Die Harley-Davidson V-Rod Muscle (interne Modellbezeichnung VRSCF) wurde erstmals für das Modelljahr 2009 vorgestellt und blieb bis einschließlich Modelljahr 2017 im offiziellen Harley-Davidson-Programm. Sie ist Teil der VRSC-Baureihe (V-Twin Racing Street Custom), die 2001 mit der VRSCA V-Rod eingeführt wurde. Die Produktion der V-Rod Muscle endete mit dem Modelljahr 2017, gleichzeitig wurde die gesamte VRSC-Baureihe eingestellt.
Design und Ergonomie
Charakteristisch für die V-Rod Muscle ist die flache, gestreckte Silhouette mit breitem 240-mm-Hinterreifen, muskulösen Kotflügeln und seitlich geführten, kurzen Doppelauspuffrohren. Die V-Rod Muscle unterscheidet sich von anderen VRSC-Modellen durch ein eigenständiges Design, eine breitere Erscheinung und eine betont muskulöse Linienführung.
Der flache Drag-Style-Lenker und die nach vorn verlegten Fußrasten führen zu einer gestreckten Sitzposition. Die Sitzhöhe beträgt laut offizieller Harley-Davidson-Spezifikation 640 mm. Die Sitzbank ist zweigeteilt, mit einem serienmäßigen Soziussitz und Soziusfußrasten. Der Soziusplatz ist funktional, aber kompakt gehalten.
Technik und Ausstattung
Die V-Rod Muscle ist mit dem flüssigkeitsgekühlten Revolution-V2-Motor ausgestattet, der in Kooperation mit Porsche Engineering entwickelt wurde. Die Kraftübertragung erfolgt über ein 5-Gang-Getriebe und einen wartungsarmen Zahnriemenantrieb.
Das Cockpit besteht aus einem analogen Tachometer mit integriertem LC-Display, das Informationen wie Kilometerstand, Uhrzeit und Tankinhalt anzeigt. Ab Werk ist die V-Rod Muscle mit Michelin Scorcher 11 Reifen ausgestattet. Die Bremsanlage umfasst zwei 300-mm-Bremsscheiben vorn mit Vierkolben-Bremssätteln sowie eine Einzelscheibe hinten.
ABS ist ab Modelljahr 2014 serienmäßig integriert. In den Modelljahren 2009 bis 2013 ist ABS nur als werksseitige Sonderausstattung erhältlich.
Modellpflege und Änderungen
Zwischen 2009 und 2013 bleibt die V-Rod Muscle technisch weitgehend unverändert. Ab Modelljahr 2014 wird ABS serienmäßig verbaut. Weitere technische Änderungen erfolgen bis zum Produktionsende 2017 nicht.
Die Farbpalette wird jährlich angepasst, darunter offizielle Farben wie Vivid Black, Black Denim, Velocity Red Sunglo oder Crushed Ice Pearl.
Leistung und Fahrverhalten
Die V-Rod Muscle wird von einem 1250 cm³ Revolution® Motor angetrieben: Mit zwei obenliegenden Nockenwellen und vier Ventilen pro Zylinder liefert er ein Drehmoment von 115 Nm. Mit neuen "High Flow"-Zylinderköpfen, neuen Dichtungen und modifizierten Auslassnockenwellen stehen nun satte 125 PS und im Maximum 115 Nm an, acht PS und zehn Newtonmeter mehr als zuvor.
Der Motor der V-Rod ist kraftvoll, aber unspektakulär. Sanft und manierlich setzt der kurzhubige Twin den kleinsten Gasbefehl um und fasziniert allein schon wegen seiner vorbildlichen Lastwechselreaktionen, denn der Zahnriemen befördert das kraftvolle Drehmoment nahezu spielfrei ans mächtige Hinterrad. Wie ein Elektromotor schnurrt das Triebwerk los: ruhig, gelassen, souverän. Fast schon unspektakulär fühlt sich das an, geradezu zahm.
Wer den Gashahn spannt und den Motor nicht nur in der unteren Hälfte des Drehzahlbandes betreibt, der kann das zweite wilde Ich der V-Rod erleben. Jenseits der 5000er-Marke spannt sie wie ein Tier jede Faser ihrer Muskeln, schießt katapultartig voran. Klack, klack, klack sind die Gänge durchgesteppt, wobei man unter Volllast auch mal kräftig nachhaken muss, damit sich keine Gangstufe sperrt. Bei knapp über 9000/min schließlich bremst der Drehzahlbegrenzer den 1250er ein.
1715 Millimeter Radstand, über sechs Zentner Gewicht. Davon drücken 55 Prozent auf die Hinterachse. Da will man kaum glauben, dass die V-Rod unter diesen Vorgaben nicht nur schnurstracks geradeaus, sondern auch noch akzeptabel um die Kurve läuft. Allein wegen des breiten Schlappen hat sich ihr Handling leicht verschlechtert, obwohl sie williger um Kurven zirkelt als eine zum Vergleich herangezogene, störrische Suzuki M 1800, deren 240er-Reifen allerdings auf einer noch breiteren 8,5-Zoll-Felge montierte ist.
Trotzdem bleibt sie dank der straffen Dämpfung von Gabel und Federbeinen erstaunlich zielstrebig und stabil, wenn der Pilot die Fuhre mit beherztem Einsatz und unter aktiver Gewichtsverlagerung zum Einlenken zwingt.
Überraschend ist dann wieder die Schräglagenfreiheit. Ihr Ende kündigen zunächst die aufsetzenden Angstnippel der Fußrastenanlage an, dann schrappen die mächtige Kühlerverkleidung und später auch noch die Schalldämpfer und der Seitenständer über den Asphalt. Als hilfreich bei sportiver Fahrweise erweist sich die neue servounterstützte Slipper-Kupplung. Erfolgreich reduziert sie beim schnellen Herunterschalten das Stempeln des Hinterrads auf ein Minimum und verringert ebenso die benötigte Kupplungshandkraft.
Technische Daten und Messwerte
Hier sind einige technische Daten und Messwerte der Harley-Davidson V-Rod (2008):
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Motor | Wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-60-Grad-V-Motor |
| Hubraum | 1247 cm³ |
| Nennleistung | 92,0 kW (125 PS) bei 8250/min |
| Max. Drehmoment | 115 Nm bei 7000/min |
| Höchstgeschwindigkeit | 230 km/h |
| Tankinhalt | 18,9 Liter |
| Gewicht vollgetankt | 310 kg |
FAQ zur Harley-Davidson V-Rod Muscle
- Ist die Harley-Davidson V-Rod Muscle für Anfänger geeignet? Die V-Rod Muscle richtet sich aufgrund ihres hohen Gewichts, der kraftvollen Leistungsentfaltung und der gestreckten Sitzposition nicht an Fahranfänger. Sie erfordert Erfahrung im Umgang mit schweren und leistungsstarken Motorrädern.
- Hat die V-Rod Muscle ABS? Ja, ab Modelljahr 2014 ist ABS serienmäßig verbaut. In den Jahren 2009 bis 2013 ist es nur als werksseitige Option erhältlich.
- Harley-Davidson V-Rod Muscle Reichweite und Tankinhalt? Der Tankinhalt beträgt laut offizieller Harley-Davidson-Spezifikation 18,9 Liter. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 6,2 l/100 km ergibt sich eine rechnerische Reichweite von rund 300 Kilometern.
- Kann man mit der V-Rod Muscle zu zweit fahren? Ja, die V-Rod Muscle ist serienmäßig mit einem Soziussitz und Soziusfußrasten ausgestattet. Der Soziusplatz ist jedoch eher kompakt und für längere Strecken nur bedingt komfortabel.
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