen. Sie eignet sich hervorragend für lange Touren und bietet ein klassisches Cruiser-Erlebnis. Die Kawasaki ER-6n hingegen ist die perfekte Wahl für alle, die ein sportliches, wendiges Motorrad suchen, das sich gut für den Stadtverkehr eignet. Sie bietet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis und eignet sich besonders für Einsteiger und junge Fahrer.

Fazit: Dynamischer Cruiser

Gemütliches Cruisen und dynamisches Kurvenfahren - beides funktioniert. Zusammen mit dem typischen Harley-Flair samt bollerndem V2-Sound ist das schon mal viel wert. Der Harley-Davidson Softail Sport Glide FLSB mit ihrem V 2-Zylinder-Motor mit Einspritzung und einem Hubraum von 1.745 Kubik steht die Harley-Davidson Touring Street Glide ST mit ihrem 4-Takt V 2-Zylinder-Motor mit 1.926 Kubik gegenüber.

Dank Schnellverschlüssen lassen sich Verkleidung und Koffer in Sekundenschnelle entfernen - aus dem Cruiser wird ein urbaner Roadster. Perfekt für den Trip zum Eiscafé oder den Feierabend-Ausflug über die Landstraßen-Hausstrecke. Das hat Harley tatsächlich gut hinbekommen. Die Optik passt mit oder ohne Touren-Equipment. Besonders in „Vivid Black“ sieht die hier und da chromglänzende Sport Glide gut aus. Farbtöne wie „Twisted Cherry“ oder „Silver Fortune“ wird man eher selten auf der Straße sehen. Die „Mantis“-Leichtmetallfelgen sind außerdem nichts für Traditionalisten. Ihr Design zielt auf die angepeilte jüngere Kundschaft ab. Sie lassen den Cruiser schon im Stand sportlicher wirken, als man das von einer Harley gewohnt ist.

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