Einen Fahrradhelm zu tragen ist in Deutschland gesetzlich nicht vorgeschrieben. Bei einem Sturz kann dieser seinen Nutzer allerdings vor schwerwiegenden bis hin zu tödlichen Folgen bewahren. Anstelle eines Gesetzes gibt es die „Allgemeine Empfehlung“, im Straßenverkehr einen Helm zu tragen. Damit bist Du stets sicher auf dem Fahrrad unterwegs.
Welche Fahrradhelm-Arten gibt es?
Grundsätzlich unterscheidet man drei verschiedene Arten: Softshell-, Hardshell- und Microshell-Helme. Was genau hinter diesen drei Begriffen steckt, erklären wir Dir im Folgenden.
Softshell-Helme
Softshell-Helme bestehen lediglich aus einer Schale aus Hartschaumstoff. Deshalb sind sie auch besonders leicht und oftmals recht preisgünstig. Da diese Weichschalen-Helme nicht besonders viel Aufprall abfedern können, raten Experten mittlerweile von diesem Helmtyp ab.
Hardshell-Helme
Bei den Hardshell-Helmen besteht der Überzug aus hartem Kunststoff, was sie etwas robuster als die Weichschalen-Variante sein lässt. Dadurch sind sie aber auch deutlich schwerer und werden hauptsächlich im Downhill-Bereich verwendet.
Microshell-Helme
Die am weitesten verbreitete Helmart sind die Microshell-Helme. Der harte Schaumstoffkern ist zusätzlich von Kunststoff überzogen. Durch die glatte Oberfläche kann der Helm den Aufschlag auf den Untergrund noch besser abfedern. Die Löcher im Helm dienen als Luftzufuhr und sollen so das Schwitzen des Fahrers vermindern. Das Eigengewicht des Microshell-Helms ist geringer als das des Hartschalenhelms, aber höher als das des Weichschalen-Helms.
Der passende Helm für jede Fahrraddisziplin: Welcher Fahrradhelm passt zu mir?
Egal ob Mountainbiking, Rennradfahren, Triathlon oder mit dem Rad zur Arbeit: Für jede Fahrraddisziplin gibt es den passenden Helm.
Freizeit und Tour
Die Fahrradhelme für eine Radtour am Wochenende oder die Wege des täglichen Lebens verfügen über eine deutlich einfachere Ausstattung als Sporthelme. Dies liegt daran, dass die erreichte Geschwindigkeit mit City-Bikes & Co. überschaubar bleibt, die Aerodynamik keine Rolle spielt und die Durchlüftung weniger wichtig ist. Dafür haben Modelle, die für die Freizeitnutzung vorgesehen sind, oft eingebaute Leuchten, was für zusätzliche Sicherheit im Straßenverkehr sorgt.
E-Bike
Aufgrund der hohen Geschwindigkeit sollten sich gerade Nutzer eines E-Bikes schützen. Je nach Einsatzgebiet variieren hier die Formen. Beispielsweise gibt es spezielle Modelle für die Nutzung eines E-Mountainbikes.
Mountainbike-Helm
Während Fahrradfahrer, die auf der Straße unterwegs sind, statistisch gesehen meistens nach vorne fallen, kann ein Mountainbiker in jede beliebige Richtung stürzen. Aus diesem Grund bedeckt ein Mountainbike-Helm mehr Zonen am Kopf als es bei anderen Helmen der Fall ist. Oftmals verfügen diese Helme über einen besonderen Kinnschutz. Darüber hinaus bevorzugen die meisten Mountainbiker Helme mit einem Visier oder Schild, damit das Gesicht vor der Sonne und vor Zweigen geschützt ist. Viele Modelle sind außerdem mit Halterungen für Lampen oder einer Helmkamera versehen.
Rennradhelm
Bei Helmen für Rennradfahrer wird auf die Aerodynamik großen Wert gelegt. Aus diesem Grund sind sie meist möglichst glatt und schnörkellos und verfügen über weniger Lüftungslöcher. Auch ein geringes Eigengewicht ist bei einem Rennradhelm von großer Bedeutung. Ein weiteres Merkmal ist das Fehlen eines Schildes. Dies hat den Grund, dass dieses bei der geduckten Körperhaltung auf dem Rennrad das Gesichtsfeld gefährlich einschränken würde.
Triathlon
Beim Teil des Triathlons, der auf dem Fahrrad stattfindet, bleibt die Geschwindigkeit konstant. Für eine optimale Aerodynamik haben Triathlonhelme daher eine Heckspitze, die den Fahrtwind nach hinten ableitet. Optisch ähneln sie Rennradhelmen. Meist ist die Heckspitze allerdings kürzer und sie sind auch weniger gut belüftet.
BMX
Fahrer, die mit dem BMX-Rad an Rennen teilnehmen, sollten darauf achten, dass der Helm Gesicht, Kinn und Mund schützt. Alternativ gibt es auch BMX-Helme, die Skaterhelmen ähneln. Diese Modelle bedecken nur einen kleinen Teil des Gesichtsbereiches, schützen aber den Schläfenbereich sowie den Hinter- und Vorderkopf. Allerdings ist die Belüftung dieser Radhelme nur gering. Das Design ist meist eher einfach gehalten, was sie langlebig und kostengünstig macht. Für eine Anpassung an Deinen Kopf gibt es oft Schaumstoffpolster in verschiedenen Stärken.
Achte auf eine richtige Passform Deines Fahrradhelms
Ein Fahrradhelm soll für mehr Sicherheit beim Radfahren in der Stadt und generell bei allen Fahrten sorgen. Voraussetzung dafür ist der optimale Sitz.
Ist ein Fahrradhelm zu groß, besteht die Gefahr, dass er verrutscht und damit einhergehend Deine Sicht einschränkt. Weiterhin mindert das Zurechtrücken des Helms die Konzentration auf den Verkehr. Ganz zu schweigen davon, dass ein zu großer Helm bei einem Sturz nicht fest am Kopf sitzt und so wichtige Stellen des Schädels nicht mehr ideal geschützt werden. Mögliche Folgen: Schwerwiegende oder sogar tödliche Kopfverletzungen. Ist ein Fahrradhelm hingegen zu klein, kann dies zu Kopfschmerzen führen, was ebenfalls die Konzentration auf den Straßenverkehr reduziert.
Welcher Fahrradhelm für welche Kopfform?
Du fragst Dich nun, wie Du die richtige Fahrradhelm-Größe herausfindest? Hierfür benötigst Du ein Maßband. Alternativ kannst Du auch eine Schnur in Kombination mit einem Zollstock oder Lineal nutzen, um Deine Kopfumfang zu ermitteln. Die richtige Methode besteht darin, dass Maßband bzw. die Schnur einen halben bis einen Zentimeter über den Augenbrauen anzusetzen und möglichst in einer geraden Linie um den Kopf herumzuführen. Dein auf diese Weise ermittelte Kopfumfang ist Deine persönliche Fahrradhelmgröße. Natürlich gibt es nicht für jeden Kopfumfang genau die richtige, maßgeschneiderte Helmgröße - weshalb eine Helmgröße oft in größeren Zentimetereinheiten angegeben wird. Steht man mit seinem Kopfumfang genau zwischen zwei Größen, sollte immer die größere gewählt werden. Eine wesentliche Rolle für den perfekten Sitz spielt nämlich auch die Einstellung des Helmes.
Hast Du einen Helm in Deiner passenden Größe spielt außerdem die korrekte Einstellung eine große Rolle. Ein Fahrradhelm verfügt über zwei verschiedene Systeme, die sicherstellen, dass er Dir nicht vom Kopf fliegt.
Zum einen ist da der Kinnriemen, der so eingestellt werden muss, dass zwischen Kinn und Riemen noch ein Finger Platz hat und der vordere und hintere Riemen unter den Ohren V-förmig zusammentreffen. An der Rückseite des Helms kannst Du die Feinjustierung der Weite vornehmen. Entweder funktioniert das über einen verstellbaren Ring, der den ganzen Kopf umschließt oder einen Helmverschluss, der nur im Nacken sitzt. So wird der Fahrradhelm sicher und bequem auf dem Kopf gehalten.
Tipp: Falls Du beim Fahrradfahren eine Brille oder Sonnenbrille tragen willst, solltest Du diese zum Helmkauf mitnehmen. Auf diese Weise kannst Du testen, ob die Brille unter dem Helm unangenehm drückt.
Wenn Du einen Fahrradhelm anprobierst, solltest Du ihn einige Minuten auf dem Kopf lassen um eventuelle Druckstellen zu spüren. Wenn er unangenehm drückt, ist er nicht für dich geeignet oder er ist beschädigt. Außerdem solltest Du auf ein möglichst geringes Eigengewicht des Helms achten. Ist er zu schwer, belastet das unnötig die Wirbelsäule sowie die Nackenmuskulatur, was zu Verletzungen führen kann.
Die Auswahl des Designs
Auch wenn die Auswahl des Helm-Designs keinen entscheidenden Einfluss auf den Sicherheitsfaktor ausübt, haben helle Farben ganz klar den Vorteil, dass dies Deine Sichtbarkeit in der Dunkelheit erhöht. Noch besser sind in dieser Hinsicht natürlich Modelle, die ein extra Licht besitzen oder besonders reflektieren.
Ansonsten sollte der Helm, vorausgesetzt dieser erfüllt die Ansprüche an Funktion und Sicherheit, den persönlichen Vorlieben hinsichtlich des Designs und der Ästhetik zusagen. Denn so macht es gleich viel mehr Spaß den Helm zu tragen. Und was nützt der beste Helm, wenn er lediglich auf der Ablage im Flur vor sich hin staubt?
Welcher Fahrradhelm für Kinder?
Die meisten Kinder sind alles andere als begeistert davon, wenn es darum geht, einen Fahrradhelm zu tragen. Doch auch wenn die Kleinen sich meist vehement dagegen sträuben, solltest Du in dieser Angelegenheit stets unnachgiebig sein. Daher ist es ganz besonders wichtig, dass das Fahrradfahren schon von Beginn an unweigerlich mit dem Tragen eines Helms in Verbindung gebracht wird. Lass Dein Kind beim Kauf mitentscheiden, welcher Helm es schließlich werden soll. Denn erfüllt dieser die notwendigen Sicherheitsvoraussetzungen, spielt es schließlich keine Rolle, ob er rot, grün, gepunktet oder gestreift ist - oder ob der Held der Lieblingszeichentrickserie die Oberfläche des Helms ziert. Doch es kann ausschlaggebend dafür sein, ob der Nachwuchs den Helm ohne Wenn und Aber trägt. Und ganz wichtig: Kinder neigen dazu, unbewusst das zu kopieren, was ihnen vorgelebt wird. Also sei ein Vorbild.
Im gleichen Zug, in dem Du Deinem Kind beibringst, beim Fahrradfahren einen Helm zu tragen, solltest Du ihm auch erklären, diesen anschließend wieder abzusetzen. Denn beim Klettern und Spielen ist die Gefahr, dass das Kind hängen bleibt oder sich stranguliert viel zu groß. Wir empfehlen Dir, beim Kauf darauf zu achten, dass der Kinderhelm eine Sollbruchstelle hat. Wenn dieser die Norm EN 1080 („Stoßschutzhelme für Kleinkinder“) erfüllt, reißen die Riemen bei zu großer Belastung und können so fatale Folgen verhindern.
Wie muss ein Fahrradhelm sitzen?
Ein Fahrradhelm sollte parallel zum Boden und mittig auf dem Kopf sitzen. Achte darauf, dass er das Blickfeld nicht verkleinert oder zu tief im Nacken sitzt: Zwischen Augenbrauen und Helm sollten ungefähr zwei Fingerbreiten liegen. Die Riemen des Helms müssen auf dem Kinn liegen, ohne zu fest zu sitzen (ein Finger sollte dazwischen passen). Idealerweise liegt der Verschluss leicht seitlich vom Kinn. Die Riemen des Fahrradhelms sollten außerdem um das Ohr ein Dreieck bilden.
Wie lagere ich meinen Fahrradhelm richtig?
Um den Helm möglichst lange in einem guten Zustand zu erhalten, solltest Du einige Pflegetipps und Lagerungshinweise beachten.
Der beste Platz für die Lagerung eines Fahrradhelms ist möglichst weit entfernt von etwaigen Wärmequellen. Der Grund: Durch Hitze egal ob von der Sonne oder einer Heizung kann sich die Kunststoffbeschichtung lösen und das Produkt unbrauchbar werden. Bewahre Deinen Helm also stets an einem möglichst kühlen, trockenen und dunklen Ort auf.
Achtung: Verändere nichts an der Helmschale. Eine Personalisierung durch Bekleben oder Bemalen kann aufgrund der enthaltenen Bestandteile in den Farben oder Klebern die Stabilität des Helms negativ beeinflussen.
Wie reinige ich meinen Fahrradhelm richtig?
Mit der regelmäßigen Nutzung eines Helms gehen natürlich auch Verschmutzungen einher. Gerade an heißen Tagen bildet sich unter dem Fahrradhelm schnell Schweiß. Zusätzlich lagern sich Haare und Hautpartikel an den Polstern im Inneren des Fahrradhelms fest. Diese Kombination sorgt für einen unangenehmen Geruch und deutlich sichtbare Verschmutzungen. Und nach ausgiebigen Touren querfeldein ist grober Dreck auf der Oberfläche der Helmschale keine Seltenheit. Grundsätzlich solltest Du Deinen Helm zweimal im Jahr einer umfassenden Reinigung unterziehen. Dies verhindert, dass sich keine Bakterien und Keime breitmachen können. Doch wie sollte man einen Fahrradhelm am besten reinigen?
Eins vorweg: Ein Fahrradhelm gehört auf keinen Falls in die Waschmaschine. Durch die Rotationen während des Waschgangs sind Schäden am Helm nahezu vorprogrammiert. Ausgenommen von dieser Regelung sind die Elemente im Helm, die sich abnehmen lassen. Idealiter verwendest Du zu diesem Zweck ein Wäschenetz. Wir empfehlen Dir diese nicht jedoch nicht heißer als bei 30 °zu waschen. Alternativ kannst Du die Polsterung hervorragend im Waschbecken reinigen:
- Diese im Laugenwasser einweichen.
- Mit klarem Wasser ausspülen.
- Polster danach auf herkömmliche Weise auf einem Wäscheständer oder einer anderen Ablage trocknen (nicht im Trockner!).
Die Außenseite des Helms kannst Du mit einem Tuch, warmem Wasser und haushaltsüblichem Spülmittel abwaschen. Auf aggressive Reiniger solltest Du verzichten, denn sie schaden den Materialien. Auch für die Gurte Deines Fahrradhelms reichen in der Regel Spülmittel und Wasser aus. Verwende ruhig ein wenig mehr Wasser, sodass sich eventuell eingelagerte Salze lösen.
Wie lange kann ich einen Fahrradhelm verwenden?
Wie die meisten anderen Produkte sind Fahrradhelme nicht für die Ewigkeit gedacht. Da auf Dauer Temperaturschwankungen und Umwelteinflüsse den Materialien schaden, solltest Du Deinen Helm nach rund fünf Jahren austauschen. Wird bei Kindern der Helm zu klein, ist ein Austausch natürlich vor Ablauf der fünf Jahre notwendig.
Nach einem Unfall solltest Du Deinen Fahrradhelm umgehend ausmustern und ein neues Modell anschaffen. Der Grund: Auch wenn Dein Helm noch einwandfrei aussieht, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Styroporschale unter den Erschütterungen rissig geworden ist. Die Dämmwirkung ist somit nicht mehr garantiert. Deshalb solltest Du auch niemals einen gebrauchten Helm kaufen, dessen Historie Du nicht genau kennt. Selbst wenn ein Helm vom Tisch oder der Garderobe fällt und auf dem harten Fußboden aufprallt, können feine Haarrisse die Schutzwirkung massiv beeinträchtigen.
Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest Du Deinen Fahrradhelm mehrmals im Jahr einem gründlichen Check-Up unterziehen. Achte dabei besonders auf folgende Punkte:
- Risse: Risse sind bei den meisten Fahrradhelmen gut zu erkennen. Bei einem Riss des Obermaterials ist ein Austausch notwendig. Unterscheide hier aber klar zwischen Rissen und Kratzer; zweitere schaden dem Helm einzig aus ästhetischer Hinsicht und mindern nicht die Sicherheit.
- Löcher: Auch Löcher stellen ein Risiko dar. Sie nehmen die Stabilität aus dem gesamten Helm.
- Dellen: Dellen können beim Fahrradhelm sowohl innen als auch außen auftreten. Innen entstehen sie häufig im Bereich der weichen Polsterung.
So findest du den richtigen Helm
Beim Kauf eines Fahrradhelmes solltest du zuerst auf den richtigen Sitz achten. Der Helm kann noch so cool, bunt und windschnittig aussehen: Verrutscht er im Moment des Unfalls, kann er deinen Kopf nicht schützen und im schlimmsten Fall noch mehr Schaden anrichten. Bevor du in ein Fachgeschäft gehst oder online nach einem neuen Helm schmökerst, empfiehlt es sich den Kopfumfang zu messen, um die richtige Helm-Größe zu ermitteln.
Viele Hersteller bieten eine Skala an, die erste Orientierung gibt. Doch allein das Kopfmaß ist nicht ausreichend. Am besten ist es, unterschiedliche Helme zu probieren und mit dem Drehrad oder der Ratsche - beides befindet sich an der Hinterseite der Innenschale - den Helm so zu justieren, dass er perfekt sitzt, aber nicht drückt. Der Helm sollte nur an den Stellen aufliegen, die auch gepolstert sind. Die Ohren sollten frei sein. Nach Kontrolle des optimalen Sitzes - der Helm rutscht nicht wenn du den Kopf bewegst und du hast ein gutes Gefühl - lohnt es, noch auf den Verschluss zu achten. Dieser liegt ein bis maximal zwei Fingerbreit unter dem Kinn. Auf keinen Fall sollte er dicht am Kinn anliegen oder gar einschneiden. Die meisten Hersteller bieten einen Ratschen-, Magnet- oder einen Klickverschluss an. Auch hier gilt ausprobieren, was für dich am besten passt.
Fahrradhelm-Arten: für jeden Einsatzzweck den passenden Helm
Bist du ein Vielfahrer, der in der Freizeit überwiegend mit einem Rennrad oder Mountainbike unterwegs ist, sollte dein Fahrradhelm zum Gelände passen. So bieten Rennradhelme beispielsweise eine andere Dynamik und Belüftung als Fahrradhelme für den Mountainbiker. Auch Kinderhelme unterscheiden sich in der Form - nicht nur der grellen Farbe - von Helmen für Jugendliche und Erwachsene.
Bist du dir unsicher, welcher Helm zu dir passt, dann lass dich im Fachhandel beraten. In unseren Filialen kannst du viele Modelle unter die Lupe nehmen und wir unterstützen dich bei der Wahl des Helms, der am besten zu deinen Bedürfnissen passt.
Der entsprechende Helmtyp leitet sich aus deinem Einsatzbereich ab. So gibt es Unterschiede beim Thema Sicherheit, Schutz aber auch beim Thema Komfort.
Helme für den Stadtverkehr und Touren
Gerade im Stadtverkehr oder bei der Fahrradtour am Wochenende ist das Tragen eines Fahrradhelms dringend empfohlen. Die Trekking- & Cityhelme, gerne auch Urban-Helme genannt, bieten Schutz bei einem schlichten und schicken Design. Sie zeichnen sich durch gute Einstellmöglichkeiten und cleveren Features wie Reflektoren oder Lichter aus.
Helme für Mountainbiker
In kaum einem anderen Bereich ist die Sturzgefahr so hoch wie auf dem Mountainbike. Daher ist ein geeigneter Mountainbikehelm auch absolute Pflicht. Für Trail und Allmountain-Touren haben sich Halbschalenhelme bewährt, die für einen guten Kompromiss zwischen hohem Schutz und guter Belüftung sorgen. Diese sind gerade am Hinterkopf meist tiefer geschnitten um auch diesen zu schützen.
Helme für Downhiller
Für den Einsatz auf Downhill-Strecken oder im Bikepark ist ein vollumschließender Fullface-Helm gedacht. Sie bieten den meisten Schutz und durch den Kinnbügel ist zudem auch dein Gesicht und Kiefer geschützt. Generell ist die Helmschale oft robuster und sie sind auch besser gepolstert als Halbschalen-MTB-Helme.
Helme für Rennradler
Auf dem Rennrad zählt natürlich Geschwindigkeit. So sind Rennrad-Helme besonders leicht und haben eine aerodynamische Form um besonders windschnittig zu sein. Dabei sind sie mit einer optimalen Belüftung versehen, was dir hilft immer einen kühlen Kopf zu bewahren. Ihre Form sorgt bei der Kopfhaltung auf dem Rennrad für ein möglichst großes Sichtfeld.
Helme für Kinder
Im Wesentlichen unterscheidet sich ein Fahrradhelm für Kinder nicht großartig von Fahrradhelmen für Erwachsene. Bei beiden soll der Helm die gleiche Funktion erfüllen, nämlich den Kopf vor Stößen im Falle eines Sturzes zu schützen. Allerdings gibt es natürlich ein paar Unterschiede. Kinder haben einen kleineren Kopf und benötigen dementsprechend einen Kinderhelm, der genau auf ihren Kopfumfang passt. Während das Design bei Kindern oft verspielt und farbenfroh ist, kommen Helme für die Großen eher in schlichten Farben daher.
Prüfsiegel & DIN Norm für höchste Sicherheitsstandards
Ob Discounter-Helm oder High-End-Produkt - alle Fahrradhelme, die in der EU und in der Schweiz verkauft werden, müssen sich einem Testverfahren inklusive Crashtest unterziehen. Wird dieser makellos bestanden, erhält der Fahrradhelm die Norm DIN EN1080 (CE). Zusätzlich sind viele Modelle mit dem Zeichen für "geprüfte" Sicherheit (GS) versehen. In EU-weiten Testverfahren nach der DIN EN 1078 (CE) muss der Helm einen Test bestehen, bei dem er unter anderem mit einem Prüfkopf einmal auf einen flachen und einen schrägen Sockel fällt, der eine Bordsteinkante imitiert. Dabei darf der Prüfkopf beim Aufprall nicht das 250-fache der Erdbeschleunigung überschreiten.
Sehr gute Rad-Helme weisen eine so gute Dämpfung auf, dass sie auch bei einem Aufprall mit „nur“ rund 20km/h den Wert von 82G (82-fache Erdbeschleunigung) nicht überschreiten.
So sicher sind Fahrradhelme
Wer jetzt denkt, dass solche Stürze einem nie passieren würden, irrt. Über 70 Prozent der meisten schwer verletzten Radfahrer tragen Kopfverletzungen davon. Vier von fünf hätten durch das Tragen eines Helms verhindert werden können. Auch wer stets langsam und nur kurze Strecken fährt, profitiert von der erhöhten Sicherheit am Kopf. Denn oftmals resultieren Fahrradunfälle durch Zusammenstöße, Eigenverschulden sowie das Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer.
Ein ewiges Leben hat jedoch bei allen noch sicheren Prüfverfahren kein Fahrradhelm. Du solltest ihn nach circa fünf bis sechs Jahren austauschen. Beobachtest du Verschleißerscheinungen, Risse oder hattest du sogar einen Sturz mit deinem Helm, ist er sofort gegen einen neuen zu ersetzen. Einige Hersteller bieten sogar einen Rabatt nach einem Unfall sowie ein Crash Replacement an. So kann ein neuer Helm der gleichen Marke teilweise bis zu 50 Prozent günstiger erworben werden.
Neue Fahrradhelme mit MIPS
Ganz neu auf dem Markt sind Fahrradhelme mit MIPS (Multi-directional impact protection system). Diese verfügen über eine schwimmend verarbeitete Innenschale, die sich mit der Rotationsbewegung deines Kopfes bei einem schrägen Aufprall etwa 15 mm verschiebt und so einen Teil der Beschleunigungsenergie abbauen kann. Ob dieses System wirklich noch mehr Sicherheit bieten kann, wird derzeit in der Fachwelt noch diskutiert. Wichtiger ist es, sich an Testergebnissen und den eigenen Bedürfnissen an einen Helm zu orientieren.
ADAC Fahrradhelm-Test 2022: Ergebnisse und Empfehlungen
Der ADAC hat gemeinsam mit der Stiftung Warentest elf City- und Urban-Fahrradhelme sowie drei S-Pedelec-Helme in den Kategorien Sicherheit, Komfort, Handhabung und Schadstoffgehalt getestet. Die Ergebnisse zeigen:
- Sicherheit: Mit Ausnahme des Testverlierers erzielten alle Produkte eine ausreichende Schutzwirkung bei einem Stoß gegen den Fahrradhelm. Den besten Unfallschutz im Vergleich bot der Testsieger von Uvex.
- Abstreifsicherheit: Hier wurde im Fahrradhelm-Test zusätzlich zur Normprüfung nach vorne auch die Möglichkeit des Abstreifens nach hinten geprüft. Diese wurde beim E.Motion 2 von Casco nicht erfüllt, da bei der Abziehprüfung das Gurtschloss brach.
- Tragekomfort: Hier punkten Uvex und Casco mit einem Netz an der Helminnenseite. In Kombination mit einem höhenverstellbaren Gurtband, das sich leicht und einfach bedienen lässt, ist in Sachen Komfort so bereits die halbe Miete erreicht.
- Sichtbarkeit: Keinerlei Sichtbarkeit im Dunkeln zeigten Lazer, Giro und Cube. Bessere Ergebnisse erzielten dagegen die Helme von Uvex, Limar und Lidl.
- S-Pedelec-Helme: Im Vergleich mit den herkömmlichen Fahrradhelmen stellte sich allerdings heraus, dass die drei S-Pedelec-Helme keinen besseren Unfallschutz bieten als die City- und Urban-Helme im Test.
Tabelle: Ergebnisse des ADAC Fahrradhelm-Tests 2022 (Auszug)
| Helm | Gesamtnote | Preis |
|---|---|---|
| Uvex Urban Planet LED | 2,0 | 130 Euro |
| Crivit-Fahrradhelm von Lidl | 2,6 | 15 Euro |
| Casco E.Motion 2 | Mangelhaft | [Preis nicht angegeben] |
Die Ergebnisse des Fahrrad-Helmtests 2021 können Sie hier nachlesen: ADAC Test 2021: Fahrradhelme für Erwachsene
Tipps für Verbraucher
- Da sich jede Kopfform individuell darstellt, ist es empfehlenswert, den Helm vor dem Kauf anzuprobieren.
- Nehmen Sie am besten auch Ihre Brille zum Probetragen mit.
- Die Pflege des Helmes entscheidet über die Dauer der Einsatzfähigkeit.
- Um eine möglichst gute Sichtbarkeit zu gewährleisten, sollte der Helm mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet sein.
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