Wer Radfahren mit Natur, Historie, Shopping und ansprechender Gastronomie verbinden möchte, findet in der Hase- und Igel-Radtour in Buxtehude eine passende Option.
Die Route und ihre Besonderheiten
Ich habe die Has’ und Igel Radtour Buxtehude kürzlich selbst gemacht - und war überrascht, wie vielseitig diese Runde ist: flach, idyllisch, voller überraschender Momente. In Buxtehude bist Du nicht einfach irgendwo.
Start in Buxtehude
Ich startete meine Tour am Has‘ und Igelbrunnen, mitten in der Altstadt. Wer mag, sollte sich hier auch kurz mit dem Märchen beschäftigen - es ist überall präsent. Sogar die Wegweiser der Route tragen ein Hase-und-Igel-Symbol.
Die Marschlandschaft
Kaum hast Du Buxtehude hinter Dir gelassen, beginnt eine neue Welt: die Marsch - flach, weit, still. Die Straße führt Dich hinaus durch die weiten Felder, vorbei an Gräben und schilfbewachsenen Bachläufen, die das Licht wie kleine Spiegel brechen. Der Weg schlängelt sich vereinzelt an Gräben entlang, deren Wasser im Sonnenlicht funkelt.
Auf der linken Seite: ein schmaler, mooriger Bach, umrahmt von Erlen, Schilf und überhängenden Ästen. Ein paar Minuten später: offene Wiesenlandschaften bis zum Horizont.
Neukloster
Neukloster liegt ruhig eingebettet zwischen Marsch und Wäldern. Zur Pfingstzeit verwandelt sich Neukloster in eine Festmeile. Der größte Pfingstmarkt Norddeutschlands bringt dann Karussells, Zuckerwatte, Gaukler und Livemusik. Wenn Du zur Marktzeit kommst: bleib hier länger.
Der Neukloster-Forst
Direkt hinter Neukloster öffnet sich der Neukloster-Forst wie ein grüner Vorhang. Der Übergang ist fast filmreif: erst noch Felder, dann plötzlich Schatten. Es wird kühler. Die Geräusche verändern sich. Der Neukloster-Forst ist kein gewöhnlicher Wald. Er ist ein lebender Mikrokosmos.
Der Weg führt auf feinem Schotter unter hohen Laubbäumen hindurch. Sonnenstrahlen fallen durch die Blätter wie durch Buntglas. Ein besonders stiller Ort ist der FriedWald, den Du entlang des Weges passierst. Hier wird unter Bäumen bestattet. Ganz ohne Grabstein, ohne künstliche Eingriffe. Diese Grabanlagen stammen aus der Zeit zwischen 1600 und 700 v. Chr. - und sie liegen einfach so da. Kein Zaun, kein Eintritt. Nur Wald und Vergangenheit. Ich stieg kurz ab und trat näher. Moos bedeckte einen der Hügel. Es war kühl unter den Bäumen.
Kurz darauf: der Ilsebach. Ein glasklarer, sanft fließender Seitenarm, der sich zwischen Bäumen hindurchwindet. Ich trat näher ans Wasser und hörte ein leichtes Plätschern. Dann: Bewegung. Und da stand er - ein Reiher, regungslos, nur ein paar Meter entfernt.
Ottensen
Warum lohnt sich Ottensen als Zwischenstopp? Weil hier zwei Dinge perfekt zusammenkommen: norddeutsche Dorfromantik und süße Versuchung. Von außen ein unspektakulärer Zweckbau mit grünem Holz, Backstein und Vordach. Von innen: eine Schatzkammer. Aber ich war wegen des Eises hier. Ich bestellte Joghurt-Blaubeere und dazu Salzkaramell. Die Kugeln waren groß, cremig, aromatisch - nicht überzuckert, sondern balanciert. Ich setzte mich mit dem Eis auf die Bank unter dem Vordach. Zwei andere Radler grüßten, ein Kind kam mit Kuchenbox aus dem Laden. Die Verkäuferin fragte freundlich: „Und? Tipp: Wer etwas für später will, nimmt sich hier einen Becher aus dem Kühlschrank mit.
Das Untere Estetal
Warum wird das Untere Estetal oft als das Herzstück der Tour bezeichnet? Nach dem süßen Zwischenstopp bei Brinkshoff beginnt der Abschnitt, der mich persönlich am stärksten entschleunigt hat. Ich fuhr langsam. Nicht, weil es anstrengend war - sondern weil ich wollte, dass es länger dauert. Dann tauchst Du ein in eine dieser Alleen, die wirken, als wären sie aus einem Bildband gefallen.
Ich stieg ab, lehnte das Rad an den Brückenrand, ließ die Hände auf dem rauen Holzgeländer ruhen - und lauschte. Wasserrauschen. Vogelrufe. Wind in den Eichen. Kein Mensch weit und breit. Es gibt hier tatsächlich eine Bank. Kein Rastplatz von der Stange - eher ein liebevoll platzierter Pausenort für Eingeweihte. Direkt neben der Brücke und mit Blick auf das Wasser. Wenn Du Picknick dabei hast: Hier ist der richtige Moment. Wenn nicht: Setz Dich trotzdem.
Einkehr
Nach gut zwei Dritteln der Tour war es soweit: Der Magen meldete sich. Ich parkte mein Rad direkt am Eingang, trat durch das Tor und wurde freundlich begrüßt. Draußen auf der Terrasse herrschte angenehme Ruhe. Die Karte? Abwechslungsreich, bodenständig, mit kleinen Ausreißern in die internationale Küche. Die Bedienung war herzlich und unaufgeregt. Genau richtig.
Heimbruch
Der Abstecher nach Heimbruch lohnt, wenn Du eine stille Pause suchst. Ich setzte mich auf die Brückenkante, ließ die Beine baumeln. Kein Mensch weit und breit.
Wassermühle Ovelgönne
Kurz vor dem Ende wartet die Wassermühle Ovelgönne - ein echtes Juwel aus der Vergangenheit. Die Wassermühle Övelgönne wurde 1674 erbaut - und sie mahlt noch heute. Nicht täglich, aber regelmäßig. Und dann ist da noch der Mühlenteich.
Auf den letzten Kilometern, kurz vor dem Ziel, geschah es: ein Rascheln im Grün. Ein Zucken. Wir lachten. „Da ist er - der Hase!“, sagte ich. Der Igel?
Und dann stehe ich wieder da. Das Rad lehnt am Sockel, ich selbst stütze mich auf den Kopf des Hasen, der mir etwas verdutzt entgegenblickt. Ich muss grinsen. Die Has’ und Igel Radtour ist kein Wettrennen. Sie ist eine Einladung.
Wichtige Hinweise und Tipps
- GPX-Datei: Die Tour kannst Du Dir hier als GPX-Datei herunterladen und sie zur Navigation in eine App wie OsmAnd, Komoot, Outdooractive, Locus Map, Mapy.cz, Garmin Connect usw. nutzen.
- Fahrrad: Ein Trekking- oder Citybike reicht völlig aus.
- Beschilderung: Die Route ist gut ausgeschildert mit einem blau-gelben Hase-Igel-Symbol. Alternativ kannst Du sie auch bei Komoot oder Outdooractive unter dem Tourennamen „Has’ und Igel Buxtehude“ finden.
- Picknick oder Einkehr: Beides! Für unterwegs bieten sich herrliche Plätze an der Este oder im Neukloster Forst an.
- Kleidung: Eine Windjacke ist Pflicht - Norddeutschland ist oft launisch. Sonnencreme, Trinkflasche und ggf. Radhelm sollten ebenfalls nicht fehlen.
Streckeninformationen
| Information | Wert |
|---|---|
| Strecke | 15,4 km |
| Durchschnittliche Geschwindigkeit | 17,0 km/h |
| Höhenmeter (aufwärts) | 40 m |
| Höhenmeter (abwärts) | 30 m |
Wegbeschaffenheit
- Weg: <1 km
- Fahrradweg: 7,44 km
- Nebenstraße: 8,88 km
- Bundesstraße: 1,22 km
- Naturbelassen: 895 m
- Loser Untergrund: 1,20 km
- Befestigter Weg: 3,18 km
- Asphalt: 6,77 km
Kommentar schreiben