Dieser Artikel schildert die Erfahrungen mit einer Harley Davidson Sportster 883 L, XL-2 Baujahr 2006. Dabei werden die wichtigsten Aspekte dieses Motorrades abgedeckt und persönliche Erfahrungen ergänzt.
Merkmale der Harley Davidson Sportster 883
- Gummigelagerter XL Evolution Motor mit 883 cm3
- Silbern pulverbeschichteter Motor mit polierten Seitendeckeln
- Neues, geräuschärmeres Getriebe
- Neue, leichtgängigere Kupplung
- Drahtspeichenräder
- Tiefergelegtes Fahrwerk
- Verchromte Staggered Shorty Dual Auspuffanlage
- Mittig montierte Fußrastenanlage
- Klassischer 12,5-Liter Peanut-Tank
- Diebstahlwarnanlage mit Wegfahrsperre serienmäßig
Technische Daten
Hier sind die technischen Daten der Harley Davidson Sportster 883:
- Länge: 2.250 mm
- Sitzhöhe beladen (81 kg): 641 mm
- Lenkkopfwinkel/Nachlauf: 30.0º / 117 mm
- Radstand: 1.515 mm
- Tankinhalt: 12,5 L
- Motorölfüllmenge: 3.4 L
- Leergewicht: 251 kg
- Motor: Luftgekühlt, Evolution®
- Hubraum: 883 cm³
- Bohrung x Hub: 76.2 mm x 96.8 mm
- Drehmoment (gemäß Euronorm EC95/1): 70 Nm / 3750 U/min
- Gemischaufbereitung: Vergaser
- Verdichtungsverhältnis: 8.9:1
- Gangübersetzungen (1. - 5. Gang): 10,78 - 7,70 - 5,73 - 4,75 - 4,07
- Räder und Reifen vorn: 19” verchromtes Drahtspeichenrad, 100/90-19 37H
- Räder und Reifen hinten: 16” verchromtes Drahtspeichenrad, 150/80B16 71H
- Auspuffanlage: Staggered Shorty Duals, verchromt
- Sicherheitsanzeigen: Fernlicht, Leerlauf, Öldruck, Motorsteuerung, Blinker, Security System, Kraftstoffreserve
- Garantie: 24 Monate ohne Kilometerbegrenzung
Der Motor der Sportster 883
Der luftgekühlte V2 leistet bei diesem Motorrad gedrosselte 34PS, was aber dennoch zum gemütlichen Cruisen ausreicht und für den Anfänger auch für das „Sportster Feeling“. Der Motor ist vermeintlich simpel aufgebaut, verfügt aber dennoch über zahlreiche Details, die ihn auch zu einem modernen Triebwerk machen.
Die Ventile werden über Stößelstangen von vier Nockenwellen (untenliegend) angetrieben. Die Stößel werden allein durch den Öldruck eingestellt und bedürfen bei Wartungen keiner komplizierten Einstellungen.
Der 2006er CV Vergaser macht seinen Job ganz gut, so dass das Motorrad um die 5,5-6,0l auf 100km verbraucht. Selbstverständlich lässt sich an diesem Motor sehr viel machen, wobei dies natürlich mit Kosten verbunden ist.
Für kurze Strecken ist der Milwaukee-Twin allerdings gar nicht zu gebrauchen, da die Warmfahrzeit etwa 15-20km beträgt. Das heißt, der Motor läuft dann erst gänzlig ohne ruckeln und nimmt auch Gas an. Kurzstrecken werden sofort durch Schaumbildung abgestraft.
Jedoch einmal warm läuft das Triebwerk sehr angenehm und das Rascheln der Ventile ist eine Wonne. Auch im Hochsommer überhitzt der Motor beim Stop-and-Go Betrieb nicht, lediglich das Vergaserspucken bei der gedrosselten Variante stört ein wenig und manchmal stirbt der Motor deshalb an der Ampel ab - das ist nunmal Charakter.
Konstantfahrruckeln, welches man den Sportys nachsagt, habe ich bisher nie festgestellt, ebenso ist kein Ölverbrauch feststellbar. Der serienmäßige Sound ist zwar als Harley zu erkennen, aber sollte (nach der Probezeit) etwas verändert werden - der größte Aftermarket sollte da die richtigen Produkte bereithalten.
Bei verschiedenen Strecken schlägt sich abschließend gesagt der Motor ganz toll, aber man sollte jetzt nicht erwarten, dass es der Killer ist - das bekommt man bei Buell. Offen, modifiziert und richtig getreten kann man aber schon den Teer umkrempeln.
Zum Motor-Tuning sei angemerkt, dass man die 883 mit Big-Bore-Kits bis auf 1.470 cm³ aufstocken kann, wobei der 1200er Kit sicher am weitesten verbreitet ist. Mit bearbeiteten Buell-XB-Zylinderköpfen und Buell-Nockenwellen kommt man dann auf Werte von über 100 PS und deutlich über 130 Nm Drehmoment.
Fahrwerk
Was ist bei einem Harleyfahrwerk wichtig zu erwähnen? Die Gabel vorn ist sehr weich, man merkt dies besonders bei starkem Bremsen. Hinten gibt sich die Dame sehr knackig, also alles andere als weich, wie man es oft liest.
Hinten sind die Federbeine übrigens auch vom Laien einzustellen, in fünf verschiedenen Positionen. Das Fahrwerk ist kein überaus sportliches, aber der flotte Landstraßenritt ist trotzdem möglich und Ich persönlich fühle mich sehr wohl mit diesem Fahrwerk.
Alltagstauglichkeit
- Langer Arbeitsweg: JA
- Kurzer Arbeitsweg: NEIN
Das hohe Gewicht ist eigentlich gut zu kontrollieren, nervig wird es erst beim rangieren ohne Motorkraft. Daher sollte man schon vorrausschauend einparken etc.
Stärken und Schwächen
Negativ
- Bremsen (bei starker Beanspruchung schnell sehr ausgereizt, fürs Cruisen in Ordnung, aber für kurvige Serpentinen wäre mir die Doppelscheibe der Roadster lieber)
- Warmfahrzeit
- Tankvolumen von 12,5l, dennoch akzeptable Reichweite (Ich finde den Peanut-Tank allerdings sehr genial. Sportster eben!)
- Der Serien-Dunlop bei Nässe
- Vergaserspucken, aber sehr selten
- Tankdeckel in Serie nicht abschließbar
- Gabelfedern speziell, da eher schwach
Positiv
- Charakter. (Die Sportster blicken auf eine interessante Geschichte zurück und alles in allem kauft man ein Bike mit Seele.)
- Low ist auch der Kaufpreis. (Für unter 8.000€ der beste Einstieg in die glänzende Harleywelt, was aber nicht heißen soll, dass die Sporty nichts für Fortgeschrittene wäre.)
- Tolle Serienausstattung, viele tolle Details.
- Alarmanlage, einstellbar
- Umbaumöglichkeiten
- Motor
- Fahrwerk allgemein
- Nicht entscheidend, aber nennenswert: H.O.G. Mitgliedschaft beim Neukauf.
- Verbrauch
Persönliche Eindrücke
Als ich mit dem Führerschein angefangen habe, musste es diese Harley sein. Das ist schwer zu erklären, denn rational ist das kaum zu erklären, weshalb es eben diese sein musste, allerdings spricht doch viel für sie.
Gekauft ohne Probefahrt: Nie bereut. Das Bike ist tatsächlich sehr gutmütig und trotz der Masse gut zu kontrollieren.
Nachdem ich etwa 12.500km gefahren habe kann ich sagen, dass es ein paar wenige Probleme gab, die aber eigentlich nicht sehr gravierend waren. Da brennt mal eine Sicherung durch, da spuckt sie mal Öl - alles Dinge, die durch Erfahrung abzustellen sind, wenn man sich mit der Sportster beschäftigt.
An sich fällt mir zum Gesamteindruck wenig ein, weil ich durch und durch zufrieden bin. Am schönsten ist es, das möchte Ich noch loswerden, wenn man gemütlich bei 2.500 UpM der Sonne entgegenfährt, man dem angenehmen Rascheln der Motoreinheit lauscht und die stetigen Arbeitstakte hört.
Dann beschleunigt man und bei 3.500 UpM zieht man die Kupplung. Daraufhin konzentriert man sich auf den Gangwechsel, lässt die Kupplung kommen und genießt das Drehmoment von Unten, wenn frischer Treibstoff in Fahrspaß umgewandelt wird und dem Fahrer ein breites Grinsen beschwert.
Ergänzungen aus der Fachpresse
Die Zeitschrift MO schreibt in ihrem Jahresbuch 2008 folgendes über die 883 Low: MO zufolge haben die 883 Modelle nicht zu Unrecht den Ruf einer Frauen- oder Einsteigermaschine. Weiter führt MO aus, dass die Benzineinspritzung der Modellreihe gut getan habe, denn demnach zieht der Twin bereits in unteren Drehzahlbereichen sehr kraftvoll und sauber durch. Die Maximalleistung sei bei dem Testmotorrad von MO sogar um 3PS höher, als vom Werk aus angegeben.
Die EFI bietet zudem den Vorteil, dass die negativen Eigenschaften bei kaltem Motor, wie das Spucken, Stottern und der schlappe Durchzug sehr deutlich reduziert werden bzw. wegfallen. Überdies geht der Verbrauch auf 5 Liter Super zurück.
Laut MO stehe sportivem Fahrspaß eigentlich nur das hohe Gewicht von etwa 260kg im Wege, da das Motorrad mit diesem Gewicht ein eher unhandliches Gefühl vermittele. Überzeugt waren die Tester hingegen von Details, wie dem leisen Sekundärantrieb, den Hydrostößeln und der wartungsfreien Batterie, was der Sporty viel Sympathie beschere.
Da die Low allerdings durch verschiedene Maßnahmen, sprich Federbeine, anderer Polsterung und einer Tieferlegung hinten, sehr tief sei, wäre dieses Modell nur für sehr kurzbeinige Menschen zu empfehlen.
Allgemein bewertete MO die Stadttauglichkeit mit 2/3, Touring mit 1/3, Sportlichkeit mit 0/3 und Sozius mit 0/3. Zum letzten ist zu sagen, dass die Low ja von Werk aus ein Einmannmopped ist, sie sich aber ohne Probleme auf Zweimannbetrieb umrüsten lässt.
Reifenerfahrungen mit dem Metzeler ME880
Nach etwa weiteren 1.500km habe ich ziemlig alle Eventualitäten mit meinem neuen Paar kennengelernt und - das vorab - bin daher sehr zufrieden mit den Reifen.
Der Reifen kommt deutlich schneller als der Dunlop auf Temperatur und fühlt sich viel schneller sehr geschmeidig beim Fahren an. Vom Start weg etwas "taub", aber schnell dann bekommt man saubere Rückmeldungen und fühlt sich bereit, die Kurven tiefer zu nehmen.
Der Reifen hat echt ganz tolle Kurven Eigenschaften. Der Dunlop war ebenfalls sehr toll bei Kurven, der Metzeler steht ihm jedoch in nichts nach. Man kann sehr gefühlvoll die Kurven nehmen und es kommen keinerlei Nervösitäten auf.
Hier schlägt der ME880 den D401 aufalle Fälle. Die Maschine winkelt deutlich einfacher ab und fühlt sich an wie "100kg leichter" an. Man kann mit viel weniger Körpereinsatz das Mopped runter bringen und aufstellen tut es sich ebenfalls wieder recht easy.
Einziger Kritikpunkt dort: Die Rückmeldungen werden sehr viel feiner, was eigendlich auch hervorragend ist, aber bei kleinen Löchern fühlen sich diese gleich viel schlimmer an, als selbige eigendlich sind. Da hat der Dunlop zwar keine solchen Feedbacks gegeben, war dafür aber auch etwas "gröber".
Viel sichereres Gefühl und größere Sicherheitsreserven als der D401. Kein Schlingern, kein Driften - besonders auf glatten Bitumen ein deutliches Sicherheitsplus und gut für die Psyche.
Der Ausschlag zum ME880 gab letztendlich der gute Preis (300€ für beide inkl.).
Weitere Updates aus der Werkstatt
- Luftfilterumbau: Forcewinder im Selbstbau - "Project Big Sucker"
- Ölfilterwerkzeug: Filterpatrone fest? Kleiner Tip und praktisches Tool inside!
- Lenker- und Blinkerumbau: New Project: Lower Sportster
- Kilometerstand: ~ 24.000 km und keine gröberen Reparaturen in Sicht!
Familienduell: Harley-Davidson Sportster Iron 883/Nightster 1200
Was macht Harley-Fahren aus? Ist Hubraum bei einem Cruiser alles und sind PS unbedeutend? Zwei beinah identische US-Bikes liefern Antworten.
Auffälligstes Merkmal: Die 1200er Nightster rollt auf Speichen-, die 883 Kubik starke Iron auf Gussrädern. Und der luftgekühlte, urwüchsige 45-Grad-V2 präsentiert sich in unterschiedlichen Gewändern: grau mit polierten Ventildeckeln bei der Nightster, schwarz bei der Iron.
Die Gussräder sind mit 1187 Euro gegenüber 637 Euro für die Speichenräder der Nightster sogar fast doppelt so teuer. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Amis die Preise ihrer 883-Einsteigermodelle bewusst niedrig ansetzen, um Kunden langfristig in die Harley-Welt zu holen oder auch vom Kauf eines japanischen Mittelklasse-Cruisers wegzufischen, ist hoch.
Die Nightster hat einen breiteren Lenker, und der Sitz ist unkomfortabler, da er etwas weniger Polsterung als das Iron-Pendant besitzt. Mit 740 Millimetern hockt der Iron-Fahrer 20 Millimeter höher als der Nightster-Pilot. Die Soundwertung gewinnt die 1200er, allerdings nur mit wenig Abstand.
Beim zielfreien, innerstädtischen Cruisen braucht der Nightster-Fahrer weniger kuppeln als der Iron-Pilot. Um 50 km/h bei wohlfühlend-lässigen 2500/min zu cruisen, reicht bei der 1200er der zweite Gang, während bei der 883 der dritte eingelegt sein muss.
Die Differenz von 53 PS (Iron) zu den 67 Pferden der Nightster ist gar nicht so riesig, denn die kürzere Übersetzung kaschiert sie beim Landstraßencruisen. Wer im gemütlichen 70- bis 100-km/h-Bereich unterwegs ist, der wird bei der Iron überhaupt nichts vermissen. Das viel höhere Drehmoment merkt man hingegen in niedrigen Drehzahlen, vor allem beim Anfahren.
120 km/h Cruise-Speed sind optimal für die beiden Sportster. Gefühlt hat der 1200er-Motor die etwas größere Schwungmasse, was dem Cruisen sicherlich zugute kommt.
Natürlich zieht die 1200er besser durch als die 883er. Und sie beschleunigt auch etwas besser, keine Frage. Aber das allein macht es nicht aus. Beim Ampelstopp hüpfen beide Antriebe unnachahmlich und wunderbar asynchron in ihren Rahmenhalterungen, beide transportieren „Good Vibrations und der kleine Soundunterschied ist ebenfalls vernachlässigbar, denn hier rüsten viele sowieso mit Zubehörschalldämpfern auf.
Bremsen - identisch. Fahrwerke - identisch. Federwege und deren Abstimmung - identisch. Reichen auch 883 Kubik? Antwort: ja! Denn das lässige, unnachahmliche Fahrgefühl, wie es nur die luftgekühlten Milwaukee-Twins verschenken, transportiert selbst das kleinste Baby des US-Konzerns.
Wer die 9995 Euro für die einfarbige 1200er jedoch schon zusammen hat, und aufs Hubraum-Prestige nicht unbedingt Wert legt, der sollte ebenfalls die Iron wählen und sie mit den gesparten 1875 Euro individuell customizen oder lackieren lassen.
Wer auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis Wert legt, kommt an der Iron nicht vorbei: Für kleines Geld bietet sie echtes und großes Harley-Feeling. Den etwas höheren Motorerlebniswert bietet natürlich die 1200er. Hubraumfetischisten sollten deshalb zum Brocken mit den dickeren Kolben greifen.
Gebrauchtberatung Harley-Davidson Sportster 883
Die Harley-Davidson Sportster 883 ist sackschwer, etwas untermotorisiert und fahrwerksmäßig schnell überfordert. Und sie macht mächtig Spaß. Doch Vorsicht: Das Billig-Dope ist der Einstieg in so manche Drogenkarriere.
Egal, die von ihren Fans liebevoll „Sporty“ genannte und seit jeher unter dem Typenkürzel XL gehandelte Harley Davidson Sportster 883 entzog sich immer schon allen klassischen Bewertungskriterien und machte - grob vereinfacht gesagt - in ihrem Leben drei wesentliche Phasen durch. Von 1957 bis 1985 war sie ein Fall für US-affine Liebhaber mit ausgeprägten Schrauberkenntnissen. Der Wechsel vom gusseisernen Shovel- zum komplett neuen, endlich vollgasfesten Evolution-Motor machte die Sporty ab Ende 1985 massentauglich und strafte alle Harley-Vorurteile (ölt, hält nicht…) Lügen.
Mit dem Wechsel zum 2004er-Jahrgang stand dann der nächste und bislang letzte Quantensprung für die Harley Davidson Sportster 883 an - und um genau diese Generation geht es hier. Ein vormals etwas phlegmatischer und ab und an ziemlich nerviger Vibrator mauserte sich zum Spaßgerät, das praktisch nur noch good vibrations an die Besatzung weitergibt.
Geheimnis des Erfolgs: Der in den meisten seiner über 400 Teile kräftig überarbeitete Evo-Motor steckt seitdem nicht mehr starr, sondern über Silentblöcke und Schubstangen schwingungsentkoppelt im Rahmen. In einem komplett neuen und deutlich verwindungssteiferen Rahmen. Obendrauf gab’s bessere Federbeine und leistungsstärkere Bremsen.
30 Kilo Mehrgewicht? Geschenkt, nie zuvor fühlte sich eine Harley Davidson Sportster 883 besser an. Sportster-Neupreise waren und sind politische Preise, um die Kundschaft anzufixen. Prima für potenzielle Gebrauchtkäufer, denn so gibt’s zum recht überschaubaren Tarif die erste Dosis Harley-Spirit. Und wer’s dann doch nicht mag, macht nicht viel Geld kaputt.
Das Gebrauchtangebot ist gut, doch relativ junge Exemplare der beliebtesten Modelle (Iron, SuperLow) sind nicht sehr weit vom (relativ günstigen) Neupreis entfernt.
Marktsituation
- ab 5000 Euro: XL 883 Sportster 32 545 km, EZ 4/2004, HU neu, aus erster Hand, scheckheftgepflegt, flacher Lenker, Solositz, neue Kupplungsfedern, 5678 Euro
- ab 6500 Euro: XL 883 R, 9600 km, EZ 10/2011, HU 2/2018, aus zweiter Hand, scheckheftgepflegt, technisch und optisch wie neu, 7500 Euro
- ab 8500 Euro: XL 883N Iron, 2895 km, EZ 7/2014, HU 7/2016, aus erster Hand, ABS, Scheibe Originalzustand, 8900 Euro
Händler-Interview
Matthias Meier (46), Geschäftsführer der Harley-Davidson-Vertragshändler in Frankfurt am Main, Hannover, Wiesbaden und Wetzlar, zum Thema Einsteiger-Sporty.
Mittlerweile sind 70 Prozent unserer 883er-Kundschaft Männer. Dafür verantwortlich ist vor allem die sehr erfolgreiche Iron. Ansonsten galt bis dahin aber schon, dass recht viele Frauen zur Sportster griffen. Gern auch Ehefrauen von langjährigen Harley-Fahrern.
Deutlich jünger als unsere übrigen Harley-Kunden, also durchaus schon ab Mitte 20 und damit mindestens zehn, 15 Jahre jünger als der „typische“ Harley-Käufer.
Da liegt die Iron ganz klar und mit weitem Abstand vorn, es folgt die Custom - und dann kommt auch schon die SuperLow. Die 883 R ist ebenfalls noch recht beliebt. Am unteren Ende stehen dann die ältere Low und die Standard.
Mit der 883 testen viele das Thema Harley an, sind darauf sicher geworden, stellen aber meist nach der zweiten Saison fest, dass das jetzt noch etwas flotter gehen könnte. Dann fahren sie die 1200er oder, besonders etwas größer Gewachsene, auch mal eine Street Bob oder sogar Softail Probe - und dann sagen sie sich: „Das brauch ich jetzt!“ Einige bleiben aber auch bei der handlicheren Sportster, nur eben als 1200er, in letzter Zeit auch gern in Form der tourenmäßig ausgestatteten 1200 T. Iron-Besitzer behalten ihre Maschine, weil sie die Optik toll finden, rüsten aber auf 1200 Kubik auf.
Das rechnet sich durchaus. Eine 883er-Iron kostet momentan neu rund 2200 Euro weniger als eine 1200er-Forty-Eight. Wer beim Vertragshändler mit 1200er-Kit, Arbeitszeit, Eintragung und allem drum und dran aufrüsten lässt, zahlt weniger - je nach Stundenverrechnungssatz des Händlers um die 2000 Euro oder sogar darunter. Wer also mit seiner 883 prinzipiell sehr zufrieden ist und nur mehr Leistung möchte, sollte sie nicht verkaufen, sondern aufrüsten. Außerdem ist die 883 etwas kürzer übersetzt als die 1200er und geht daher mit 1200er-Kit im Zweifelsfall sogar noch etwas besser.
Modellpflege
- 2004: Erstes Modelljahr (Verkauf ab Herbst 2003) der stark modellgepflegten Sportster, u. a. neuer Rahmen, neue Bremsen, komplett überarbeiteter Motor, Lagerung in Silentblöcken. Zwei Modelle: Standard (XL 883) und Custom 53 (XL 53C); ab 7890 Euro; Neuzulassungen in D: 649.
- 2005: Vier Modelle: XL 883, XL 883C ersetzt Custom 53, neu: 883 Roadster (XL 883R) und 883 Low (XL 883L); ab 7990 Euro; Neuzulassungen in D: 634.
- 2006: Vier Modelle: XL 883, XL 883C, XL 883R, XL 883L; ab 7490 Euro; Neuzul. in D: 612.
- 2007: Vier Modelle: XL 883, XL 883C, XL 883R, XL 883L; ab 7790 Euro; Neuzulassungen in D: 425. Wichtigste technische Änderung: elektronische Kraftstoffeinspritzung.
- 2008: Vier Modelle: XL 883, XL 883C, XL 883R, XL 883L; ab 7790 Euro; Neuzul. in D: 386.
- 2009: Anfangs vier Modelle: XL 883, XL 883C, XL 883R, XL 883L; ab 7790 Euro; im Laufe des Jahres zusätzlich präsentiert: Iron 883 (XL 883N, 7990 Euro); Neuzulassungen in D: 768.
- 2010: Vier Modelle: XL 883C, XL 883R, XL 883L, XL 883N, das Standardmodell XL 883 entfällt; ab 7790 Euro; Neuzul. in D: 844.
- 2011: Drei Modelle: XL 883R, XL 883N, die SuperLow ersetzt die Low (Modellkürzel weiterhin XL 883L), die Custom entfällt; ab 8120 Euro; Neuzulassungen in D: 772.
- 2012: Drei Modelle: XL 883R, XL 883N, XL 883L; ab 8120 Euro; Neuzul. in D: 976.
- 2013: Drei Modelle: XL 883R, XL 883N, XL 883L; ab 8875 Euro (Angabe ab jetzt inkl. Nebenkosten); Neuzulassungen in D: 1030.
- 2014: Drei Modelle: XL 883R, XL 883N, XL 883L; ab 8955 Euro; Neuzulassungen in D: 1187. Wichtigste technische Änderung: ABS serienmäßig (bei Iron optional, + 500 Euro).
- 2015: Drei Modelle: XL 883R (letztes Modelljahr), XL 883N (jetzt ebenfalls serienmäßig mit ABS), XL 883L; ab 9615 Euro; Neuzulassungen in D: 875.
Modellhistorie der Harley-Davidson Iron 883 (2009-2022)
Die Harley-Davidson Iron 883 wird 2009 als neues Modell innerhalb der Sportster-Baureihe eingeführt. Sie basiert auf dem klassischen Sportster-Rahmen mit luftgekühltem Evolution-V2-Motor und richtet sich mit ihrem minimalistischen Design, mattschwarzen Oberflächen und Solositz an Puristen. Die Modellbezeichnung verweist auf den Hubraum von 883 cm³.
- Baujahr 2009 - Markteinführung: Die Iron 883 (Typ XL883N) erscheint erstmals im offiziellen Line-up. Sie ist serienmäßig mit einem Drag-Style-Lenker, einem flachen Solositz und einem schwarz pulverbeschichteten Motor ausgestattet.
- Baujahr 2014 - ABS optional erhältlich: Ab Modelljahr 2014 bietet Harley-Davidson für die Iron 883 optional ein Antiblockiersystem (ABS) an.
- Baujahr 2016 - Überarbeitetes Fahrwerk: Im Modelljahr 2016 erhält die Iron 883 eine signifikante Fahrwerksüberarbeitung. Die Telegabel wird mit einer Cartridge-Dämpfung ausgestattet, die neuen hinteren Federbeine sind nun in der Federvorspannung einstellbar.
- Baujahr 2021 - Anpassung an Euro 5: Für den europäischen Markt wird die Iron 883 im Modelljahr 2021 an die Euro-5-Abgasnorm angepasst.
- Produktionsende 2022: Im Jahr 2022 wird die Produktion der Iron 883 eingestellt.
Die Iron 883 bietet mit ihrer niedrigen Sitzhöhe von ca. 760 mm und dem gut kontrollierbaren Leistungscharakter eine einsteigerfreundliche Ergonomie. Das fahrbereite Gewicht von rund 256 kg erfordert jedoch bei niedrigen Geschwindigkeiten eine gewisse Umsicht.
Ab Modelljahr 2014 ist ABS optional erhältlich. In späteren Modelljahren gehört es in vielen Märkten zur Serienausstattung, abhängig von den jeweiligen Zulassungsbestimmungen.
Der Tank der Iron 883 fasst laut offizieller Herstellerangabe 12,5 Liter. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von etwa 4,9 l/100 km ergibt sich eine rechnerische Reichweite von rund 250 Kilometern.
Ab Werk ist die Iron 883 mit einem Solositz ausgestattet. Ein Soziussitz sowie Beifahrerfußrasten sind jedoch als Originalzubehör erhältlich und können nachgerüstet werden.
Verbrauch und Reichweite: Erfahrungen von Fahrern
Hier sind einige Erfahrungen von Fahrern bezüglich des Verbrauchs und der Reichweite ihrer Harley-Davidson Sportster 883:
- Ein Fahrer einer Iron 883 mit 12,5 L Tank berichtet, dass bei knapp 150 km die Reservelampe anging und er ca. 8 L getankt hat, was einen Verbrauch von ungefähr 5,7 L ergibt.
- Ein anderer Fahrer einer 48 mit 7,95 ltr - Tank hatte das erste Mal bei 121km Reserve und hat dann 5,1 ltr. getankt, was dann ungefähr 4,2 ltr. entspricht.
- Ein Fahrer einer 883 R berichtet, dass er mit seinem 12.5L Tank so ca. 220 km fahren kann, bis er auf Reserve schaltet und dann so um die 10L tanken muss, sodass er aus ca. 5L pro 100km kommt.
- Bei einer 07er Nightster geht die Lampe zwischen 150 u. 160km an und man fährt dann noch ca 40-55km. Meist tankt man dann 8-9 Liter rein.
Technische Daten im Überblick
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Hubraum | 883 cm³ |
| Leistung | 34 PS (gedrosselt) / 53 PS (offen) |
| Tankinhalt | 12,5 L |
| Verbrauch | 5,5-6,0 l/100km (Vergaser) / 5,0 l/100km (Einspritzer) |
| Leergewicht | 251 kg |
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