Viele Motorradfahrer stellen sich die Frage, wo sich der Katalysator (Kat) in ihrem Motorrad befindet und wie man ihn erkennt. Dieser Artikel soll Ihnen helfen, Ihren Katalysator zu identifizieren, seine Funktion zu verstehen und mögliche Probleme zu erkennen.
Wo Steht der Kat in den Papieren?
Der Kat ist Bestandteil der ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) des gesamten Motorrads und wird nicht extra im Fahrzeugschein aufgeführt. Im alten Schein steht in Zeile 5 oft "OTTO / GKAT", was darauf hinweist, dass es sich um ein Kraftrad mit Katalysator handelt. In der Zulassungsbescheinigung kann es unter Punkt 14 bzw. 14.1 stehen.
Wenn im Schein "Kraftrad o. LB." steht, ist kein Kat explizit erwähnt. Steht aber "OTTO / GKAT" drin, muss ein Kat verbaut sein, um die Schadstoffwerte und Schadstoffklasse einzuhalten.
Unabhängig vom Motorradmodell und seiner Schadstoffklasse / Emissionskennzahl darf jeder für das Modell zugelassene Auspuff / Auspuffanlage eingebaut werden.
Die Funktion des Katalysators
Die Rolle des Katalysators ist es, die Abgase des Motors zu filtern und sie umzuwandeln. Dadurch sind die Gase, die in die Luft abgegeben werden, weniger schädlich.
Wie erkenne ich, ob mein Motorrad einen Katalysator hat?
Wenn keine technischen Daten vorhanden sind, kann man das Vorhandensein eines Katalysators entweder durch Zerlegen des Auspuffes (nicht praktikabel), durch Messungen oder anhand der Form feststellen. Die HC- und CO-Emissionen sind mit Katalysator weitaus geringer, auch der Abgasgeruch ist "mit Kat" ein völlig anderer als "ohne Kat".
Beim Pkw erkennt man das Bauteil fast immer bereits von außen anhand seines charakteristischen Gehäuses, beim Motorrad hingegen ist er öfter mal in den Endschalldämpfer integriert, somit von außen "unsichtbar".
Motorräder, die die Abgasnorm Euro 3 erfüllen, haben ab Werk zu 100 % einen Katalysator, da diese Schadstoffnorm sonst nicht eingehalten werden kann. In diesem Falle sogar "geregelt", d.h. mit Restsauerstoffprüfung im Abgas zwecks Anpassung der Gemischbildung. Steht übrigens auch so in den technischen Daten ("G-Kat").
Wo sitzt der Katalysator?
Grundsätzlich gilt es vor dem Umbau zu prüfen, wo der Kat ist. In der Regel kann man von außen nicht erkennen, wo bei einem Fahrzeug der Katalysator sitzt. Es gibt zwei Möglichkeiten: Im Endtopf oder an anderer Stelle integriert in die Abgasanlage.
Die Kennzeichnungen im Einzelnen:
- Sitzt der Kat im Fahrzeug, gilt für den Schalldämpfer die EG-Kennzeichnung mit dem Zusatzzeichen „G“ oder die UNECE-Kennzeichnung mit dem Zusatz 01. Beispiel für die EG-Kennzeichnung: e12 in einem Rechteck und die Nummer 00456 G. Beispiel für eine ECE-Kennzeichnung: E 5792R-01
- Ist der Reaktionsbeschleuniger im Endtopf verbaut, trägt er die EG-Kennzeichnung mit dem Zusatzzeichen „H“ oder die UNECE-Kennzeichnung mit dem Zusatz 01.
- Für Schalldämpfer mit Einschubkat gilt beim EG-Label der Zusatzbuchstabe „F“ oder die UNECE-Kennzeichnung mit dem Zusatz 01. Sitzt der Originalkatalysator im Fahrzeug, ist der Umbau Zusatzbuchstabe „G“ - dann müsse man sich nicht um einen neuen Kat kümmern.
Wie erkenne ich einen defekten Katalysator?
Ein defekter Katalysator kann sich durch folgende Symptome äußern:
- Die Aktivierung der Motoranzeige.
- Der Verlust der Leistung Ihres Motors.
- Ein dunkler Rauch, der aus dem Auspuff kommt.
- Ungewöhnliche Geräusche (wie ein Topfschlagen) an der Vorderseite des Autos, wenn Sie im Leerlauf fahren.
Ein Katalysator kann aus verschiedenen Gründen defekt sein:
- Beschädigung durch Stoß: Der Katalysator befindet sich unter dem Auto so nah wie möglich am Boden und kann durch einen Stoß beschädigt werden.
- Überhitzung: Wenn die Temperatur zu hoch ist (vor allem, wenn zu viele Schadgase zu behandeln sind), wird das Bauteil beschädigt.
- Verstopfung: Die Verstopfung ist das häufigste Problem bei dieser Art von Münzen.
Was tun bei einem defekten Katalysator?
Grundsätzlich kann ein Auto durchaus mit einem defekten Katalysator fahren. Ein Motorschaden ist jedoch als potenzieller Schaden zu betrachten. Im Zweifelsfall ist es immer besser, das Fahrzeug überprüfen zu lassen, um die Ursache des Problems zu ermitteln.
Wenn diese beunruhigenden Signale ausbleiben, können Sie weiterfahren, vermeiden Sie jedoch zu hohe Drehzahlen. Ebenso sollten Sie lange Fahrten vermeiden, da diese den Katalysator erhitzen könnten.
Auspuffanlagen und Katalysatoren
Auspuffanlagen müssen den Schall dämpfen und die Emissionen regeln. Seit Einführung der Abgasnorm Euro 3 im Jahr 2006 sind Katalysatoren auch bei Motorrad und Roller die Regel, was noch einmal verschärft wurde durch die Novelle Euro 4.
Wer den Sound vom Motorrad verändern wolle, das serienmäßig mit einem Katalysator ausgerüstet sei, und das seien alle Zweiräder ab 2006, müsse sicher gehen, dass der Nachrüstsatz unbedingt auch über die entsprechende Abgasreinigung verfügt.
Für alle Fälle gelte: Das Motorrad muss nach dem Umbau die gleichen Geräusch- und Abgas-Werte vorweisen wie zuvor. Und: „dB-Killer“ müssen im Straßenverkehr immer drin sein und dürfen nur auf der Rennstrecke rausgenommen werden.
Lambdasonde und Katalysator
Die Lambdasonde misst, ob noch Sauerstoff im Abgas vorhanden ist. Das ändert sich durch den Kat im normalen Betrieb nicht bzw. in einem kaum messbaren Rahmen. Es werden lediglich Schadstoffe konvertiert, unterstützt durch die katalytische Beschichtung des Kats (deswegen Katalysator).
Einige Defekte, die zu Schäden führen können, werden auch über die MiL (malfunction indication light) angezeigt, aber das kann sich der Hersteller selber aussuchen, was er dafür ausgeben möchte.
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