Lederkutten und schnelle Motorräder: Es sind leider nicht die einzigen Kennzeichnen vieler Rockerklubs, die regelmäßig auch durch kriminelle Machenschaften auffallen. Von Körperverletzung über Drogendelikte bis hin zu Mord, immer wieder werden Taten von Mitgliedern vor Gericht verhandelt, immer wieder werden etwa in Deutschland auch Ortsgruppen der Klubs verboten oder lösen sich selbst auf, um dem Gesetz zuvorzukommen, und gründen sich später neu.
Was sind die Hells Angels?
In erster Linie sind die Hells Angels ein Motorrad- und Rockerclub. Nach eigenen Angaben haben sich die Mitglieder den vier Werten „Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Respekt und Freiheit“ verschrieben. Gegründet wurde der Club 1948 im kalifornischen Ort Fontana in den USA und expandierte in den 60er-Jahren in den gesamten USA und schließlich auch in andere Länder und auf andere Kontinente.
Der Name Hells Angels geht dabei auf einen Filmtitel zurück, „Hell’s Angels“ mit Apostroph, der damit britische Kampfflieger des Ersten Weltkrieges meinte. Im Zweiten Weltkrieg nannten sich Bomberstaffeln der US-Airforce - inspiriert durch den Film - ebenso. Die heutigen Hells Angels stellen aber klar, dass niemals ein Mitglied dieser Staffeln Mitglied in dem Motorradclub gewesen sei - nur der Name sei davon inspiriert.
Es gibt eine feste Hierarchie und nur wenige Clubregeln, die etwa besagen, dass jede Woche zu einem festen Termin ein Meeting der Clubmitglieder stattfinden soll, wobei Frauen nicht zugelassen sind. Jedes Mitglied soll ein eigenes Motorrad besitzen - auch wenn das in der Regel Harley-Davidsons sind, ist das aber nicht vorgeschrieben. Eine weitere Regel ist, dass die Ehefrau oder Freundin eines anderen Clubmitglieds „unantastbar“ ist und Schlägereien zwischen Clubmitgliedern verboten sind.
Ansonsten bilden die Hells Angels nach Ansicht etwa von Soziologen eine Subkultur. Das heißt auch, die Werte wie Ehrlichkeit oder Respekt gelten insbesondere untereinander und deutlich weniger gegenüber allen anderen. In vielen Ländern weltweit werden die Hells Angels mit verschiedenen Formen der Kriminalität in Verbindung gebracht und von Behörden und staatlichen Organisationen beobachtet. Viele Charter wurden auch bereits verboten.
Sind die Hells Angels verboten?
Grundsätzlich sind die Hells Angels als solches nicht verboten, da sie in erster Linie einen in mehreren Vereinen organsierten Motorrad- und Rockerclub darstellen. Allerdings treten einzelne der sogenannten Charter oder auch einzelne Mitglieder immer wieder mit verschiedenen Formen der Kriminalität in Verbindung. Aufsehen erregten die Hells Angels etwa erstmals in den 60er-Jahren, als sie bei einem Konzert der Rolling Stones als Ordner engagiert worden waren.
Seit 2019 sind alle Aktivitäten der Hells Angels - auch die der weltweiten Organisation - in den Niederlanden verboten, weil sie „eine Gefahr für die öffentliche Ordnung“ darstellen würden. In Deutschland prüft der Verfassungsschutz seit dem Jahr 2010, ob die Hells Angels deutschlandweit verboten werden können.
In Deutschland ist der Hells Angels MC (Motorradclub) Germany in mehreren Ortschartern organisiert, die jeweils als Verein eingetragen sind. Allein zehn dieser Charter wurden seit 1983 verboten und aufgelöst, weil sie mit Straftaten in Verbindung gebracht wurden. Verboten sind in Deutschland die Charter Hamburg, Düsseldorf, Flensburg, Pforzheim („Charter Borderland“), Frankfurt, Westend, Kiel, Cologne (Köln), Singen und Berlin City - wobei sich die beiden letzteren präventiv selbst auflösten, um einem Verbot zuvor zu kommen.
Woran erkennt man Hells Angels?
Als Clubabzeichen dient der markenrechtlich geschützte geflügelte Totenkopf sowie der ebenfalls geschützte „Hells Angels“ Schriftzug in roter Schrift auch weißem Grund. Die Mitglieder tragen in der Regel ärmellose Jeans- oder Lederwesten (Kutten), die auf dem Rücken mit dem Hells Angels-Schriftzug und dem geflügelten Totenkopf versehen sind. In Deutschland steht als Charter-Name nicht Germany, sondern der Name des Orts- oder Regionalcharters.
Mit welchen Straftaten stehen die Hells Angels in Verbindung?
Neben etlichen zum Teil bewaffneten Ausschreitungen besonders gegen konkurrierende Rockerclubs, sind es oft Delikte aus dem Bereich Drogenhandel, (illegale oder auch Zwangs-) Prostitution, Zuhälterei, Waffenhandel, Erpressung und Nötigung, die den Mitgliedern oder Chartern vorgeworfen wurden sowie vereinzelt Morde. In manchen Fällen wurde auch „die Bildung einer kriminellen Vereinigung“ im Sinne von organisierter Banden-Kriminalität durch die Gerichte geahndet.
Wie viele Hells Angels gibt es?
Laut der Hells Angels-Webseite gibt es 467 Charter in 59 Ländern auf fünf Kontinenten. Genaue Mitgliederzahlen gibt es nicht, Schätzungen gehen von wohl mehr als 10.000 männlichen Mitgliedern in Deutschland aus - dazu kommen Supporterclubs.
Die Rangordnung innerhalb der Hells Angels
Die Rangordnung innerhalb der Hells Angels basiert auf einem System von Patches. Die Hells Angels ist einer der bekanntesten und größten Motorradclubs weltweit und wurde 1948 in Kalifornien gegründet. Die Mitglieder bezeichnen sich selbst als "Motorcycle Club" (MC). Strafverfolgungsbehörden nennen die Hells Angels jedoch oft "Outlaw Motorcycle Gang" (OMG), was bedeutet, dass die Mitglieder sich nicht unbedingt an die Gesetze und Regeln der Gesellschaft halten. Diese tragen verschiedene Patches auf ihrer Lederweste, um ihren Platz innerhalb der Rangordnung zu kennzeichnen.
- Vollmitglied (Full Patch Member): Dies sind die vollwertigen Mitglieder des Clubs, die alle Rechte und Pflichten haben.
- Prospect: Ein Prospect ist ein Kandidat, der noch nicht das volle Mitgliedsrecht erreicht hat. Die Dauer der Prospect-Phase liegt in der Regel zwischen einem und drei Jahren, abhängig von Region und Chapter. In dieser Zeit muss sich der Prospect bewähren und seine Loyalität unter Beweis stellen. Typische Aufgaben sind unter anderem das Waschen von Motorrädern oder das Bereitstellen von Getränken bei Clubtreffen.
- Supporter: Dies sind keine Vollmitglieder, aber sie unterstützen den Club und seine Aktivitäten.
Die Hells Angels sind ein reiner Männerclub. Frauen können keine Mitglieder werden.
Hells Angels Hierarchie: Die interne Struktur
Innerhalb der Hells Angels gibt es neben der oben genannten Struktur auch eine Hierarchie mit klaren Führungsrollen. Da Informationen über die internen Strukturen der einzelnen Organisation oft geheim gehalten werden und diese sich auch je nach Region unterscheiden, ist es schwer eine offizielle Ordnung anzugeben. Hier die wichtigsten Rollen:
- Präsident: Er ist das oberste Mitglied und die höchste Autorität des Clubs in einem bestimmten Chapter.
- Vizepräsident: Er gilt als der Stellvertreter des Präsidenten und unterstützt ihn in seinen Aufgaben.
Geschichte der Hells Angels Stuttgart
Das Stuttgarter Charter des Hells Angels Motorcycle Club wurde am 4. Dezember 1981 gegründet. Hervorgegangen war es aus dem Hammers Of Hells MC Stuttgart. Der MC bestand nur aus diesem einen Charter und hatte seit circa 10 Jahren existiert. Die damaligen Hammers Of Hell Members waren im Durchschnitt recht jung und bestanden vorwiegend aus Mechanikern und Werkzeugmachern. In diesem Club war damals schon eine Harley-Davidson Standard.
1978 stellten sich die Hammers Of Hell MC offiziell beim Hells Angels MC Hamburg vor. Am 29. September 1980 wurde das Stuttgarter Charter zu Prospects des Hells Angels MC und von nun an wurde stolz der rot-weiße MC Germany Bottom Rocker getragen! Am 4. Dezember 1981 war es endlich soweit! Auf einem spontan ausgerichteten Camp im Welzheimer Wald wurden das zweite Deutsche und weltweit 50. Charter in die Bruderschaft der Hells Angels aufgenommen!
Geschichte der Hells Angels
Am 17. März 1948 wurde das erste Charter des Hells Angels Motorcycle Club in der Region um Fontana/San Bernardino (BERDOO) in den USA gegründet. Etwa zur selben Zeit gründeten sich auch andere Motorradclubs (MCs) an den verschiedensten Orten rund um Kalifornien. Während den Fünfzigern wurden mehr und mehr Hells Angels Charter gegründet.
Am Anfang hatten die unterschiedlichen Hells Angels Charter nichts miteinander zu tun. Nach ein paar Jahren allerdings vereinten sie sich und gewisse Regeln zur Aufnahme wurden festgelegt. Zunächst als rein kalifornisches Phänomen, entwickelte sich der HAMC erstmals international im Jahre 1961. Dies passierte, als das erste Charter ausserhalb von Kalifornien zugelassen wurde, sonderbarerweise ausgerechnet ein Charter, dass soweit von Kalifornien entfernt war, nämlich Auckland in Neuseeland.
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