Motorrad-Heckträger für VW T5/T6 und andere Transporter: Ein umfassender Überblick

Nicht immer lässt sich ein Motorrad im Transporter oder dem Reisemobil mitführen. Wenn es aber dennoch mit auf die Tour soll, bietet sich als Transportalternative ein Heckträger an. Hier setzen allerdings die Technik und die Gesetzgebung enge Grenzen.

Technische und rechtliche Voraussetzungen

Motorräder lassen sich auch am Heck eines Transporters oder eines Reisemobils auf einem Heckträger transportieren. Wir erklären, welche technischen und rechtlichen Voraussetzungen gelten.

Achslast und Gesamtgewicht

Wer mit einem Heckträger liebäugelt, sollte vorher die Reserven am eigenen Fahrzeug prüfen. Die zulässigen Achslasten finden sich in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter den Ziffern 8.1 bis 8.3. - bei zweiachsigen Fahrzeugen unter 8.1 und 8.2. Das zulässige Gesamtgewicht steht unter der Ziffer F.1.

Manche Anbieter liefern ihre Systeme mit einer Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE), die zwar die Montage ohne weitere Abnahme erlaubt, den Fahrer aber nicht von der Pflicht befreit, die zulässigen Achslasten einzuhalten. Zu hohe Achslasten werden nicht nur bei einer Kontrolle teuer, sie gefährden auch die Fahrsicherheit. Allerdings darf durch die Last am Heck auch die Last auf der Vorderachse nicht zu weit sinken.

Laut EU-Verordnung (1230/2012) darf sie in keinem Fall weniger als 20 Prozent der technisch zulässigen Gesamtmasse des Fahrzeugs betragen.

Zuladung berechnen

Zuladungsberechnung für die max. Zuladung eines Trägers am Heck eines speziellen Vans:

  • Die maximal mögliche Zusatzbelastung der Hinterachse (X). Sie ist nur durch Wiegen der aktuellen Achslast und Abgleich mit der im Fahrzeugschein eingetragenen maximalen Hinterachslast zu ermitteln
  • Radstand (a)
  • Abstand zwischen der Hinterachse und dem Schwerpunkt der Ladung (b). Dafür nimmt z. B. Fiedler 45 Zentimeter hinter dem Fahrzeugende an.

Die maximal mögliche Zuladung berechnet sich über die Formel: (x*a)/(a+b)

Achtung: Das Eigengewicht des Trägers zählt zur Zuladung.

Die Halter und Plattformen sind je nach Ausführung mit maximal 300 Kilogramm belastbar. Ein Wert, der durchaus auch für größere Maschinen geignet erscheint. Entscheidend ist aber nicht die theoretische Belastbarkeit des Trägers, sondern was davon nach Anbau am Fahrzeug übrig bleibt. Hier sind die zulässige Hinterachslast sowie das zulässige Gesamtgewicht maßgeblich.

Ein Halter wird am Chassis des Fahrzeugs verschraubt und der Heckträger anschließend aufgeschoben. So ist er schnell an- und abbaubar. Die meisten Heckträgersysteme sind abnehmbar konstruiert, lediglich die Basishalter werden direkt am Fahrzeugchassis verschraubt und verbleiben dort. Um trotzdem Hecktüren und Heckklappen nutzen zu können, sind manche Modelle samt Ladung zur Seite oder nach hinten schieb- oder klappbar.

Anbieter wie Fiedler oder Allround geben keine ABE aus, sondern errechnen aus den zulässigen Achslasten und dem zulässigen Gesamtgewicht die tatsächlich mögliche maximale Zuladung für den Heckträger. Für eine Eintragung des Heckträgers bei einer Prüfgesellschaft ist dann auch der Wiegebericht vorzulegen.

Am Ende aller Berechnungen können so von theoretisch bis zu 300 Kilogramm Zuladung nur noch 100 Kilogramm übrig bleiben. Zu wenig für die meisten Motorräder, ausreichend für Roller oder leichte Crosser oder Trial-Bikes.

Erfahrungen mit Heckträgern

Auf dem Träger transportiere ich regelmässig meine 12er GS. Und das funzt einwandfrei. Da der Bus hinten etwas in die Knie geht, habe ich ein paar zusätzliche Federn eingebaut. Beim Fahren muss man natürlich kleine Einschränkungen machen und etwas vorsichtiger fahren. Aber ausser dem Mehrgewicht merkt man kaum einen Unterschied. Manchmal hab ich noch zwei Fahrräder zusätzlich drauf und den Camping-Wassertank mit 40L gefüllt. Auch das geht noch. Die hintere Achslast ist dann allerdings bereits leicht überschritten.

So kann mit dem Ducato problemlos auch mit 150km/h über die A-Bahn gefahren werden, die Bikes hinten drauf merkt man überhaupt nicht. Geiles Teil.

Anbau eines Cate Motorradträgers am VW T5.2

Um Innenstädte nicht mehr mit dem Bus befahren zu müssen um etwas besichtigen zu können, habe ich einen Cate Motorradträger an den Bus T5.2 montiert. (Alles passt auch an einen T6, allerdings ohne ABE, dafür mit Unterlagen um den fest verbauten Adapter beim TÜV eingetragen zu bekommen.)

Der Adapter an welche die Plattform befestigt wird, wird fest und dauerhaft am Fahrzeug montiert und ist somit eintragungspflichtig.

Da mein Bus keine Anhängervorbereitung hatte, habe ich einen originalen Kabelbaum und das Steuergerät selbst verlegt. Das Anklemmen am Lichtschalter und am Borsteuergerät, sowie die Freischaltung des Anhängersteuergerätes ließ ich bei VW machen. Der Kabelsatz kostete 223€.

Ich bestellte dann den gewünschten Träger bei Camping Wagner zum gleichen Preis, allerdings versandkostenfrei und in 3 Tagen geliefert. Freitags bestellt, montags geliefert.

Der Anbau des fest am Fahrzeug verbleibenden Adapters war recht einfach. Der Adapter für Fahrzeuge ohne Anhängerkupplung passt auch wenn eine Anhängerkupplung verbaut ist.

Aus der Metall-Stoßstange müssen zwei Stücke herausgesägt werden. Am besten geht das mit einer Stichsäge. Man benötigt aber ein langes Metallsägeblatt. Außerdem müssen zwei vorhandene elliptische Löcher erweitert werden. Ich bohrte mehrere kleine Löcher in Reihe und sägte die Stege durch. Anschließend arbeitete ich alles mit einer halbrunden Feile nach. Die zwei Löcher welche in der Plastikstoßstange benötigt werden kann man mit einem Bohrer und einer Feile oder mit einem konischen Schälbohrer machen. Das ist problemlos.

Der Träger kann im leeren Zustand hochgeklappt werden. Mit dem Aufstellhalter wackelt er aber sehr. Man sollte den hochgeklappten Träger vielleicht noch irgendwo festbinden.

Überblick über verschiedene Heckträger-Anbieter

Die Auswahl an Heckträgern ist groß. Um die eigenen Ansprüche und Möglichkeiten abzuklopfen, sollte direkt mit einem Hersteller Kontakt aufgenommen werden.

Allround Cate Motorrad-Set

Auch hinter sehr kompakten Vans findet ein Motorrad Platz. Der Träger von Allround ist mit bis zu 300 Kilogramm belastbar, beim Mercedes Marco Polo dürfen je nach Ausbaustufe aber nur 160 bis 250 Kilo draufgepackt werden.

Fiedler

Bis zu 250 Kilo hält der Träger von Fiedler aus. Damit sind auch größere Bikes wie die abgebildete Kawasaki Z 1000 SX hinter dem Campingbus transportierbar. Die Gesamtzuladung des Fahrzeugs ist dann aber schnell überschritten. Der Fiedler Träger ist top. Glaube nicht das es einen besseren gibt. Vor allem für zwei Trialer.

Linnepe Slideport

Um auch bei montiertem Träger zumindest eine Hecktür öffnen zu können, ist der Slideport verschiebbar. Die maximale Belastung des Systems liegt bei 170 Kilogramm.

Weitere Anbieter

  • Sawiko

Kosten für Zubehör

Die angebotene originale Aluplatte welche nicht unbedingt benötigt wird und nur dazu dient, dass der Roller von unten nicht schmutzig wird, oder um auch mal eine Kiste auf den Träger transportieren zu können, sollte 297€ kosten.

Die originale Motorradschiene und die Auffahrrampe sollten 321€ kosten.

Ich kaufte bei JB Brandl GmbH für 171€ inkl. Versand das Set 1 x motorcycle stand rail with retainingbracket incl. aluminium ramp rail. Beide Teile kürzte ich um 10cm, damit sie links und rechts nicht am Fahrzeug überstehen.

3 Heckträger im Überblick

Die folgende Tabelle bietet einen kurzen Überblick über drei verschiedene Heckträger-Modelle:

Hersteller Modell Maximale Belastung Besonderheiten
Allround Cate Motorrad-Set 300 kg Geeignet für kompakte Vans
Fiedler - 250 kg Auch für größere Bikes geeignet
Linnepe Slideport 170 kg Verschiebbar, um Hecktür zu öffnen

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