Harro Motorrad Lederjacke: Informationen und Geschichte

Die schwäbische Firma HARRO ist wohl der bekannteste klassische Hersteller von hochwertiger Lederbekleidung für den Motorradfahrer. HARRO hat mit der Erfindung der teilbaren Ur-Lederkombi 1959 die Bekleidung des Motorradfahrers revolutioniert und die wohl beliebteste Motorrad-Lederjacke seit den 60er- und 70er-Jahren gefertigt: die legendäre „RENNWESTE“.

Nachdem die Firma HARRO 2014 den Geschäftsbetrieb eingestellt hat, wurde die Produktion einiger HARRO Klassiker in gewohnt hoher Qualität 2016 wieder gestartet.

Die Geschichte von Harro

Als das 1944 gegründete Unternehmen HARRO (Firmengründer: Ernst HARr und Firmensitz: ROhrdorf) 1959 die erste Lederkombi vorstellte, veränderte sich damit nachhaltig die Art, wie sich Motorradfahrer kleideten.

Besonders erfolgreich: die auf den Namen "Rennweste" getaufte Lederjacke, die bald zum Statussymbol der zumeist jungen Fahrer von Kleinkrafträdern und größeren Maschinen wurde. Noch praktischer, aber nicht ganz so modisch, war und ist die Tourenkombi "Assen" (heute unter dem Namen "Rennkombi" gefertigt). Sein Aussehen brachte der Kombi alsbald den liebevollen Kosenamen "Knochensack" ein.

1962 löste „HARRO" das zweite große Problem der Motorradfahrer: Er führte den, mit Ernst Leverkus zusammen entwickelten, Tankrucksack „Elefantenboy“ in den Markt ein.

Der Elefantenboy war und ist unerhört robust. Der „HARRO“ (Tankrucksack) ist inzwischen so etwas wie „historisches Kulturgut“.

Umso trauriger war der Autor (vermutlich nicht alleine), als bekannt wurde, dass das Unternehmen „HARRO" 2014 den Betrieb einstellte. Doch es kam im Jahr 2016 zu einer Wiederbelebung.

Die Wiederbelebung der Marke

Manchmal verdanken Auferstehungen, selbst die von Legenden, einiges dem Zufall. Wirklich tot war ja die Harro-Rennweste, eine der ersten originären Motorradlederjacken, nicht. Sie überlebte in vielen Schränken und in vielen Erinnerungen. Aber es gab sie nicht mehr. Sie war weg vom Fenster.

Daniela Talmann und Alex Bodamer erkannten das Potential und beschlossen zu handeln. „Wir haben uns mit Hermann Harr getroffen, dem Sohn des Firmengründers und dem letzten Geschäftsführer“, sagt Alex Bodamer, „einen Tag später standen wir in Rohrdorf in dem riesigen Stangenlager zwischen den Restbeständen der Harro-Produktion, Massen an Kombis, Jacken, Hosen und Zubehör, und noch einen Tag später stand unser Entschluss: Wir machen das, wir kaufen die Bestände.“

Alexander Bodamer und Daniela Talmon gründeten ihr Unternehmen „Die RENNWESTE“ und arbeiten hart daran, der Marke „HARRO" ein zweites Leben einzuhauchen. Selbstverständlich werden die Kultprodukte der vergangenen Jahrzehnte wieder aufgelegt.

Die Kunden können den „HARRO"-Elefantenboy, die „Rennweste“ oder den „Knochensack“ („Kosename“ für eine einteilige Lederkombi von „HARRO") wieder kaufen.

HARRO ist seit 2016 wieder da, auch mit der legendären Rennweste. Jetzt ist Harro wieder an seinen Stammsitz in Rohrdorf gezogen und hat mit Bocast eine Eigenmarke aufgelegt.

Am 21. April 2018 wurde dort mit einer großen Party ein 150 Quadratmeter großes Ladengeschäft für Bekleidung, Zubehör und Technik eröffnet.

Die Rennweste: Mehr als nur eine Lederjacke

Die Rennweste, von Harro seit Anfang der 50er- Jahre geschneidert und über die Jahrzehnte nur im Detail verändert, war bald schon ein Original. Die zwei Schnallen vorm Bauch, das Kreuz auf dem Arm, der schräg laufende Reißverschluss und der Riegel mit den drei Druckknöpfen am Hals, das weiche Leder, das Teddy- oder das gesteppte Innenfutter, der körpernahe Sitz, die schlichte Optik, die beiden Innentaschen, groß genug auch für eine Flasche Bier auf der rechten und eine auf der linken Seite unterwegs zur Party oder zum Lagerfeuer auf der Wiese irgendwo im Nirgendwo. Überall war die Rennweste mit dabei.

Daniela Talmon und Alex Bodamer verkaufen Harro-Restbestände und haben die Rennweste und die zweiteilige Tourenkombi Assen Anfang 2016 neu aufgelegt. Handgefertigt wird in Kleinserie und nach individueller Anpassung am Muster auf Bestellung. Die Wartezeit beträgt rund vier bis sechs Wochen. Die Standard-Rennweste kostet 400 Euro, die Assen-Kombi 800. Modifikationen (Passform) und Sonderwünsche (Farbe, Ledersorte, Applikationen) gehen zu moderatem Aufpreis.

Die Produktion

„Da standen wir dann mit einer Rolle aus festem Papier, wie Packpapier in der Art, vielleicht 1,20 hoch und sicher 30 Meter lang, die Blaupause aller Originalschnitte“, erzählt Daniela. Auf die legen sie ein Transparentpapier und tragen mit einer gezackten Rolle Schnittkanten, Nahtläufe und Passmarken ab, um Schablonen für den Lederzuschnitt anzufertigen.

Sie kaufen die Häute in der Hauptsache von deutschen und je nach Farbe auch von Gerbereien in Europa. Sie finden einen Zulieferer für Reißverschlüsse in Belgien, für Knöpfe in Japan und lassen sich die Schnallen vom selben Fabrikanten liefern, der sie auch schon für die alten Rennwesten produzierte.

Schließlich bekommen sie Kontakt zu einem rumänischen Produzenten, bei dem sie Jacke und Kombi in Handarbeit zuschneiden und nähen lassen.

Sie beziehen - wie früher auch - das Teddyfutter von einem Kuscheltierproduzenten, bekommen im Februar dieses Jahres erste Muster der neuen alten Rennweste und im Monat darauf die erste Kleinserie geliefert.

Aktuelle Produkte

Die HARRO Rennweste PRO hat ein dunkelrotes Steppfutter aus Polyester und ist an Schultern, Ellenbogen und am Rücken mit Protektoren nach den aktuellen Normen EN 1621-1 und EN 1621-2 ausgestattet.

Die mit Klettverschluss verschlossenen Protektorentaschen sind durch Reissverschlüsse zugänglich. Eine Tasche für für einen Rückenprotektor ist vorhanden.

Ohne die Protektoren ist die HARRO Rennweste als schicke Freizeit-Lederjacke zu tragen.

Für die Fertigung werden die originalen Schnittmuster, bestes Rindleder aus deutschen und europäischen Gerbereien sowie hochwertigste Metallreißverschlüsse und -knöpfe verwendet. Der Herstellungsort ist in der EU.

Die Standardfarbe ist schwarz. Auf Wunsch gibt es verschiedene Farben und Ledervarianten zur Auswahl auf Lager.

Individuelle Anpassungen werden gerne vorgenommen.

Artikel-Nr. Beschreibung

HARRO Rennweste PRO - Der Klassiker ist wieder da!

Bitte beachten Sie, dass HARRO klassische Motorradbekleidung nach originalen Schnittmustern gefertigt wird und daher die angegebenen Konfektionsgrößen, wie auch in früheren Zeiten, etwas kleiner ausfallen.

Zudem haben wir unser Sortiment an hochwertiger Motorrad-Lederbekleidung als Ergänzung zur klassischen HARRO Lederbekleidung um Lederhosen und Lederjacken erweitert.

Alle Arbeitsschritte werden in unserer Manufaktur ausschließlich in Handarbeit ausgeführt. Es werden die originalen Schnittmuster, bestes Rindleder aus deutschen und europäischen Gerbereien, Futterstoffe aus deutscher Herstellung sowie hochwertigste Metallreißverschlüsse und -knöpfe zur Herstellung verwendet.

Für „alt“-HARRO-Kunden bieten wir auch Reparaturen und Änderungen an Lederbekleidung an.

In unserem Fachgeschäft in Rohrdorf können sich unsere Kunden einen Eindruck über die Qualität verschaffen.

HARRO hat mit Bocast eine Eigenmarke aufgelegt. Erstes Produkt ist eine lange, klassische Tourenjacke mit Protektoren an Schultern, Ellenbogen und Rücken. Die Jacke gibt es entweder aus Rindleder in antikem Braun oder in schwarzem Nappa. Eine weitere Ausführung besteht aus Armalith-Gewebe in schwarz (Bild) oder blau mit Lederaufsätzen an Schultern und Ellenbogen. Armalith wirkt wie Denim, soll aber die mechanischen Qualitäten von Leder haben, aber deutlich bequemere Trageeigenschaften.

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