Harley-Davidson als Wertanlage: Eine Analyse

Zur Sommersaison investieren viele Motorradfahrer in eine neue Maschine. Die Neupreise bewegen sich zwischen rund 5 000 Euro und 40 000 Euro. Gerade teurere Bikes sind neben einem Garant für Fahrspaß auch eine Geldanlage.

Wenn es um eine Geldanlage im Zweirad-Bereich geht, ist Harley Davidson die erste Wahl. Die meisten Modelle haben als Gebrauchtmaschinen einen Wert von 70 Prozent bis 80 Prozent des Neupreises. Die Harley-Besitzer profitieren von der rigiden Preispolitik des Herstellers, der kaum Rabatte gewährt.

Ein Motorrad kann unter bestimmten Bedingungen eine attraktive Wertanlage sein. Allerdings ist dies nicht ohne Risiko - der Markt ist volatil, und die Wertsteigerung hängt stark von Faktoren wie Modell, Zustand, Historie und Nachfrage ab. Zudem sollte bedacht werden, dass viele Sammlerstücke nicht gefahren werden können oder sollen, um ihren Wert nicht zu mindern.

Welche Harley-Davidson Modelle sind wertstabil?

Die Sportster 1200 Fourty-Eight ist nicht nur das erfolgreichste Modell der amerikanischen Motorrad-Schmiede. Sie gilt auch als besonders lohneswerte Investition, denn Gebrauchtkäufer bezahlen nach drei Jahren noch rund 8 500 Euro dafür. Auch die großvolumigen Modelle mit dem 1,7-Liter-V2-Motor wie der Chopper Fat Boy Special und der Road King Classic sind vom Wertverfall wenig betroffen.

Ein weiteres Beispiel ist die Ducati Diavel AMG Special Edition. Nachdem bekannt wurde, dass die Kooperation zwischen Ducati und Mercedes-AMG beendet wurde, stieg der Wert dieses Modells auf Sammlerauktionen erheblich an. Harley-Davidson - insbesondere die CVO-Modelle sind immer gefragt. Klassiker wie der „Knucklehead“ aus dem Jahr 1947 erzielen heute Preise von ca.

Schwacke hat eine Rangliste der wertstabilsten Motorräder veröffentlicht. Basis der Untersuchung war die Auswertung der Gebrauchtpreise der 25 beliebtesten Maschinen Deutschlands aus dem Jahr 2012 - unter ihnen: zwei Harleys. Solche Dreijährigen haben inzwischen im Schnitt 25.000 Kilometer auf der Uhr und sind noch etwa 62 Prozent ihres Neupreises wert.

Die beiden Ausreißer stammen aus den USA: Restwert-König unter Deutschlands zulassungsstärksten Motorrädern ist die Dyna Fat Bob. Sie erzielt nach drei Jahren noch einen Restwert von stattlichen 75,2 Prozent. Auf Platz Zwei des Rankings behauptet sich mit einem Restwert von 74,6 Prozent die Forty-Eight. Werte zwischen 64,0 und 66,8 Prozent erreichen die nächstplatzierten Wettbewerber aus Italien, Deutschland, Österreich und Großbritannien.

Die wertstabilsten Harley-Davidson Modelle im Überblick:

Modell Restwert nach drei Jahren
Dyna Fat Bob 75,2%
Forty-Eight 74,6%

„Qualität, Zuverlässigkeit und eine stabile Preispolitik zahlen sich halt auch bei den Gebrauchtpreisen aus“, freut sich Dieter Börjes von Börjes American Bikes. „Gut für alle, die ihre Harley durch ein neues Bike ersetzen wollen!“ Die Neue stammt dann in den allermeisten Fällen wieder aus Milwaukee, USA.

Faktoren, die den Wert einer Harley-Davidson beeinflussen

Nicht jedes Motorrad kann als Wertanlage dienen. Limitierte oder exklusive Modelle - Maschinen, die in kleiner Stückzahl produziert wurden, sind besonders gefragt. Sie werden oft als Sammlerstücke betrachtet und erzielen auf Auktionen hohe Preise.

Weitere wertsteigernde Faktoren sind:

  • Kleinserienmodelle und Prototypen: Kaum erhältlich und oft nicht fahrbereit, aber in Sammlerkreisen äußerst begehrt.
  • Geringer Kilometerstand und Originalzustand: Je weniger ein Motorrad gefahren wurde und je näher es am Originalzustand ist, desto höher sein Marktwert.

Custom-Bikes als Wertanlage

Custom-Bikes sind ein zweischneidiges Schwert. Während von renommierten Customizern gebaute, mehrfach ausgezeichnete und in Magazinen präsentierte Umbauten durchaus an Wert gewinnen können, ist der Großteil individuell gestalteter Motorräder eher schwer verkäuflich. Das Problem: Umbauten sind oft zu speziell, um eine breite Käuferschicht anzusprechen. Daher sollte man nur dann in ein Custom-Bike investieren, wenn es eine nachgewiesene Historie, einen bekannten Schöpfer und eine gewisse Medienpräsenz vorweisen kann.

Worauf sollte man beim Kauf einer gebrauchten Harley-Davidson achten?

Auf geprüfte und garantierte Qualität kann sich der Gebrauchtmaschinenkäufer natürlich auch verlassen, wenn er sich für eine gebrauchte H-D Maschine interessiert. Zu diesem Zweck wurde das „Harley-Davidson Originals“-Gebrauchtfahrzeug-Siegel entwickelt. Motorräder mit diesem Siegel werden von uns mittels eines 99 Punkte umfassenden Checks auf Herz und Nieren geprüft.

Selbst wenn das Bike erst ein paar Monate oder ein Jahr alt ist, kann es bereits Mängel und Schäden aufweisen. Daher ist es wichtig, die Historie der Harley zu checken und sich genau über den Zustand der Maschine zu informieren.

Einige Tipps für den Gebrauchtkauf:

  • Beurteile den Zustand der Maschine im Detail
  • Als erstes die Fahrgestellnummer am Motorradrahmen mit dem Fahrzeugbrief abgleichen
  • Ist etwas undicht an Motor, Kühlsystem, Kraftstoffanlage oder Getriebe?
  • Schleifspuren an den Enden des Lenkers, der Schwingungsdämpfer und den Armaturen können Hinweise auf einen Sturz geben.

Eine Probefahrt ist ein absolutes MUSS. Damit Du weißt, worauf Du bei der Fahrt achten musst, haben wir Dir ein paar wichtige Kontrollpunkte für die Probefahrt zusammengestellt:

  • Wie verhält sich das Bike beim Start? Start bei kaltem Motor, merkwürdige Geräusche, Startschwierigkeiten?
  • Blauer Rauch aus der Auspuffanlage wird meist durch einen Defekt der Ventilschaftdichtung verursacht.
  • Eine holprige Kupplung deutet auf klar auf Verschleiß hin.
  • Vibriert der Motor stark oder macht merkwürdige Geräusche, liegt meist ein Defekt vor.
  • Bremsen unbedingt mehrmals testen! Nur so kannst Du herausfinden, ob sie zuverlässig und flüssig funktionieren.
  • Die Lenkung darf nicht nach rechts oder links ziehen. Teste bei der Probefahrt die Geschwindigkeit auch im Bereich zwischen 80 und 130 km/h. Nur so kannst Du die Maschine unter Belastung testen.

Harley-Davidson: Mehr als nur ein Motorrad

Für viele ist eine Harley-Davidson weitaus mehr als nur ein Motorrad. Es lohnt sich definitiv, sich auch mit Hinblick auf eine mögliche Wertanlage mit dieser Art von Bike auseinanderzusetzen. In einer Zeit, in der die Zinsen auf Sparvarianten vergleichsweise niedrig sind, befinden sich zahlreiche Motorradfans auf der Suche nach einer Alternative.

Wer sich dazu entschieden hat, alternativ eine Harley-Davidson als Wertanlage zu nutzen, weiß, dass irgendwann der Tag kommt, an dem das Motorrad verkauft werden wird. Damit einer optimalen Wertsteigerung im Idealfall nichts im Wege steht, ist es natürlich wichtig, das Bike zu pflegen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es im Alltag nicht genutzt werden dürfte.

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