Hauptbremszylinder Reparaturanleitung für Motorräder

Viele Motorradbesitzer stehen irgendwann vor dem Problem eines defekten Hauptbremszylinders (HBZ). Glücklicherweise ist es oft möglich, den HBZ zu reparieren, anstatt ihn komplett auszutauschen. Dies spart nicht nur Kosten, sondern ist auch eine nachhaltige Lösung.

Gründe für einen defekten Hauptbremszylinder

Hauptursache für Bremszylinderverschleiß ist alte Bremsflüssigkeit, weil man diese über Jahre hinweg nicht gewechselt hat. Bremsflüssigkeit verbindet sich mit der Luftfeuchtigkeit und nach und wird der Wassergehalt so hoch, dass sich im Bremszylinder Korrosion bildet. Jedenfalls wird durch die Korrosion der Betätigungskolben fester und fester.

Anzeichen für einen defekten Hauptbremszylinder (hinten):

  • Bremspedal steht zu tief
  • Langer Pedalweg
  • Nachstellen der Schubstange wird erforderlich
  • Bremsdruck / Verzögerung nicht ausreichend
  • Probleme beim Entlüften der Bremsanlage, weil der geringe Volumenstrom nicht ausreicht, die Luftblasen aus der Bremsleitung zu drücken.

Reparatur statt Austausch

Reparieren statt Austauschen heißt die Devise bei der cleveren Reparaturlösung für den Magura-Hauptbremszylinder des Zweiventil-Boxers: Das komplette "Innenleben" wird in nur einem Arbeitsgang ausgetauscht und die Bremse ist wieder dicht, leichtgängig und sicher.

Geeignete Modelle

Für die klassischen BMW R 2V Boxer Modelle:

  • Monolever R 65, R 80 mit einer Bremsscheibe
  • Monolever R 80RT, R 100RS, R 100RT ab 4/1989

ACHTUNG: Nur für Reparatur in einer Fachwerkstatt!

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Modellreihe BMW R 2V: R 65 Mono ab 85, R 80 Mono ab 85, R 100 RS/RT Mono ab 87

Demontage des Hauptbremszylinders

Zunächst muss der Hauptbremszylinder, in der Folge auch HBZ genannt, am Fahrzeug abgebaut werden.

Reinigung und Inspektion

Der Blick in das Innere des Bremsflüssigkeitsbehälters zeigt mir, dass das Fahrzeug immer gut gewartet wurde und sich wenig Schmutz abgesetzt hat.

  1. Jetzt wandert der ganze Kram erstmal zur Reinigung ins Ultraschallgerät.
  2. Bervor ich mit der Montage beginne, inspiziere ich die Zylinderinnenfläche und meistens ist im Bereich des Seegerings zwischen Seegering und der ersten Kolbenmanschette die Lauffläche verschmutzt und mit Aluminiumoxyd bestückt.
  3. Da gehe ich mit einer kleinen rotierenden Bürste im z.B. Drehmel bei. In diesem Fall habe ich mir eine Silberdrahtbürste genommen. Aber auch Messing- oder Kunststoffbürstchen erfüllen den Zweck.

Reparatur des Hauptbremszylinders

  1. Jetzt ist der Seegering dran, der den Bremskolben am herausfallen hindert.
  2. Hier liegt der Kolben vor mir. An der Außenseite, im Bild unten, gut verschmutzt, der Rest sieht gut aus.
  3. Jetzt kommt ein O-Ring zum Vorschein, der dem Bremsflüssigkeitsbehälter gegen den HBZ abdichten soll. Der O-Ring ist auch nicht mehr glatt, daher tausche ich ihn gegen einen neuen aus.
  4. Falls der Zylinder auf der Innenseite im Bereich des Kolbens Korrosionsspuren hat, muss man abwägen, ob man den Zylinder noch wieder verwenden will. Ich habe einen Zylinder gerettet, in dem ich auch da weit drinnen mit der Silberdrahtbürste vorgereinigt habe und anschließend mit einem kleinen rotierenden Leinenschwabbel und Autosolpolierpaste den Zylinder geglättet habe.

Montage des Hauptbremszylinders

  1. Nun kommt das gute Bremsenfett zum Einsatz, hier ein Tütchen, wie es z.B.
  2. Dann den Seegering wieder montieren.
  3. Der saubere Faltenbalg hinterher. Er darf nicht beschädigt sein!

Entlüften des Bremssystems

Wenn das Bremssystem nicht neu befüllt werden soll, weil z.B. Dazu fülle ich Bremsflüssigkeit in den Behälter schlage den Lenker nach links ein (der Bremszylinder sollte dabei rechts höher stehen als links, bei Stummellenkern darauf achten) und fange langsam an mit dem Bremshebel zu pumpen. Dabei beobachte ich die kleinen Luftbläschen, die aus der kleinen Bohrung in der Bremsflüssigkeit nach oben kommen.

Nach einigen Minuten werden die Bläschen immer weniger und es baut sich langsam ein Druckpunkt auf. Wenn keine Bläschen mehr aufsteigen, ziehe ich den Bremshebel so weit wie möglich durch und belege ihn mit einem Kabelbinder am Gasgriff. So lasse ich das Fahrzeug über Nacht stehen und am nächsten Tag ist der letzte Rest Luft aus dem System entwichen.

Gleichzeitig ist das eine gute Dichtigkeitsprüfung, denn bei dieser Dauerbelastung darf nirgends Bremsflüssigkeit aus dem System entweichen.

Wichtige Hinweise

  • Hinter dem Seegerring sammelt sich Dreck, etc. an. Dabei kann es passieren, dass das Vorderrad blockiert. Diese Stelle sollte nicht nur alle 15 Jahre überprüft werden.
  • Diese Stelle sollte nicht nur alle 15 Jahre überprüft werden.
  • Die beiden Bohrungen müssen frei sein, besonders die kleine Bohrung rechts setzt sich gerne mal zu und das führt dann zu Merkwürdigkeiten im Bremshebelverhalten. Wenn man von der Kolbenseite Licht in den Zylinder fallen lässt, soll man das durch die Bohrung sehen können.

Alternative Lösungen und Produkte

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