Die Harley-Davidson Sportster positioniert sich bewusst hemdsärmelig und spielt die ‚Wir-sind-das-Original-Karte‘. Ein Trumpf, der fast immer sticht. Er polarisiert und bietet ganz spezielle Fahrerlebnisse.
Stärken der Harley-Davidson Sportster 883
- Kultivierter V2-Motor mit angenehmen Vibrationen
- Bäriges Drehmoment
- Erstaunlich handlich
- Ordentliche Bremsen
- Wartungsfreundlich aufgebaut
- Kerniger V2
- Niedrige Unterhaltskosten
- Guter Werterhalt
- Unproblematisches Fahrverhalten
- Wertstabilität unschlagbar
- Fahreigenschaften unkompliziert
- Zuverlässigkeit (bei regelmäßiger Wartung) gut
Wer das ruhige Dahingleiten liebt, fragt nicht nach maximaler Schräglage, Beschleunigung, Handlichkeit. Leistung und Drehfreude des V2 lassen dies auf der Beschleunigungsseite nicht zu, verzögerungsseitig kann vor allem die Vorderradbremse wenig überzeugen.
Harley-Davidson Sportster 883 Iron und 1200 Forty-Eight (Modelljahr 2016)
Böse und dunkel ist oft interessanter als lieb, brav und ordentlich. Dark Custom macht die ganze Schönheit des puren Motorrads erfahrbar, meint Harley-Davidson Styling Director Brad Richards, die Schönheit jeder Schraube, jene des Stahls und Gummis und nicht zuletzt jene des Harley-Davidson V-Twins, denn er ist das Herz all unserer Maschinen. Eine Harley ist schon als Original sehr gelungen, aber erst mit Harley-Davidson Custom-Parts wird sie zum absoluten Unikat! Damit jedoch schon die Basis den Ansprüchen der Fans passt, wurde bei den Sportster-Modellen ordentlich Hand angelegt.
Vor allem die XL 883N Iron brilliert nun mit einem völlig veränderten Fahrwerk, das uns Europäern durchaus entgegen kommt. Neben der Cartridge-Gabel mit neuen progressiven Federn, die das Durchschlagen wirkungsvoll verhindern, werden auch neue Emulsion-Federbeine samt separatem Ölreservoir am Heck verbaut. Damit reagiert nun auch das Heck angenehm sensibel auf Unebenheiten, ausserdem kann die Federvorspannung der progressiv gewickelten Federn stufenlos justiert werden. Und tatsächlich kann man mit keinem anderen, für 2016 neuen Modell so sportlich um Ecken wetzen, wie mit der Sportster.
Auch die Harley-Davidson XL 1200X Forty-Eight wartet mit einem neuen Fahrwerk auf. Am Hinterrad so wie die Sportster 883-Modelle mit neuen, sensibleren Federbeinen bestückt, schindet vor allem die neue Gabel an der Front mächtig Eindruck: 49 Millimeter Standrohrdurchmesser wirken bei der schlanken Linie der Forty-Eight in Kombination mit dem breiten 130er-Vorderreifen besonders gut.
Die Sportster Modelle im Detail
Sowohl die neue Sportster XL 883 Iron als auch ihre größere Schwester Sportster XL 1200 X Forty-Eight profitieren vom überarbeiteten Fahrwerk - die hinteren Federbeine dämpfen sensibler und sind stufenlos in der Federvorspannung justierbar. Auch die Vorderradgabeln machen dank der progressiven Federwicklung einen besseren Job, das Durchschlagen wird effizient verhindert.
Viele 2019er oder 2018er Modelle werden quasi zum Neupreis angeboten. Beim Budget dran denken, dass es mit dem Kaufpreis nicht getan ist und bestimmte Änderungen eigentlich vorprogrammiert sind. Auspuff, Kennzeichenhalter, Lenker oder Fußrasten, um mal ein paar gängige Themen zu nennen. Da sind schnell ein paar Tausend Euro weg. Am besten ein bisschen Gedanken machen, was man nachher genau haben will. Am Anfang ist alles schick, aber dann fängt es sehr schnell an, garantiert. Da kann es durchaus Sinn machen, sich eine gute gebrauchte zu kaufen, wo viele Änderungen, die man eh macht, schon dran sind.
Die Wahl zwischen 883 und 1200
Ich hatte auch die Wahl, die 883 er oder die 1200 er. Beide mit Sitzbank, meine Frau fährt gerne mit. Habe mich nach einigen Beratungen für die 1200 er entschieden. 6 Jahre alt, 8500 km gelaufen, erste Hand mit Sissybar. Meine Frau ist begeistert. Hätte ich noch 2000€ draufgelegt, hätte ich ´ne neue kaufen können, aber nicht in ROT. Die 1200 er hat ein höheres Drehmoment und ist so etwas schaltfauler zu fahren. Nach ein paar Monaten die Reifen runter geschmissen, die Originalbereifung läßt sich bei Nässe nicht fahren, sozusagen, saugefährlich. Ich habe jetzt Metzeler drauf. Ich habe auch keine Umbauten vor, also bleibt sie Original.
Erfahrungen eines BMW-Boxerfahrers
Ich bin als alter BMW Boxerfahrer nach 22 Jahren Kinderpause mit einer Sportster Iron 883, Lackierung "Hard Candy Hod Rod Red Flake", 2017 neu gekauft, sehr zufrieden (Nachrüstung: LED-Licht, LED-Blinker vorne). Auch noch, nachdem ich letztes Jahr bei einem Harley-Davidson Fahrer-Training fünf von den großen Modellen durchtesten konnte (sehr heiß: Fat Bob). Die kleine Iron hat keine Kette sondern Zahnriemen (wie alle Harleys, war für mich ein wichtiger Punkt) und mit 52 PS bei rund 250 Kilo für mich ausreichend Leistung. Der Originalsound ist gut, die Sitzposition niedrig und das Fahren mit ihr macht mir sehr viel Spaß.
Empfehlung: 1200er mit Doppelscheibenbremse
Ob neu oder als gute gebrauchte Sporty, ich würde auch die größere 12er empfehlen - und nach Möglichkeit eine Version, die schon serienmäßig eine Doppelscheibenbremse vorne aufweist (z.B. R bzw. Bremsen sind m.M.n. ein viel wichtigeres Feature als z.B. Und sobald Du Dich wieder an richtige Bremsen (und ein gutes Fahrwerk) gewöhnt hast (entspr.
Fahrbericht: Harley-Davidson Sportster
Nach 8 Jahren das erste mal wieder auf nem Mopped, das noch kalt direkt im Stadtverkehr bewegt werden muss, ich fuhr wie auf rohen Eiern. Also erstmal ruhig und eingrooven. Aber kaum waren die Ampeln hinter uns und die Strecke eine Landstraße stellte sich sofort großer Spaß ein. Ich war sehr positiv überrascht, wie handlich sich die immerhin gut 250kg fahren. Man sitzt schön "in" der Maschine, ohne gedrungen zu sitzen, fand ich total entspannt. Allerdings schlug mein rechtes Knie immer wieder gegen den riesigen Luftfilterkasten. Nach anfänglichem Unwillen, den ich dem jungen und kalten Motor zugeschrieben hatte, entspannte sich auch der Motor und wurde immer geschmeidiger.
Zwar schüttelte der Motor das Bike immer mal wieder ein wenig, wenn ich bei 1600upm oder weniger am Gas drehte, aber oberhalb von 1800upm war das gänzlich weg, der Motor zieht dann schön durch, kann gut bei 2000-3000upm gefahren werden, drückt aber auch bis über 5000upm ordentlich durch. Fazit nach dem Tag: Harley ist gewöhnungsbedürftig, macht aber großen Spaß. Das Fahren hat Spaß gemacht, mich dabei mega entspannt und das Ganze bei Geschwindigkeiten, die weit weg waren von dem, was ich gewohnt war und vor dem ich mich ein wenig selbst schützen möchte. Gleichzeitig gefällt mir die kleine Harley echt gut. Ist zwar dort das Einstiegsmopped, für mich aber echt passend, müsste aber noch modifiziert werden (Luftfilter, Auspuff, Windschild, Bugspoiler, Sitzbank....).
Mit dem Modelljahr 2021 hat Harley-Davidson die luftgekühlten Sportster aus der Programm gestrichen. Wer sich jetzt noch eine XL 883 oder 1200 zulegen will, muss auf ein Second-Hand-Bike zurückreifen. Iron 883 und Forty-Eight mit dem 1200er Evo bieten sich da als Objekte der Begierde an - aber welche nehmen? Die Evo-Sportster sind absolut robuste, ausgereifte Motorräder die kaum Ärger machen. Das Angebot auf dem Gebrauchtmarkt ist üppig. Wer sorglos unterwegs sein will, greift auf eine junge Gebrauchte zurück.
Iron 883 vs. Forty-Eight: Welches Modell ist besser?
Sowohl die Iron 883, als auch die Forty-Eight wurden zuletzt im Jahr 2016 nicht nur hinsichtlich des Fahrwerks kräftig überarbeitet. Welchem Bike hat das Upgrade mehr gebracht?
Harley-Davidson Iron 883
Die Iron 883 rollt auf in Schwarz getauchten und mit gefrästen Akzenten versehenen Neunspeichen-Leichtmetallgussrädern. Am Vorderrad kam eine neue, schwimmend gelagerte Bremsscheibe zum Einsatz. Viel wichtiger aber waren die neuen Innereien in der Gabel. Hier waren nun sogenannte Cartridges verbaut, Feder-/Dämpfereinheiten, die in einer Kartusche integriert sind. Zudem bietet ein abgesteppter Sitz nicht nur mehr Bequemlichkeit, sondern auch mehr Halt für den Fahrer.
Hinzu kamen gechoppte Fender, das schwarze Triebwerk samt schwarzer Auspuffanlage, der Drag Bar Lenker, ein in Schwarz gehaltener gerippter Luftfilter und das Bullet-Hole-Design an Zahnriemenabdeckung, Auspuffhitzeschilden und am Frontfenderhalter.
Harley-Davidson Forty-Eight
Die über die Maßen beliebte Forty-Eight erhielt für das Modelljahr 2016 einen noch kraftvolleren Look. Das bobberartige Vorderrad wurde von einer neuen Gabel mit 49 Millimeter dicken Standrohren geführt, die in nicht minder wuchtigen Leichmetall-Gabelbrücken stecken. Auch der Gabelstabilisator zwischen den beiden Tauchrohren ist deutlich kräftiger ausgeführt. Sehr augenfällig ist auch die neu gestaltete Auspuffanlage mit den geschlitzten Hitzeschutzschilden.
Das Thema Streifen zieht sich über das gesamte Bike hin, der Tank wurde mit horizontalen Streifen versehen, eine Hommage an den Style der 70er Jahre. Den Look dieser Linien findet man auch auf den Sitz gestickt, an der Zahnriemenabdeckung und der Riemenscheibe.
Natürlich profitierte auch der Bestseller Forty-Eight von der neuen Fahrwerksabstimmung.
Fahrvergleich: 883 vs. 1200
Auf einer ihm außerordentlich gut bekannten Berg- und Tal-Strecke auf Mallorca war es dem Autor dieser Zeilen, der auf der Forty-Eight saß, nicht möglich, seinen hinter ihm fahrenden Flügelmann Jack (der von Jack Daniel’s) auf der Iron 883 abzuschütteln. Zwar bringt der Autor gute 40 Kilo mehr auf die Waage als Slim Jacky, doch diese Begebenheit zeigt, wie wenig das Leistungsplus der 1200er im normalen Alltag wiegt. Auf dem Papier liegen zwischen den beiden Motoren 25 Nm, und die spürt man ganz klar in so mancher Fahrsituation.
Die 1200er pumpt sich spürbar souveräner aus niedrigen Drehzahlen hoch, die „Kleine“ braucht dafür mehr Drehzahl, mehr Zeit, oder mehr Gleichmut. Vor der Modellpflege hätte die Sache vielleicht noch anders ausgesehen, aber seit der umfassenden Fahrwerksoptimierung mit den höherwertigeren Feder- und Dämpferelementen ist die Iron fahrdynamisch einfach im Vorteil. Die Forty-Eight hat aufgrund ihres flachen geduckten Aufbaus und der 16-Zoll-Bobber-Bereifung eine erfahrbar geringere Bodenfreiheit als die Iron, sprich: die Schräglagenfreiheit der Forty-Eight ist begrenzter, unterstützt noch von den etwas tiefer angebrachten vorverlegten Fußrasten.
Forty-Eights kratzen schon hässliche Striemen in den Asphalt, wenn Iron-Treiber noch über Reserven verfügen. Überhaupt macht sie, obwohl sie den hubraumschwächeren Motor hat, den erwachseneren Eindruck. Fakt ist: Die Iron ist länger, breiter, höher und sogar ein paar Kilo schwerer als die Forty-Eight. Sie hat auch einen größeren Radstand, sie ist also tatsächlich das erwachsenere Motorrad. Und das spürt man auch beim Fahren.
In winkligem Geläuf, wo die Forty-Eight mit ihren 16-Zöllern manches Mal etwas hibbelig wirkt, schnürt die Iron souverän und stoisch durch wie der Schnellzug durch den Dorfbahnhof.
Die Iron bietet richtig viel Harley-Davidson fürs Geld und kommt mit ihrem - vernünftigen - 12,5 Liter-Tank auch noch fast 100 Kilometer weiter als die Forty-Eight mit ihrem Peanut-Fässchen. Somit wird die Fahrmaschine Iron 883 in diesem Vergleich - ungeachtet der unbestrittenen optischen Attraktivität der Forty-Eight - die eindeutige Siegerin unserer Herzen.
Weitere Details:
- Die Sitzbank der Iron ist jetzt großzügiger gepolstert, bietet nach hinten mehr Halt und trägt eine schicke Quer- steppung.
- Reicht vollkommen: Analog-Tacho mit kleinem LCD-Fenster, in dem wahlweise Gesamtkilometerstand, zwei Tagestrips, Uhrzeit, Gang oder Drehzahl abgerufen werden können.
- Alle Aircooled-Sportster ab Modelljahr 2016 hatten Emulsions-Stoßdämpfer.
- Forty-Eight mit richtig fetter Gabel.
Gebrauchtberatung Harley-Davidson Sportster 883
Die Harley-Davidson Sportster 883 ist sackschwer, etwas untermotorisiert und fahrwerksmäßig schnell überfordert. Und sie macht mächtig Spaß. Engagiert bewegte Rollatoren haben gegen die kleinste und günstigste Harley echte Chancen.
Die von ihren Fans liebevoll „Sporty“ genannte und seit jeher unter dem Typenkürzel XL gehandelte Harley Davidson Sportster 883 entzog sich immer schon allen klassischen Bewertungskriterien und machte - grob vereinfacht gesagt - in ihrem Leben drei wesentliche Phasen durch. Von 1957 bis 1985 war sie ein Fall für US-affine Liebhaber mit ausgeprägten Schrauberkenntnissen.
Der Wechsel vom gusseisernen Shovel- zum komplett neuen, endlich vollgasfesten Evolution-Motor machte die Sporty ab Ende 1985 massentauglich und strafte alle Harley-Vorurteile (ölt, hält nicht…) Lügen.
Mit dem Wechsel zum 2004er-Jahrgang stand dann der nächste und bislang letzte Quantensprung für die Harley Davidson Sportster 883 an - und um genau diese Generation geht es hier. Ein vormals etwas phlegmatischer und ab und an ziemlich nerviger Vibrator mauserte sich zum Spaßgerät, das praktisch nur noch good vibrations an die Besatzung weitergibt.
Geheimnis des Erfolgs: Der in den meisten seiner über 400 Teile kräftig überarbeitete Evo-Motor steckt seitdem nicht mehr starr, sondern über Silentblöcke und Schubstangen schwingungsentkoppelt im Rahmen. In einem komplett neuen und deutlich verwindungssteiferen Rahmen. Obendrauf gab’s bessere Federbeine und leistungsstärkere Bremsen. 30 Kilo Mehrgewicht? Geschenkt, nie zuvor fühlte sich eine Harley Davidson Sportster 883 besser an.
Sportster-Neupreise waren und sind politische Preise, um die Kundschaft anzufixen. Prima für potenzielle Gebrauchtkäufer, denn so gibt’s zum recht überschaubaren Tarif die erste Dosis Harley-Spirit. Und wer’s dann doch nicht mag, macht nicht viel Geld kaputt.
Marktsituation
Das Gebrauchtangebot ist gut, doch relativ junge Exemplare der beliebtesten Modelle (Iron, SuperLow) sind nicht sehr weit vom (relativ günstigen) Neupreis entfernt.
Beispiel: Erstzulassung 07/2009, 15.800 Kilometer, aus erster Hand; Preis: 8400 Euro. Typisches Händlerangebot: beliebtes Modell (883 Custom) aus erster Frauenhand, beim Vertragshändler scheckheftgepflegt, Scheibe, vorverlegte Rasten, Garantie.
Niedriges Preisniveau (ab 5000 Euro): Unter fünf Mille geht praktisch gar nichts, aber auch unter 6000 Euro wird es schwer, etwas richtig Gutes zu finden. Wer etwas länger sucht, stößt immerhin auf Standardmodelle mit Vergaser und relativ hoher Kilometerleistung oder auf „individuelle“ Umbauten.
Mittleres Preisniveau (ab 6500 Euro): Wer zwischen 7000 und 8000 Euro ausgeben kann, hat die ganz große Auswahl, dafür sind auch schon die beliebten Iron- und SuperLow-Modelle zu bekommen. Die Kilometerleistung liegt meist knapp unter oder nur wenig über 10000 Kilometern.
Hohes Preisniveau (ab 8500 Euro): In dieser Preislage sind ganz junge Gebrauchte mit wenig Kilometern, gut gemachte Umbauten und Vorführer zu finden. Wer unbedingt ABS möchte, muss ebenfalls in dieser Preisklasse suchen - und spart im Vergleich zur Neumaschine selten mehr als 1000 Euro.
Händler-Interview
Matthias Meier (46), Geschäftsführer der Harley-Davidson-Vertragshändler in Frankfurt am Main, Hannover, Wiesbaden und Wetzlar, zum Thema Einsteiger-Sporty:
- Die Sportster 883 ist ein Frauenmotorrad - stimmt das? Nicht mehr. Mittlerweile sind 70 Prozent unserer 883er-Kundschaft Männer. Dafür verantwortlich ist vor allem die sehr erfolgreiche Iron.
- Wie sieht die Altersstruktur der Käufer aus? Deutlich jünger als unsere übrigen Harley-Kunden, also durchaus schon ab Mitte 20 und damit mindestens zehn, 15 Jahre jünger als der „typische“ Harley-Käufer.
- Welche Gebraucht-883er sind am beliebtesten, welche weniger? Da liegt die Iron ganz klar und mit weitem Abstand vorn, es folgt die Custom - und dann kommt auch schon die SuperLow. Die 883 R ist ebenfalls noch recht beliebt. Am unteren Ende stehen dann die ältere Low und die Standard.
- Wie lange behalten 883-Käufer ihre Maschine und warum verkaufen sie sie wieder? Mit der 883 testen viele das Thema Harley an, sind darauf sicher geworden, stellen aber meist nach der zweiten Saison fest, dass das jetzt noch etwas flotter gehen könnte. Dann fahren sie die 1200er oder, besonders etwas größer Gewachsene, auch mal eine Street Bob oder sogar Softail Probe - und dann sagen sie sich: „Das brauch ich jetzt!“ Einige bleiben aber auch bei der handlicheren Sportster, nur eben als 1200er, in letzter Zeit auch gern in Form der tourenmäßig ausgestatteten 1200 T. Iron-Besitzer behalten ihre Maschine, weil sie die Optik toll finden, rüsten aber auf 1200 Kubik auf.
- Lohnt sich die Umrüstung überhaupt? Das rechnet sich durchaus. Eine 883er-Iron kostet momentan neu rund 2200 Euro weniger als eine 1200er-Forty-Eight. Wer beim Vertragshändler mit 1200er-Kit, Arbeitszeit, Eintragung und allem drum und dran aufrüsten lässt, zahlt weniger - je nach Stundenverrechnungssatz des Händlers um die 2000 Euro oder sogar darunter. Wer also mit seiner 883 prinzipiell sehr zufrieden ist und nur mehr Leistung möchte, sollte sie nicht verkaufen, sondern aufrüsten. Außerdem ist die 883 etwas kürzer übersetzt als die 1200er und geht daher mit 1200er-Kit im Zweifelsfall sogar noch etwas besser.
Modellpflege (2004-2015)
Die Harley-Davidson Sportster 883 wurde im Laufe der Jahre kontinuierlich weiterentwickelt. Hier eine Übersicht über die wichtigsten Modellpflege-Maßnahmen:
- 2004: Erstes Modelljahr der stark modellgepflegten Sportster, u. a. neuer Rahmen, neue Bremsen, komplett überarbeiteter Motor, Lagerung in Silentblöcken.
- 2007: Wichtigste technische Änderung: elektronische Kraftstoffeinspritzung.
- 2009: Zusätzlich präsentiert: Iron 883 (XL 883N).
- 2014: Wichtigste technische Änderung: ABS serienmäßig (bei Iron optional).
- 2015: XL 883N (jetzt ebenfalls serienmäßig mit ABS).
Die Sportster XL 883R
Die amerikanische Traditionsmarke Harley-Davidson bringt für das Modelljahr 2002 die kleine Sportster XL 883R auf den Markt. Wenn Harley allerdings mit dem Namenszusatz „R“ wie „Racing“ wirbt, so wird es sich dabei nicht um ein extremes Rennsportmotorrad handeln.
Sich auf diese Tradition besinnend, schickt Harley-Davidson die kleine Sporty in das Rennen um eine junge und sportliche Zielgruppe, die eine ebenso selbstbewusst wie zeitlos klassisch gestaltete Maschine sucht. Die Tanklackierung wurde in Anlehnung an die XR 750 gewählt. Racing Orange heißt der Farbton, der kombiniert mit einem neu entworfenen Tanklogo den sportlichen Charakter unterstreichen soll.
Eye-Catcher
Der erste Augenblick auf die XL 883R macht Lust sie eingehender zu betrachten. Dem Kenner fällt sofort die zweite Bremsscheibe am Vorderrad auf. Bisher tat die nur an der XL 1200 Sport ihren Dienst. Dafür wurde aus der Zwei-in-Zwei-Auspuffanlage ein einziges Endrohr. Wie der flache und breite Dirt-Track-Lenker sind zahlreiche Fahrzeugbereiche in dezentem Schwarz gehalten, das mit der orangefarbenen Lackierung und den silbrig glänzenden Teilen kontrastiert. Der Motor ist schwarz pulverbeschichtet.
Sit in
Die erste Sitzprobe lässt mich angenehm in das Polster der neu gestalteten Sportsitzbank gleiten. Zusammen mit der niedrigen Sitzhöhe von 711 Millimetern wirkt die kleine Sporty schon im Stand viel leichter als die 245 kg Leergewicht vermuten lassen. Da wird sich auch jeder Anfänger auf Anhieb wohl fühlen. Der breite Dirt-Track-Lenker liegt sehr gut in den Händen, das Rangieren wird zum Kinderspiel.
Trotz der strengen Geräuschvorschriften ist Harley-Davidson bemüht den charakteristischen V2-Sound weiterleben zu lassen. Die Sound-Designer von Porsche in Weissach verstehen etwas von ihrem Tonwerk. Sie arbeiten schon seit 1979 mit ihren Klangköpfen für die Amerikaner.
Let it drift
Und so ist auch der Fahreindruck mit der XL 883R immer gepaart mit dem Flair eines Ovalkurses. Es ist beflügelnd, dem V-Twin die Sporen zu geben. Nicht nur dank des Lenkers ist die Orangene schwungvoll in die Kurven zu werfen. Gerade das straffe und handliche Fahrwerk kann hier seine Qualitäten voll zur Geltung bringen. Der Kurvenhatz ist lange keine Grenze gesetzt. Wer seine XL 883R nun aber doch eher zügig bewegen möchte, wird Spaß an der vorderen Doppelscheibenbremse finden.
Die Iron 883 im Detail
Der Ruf als Einsteiger-Harley wird der 883 eigentlich nicht gerecht. Ja, bis zum Erscheinen der wassergekühlten Street-Modelle war die 883 die billigste Möglichkeit, ein gutes altes Stück amerikanisches Eisen zu besitzen (technisch ist sie es immer noch, da die Street in Indien gebaut wird...), aber das ist nicht der einzige Grund, warum das Eisen so viele Fahrer anspricht. Die Iron, die mit ihrem fiesen und dunklen Look den aktuellen Customizing Trend voll und ganz aufgreift, ist ein echter Hingucker. Aber die Iron sieht nicht nur gut aus, sondern bietet auch ein tolles Fahrerlebnis.
Die 883 ist ein echter Harley V-Twin und als solcher vibriert und klackert sie und gibt den klassischen Blubber-Soundtrack von sich. Die Iron ist nicht die praktischste aller Maschinen und ein ziemlich kleiner 12,5-Liter-Treibstofftank, sowie eine exponierte Sitzposition bedeuten, dass lange Fahrten ein wenig außerhalb ihres Aufgabenbereichs liegen. Der Sitz ist auch ein wenig auf der festen Seite und die Fußrasten schlagen gerne gegen das Schienbein, wenn man nicht aufpasst. Auch der Sozius wird den relativ begrenzten Platz auf dem Sitz nicht genießen. Doch trotz all dieser Eigenheiten muss man die Iron 883 einfach lieben, denn sie ist sowohl von ihrer Seele als auch von ihrem optischen Reiz her eine echte Harley.
Da die Iron nach der Benzineinspritzung und den gummigelagerten Motor-Updates ankam, ist die Hauptsorge bei jedem 883er Modell das Finish. Einige frühe Iron-Modelle leiden darunter, dass ihre Räder unter dem Lack korrodieren, was in späteren Jahren durch einfaches Entfernen des Lacks behoben werden konnte!
Der Motor selbst ist schön und stark, aber es ist immer am besten, sich für ein Motorrad mit einer vollständigen Service-Historie zu entscheiden, da es einige Öle gibt, die von Harley spezifiziert werden. Kontrolliert auch den Spannungsregler, denn er befindet sich direkt an der Vorderseite des Motors, was bedeutet, dass er korrosionsanfällig ist.
Worauf beim Gebrauchtkauf zu achten ist
Wenn es um das Chassis geht, solltet ihr, nachdem ihr überprüft habt, ob die Dichtungen der Gabel (ggf. müsst ihr die Faltenbälge bewegen) abgerieben sind und ob die Federn immer noch ihre Dämpfung haben, den Antriebsriemen einer ordnungsgemäßen Inspektion unterziehen. Und nicht nur ein kurzer Blick, sondern dreht das Hinterrad, damit ihr seine gesamte Länge überprüfen könnt. Wenn der Besitzer den unteren Riemenschutz entfernt hat (viele tun dies aus ästhetischen Gründen und einige Modelle haben nicht einmal eine Abdeckung als Standard), ist er anfälliger für Schäden durch Steine, die zwischen Riemen und Kettenrad geraten.
Die Iron ist eines der späteren Modelle der Sportster und wurde als solches seit ihrer Einführung im Jahr 2010 nicht mehr so radikal aktualisiert. Dennoch gab es 2014 eine ziemlich wichtige Änderung, als ABS (eine Option für frühere Modelle), der verbesserte Kabelbaum, bessere Bremsen und ein verbesserter Motor für die gesamte 883er-Reihe eingeführt wurden.
Technische Daten Sportster Harley-Davidson Sportster 883-Iron, Modelljahr 2009
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Hubraum | 883 cm³ |
| Leistung in PS | 44-53 PS |
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