Heinz Kinigadner: Eine Karriere im Motocross und darüber hinaus

Heinz Kinigadner ist ein leidenschaftlicher Motorsportler und eine wahre Legende im Motocross.

Anfänge und Erfolge im Motocross

Der gelernte Bäcker und Konditor, geboren am 28. Jänner 1960 in Uderns, gewinnt ab 1978 mehrere österreichische Staatsmeistertitel im Motocross (125 cccm, 250 cccm und 500 cccm). In den 1970er Jahren gab es das EZEB Racing Team. Die härteste Konkurrenz hat Heinz immer in seinen beiden Brüdern Hansi und Klaus gefunden - es gab also immer eine Herausforderung! Und unzählige Staatsmeistertitel für alle 3 Brüder.

1982 feierte er beim Grand Prix von Italien bei der Motocross-Weltmeisterschaft der Klasse bis 250 ccm auf einer Yamaha seinen ersten großen Sieg. Zur Saison 1983 ist Heinz dann auf eine KTM umgestiegen und hat 1984 und 1985 zwei Weltmeistertitel in Folge eingefahren.

Auf einer schneeweißen KTM gewann Kinigadner die 250er-Krone zweimal hintereinander, 1984 und ´85. In den achtziger Jahren zählte Heinz Kinigadner zu den weltbesten Motocrossfahrern und wurde auch zweimal Weltmeister in der 250-ccm-Klasse.

Infolge mehrerer schwerer Verletzungen entschloss sich der Österreicher 1988, seine Cross-Laufbahn zu beenden.

Wechsel zum Rallye-Sport

Ende der 80er Jahre steigt Heinz in den Motorradrallye-Sport ein. Allerdings kam er nicht los vom Motorradsport und nahm schon bald weltweit an verschiedenen Motorrad-Rallyes teil.

Kini gewann in den 1980ern zwei Motocross-Weltmeisterschaften und nahm im Jahr 1992 an seiner ersten Dakar teil, die damals von Paris nach Kapstadt in Südafrika führte. Der österreichische Fahrer beendete etwa sechs Tage des beinahe zweiwöchigen Rennens, als sein Motorrad unglücklicherweise schlappmachte.

Trotz seiner Vorurteile gegenüber dem Rallysport wurde Kinigadner schnell klar, dass die Aufmerksamkeit, welche die Medien der Dakar schenkten, nicht mit dem Motocross zu vergleichen war.

Kinigadner erinnert sich an seine erste Dakar-Rallye, als er sein Motorrad auf dem Wagen eines Kohlezuges transportieren musste.

Er erklärt, warum ihm die Teilnahme an der Rallye Dakar mehr Ruhm eingebracht hat als seine beiden WM-Titel im Motocross.

Im Jahr 1994 baute ich das erste KTM-Team für die Dakar auf. Es war ein echtes Abenteuer.

Kinigadner hatte in seinem turbulenten Leben mehr als einen Rückschlag zu verkraften. Allerdings kam er nicht los vom Motorradsport und nahm schon bald weltweit an verschiedenen Motorrad-Rallyes teil. Dabei ließ er sich trotz mehrfacher Rückschläge und teilweise sehr schwerer Verletzungen nie von seinem Ziel abbringen, die Grenzen seiner sportlichen Möglichkeiten auszuloten.

"Hart, härter, Kinigardner", lautete seine Devise, die ihn manchmal an den Rand des Todes brachte.

Erst nach einem Oberschenkelhalsbruch im Jahr 2000 zog er endgültig einen Schlussstrich unter seine aktive Laufbahn und begann, sich ab 2001 auf seine Tätigkeit als Rennsportverantwortlicher bei KTM zu konzentrieren.

Bald beherrschte die österreichische Marke die Enduro-Szene nach Belieben, und man entschloss sich daher, die Aktivitäten ab 2003 auch auf die Straßen-Motorrad-WM auszudehnen.

Als zweifacher Motocross-Weltmeister spielte der Ex-Rennfahrer aus Österreich eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des extrem erfolgreichen KTM-Rally-Projekts, welches beim wohl berüchtigtsten Rennen der Welt - der Rallye Dakar - einen unglaublichen Rekord von 18 Siegen in Folge hält.

Engagement bei KTM Motorsport

Neben seiner Motorradlaufbahn startet Heinz 1992 bei KTM als Sportmanager durch und ist dort bis heute tätig.

‚Kini‘ ist für sein Engagement bei KTM Motorsport ebenso bekannt wie für seinen Einsatz für karitative Organisationen.

Tragödien und soziales Engagement

Kinigadner hatte in seinem turbulenten Leben mehr als einen Rückschlag zu verkraften.

1982, drei Wochen nach seinem ersten Weltcup-Sieg, verunglückten Mutter und Großmutter mit dem Auto tödlich, der Vater überlebt. 1984, fünf Wochen nach dem Gewinn der ersten Weltmeisterschaft, muss Heinz mitansehen, wie sein Bruder Hans in ein Sumpfloch fährt und sich zwei Brustwirbel bricht: Querschnittslähmung.

Sein zweiter Bruder Klaus verliert nach einem Sturz auf einem Auge 90 Prozent seiner Sehkraft, fährt trotzdem weiter. Wenige Jahre später stürzen zwei junge Fahrer, die er nach Kalifornien zu einem Rennen eingeladen hatte, schwer: eine Schocklähmung, eine Querschnittslähmung.

Nach einigen Rennerfolgen und einem starken Auftritt bei der Dakar Rallye, beendete Heinz seine Karriere nach einem tragischen Unfall seines Sohnes Hannes im Jahr 2003.

Sohn Hannes bleibt nach Sturz bei einem Wohltätigkeitsrennen querschnittgelähmt, woraufhin Kini 2004 zusammen mit Red Bull Erfinder Dietrich Mateschitz die Wings for Life Stiftung für Rückenmarksforschung gründet.

Am 26. Juli 2003 bestreitet Kinigadners damals 19-jähriger Sohn ein Benefizrennen, muss einem anderen Fahrer ausweichen, verliert die Kontrolle über sein Motorrad und stürzt auf den Kopf: „C 5 - Kompressionsbruch des fünften Halswirbels“, erfährt Vater Heinz Stunden später die Diagnose, als sein Sohn in Salzburg in der Notaufnahme liegt. C5 bedeutet eine Lähmung, die quasi unterhalb des Halses beginnt.

Gründung der Stiftung „Wings for Life“

Mit Hilfe von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz wird ein Expertengipfel mit dem Fall betreut.

„Schnell wurde uns klar, dass Querschnittslähmungen von der Pharmaindustrie vernachlässigt werden, weil es wirtschaftlich eben nicht rentabel ist“, erklärt Kinigadner, wie es in den kommenden Wochen zur Gründung der Stiftung „Wings for life“ kam.

Die „Wings for Life“-Stiftung wurde 2004 von Dietrich Mateschitz, Red Bull-Gründer, und Heinz Kinigadner, mehrfacher Motocross-Weltmeister, ins Leben gerufen.

Die Stiftung„Wings for Life“ ist eine gemeinnützige Forschungsstiftung mit dem Ziel, den wissenschaftlichen Fortschritt und die medizinische Forschung zur Heilung von Querschnittslähmung als Folge einer Rückenmarksverletzung zu fördern und zu beschleunigen.

Aktuelles Engagement

Weiters gründet er 2002 zusammen mit seinen Kindern Hannes und Isabell die KINI Sport-Management GmbH, die online und im Fachhandel Sportbekleidung vertreibt.

Teilnahme an Motorsport Veranstaltungen

Kinigadner erklärt, dass KTM-Kunden ihr eigenes Bike - wie eine KTM EXC oder eine der neuen KTM 790 Adventure R - mitbringen, um an diesem einzigartigen Event teilzunehmen.

Sie haben die Möglichkeit, ihr Motorrad zu Kinigadners Betrieb im österreichischen Tirol zu bringen, wo dann alles für sie erledigt wird (einige europäische Händler können das Verschiffen von Bikes organisieren und Gruppen von Motorrädern können nach Tirol transportiert werden).

„Von unserem Basislager kannst du 1500 km weit fahren und bist immer noch in der Wüste. Du kannst aber auch in Sichtweite des Hotels in der Wüste stundenlang Dampf ablassen. Die Veranstaltung passt sich der Erfahrung des Teilnehmers an. Wir erstellen für jeden Tag ein Roadbook - pro Tag sind etwa 150 km zurückzulegen und wir investieren viel Zeit, damit alle Fahrer jede Menge Spaß haben. Wenn ein Teilnehmer nicht dem Roadbook folgen will, muss er das auch nicht. Jeden Tag fährt jemand voraus und wir haben auch ein Schlussfahrzeug - so können alle Fahrer der Gruppe mit dem Schlussfahrzeug folgen, und wir planen außerdem Ausstiegspunkte, damit Teilnehmer zurück ins Hotel fahren können, wenn sie genug haben.

„Dieses Jahr machen wir auch eine geführte Tour für 2-Zylinder-Maschinen. Tunesien hat viel Interessantes zu bieten - unter anderem den Ort, an dem Star Wars gefilmt wurde - und bei der geführten Tour besuchen wir diese. Die Tour-Teilnehmer müssen weitere Distanzen zurücklegen als die andere Gruppe, etwa 160 km. Da sind aber auch ein paar asphaltierte Straßen dabei. Wir versuchen, die Gruppen, so gut es geht, zu kombinieren - Teilnehmer mit 1-Zylinder-Modellen verwenden das Roadbook, die anderen werden geführt.

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