Harry G: Comedian, Schauspieler und begeisterter Rennradfahrer

Markus Stoll, besser bekannt als Harry G, ist ein bayerischer Comedian und Schauspieler, der für seine humorvollen Alltagsbeobachtungen bekannt ist. Doch neben seiner Bühnenkarriere und Schauspielerei ist Stoll auch ein begeisterter Rennradfahrer.

Vom BWL-Studenten zum Bühnenstar

Tatsächlich hatte das Leben ganz andere Pläne mit Markus Stoll. Er studierte BWL und arbeitete danach im Investmentbereich und im Social-Media-Marketing. Doch ein glücklicher Umstand führte dazu, dass er den "Wiesn-Clip" veröffentlichte und sich entschied, mit aller Kraft auf die Bühne zu gehen.

Markenzeichen des bayerischen Comedians sind der obligatorische Hut, unterhaltsame und genaue Betrachtungen seiner menschlichen, insbesondere der bayerischen, Umwelt sowie bissiger Humor. Wichtigtuerische Schickeria-Münchner und selbstgefällige Rennradfahrer: Alles Charaktere, die der Wahlmünchner Markus Stoll in seiner Rolle des bayerischen Grantlers Harry G bereits humoristisch betrachtet hat.

Die Radbegeisterung von Harry G

Das Fahrrad war für Markus Stoll in der sportlichen Betätigung immer schon wichtig. Er war ein richtiger Radlbua, wie man sagt. In die Schule mit dem Radl, danach über sämtliche Waldwege oder Pfade wieder heim. Bei mir war alles Radl. Wir haben früher mit den ersten Mountainbikes in den 90ern Sprünge gemacht und sind BMX-Strecken gefahren. Diese Affinität zum Radl hat sich relativ früh entwickelt.

Daher war für ihn das Auto nicht nur Mittel zum Zweck, sondern auch Liebhaberobjekt. Er entfernt sich aber vom Auto noch mehr. Wichtiger ist ihm, dass er ein gutes Sportgerät beieinander hat, sprich, ein gutes Radl. Das Autofahren zwischendrin, natürlich auch zu Auftritten, gibt es natürlich.

Radfahren als Ausgleich zum Bühnenleben

Fahrradfahren ist eine der wenigen Sportarten, die man ausüben kann, wenn man zum Beispiel ein Bühnenprogramm oder ein Stück auswendig lernen muss. Das hat was von einem monotonen „Einschleifen“, wenn man mit jedem Pedaltritt seine Texte wiederholen kann. Teilweise ist er dann auch 70 km gefahren und hat eigentlich davon gar nichts gespürt, weil er wie in einer Art Trance war. Beim Radfahren geht das, weil man so dahingleitet, recht ruhig auf dem Rad sitzt und an etwas anderes denken kann.

Harry G über Rennradfahrer und andere Spezies

Harry G rechnet mit allen ab: mit SUV-Fahrern, mit Unternehmensberatern, mit der Schickeria. Im Interview spricht Harry G über seine soziokulturelle Verbindung zu Wildschweinen, abstruse Erfindungen der Bike-Industrie und darüber, warum viele E-Biker in seinen Augen „faule Hunde“ sind. Vor allem aber nimmt er Radfahrer auf die Schippe.

Er kann sich nicht ganz entscheiden, ob es der Rennradfahrer oder der Mountainbiker ist, der mehr Potential für Humor bietet. Der Rennradfahrer ist schon einer, der viel Potential für so was hat, weil er aus meiner Sicht von der Kleidung her und so weiter so viele Angriffspunkte mitbringt.

Die Münchner Radfahrszene aus der Sicht von Harry G

Radfahren in München ist eine Qual, trotz vieler Radwege, weil irgendwo wieder das Auto eines Paketboten den Weg versperrt und dir jeder Schwung genommen wird. Das Radfahren im Münchner Umland ist wirklich traumhaft, vom Starnberger See bis in die Alpen rein.

Harry G und die Radrennen

Er ist trainiert, hat schon selbst mit dem Rennrad mehrere Alpendurchquerungen gemacht, macht häufig Sport und fährt viel Rad. Er liebt solche Herausforderungen: "Ich finde es unglaublich schön, wenn man etwas für einen guten Zweck machen kann und sich dabei selbst beweisen muss und eine Challenge hat."

Harry G und sein erstes Rennrad

Heini, sein Onkel aus Frankfurt, hat ihm - das muss so 1984 gewesen sein - ein tolles silbernes Rennrad geschenkt. An dem waren auch so blöde Schutzbleche dran. Er war auf das Ding so stolz wie ein Schnitzel. Mit dem ist er dann immer von zu Hause in die Schule gefahren. Gefühlt hat er sich als der junge Eddy Merckx. Das bin ich echt lange gefahren. Bis 1989 oder 1990.

Harry G über die Kosten des Radfahrens

Die Kosten für die Therapiestunden kann jeder sparen, der viel radelt. Er weiß nun durch Situationen, die er auf dem Renner erlebt habe, im Alltagsleben besser damit umzugehen. Mehr noch: Er hat auf dem Rennrad gelernt, seine Grenzen weiter zu verschieben.

Mit dem Finger ist er auf der Landkarte entlanggefahren. 100 Kilometer? Mensch, da bin ich ja schon in Garmisch. Was? Nach Bozen sind es nicht mal 300 Kilometer? Das geht eigentlich. Also habe ich es mir dann zusammen mit seinem Spezl Olli getraut. Zusammen sind sie von München an den Gardasee gefahren. Das war krass ...

Die vielen Ausfahrten zu seinen Auftritten machen ihn konditionell deutlich besser. Das gefällt den anderen aber nicht.

Harry G über Trainingspläne und andere "Gschaftlhubereien"

Auch so Zeugs wie der VO2 max oder irgendwelche Wattwerte interessieren ihn einen Scheißdreck. Strava? Zwift? Dort war er noch nie, werde auch nie sein. Warum soll er daheim auf die Rolle gehen? Warum?

Er findet die Via Claudia Augusta ganz interessant: von Donauwörth nach Venedig, glaube ich, 700 Kilometer, 5000 Höhenmeter. Nett ist auch die Supermaratona (eine Streckenvariante der Maratona dles Dolomites, die man unabhängig vom Event auf eigene Faust fahren kann). 8500 Höhenmeter sind das, verteilt auf 285 Kilometer. Ganz okay.

Die Zukunftspläne von Harry G

Für ihn ist es wichtig, dass es am Stück ist. Also 8500 Höhenmeter und 285 Kilometer. Am Stück.

Harry G ist nämlich auch selbst gerne mit dem Radl unterwegs - am liebsten mit dem Gravelbike, "dem Wolpertinger unter den Radln", so Harry.

In einem Video, in dem er Rennradler auf die Schippe nahm, sprach er von den ach so wichtigen rasierten Beinen, von Brillen, die so groß wie Windschutzscheiben sind, und von Windkanal-Helmen für Voll-voll-voll-Profis. Die Helme tragen ja oft Sportler, die mit einer riesigen Wampe vor sich und 120 Kilo unter sich pedalieren. Die erzählen allen Ernstes, dass jedes Gramm auf dem Rad zählt. Das finde ich schon sehr witzig.

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