Harley Davidson Sportster Kupplungsdeckel Demontage: Eine Anleitung

Für viele Harley-Davidson Fahrer ist es wichtig, ihr Motorrad gut kennenzulernen und Wartungsarbeiten selbst durchzuführen. Dazu gehört auch die Demontage des Kupplungsdeckels, auch Derby Cover genannt. Dieser Artikel bietet eine detaillierte Anleitung und wichtige Hinweise für diesen Prozess.

Kupplungsdeckel (Derby Cover) demontieren - Was ist zu beachten?

Viele Schrauber fragen sich: Ist da Öl dahinter, das auslaufen kann? Muss ich eine neue Dichtung einsetzen? Hier sind die Antworten:

  • Ölverlust: Um unkontrollierten Ölverlust zu vermeiden, sollte man das Motoröl vor dem Abschrauben des Kupplungsdeckels ablassen. Alternativ kann man das Motorrad etwas nach rechts kippen, um das Auslaufen von Öl zu verhindern.
  • Dichtung: Es wird empfohlen, eine neue Dichtung zu verwenden.
  • Anzugsdrehmoment: Die Schrauben sollten mit einem Drehmoment von 10-12 Nm angezogen werden.

Achtung: Es ist wichtig, den Unterschied zwischen dem Kupplungsdeckel (Derby Cover) und dem Primärdeckel zu kennen. Einige Anleitungen beziehen sich möglicherweise auf den Primärdeckel, der andere Schritte erfordert.

Kupplung und Kupplungsteile

Der Wechsel von Kupplung und Scheiben ist keine komplizierte Angelegenheit. Hier sind einige wichtige Punkte:

  • Notwendiges Material: Vor dem Wechseln der Kupplung sollten die notwendigen Materialien wie Federn, Scheiben und Reibscheiben besorgt werden.
  • Primäröl: Die richtige Menge PanAm Primäröl sollte ebenfalls bereitstehen.

Wann muss die Kupplung gewechselt werden?

Spätestens, wenn beim Beschleunigen die Drehzahl hochgeht, aber am Hinterrad kaum etwas passiert, ist die Kupplung fällig. Oft genügen neue Reibscheiben oder ein komplettes Paket mit Reib- und Stahlscheiben. Bei erhöhter Motorleistung sollten auch die Federn ausgetauscht werden, da die originalen Kupplungsfedern nur auf die originale Motorleistung ausgelegt sind.

High-Performance Kupplung

Eine High-Performance Kupplung ist nach einer erheblichen Leistungskur empfehlenswert, beispielsweise nach dem Einbau eines Big Bore Kits oder einer Andrews B Grind Nockenwelle. In solchen Fällen sind Rivera Pro-Clutch oder Barnett Scorpion Kupplungen eine gute Wahl.

Funktionsweise der Kupplung

Die Kupplung unterbricht den Kraftschluss zwischen Motor und Getriebe. Bei Harley-Davidson Motorrädern sind die Motorräder mit Dreigang-Getriebe ab 1915 mit einer gut funktionierenden Reiblamellen-Kupplung ausgerüstet. Alle Kupplungen bis heute sind Variationen und Verbesserungen dieser Bauform.

Aufbau der Kupplung

Auf der Getriebewelle sitzen zwei Bauteile: eine Kupplungsnabe mit Außenverzahnung und ein Kupplungskorb mit Innenverzahnung. Im Innenraum befinden sich Metallscheiben mit Außen- und Innenverzahnung, die abwechselnd angeordnet sind. Diese Scheiben sind formschlüssig mit Korb und Nabe verbunden, können sich aber axial verschieben. Ein Mechanismus setzt das Scheibenpaket unter Federdruck, wodurch ein Kraftschluss entsteht. Das Auskuppeln erfolgt durch einen Mechanismus, der den Federdruck aufhebt.

Unterschiedliche Kupplungsbauweisen

Die Kupplungen bei Harley-Davidson unterscheiden sich je nach Modellgeneration in Form, Größe der Scheiben, Ausführung von Kupplungskorb und -nabe sowie in der Art und Anzahl der Federn und im Ausrückmechanismus. Bei der Auswahl der Ersatzteile muss man auf den Typ der Kupplung achten, der sich durch Modell und Baujahr bestimmt.

Klappergeräusche der Kupplung

Klappergeräusche können auftreten, wenn man einen offenen Belt fährt. Die Kupplungsscheiben haben etwas Spiel, was bei trocken laufenden Kupplungen größer sein muss als bei solchen, die im Primäröl laufen. Wenn kein offener Belt gefahren wird, kann ein Primärkasten aus Stahlblech die Ursache sein. In diesem Fall sollten die Stahlscheiben inspiziert werden. Harley-Davidson hat diese Scheiben im Original mit kleinen federbelasteten Kugeln zur Dämpfung versehen. Oft sind die Kugeln oder Federn festgerostet oder die Federn lahm. Stahlscheiben aus dem Zubehör haben diese Dämpfer gar nicht. Die Folge ist das Geräusch beim Auskuppeln. Dann hilft nur Stahlscheiben tauschen.

Zusätzliche Tipps und Hinweise

  • Erhöhte Position: Es wird empfohlen, das Motorrad in eine erhöhte Position zu bringen.
  • Werkzeug: Ein geeignetes Werkzeug verwenden.
  • Anzugsdrehmoment: Alle Schrauben händisch leicht anziehen, danach mit einem Drehmomentschlüssel mit 9,49 - 16,28 Nm festziehen.
  • Zustand: Demontage am besten nur im kalten Zustand.

Das richtige Öl für die Sportster

Die Evolution Sportster haben Nasskupplungen und Primärantriebe. Der Hersteller empfiehlt 20w50 Öl. Es ist wichtig, dass das verwendete Öl für Nasskupplungen zugelassen ist. Viele Fahrzeugöle sind nicht dafür zugelassen, daher wird empfohlen, Öl zu kaufen, auf dem explizit draufsteht, dass es für den Gebrauch in Motorradgetrieben geeignet ist. Oft wird 75w90 Getriebeöl durch 20w50 Motoröl ersetzt.

Primärdeckel Demontage

Für die Demontage des Primärdeckels sind folgende Schritte notwendig:

  1. Primäröl (ca. 1350ml) ablassen.
  2. Schaltstange, Schalthebel abnehmen (bei vorverlegten nur Schaltstange abnehmen).
  3. Primärdeckel abschrauben (äußere Imbusschrauben lösen).
  4. Deckel durch ein paar Handballenschläge lösen und abnehmen.
  5. Automatischer Kettenspanner (2 Schrauben) unten, mittig unter der doppelten Antriebskette lösen und abnehmen.
  6. Vom Batteriekasten her kommend in Richtung Primärkasten quer durchs Moped den Anlasser (2 Imbusschrauben) lösen.
  7. Mit einem Schlagschrauber (oder ohne) den Kupplungskorb entfernen.
  8. Den vorderen Zahnkranz ebenso lösen und die komplette Kette mit Kupplungskorb und Zahnkranz abnehmen.
  9. 5 Sechskopfschrauben mit eingelassenem Dichtring im Schraubenkopf lösen und abnehmen.
  10. Die gelöste Anlasserwelle nach hinten reindrücken, bis er nur noch locker anliegt (da sitzt auch der Simmering!).
  11. Primärkasten abnehmen.
  12. Den Simmering kann man nur von hinten entnehmen/einbauen (also Primärkasten auf den Kopf legen).

Der Einbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Unbedingt einen neuen Primär-Dichtsatz verwenden. Den Kettenspanner vor dem Einbau mit einem Kabelbinder vorspannen, um den Einbau zu erleichtern. Nach dem Einbau den Kabelbinder entfernen. Öl über den Inspektionsdeckel am Primärdeckel auffüllen und am Ende alles auf Dichtheit prüfen.

Füllmenge Primärantrieb

Die korrekte Füllmenge für den Primärantrieb beträgt ca. 0,95 Liter. Einige Werkstatthandbücher geben möglicherweise eine höhere Füllmenge an, aber es ist wichtig, die Angaben in der Bedienungsanleitung zu beachten. Zu viel Öl im Primärkettengehäuse kann zu schwerem Einkuppeln, unvollständigem Auskuppeln, Kupplungsschleifen und Schwierigkeiten beim Einlegen der Leerlaufstellung führen.

Komponente Füllmenge
Primärkettengehäuse 0,95 Liter

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