Die Geschichte und Herkunft der Fahrradkette

Das Fahrrad ist nicht nur ein Verkehrsmittel, es ist eine Erfindung, die die Welt verändert hat! Die Entwicklung des Fahrrads hat die Art und Weise revolutioniert, wie Menschen sich fortbewegen, Städte transformieren und Leben beeinflussen. Eine Idee, die die Welt bewegte. Alles begann im Jahr 1817, als Karl Drais der Welt die Draisine vorstellte, den direkten Vorläufer des Fahrrads. Dieses erste Modell, vollständig aus Holz gefertigt und ohne Pedale, stellte einen Wendepunkt in der persönlichen Mobilität dar.

Auch wenn es uns heute wie eine einfache Maschine erscheint, war die Draisine damals eine Revolution. Sie bot die Möglichkeit, lange Strecken schneller und effizienter zurückzulegen, etwas, das bis dahin nur zu Fuß oder auf dem Rücken eines Pferdes möglich war. Diese Erfindung legte den Grundstein für die Entwicklung des modernen Fahrrads und öffnete die Tür zu einer Zukunft voller Innovationen.

Die Entwicklung des Fahrrads im Laufe der Jahre

Im Laufe der Jahre hat die Entwicklung des Fahrrads zu Transformationen geführt, die es zu dem vielseitigen Fahrzeug gemacht haben, das wir heute kennen. Von seinen ersten Entwürfen bis hin zu den heutigen Modellen hat jede Entwicklungsstufe bedeutende Meilensteine in der Geschichte des Fahrrads gesetzt.

  • 1817: Die Draisine. Karl Drais stellt die Draisine vor, ein Holzfahrzeug ohne Pedale, das den Beginn des modernen Fahrrads markiert.
  • 1860: Die Einführung der Pedale. Pedale werden eingeführt, wodurch das Fahrrad funktionaler und praktischer für den täglichen Gebrauch wird.
  • 1870: Das Hochrad. Das Hochrad wird populär, elegant und modern, jedoch instabil und daher weniger sicher.
  • 1885: Das Sicherheitsfahrrad. Mit gleich großen Rädern verbessert dieses Modell die Stabilität und ähnelt stark dem heutigen Design.
  • 1888: Die Luftreifen. John Dunlop revolutioniert das Radfahren mit der Erfindung von Luftreifen, die mehr Komfort und bessere Leistung bieten.
  • 1903: Die erste Tour de France. Die erste Ausgabe der Tour de France findet statt und macht das Fahrrad zum Star des weltweiten Sports.

Das Fahrrad im 19. Jahrhundert: Ein Fahrzeug für alle

Im 19. Jahrhundert spielte das Fahrrad eine entscheidende Rolle in der Industriellen Revolution und veränderte sowohl den Verkehr als auch die Wirtschaft und die Gesellschaft tiefgreifend. Fabriken begannen, Fahrräder in Massenproduktion herzustellen, was die Industrialisierung mit effizienteren Fertigungstechniken vorantrieb, die die Kosten senkten und sie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machten.

Für Arbeiter wurde das Fahrrad zu einem Schlüsselwerkzeug, das ihnen schnelle Wege zu den Fabriken ermöglichte und städtische und ländliche Gebiete in einer nie dagewesenen Weise miteinander verband. Über seinen wirtschaftlichen Einfluss hinaus hatte das Fahrrad auch eine tiefgreifende soziale Wirkung. Es wurde zu einem Symbol der Unabhängigkeit, insbesondere für Frauen, die in diesem Fahrzeug ein Mittel fanden, sich freier zu bewegen und aktiv am öffentlichen Leben teilzunehmen. Das Fahrrad war nicht nur ein Transportmittel; es stand für Fortschritt, Modernität und Gleichheit in einer Zeit großer Veränderungen.

Das Fahrrad im 21. Jahrhundert: Von der Geschichte in die Zukunft

Im 21. Jahrhundert entwickelt sich das Fahrrad weiter, um den Anforderungen einer zunehmend technologischen und nachhaltigen Welt gerecht zu werden. Elektrische Fahrräder erleichtern lange Strecken und das Bewältigen schwieriger Gelände, wodurch das Radfahren für jedermann zugänglich wird. Moderne Materialien wie Carbon und Aluminium machen sie leichter und robuster, während integrierte Technologien Funktionen wie GPS, Leistungssensoren und Konnektivität hinzufügen, was sie zu fortschrittlicheren Werkzeugen als je zuvor macht.

Seit ihren Ursprüngen im 19. Jahrhundert hat sich das Fahrrad als Symbol für nachhaltige Mobilität etabliert und sich ständig weiterentwickelt, um den Anforderungen einer modernen Welt gerecht zu werden. Mehr als nur ein einfaches Fahrzeug hat es die Geschichte und unsere Fortbewegungsweise revolutioniert. Dank innovativer Entwicklungen verbessert es nicht nur die Erfahrung der Nutzer, sondern positioniert sich auch als essentielle Lösung für den Verkehr der Zukunft, indem es Effizienz, Nachhaltigkeit und Technologie integriert.

Die Fahrradkette: Unverzichtbares Element des Antriebs

Die Fahrradkette gilt trotz moderner Hightech-Bikes als unverzichtbar, obwohl sie als stark, schwer und schmierig wahrgenommen wird. Ohne sie sind selbst die stärksten Waden nutzlos, und auch maximales Lungenvolumen spielt bei Rädern mit Kettenschaltung eine entscheidende Rolle. Dabei hat sich das Konzept des Antriebsstrangs seit über 130 Jahren kaum verändert. Bereits im Jahr 1885 ermöglichte die Fahrradkette die Entwicklung eines Fahrzeugs, auf dem man ergonomisch und sicher fahren konnte, ausgehend vom Hochrad.

Wippermann: Tradition und Innovation in der Kettenherstellung

Seit 1893 produziert die Kettenfabrik Wippermann jr. in Hagen Fahrradketten, wobei Tradition eine bedeutende Rolle spielt. Das Unternehmen wird mittlerweile in der fünften Generation der Familie Wippermann geführt, obwohl heute keiner der Chefs mehr diesen Namen trägt. Mit über 130 Jahren Erfahrung werden hier Fahrradketten "made in Germany" hergestellt - die einzigen deutschen Fahrradkettenfabrikate.

Das Rohmaterial für die Ketten kommt nahezu komplett aus der stahlproduzierenden und -verarbeitenden Region und dem Umland.

Die Entstehungsgeschichte von Wippermann

Die Gründungsgeschichte der Wippermann Jr. GmbH hat einen interessanten Ursprung: Der Sohn des Unternehmers Wilhelm Wippermann hatte ständig Probleme mit der Fahrradkette, die ständig riss. Das musste doch besser funktionieren! In einer Zeit des Aufschwungs der Industrialisierung in Deutschland legte Wippermann Jr. daher im südlichen Ruhrgebiet den Grundstein für die Produktion einer Kette, die widerstandsfähiger sein sollte als das, was damals auf dem Markt verfügbar war. Heute kann man rückblickend sagen, dass dies eine weitsichtige Entscheidung war.

Ein Großteil der Produktion konzentriert sich hier auf Industrieketten, ein Geschäftsbereich, der in den Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts hinzukam.

Vom Draht zu Lasche und Bolzen

Zuerst werden aus millimeterdünnen Blechen die rohen Außen- und Innenlaschen hergestellt. Ähnlich wie beim Keksebacken zu Weihnachten werden diese sogenannten Achten von Maschinen mit einem lauten “Pock” aus dem Material gestanzt - allerdings mit einem Druck von 180 Tonnen. Die Rollen der Kette, also die Tönnchen, die später zwischen den Zähnen des Ritzels liegen, werden auf ähnliche Weise hergestellt. Sie werden aus einem mehrere Millimeter starken Stahlband ausgestanzt und später rund gewalzt. Das Rohmaterial für den Kettenbolzen, der alles zusammenhält, wird schließlich als kilometerlanger Stahldraht auf riesigen Spindeln angeliefert. Nachdem es durch eine Richtmaschine gegangen ist, die den Draht begradigt, wird es auf die benötigte Länge gekappt. Später erhält der Kettenbolzen noch die charakteristische kegelförmige Einkerbung an den Enden.

Es ist erwähnenswert, dass fast alle Rohmaterialien aus der Umgebung stammen: Die Metallverarbeitung ist im Ruhrgebiet, im Sauerland und im Oberbergischen weit verbreitet, wodurch die Wege zu Wippermann kurz sind.

Beschichtungen für spezielle Einsätze erhöhen nicht nur die Robustheit - sie geben den Ketten manchmal auch einen „Must-have“-Faktor durch eine besondere Anmutung wie bei Messing.

Ketten-Experten mit geheimem Know-How

Was hier nicht sichtbar ist, sind die Feinheiten der Produktion. Natürlich lässt sich kein Hersteller gerne bei der Arbeit zuschauen, wenn es um die eigenen Rezepte geht. Dabei geht es um spezielle Härtungsverfahren, individuelle Beschichtungen und ähnliche Verfahren. Die wesentlichen Elemente sind jedoch bereits in ihrer Grundform vorhanden: die Rolle, die Innen- und Außenlaschen sowie der Bolzen.

Seit der erfolgreichen Sachs-Sedis-Schaltkette in den Siebzigern werden die Löcher in den Innenlaschen zu Kragen nach innen ausgeformt. Auf diesen Kragen sitzt später die Rolle. Dadurch ist sie beweglich, was Schaltungsketten flexibel für die Schaltvorgänge auf den Kassetten macht, im Gegensatz zu den steifen Einfachketten. Wer einen Antriebsstrang für eine Nabenschaltung und einen für eine Kettenschaltung in die Hand nimmt, spürt sofort den Unterschied.

Jedes einzelne Bauteil der Kette wird gehärtet. Dazu werden die Einzelteile auf einem Band in einen Ofen gefahren, der sie auf beeindruckende 900 Grad erhitzt; anschließend werden sie in einem Ölbad abgekühlt und dann erneut “angelassen”, also leicht erwärmt. Danach werden die Laschen in großen tonnenförmigen Schleudern entölt. In einer Art Waschmaschine erhalten sie zusammen mit Wasser und kleinen Schleifkörpern später ihre glatte Oberfläche. Übrigens erklärt der Experte: “Beschichtungen sind immer ein Kompromiss.” Man entscheidet sich dafür, wenn mehr Korrosionsschutz erforderlich ist, beispielsweise aufgrund der spezifischen Anforderungen des Einsatzbereichs. Sicherlich spielt auch der Geschmack des Kunden, in diesem Fall des Radfahrers, eine Rolle. Eine auffällig vermessingte, sprich goldfarbene Kette wirkt attraktiver. Jedoch nimmt eine Beschichtung tendenziell immer etwas an Robustheit ab - das muss abgewogen werden.

Die Kette - hier die “Achten” - wird bei satten 900 Grad gehärtet. Später kommt noch eine ganz spezielle Beschichtung hinzu.

Die besondere Kettenglieder-Geometrie

In Bezug auf die Form setzen Hersteller im Detail auf spezielle Konturen - insbesondere bei den Außenlaschen. Diese sollen die Kette besonders präzise und leicht schaltbar machen. Bei den hochwertigen Connex-Ketten heißen diese Ausprägungen der Außenlaschen “Diamond Shape” und “Speed Wing”. Der “Power Pin”, wie der Bolzen bei Connex genannt wird, erhält über ein spezielles Radial-Nietverfahren seine besondere Robustheit. Neben der Härtung der Oberfläche durchläuft er eine zusätzliche Vergütung. Diese Prozesse resultieren aus langjähriger Erfahrung der Hersteller, werden jedoch verständlicherweise nicht gerne im Detail gezeigt.

Die relativ kleinen Maschinen wirken wie mechanische Zauberer, wenn sie schließlich die Einzelteile verbinden - insbesondere bei der Herstellung von vermessingten, also goldfarbenen Ketten. Die Laschen und Rollen sitzen auf langen Dornen, auf die sie sich zuvor in einer Art Drehschüssel selbst gefädelt haben, und werden dann Teil für Teil nach unten gewackelt, um sich als wertvolles Mitglied in eine 118 Glieder lange Kette einzureihen. Die meistverkauften Ketten sind die 11S0, 11SE und 11SX - die günstigste, die E-Bike-Variante und die aufwendigste 11-fach-Kette von Connex. Letztere verfügen über eine Innenlasche aus Edelstahl, was maximale Verschleißfestigkeit gewährleistet.

Marathon-Kette noch nicht für das Fahrrad möglich

Die neu eingeführte 12-fach-Kette läuft ebenfalls gut, insbesondere für die heute sehr beliebten Einfach-Zahnkränze bei Gravelbikes. Auch die Rohloff-Fahrer greifen gerne auf die 8-SX-Kette zurück. Der Produktmanager erklärt: “Wir haben hier den Vorteil, dass wir aus dem Bereich der Industrie-Ketten immer wieder Know-how-Transfer zu den Fahrradketten leiten können.” Er erwähnt den Wunschtraum jedes Fahrradfahrers: die “Marathon-Kette”. Der Clou dabei ist, dass diese Kette sich weitgehend selbst schmiert. In ihren Buchsen ist Schmierstoff enthalten, der nach und nach an den gewünschten Stellen austritt und so die Lebensdauer der Kette deutlich verlängert.

Dorette Schierling, die das Marketing der Industrieketten bei Wippermann verantwortet, erklärt: “Im Bereich der Industrieketten überlegen sich Unternehmen schon, ob sie nicht lieber in eine hochwertige Kette investieren sollten, anstatt in eine einfache, günstige. Denn wenn für Wartung oder Kettenwechsel die halbe Industrieanlage abgebaut werden muss, summieren sich die Kosten schnell.” Warum also nicht auch eine “Marathon-Kette” für Fahrräder produzieren? Der Produktmanager erklärt jedoch, dass dies schwierig sei. “Da kommen Fremdkörper dorthin, wo sie gar nicht hinsollten. Schlimmstenfalls sogar Sand oder Salz.” Die seitliche Flexibilität von Schaltungsketten erfordert zwangsläufig solche Lücken, durch die Fremdkörper eindringen können.

Auch Antriebsritzel stellt Wippermann her - hier wird gerade ein Ritzel für das System eines E-Bike-Motorenherstellers gefräst.

Harte Testbedingungen für den Antrieb

Im Testlabor von Wippermann werden Erfahrungen im harten Einsatz gesammelt, wobei die eigenen Ketten unter anderem in definierten Versuchsanordnungen und -zeiten mit denen anderer Hersteller verglichen werden. Getestet werden sie tagelang unter harten Bedingungen wie Zugabe von Sand, um sicherzustellen, dass sie den Anforderungen standhalten.

Die Überzeugung herrscht hier, dass die in Hagen hergestellte Kette “made in Germany” eine der besten auf dem Markt ist. Eine feste Laufdauer kann zwar nicht garantiert werden, da die Lebensdauer einer Kette von vielen Faktoren abhängt, erklärt Marcel Stiens: “Es ist einfach nicht realistisch, mit solchen Zahlen zu kommen.” Es ist auch wichtig zu beachten, dass der Antrieb als System betrachtet werden muss. Eine Kombination aus einer Kassette aus dem qualitativen Einstiegsbereich und einer Kette aus dem Connex-Highend-Bereich würde dazu führen, dass die Kassette deutlich schneller verschleißt als die Kette. Es muss also zusammenpassen.

Wenn es neue Antriebe auf dem Markt gibt, analysieren das Produktmanagement und die Entwickler die Produkte und entwickeln gegebenenfalls passende Ketten. Die Wippermann-Einfach-Zahnkränze, sogenannte Narrow-Wide-Kränze, sind beispielsweise für E-Bike-Motorenhersteller entstanden. Im E-Bike-Sektor gibt es auch im Kettensektor Zuwachs. Stiens erklärt: “Wer ein teures E-Bike kauft, versteht dann auch, dass die Ersatzkette hochwertiger sein muss als beim alten Fahrrad ohne Schub.”

Etwa 35 Prozent der Veloketten werden exportiert, wobei ein großer Teil nach Europa geht, insbesondere in die Niederlande und Großbritannien. Es gibt jedoch auch Verkaufsbüros und Partner-Großhändler in Litauen, Malaysia, Thailand und den USA.

Die lange Geschichte Wippermanns könnte man sicher gut über die alten Werbeanzeigen rekonstruieren.

Großhandel statt Internet

Überall dort, wo Ketten besonders hart rangenommen werden, ist Connex seit vielen Jahren vertreten. “Bei etwa 30 deutschen und internationalen Rennen und Events sind wir mit Service-Stationen vertreten”, erzählt der Kettenmeister. “BIKE Festival Willingen, Gardasee, die Tagesklassiker …” Dabei gibt es wichtiges Feedback von den Verbrauchern, das für die weitere Entwicklung entscheidend ist. Dies zeigt einmal mehr, dass man nicht davon ausgehen sollte, dass ein traditionsreiches Unternehmen mit festen, alteingesessenen Werten und Vorstellungen nicht auch durchaus jung, modern und offen auftreten kann. Auch wenn intern die - oft sehr positiven - Werte eines Familienunternehmens prägend sind. Das Unternehmen hat mit dem Konzept “Kette” schon über 130 Jahre überstanden, alles made in Germany und mit Zulieferern aus der Region.

Wippermann: Zahlen und Fakten

Hier eine Übersicht über Wippermann in Zahlen:

Merkmal Wert
Gründung 1893 von Wilhelm Wippermann jr.
Stammsitz Hagen-Delstern (südl. Ruhrgebiet)
Mitarbeiterzahl ca. 300, davon etwa 30 im Fahrradketten-Bereich
Grundfläche ca.

Die Redewendung "Hätte, hätte, Fahrradkette"

„Hätte, hätte, Fahrradkette“ ist eine deutsche Redewendung, die eine spekulative Diskussion über einen anderen Verlauf der Vergangenheit, beendet.„Hätte, hätte, Fahrradkette“ wird gesagt, wenn eine Was-hätte-man-besser-machen-können-Diskussion oder ein Was-wäre-wenn-Gespräch über ein vergangenes schlecht verlaufenes Ereignis oder eine vergangene schlechte Entscheidung beendet werden soll. (Dieses vergangene Ereignis kann z.B. eine verpasste Möglichkeit / Chance sein. Eine vergangene schlechte Entscheidung kann z.B. eine Fehlentscheidung sein.)

Denn die Diskussion über eine verpasste oder schlechte Entscheidung kann sinnlos sein, da die Entscheidung nicht mehr rückgängig gemacht werden kann und die spekulative Diskussion darüber, wie die Vergangenheit bei anderer Entscheidung hätte verlaufen können, überflüssig ist. Es ist Zeitverschwendung darüber nachzudenken, wie die Zukunft verlaufen wäre, wenn die Fehlentscheidung nicht stattgefunden oder die Chance nicht verpasst worden wäre. Denn die Fehlentscheidung lässt sich nicht mehr korrigieren oder rückgängig machen, um den eigenen Wunschvorstellungen zu entsprechen.

„Hätte, hätte, Fahrradkette“: Fehler analysieren oder über Vergangenheit spekulieren

Die Diskussion über eine verpasste Chance oder eine schlechte Entscheidung kann aber auch sinnvoll sein. Nämlich dann, wenn erörtert und herausgefunden wird, wie die schlechte Entscheidung zustande kam und warum die Chance verpasst wurde. Diese Diskussion sollte mit dem Ziel geführt werden, dass eine erneute Chance nicht verpasst wird und eine erneute schlechte Entscheidung nicht stattfindet. Ist dieses Ziel erreicht, sollte sich eine weitere Auswertung erübrigen.

Wird die Diskussion über eine schlechte Entscheidung oder verpasste Chance mit der Absicht geführt, darüber zu reden, welche Handlungsoptionen in der Vergangenheit nicht wahrgenommen wurden und welche Folgen damit nicht eingetreten sind, kann solch ein Gespräch schnell sehr abstrakt werden und als überflüssig empfunden werden.

Die Bedeutung der Redewendung

Die Bedeutung bei „hätte, hätte, Fahrradkette“ entsteht durch den verwendeten Konjunktiv („hätte“). Das Beispiel „Hätt der Hund nicht geschissen, hätt er den Hasen gekriegt“, hat die gleiche Bedeutung wie „hätte, hätte, Fahrradkette“. Das Beispiel ist ein Konditionalsatz und zeigt die Bedeutung des Konjunktiv. Wäre das natürliche Bedürfnis des Hundes nicht eingetreten, so hätte er das Ziel (den Hasen zu kriegen) erreicht. Der Konjunktiv wird hier verwendet, um zu zeigen, dass ein Ausgangsereignis zu einer Bedindung geführt hat, die dafür sorgte, dass die Folgen einer Handlung nicht eintreten konnten. Die Verwendung des Wortes „Fahrradkette“ steht nicht für eine besondere Verbindung oder Vorliebe zum Fahrrad. Das Wort „Fahrradkette“ reimt sich einfach gut auf „hätte“. Daher ist der Spruch „hätte, hätte, Fahrradkette“ sehr eingängig.

Synonyme für „Hätte, hätte, Fahrradkette“:

  • Hinterher ist man immer schlauer.
  • Hätte der Hund nicht geschissen, hätte er den Hasen gekriegt.
  • Wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wär, wär mein Vater Millionär.

Woher kommt der Spruch „Hätte, hätte, Fahrradkette“? Herkunft Redewendung

Die Redewendung „Hätte, hätte, Fahrradkette“ wird schon Ende der 2000er Jahre in der deutschen Serie „Stromberg“ verwendet. In der Serie sagt die Figur „Bernd Stromberg“: „Hätte, hätte Fahradkette“. Er führt aus, dass er es (eine Aufgabe) der Erika gegeben und der Dicke es verbockt hat.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und „hätte, hätte, Fahrradkette“

Doch erst als der SPD-Politiker Peer Steinbrück die Redewendung „Hätte, hätte, Fahrradkette“ in einem Interview verwendete, wurde diese populär in Deutschland.

Peer Steinbrück verwendete die Redewendung „Hätte, hätte, Fahrradkette“ im Jahr 2013. Er war damals SPD-Kanzlerkandidat. Der Moderator Sven Lorig sprach damals mit Peer Steinbrück über das vermasselte SPD-Wahlkampfmotto und wollte wissen, wie es zu der Panne mit dem Wahlkampfmotto kam.

Weitere Bedeutung von „Hätte, hätte, Fahrradkette“

  • „Hätte, hätte, Fahrradkette: Die Kunst der optimalen Entscheidung“ ist ein Buch von Florian Schroeder. Es erschien 2014.
  • „Hätte, hätte, Fahrradkette: Ein Weser-Radweg-Krimi“ ist ein Buch von Martein Heinzelmann. Es erschien 2019.
  • „Hätte hätte Fahrradkette“ ist ein Lied von SDP feat. Keule. Es erschien 2014 auf dem Album „Bunte Republik Deutschpunk“.
  • Mit „Hätte, hätte, Fahrradkette“ bedruckte T-Shirts und Beutel finden sich auf Amazon.

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