Haus des Geldes: Tokio und das Motorrad - Eine Analyse der Kultserie

Die spanische Erfolgsserie "Haus des Geldes" hat weltweit Millionen von Zuschauern in Atem gehalten. Gewagte Twists, fiese Cliffhanger und ein gut sortiertes Arsenal an Figuren, deren Beziehungen die wildesten Blüten treiben, bilden den leistungsfähigen Motor, der die Erzählung ohne Ermüdungserscheinungen vorantreibt. Einer der markantesten Charaktere ist Tokio, gespielt von Úrsula Corberó, deren impulsive Art und furchtlose Aktionen oft im Mittelpunkt der Handlung stehen.

Die Rolle von Tokio in "Haus des Geldes"

Tokio, alias Silene Oliveira, ist bekannt für ihre Unberechenbarkeit und ihre Fähigkeit, in kritischen Momenten die Initiative zu ergreifen. Eine Szene aus der vierten Staffel zeigt Tokio alias Silene Oliveira (Ursula Corbero) hantiert mit einer Waffe. Tokio geht in die Offensive und entzieht Palermo (Rodrigo de la Serna) das Kommando.

Die amourösen Verwicklungen zwischen der coolen Tokio (Úrsula Corberó) und dem zarten Rio (Miguel Herrán) bilden herzhafte, widersprüchliche Romanzen über alle Grenzen und Barrikaden hinweg. Immer wieder wird ebenso passioniert gehasst wie geliebt und das romantische Bonny-und-Clyde-Motiv ins Gruppenformat übersetzt.

Tokio auf dem Motorrad: Ein Symbol der Freiheit

Eine der ikonischsten Szenen, die Tokio charakterisieren, ist ihre spektakuläre Rückkehr auf einem Motorrad in die Gelddruckerei. Währenddessen befreit eine vom Professor angeheuerte Gruppe Tokio aus dem Polizeikonvoi. Daraufhin fährt sie mit einem Motorrad durch die geöffnete Eingangstür zurück in die Druckerei. Dabei geben ihr Rio und Moskau Deckung, wobei Moskau angeschossen wird.

Diese Szene ist nicht nur visuell beeindruckend, sondern symbolisiert auch Tokios Drang nach Freiheit und ihre Bereitschaft, Risiken einzugehen, um ihre Ziele zu erreichen. Das Motorrad wird zu einem Symbol ihrer Unabhängigkeit und ihres Trotzes gegenüber den Autoritäten.

Die Entwicklung der Handlung und Tokios Einfluss

Die Serie "Haus des Geldes" ist bekannt für ihre komplexen Handlungsstränge und überraschenden Wendungen. Teil 4 fängt in gewohnter Manier genau da an, wo Teil 3 den Zuschauer hat stehen lassen: Tokio und ein Flammenwerfer, ein Panzer, der auf den Haupteingang zurollt, Explosion. Mit dem Rücken zur Wand will Geheimdienstchef Tamayo nun Alicia Sierra als Sündenbock ausliefern.

Tokios Entscheidungen haben oft weitreichende Konsequenzen für die gesamte Gruppe. Tokio zählt auf den Professor und hofft darauf, von ihm befreit zu werden. Doch zeitgleich trifft sich der Professor als Salva mit Raquel, die an ihm ein orangenes Haar von der Clown-Perücke entdeckt und dadurch realisiert, dass er der Bande angehört.

Die anarchistische Botschaft wurde vor allem in Spanien und den Ländern Südamerikas, in denen die Krise besonders hart wütete, bereitwillig aufgenommen. Zum revolutionären Pathos gehört auch das antifaschistische Partisanenlied „Bella Ciao“, das als Bankräuber-Hymne fungiert.

Die finale Staffel und das Ende einer Ära

Die ersten fünf Folgen der finalen Staffel von „Haus des Geldes“ hatte der Streamingdienst Netflix bereits im September veröffentlicht. Jetzt, drei Monate später, starten die abschließenden Episoden. Aber nun heißt es nach der fünften Staffel, deren letzte Folgen seit dem 3. Dezember zu sehen sind, Abschiednehmen von der Städte­namen-Bande, die ihr globales Publikum in Atem gehalten hat.

Nun wurde von spanischen Haus des Geldes-Fans Tokio (Úrsula Corberó) beim Staffel 5-Dreh gesichtet. Und zwar nicht in der Bank, in der sie in Staffel 4 noch festsaß, sondern in Freiheit tanzend auf den Straßen von Madrid. Wahrscheinlicher ist, dass wir hier eine Rückblende zu sehen bekommen. Das würde erklären, warum Tokio sich so ungestört und unerkannt in den Gassen Madrids bewegen kann.

Die internationale Rezeption und der Erfolg der Serie

Als der spanische Privatsender „Antena 3“ eine Serie unter dem Titel „La casa de papel“ im Mai 2017 ausstrahlte, waren die Einschaltquoten zunächst vielversprechend, knickten allerdings schon nach wenigen Folgen ein. Netflix lud die erste Staffel im Dezember 2017 ohne jegliche PR-Anstrengungen hoch und innerhalb kürzester Zeit gingen die Zuschauerzahlen durch die Decke - auch in Deutschland, wo die Serie unter dem Titel „Haus des Geldes“ ihren Siegeszug antrat. Das Bankräuberdrama avancierte zur erfolgreichsten nicht-englischsprachigen Serie und wurde nach Angaben von Netflix mittlerweile weltweit in 180 Millionen Haushalten gestreamt.

Die Serie hat nicht nur in Spanien, sondern auch international große Erfolge gefeiert. Die anarchistische Botschaft wurde vor allem in Spanien und den Ländern Südamerikas, in denen die Krise besonders hart wütete, bereitwillig aufgenommen. Berlin ist trotz seines Todes am Ende des zweiten Teils immer wieder in den Erinnerungen des Professors zu sehen.

Zusammenfassung der Staffeln 1 und 2

In den ersten beiden Staffeln bekamen wir zu sehen, wie eine Gruppe bunt zusammengewürfelter Krimineller unter der Leitung eines mysteriösen "Professors" eine Gelddruckerei überfiel, Geiseln nahm und mit denen tagelang im Gebäude verharrte. Um zu verhindern, dass sie untereinander persönliche Beziehungen entwickeln, bekommt jeder von ihnen einen Städtenamen verpasst.

Versteckt in einem Transporter gelangen die acht Auftragsräuber ins Innere der Banknotendruckerei in Madrid und nehmen dort jeden als Geisel, den sie zu fassen kriegen - inklusive der Angestellten der Druckerei und einer Schulklasse, die ausgerechnet an diesem furchtbaren Tag einen Ausflug dorthin macht. Währenddessen chillt der "Professor" in seinem Versteck, das als Mini-Cider-Fabrik getarnt ist, versorgt seine Buddies per Funk mit Anweisungen und kommuniziert telefonstreichartig mit der Polizei.

Klar, dass der örtlichen Polizei der professorische Plan nicht allzu gut gefällt. Direkt schicken sie also die Crème de la Crème ins Gefecht: Raquel und ihr (unsterblich in sie verliebter) Partner Ángel. Die beiden haben allerdings nicht mit dem Genie der Geiselnehmer gerettet: Sie haben ihren Geiseln allesamt denselben Signature Look verpasst - roter Overall mit Dalí-Maske.

Auch anderswo wird's romantisch: Tokio und der jüngere Rio verknallen sich. Denver freundet sich währenddessen mit der Geisel Monica an, die ungewollt mit dem Kind ihres Liebhabers Arturo schwanger ist. Der ist der Direktor der Druckerei - und verheiratet.

Währenddessen kommt auch der Rest der Polizei den Räubern immer näher und stößt auf die verlassene Villa, in der sie ihre Pläne geschmiedet haben. Raquel, die immer noch total in "Salva" verknallt ist, nimmt ihren neuen Lover gleich dorthin mit. Ungut: Ihr Ex-Mann Alberto arbeitet dort bei der Spurensicherung und entdeckt ein halb verbranntes Stück Papier im Kamin, das zum Professor führen könnte. Dem bleibt daraufhin nichts anderes übrig, als Alberto bewusstlos zu schlagen und das Beweisstück zu vernichten, bevor er verhaftet wird. Im Gefängnis richtet sich der Professor dann selbst auf der Toilette so übel zu, dass es aussieht, als sei er (von Alberto) verprügelt worden. Raquel eilt ihm, klar, daraufhin mitleidig zur Hilfe und holt ihn aus dem Knast.

Nachdem sie versucht hat, eine Meuterei anzuzetteln, schmeißt Berlin Tokio aus der Gelddruckerei, woraufhin sie verhaftet wird - und für eine Strafmilderung den echten Namen des Professors verrät: "Sergio Marquina". Doch Tokio ist wieder unterwegs zu ihren Kumpels: Von Verbündeten aus dem Gefängnis befreit, fliegt sie mit einem Motorrad in die Eingangshalle der Gelddruckerei - sehr zur Freude ihres Lovers, Rio. Dabei kommt es zwischen Polizei und Räubern zu einem Schusswechsel, bei dem Moskau angeschossen wird und stirbt.

Berlin opfert sich, als die Polizei das Gebäude stürmt. Die Räuber sind entkommen, und der Professor hat sich auf die philippinische Insel Palawan abgesetzt - allerdings nicht, ohne seiner Raquel deren Koordinaten zu hinterlassen.

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