Mountainbike-Helm-Test: Sicherheit, Komfort und die besten Modelle

Stylisch, sicher und bequem - moderne Bike-Helme sind längst ein Muss auf den Trails. Doch auch der beste Kopfschutz hat ein Verfallsdatum. Nach fünf bis sieben Jahren oder nach einem Sturz wird ein Austausch fällig. Worauf es bei Helmen wirklich ankommt und welche Modelle in Sachen Komfort, Schutz und Preis-Leistung überzeugen, erfahren Sie hier.

Warum ein guter MTB-Helm wichtig ist

Helme sind beim anspruchsvollen Mountainbike-Fahren Pflicht. Neben dem Schutz, den sie bieten sollten, müssen sie aber auch angenehm zu tragen sein und den Kopf ausreichend belüften.

Studien haben ermittelt, dass durch das Tragen von Fahrradhelmen zwischen 20 Prozent der Kopfverletzungen bei Leichtverletzten und bis zu über 80 Prozent der Kopfverletzungen bei besonders Schwerverletzten vermieden werden können.

Nach einem Sturz kommt dann oft erst die Erkenntnis. Sätze wie „Hätte ich doch einen Fahrradhelm getragen!“ sind dann überflüssig!

Die wichtigsten Kriterien beim Kauf eines MTB-Helms

Egal ob man im lokalen Fahrradladen oder auf den Webseiten von Radherstellern und Online-Shops stöbert, die Auswahl von Helmen erschlägt einen nahezu. Für so gut wie jeden Einsatzzweck gibt es heutzutage den passenden Helm, aber auch Allround-Helme sind hoch im Kurs. Hier hilft nur eins: Sich für das Testen Zeit zu nehmen, denn ein Helm muss genauso gut passen wie ein Wanderschuh. Beide trägt man sehr lange auf Tour oder im Alltag und bekannterweise kann das kleinste Scheuern oder Drücken zu einem nervigen Dauerproblem werden.

Natürlich ist der Tragekomfort ein wichtiger Aspekt für einen gut sitzenden Helm. Die richtige Passform ist überdies ganz entscheidend für die Sicherheit. Dennoch ist die technische Sicherheit durch Materialien und Ausstattung wesentlich.

Zertifizierung: Achten Sie beim Kauf eines Mountainbike-Helms darauf, dass der Helm für den Radsport zertifiziert ist - nach der DIN EN 1078 (für Erwachsene) bzw. DIN EN 1080 (für Kinderhelme).

Sicherheitssysteme: Moderne Sicherheitstechnologien wie Mips (Multi-Directional Impact Protection System) reduzieren Rotationskräfte bei einem Sturz und können so das Risiko für Kopfverletzungen deutlich verringern.

Passform: Ein Helm schützt nur dann optimal, wenn er wirklich gut sitzt. Das bedeutet: fest, ohne zu wackeln oder zu drücken. Viele Modelle bieten ein verstellbares Haltesystem mit Drehrad, um die Passform exakt an Deinen Kopf anzupassen. Das ist zudem ein praktisches Feature, damit Du bei kälteren Temperaturen auch mal eine Mütze oder ein Stirnband unter den Helm anziehen kannst. Auch ein angenehm gepolsterter Kinnriemen und flexible Riemendreiecke erhöhen den Tragekomfort auf langen Touren. Zudem ist die Auswahl der richtigen Größe für einen guten Sitz wichtig. Die Größe bei Fahrradhelmen ist meist als Kopfumfang in Zentimetern angegeben.

Belüftung: Gerade bei warmem Wetter ist ein gutes Lüftungssystem Gold wert. So verhinderst Du Überhitzung im Anstieg und kannst den Fahrtwind im Downhill voll auskosten.

Zusätzliche Features: Je nach Einsatzzweck lohnt sich ein Blick auf zusätzliche Features. Reflektierende Elemente erhöhen Deine Sichtbarkeit im Straßenverkehr, praktische Brillenhalterungen oder Goggle-Kompatibilität sorgen für mehr Flexibilität auf dem Trail. So kannst Du bei dunkleren Waldanstiegen oder bei Pausen die Brille am Helm befestigen. Besonders innovativ sind Helme mit NFC Medical ID Chips, die medizinische Daten speichern können.

Technologien im Detail

In den allermeisten Fällen besteht ein Fahrradhelm aus einer harten Kunststoffschale, in welche direkt ein expandierter Polystyrol Schaum (EPS) eingespritzt wird. Dieses Verfahren bezeichnet man als sogenanntes In-Mold-Verfahren. Der EPS absorbiert im Falle eines Sturzes die auftreffende Energie und schützt so den Kopf vor Verletzungen. Der Schaum altert mit der Zeit und wird porös. Schweiß und UV-Strahlung beschleunigen den Prozess, weshalb der Helm gut gepflegt und gelagert werden will.

Vereinzelt setzten Hersteller wie Endura oder Smith auf Koroyd anstelle von EPS als energieabsorbierendes Material. Dieser Verbund aus wabenförmigen Kunststoffröhrchen soll die Energie linearer absorbieren und dadurch die Sicherheit bei gleichzeitig geringerem Gewicht erhöhen.

Eine weitere Technologie, die den Kopf besser schützen soll, ist das Multi-Directional Impact Protection System, oder kurz MIPS. MIPS soll den Kopf bei einem Schrägaufprall durch Ableiten der Energie besser schützen. Dadurch ist eine innere dünne Schale beweglich im Fahrradhelm befestigt, die sich um 10 bis 15 Millimeter in alle Richtungen bewegen lässt.

MIPS-Systeme im Überblick

Wissenschaftliche Studien belegen, dass das menschliche Gehirn besonders empfindlich auf rotatorische Kräfte reagiert. Um bei einem schrägen Aufprall die Rotationsenergie zu reduzieren, wurde die reibungsarme MIPS-Schale (Multi-directional Impact Protection System) konzipiert. Sie soll ein zum Kopf versetztes Gleiten des Helms ermöglichen. Dadurch wird Rotationsenergie in Translationsenergie umgewandelt. Dieser Mechanismus ähnelt dem Verhalten des Kopfes bei einem Sturz auf Eis, wo sich der Kopf in der ursprünglichen Bewegungsrichtung fortsetzen kann. Aktuell sind verschiedene Varianten des MIPS-Systems verfügbar, die eine relative Rotation zwischen Helm und Kopf im Bereich von 10 bis 15 Millimetern zulassen.

  • Mips Essential Core: Essential oder das klassische MIPS mit gelber Schale, dem sogenannten LFL (Low Friction Layer), kommt oft bei günstigen Helmen zum Einsatz. Es wird durch Elastomere im Helm gehalten.
  • Mips Evolve Core: Das System sitzt wie das Essential zwischen Helmschale und Polster. Eine exakter auf den jeweiligen Helm abgestimmte Passform soll die Belüftung verbessern und das Gewicht reduzieren. Es ist inzwischen das am häufigsten verbaute MIPS.
  • Mips Air Node: Hier ist der Rotationsschutz nahezu unsichtbar in die Helmpolsterung integriert. Das spart Gewicht und beeinträchtigt die Belüftung nicht durch eine zusätzliche Schicht. Die Gleitschicht sitzt an der Innenseite der Polster.
  • Mips Integra Split: Fox setzt auf eine besonders aufwändige Konstruktion. Der Helm besteht aus zwei separaten Schalen, die gegeneinander verdrehbar sind. Die Konstruktion ist etwas schwerer und teurer, erzielt im Labor aber nur mäßige Werte.
  • Mips Integra Fuse: Poc und MIPS verspinnen ihre beiden Rotationssysteme zu Integra Fuse. Hier befindet sich in den Polstern eine Art Silikon, das sich in alle Richtungen bewegen kann. Ähnlich wie bei MIPS Air sollen die Vorteile geringes Gewicht und gute Belüftung sein. Der Rotationsschutz jedenfalls ist sehr gut.

Top-Modelle im Test

Insgesamt wurden 22 MTB-Helme für den All-Mountain- und Enduro-Bereich ausgiebig getestet. Hier sind einige der Top-Modelle:

POC Tectal Race MIPS

Der POC Tectal Race MIPS ist ein Helm für eine Vielzahl von Mountainbike-Disziplinen. Egal ob auf anspruchsvollen Enduro- oder entspannten Allmountain-Touren, der Helm bietet Komfort und Sicherheit. Dank der MIPS Integra-Technologie schützt der Helm im Falle eines Sturzes optimal und trägt sich sehr angenehm. Speziell im Windkanal designte Belüftungsöffnungen sorgen für ordentlich Durchzug unter der Haube.

Am Ende bekommt man mit dem POC Tectal Race MIPS einen High-End-Helm, der Erstaunliches bietet und egal ob auf schweißtreibender Allmountain- oder anspruchsvoller und entlegener Enduro-Tour für Schutz und Komfort auf dem Bike sorgt. Selbst auf einer schnellen Cross-Country-Runde trägt sich der Helm sehr angenehm.

Cube Trooper

Der Cube Trooper ist ein ausgezeichneter Helm für fast jedes Mountainbike-Abenteuer. Durch die Gesamtkonstruktion sowie das verwendete MIPS-System bietet der Helm ein Plus an Sicherheit im Falle eines Sturzes, aber auch der Tragekomfort und die Belüftung sind sehr gut.

Am Cube Trooper findet man zudem eine Brillenhalterung an der Heckpartie sowie einen Flip-Adapter an der Helmoberseite.

Zusammengefasst bekommt man mit dem Cube Trooper einen sehr guten MTB-Helm sowie sicheren Begleiter für herausfordernde Mountainbike-Abenteuer. Die Passform - oder besser gesagt die Anpassbarkeit - ist ausgezeichnet, wie auch die Belüftung.

Smith Convoy MIPS

Der Smith Convoy MIPS ist ein leichter und komfortabel zu tragender MTB-Helm, der zudem mit der MIPS-Technologie ausgestattet ist. Auf das Nötigste reduziert, besitzt er ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis und ist vom Gravelbiken bis hin zu ausgedehnten Allmountain-Touren zu empfehlen.

Positiv ist hier auf alle Fälle die Integration des MIPS-Systems zu erwähnen, was den Kopf im Falle eines Sturzes optimal schützen soll. In diesem Zusammenhang sei zusätzlich das geringe Gewicht von 334,4 Gramm in der Größe L erwähnt. Somit ist der Convoy der leichteste Helm mit MIPS in diesem Test und lässt hier sogar Helme ohne diese Technologie hinter sich.

Am Ende bekommt man mit dem Smith Convoy MIPS einen guten, komfortablen und sicheren Helm zu einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Fox Racing Speedframe

Der Abus MoDrop MTB-Helm verfügt über MIPS, eine gute Belüftung und passt sich gut an den Kopf an und das bei einem relativ geringen Gewicht. Der Head-Ring ist in das MIPS-System integriert und umschließt somit den ganzen Kopf, was zu einer nahezu perfekten Anpassung mit dem Verstellsystem an die Kopfform sorgt.

Am Ende ist der Fox Racing Speedframe ein optimaler MTB-Helm für die tägliche All-Mountain- oder Enduro-Runde und überzeugt mit Eigenschaften wie optimalem Komfort sowie Passform und biete viele kleine und nützliche Details.

Abus MoDrop

Letztlich ist der Abus MoDrop ein toller und mit 384 Gramm recht leichter MTB-Helm, mit dem man nichts falsch machen kann. Er sitzt bequem am Kopf und bietet ausreichenden Komfort, trägt sich aber nicht ganz so angenehm wie manche anderen Helme.

Alpina Rootage

Der Alpina Rootage Mountainbike Helm ist insgesamt eine gute Wahl für Offroad-Enthusiasten. Er überzeugt mit seinen großzügigen Einstellmöglichkeiten, sicherem Halt und guter Belüftung.

Der Head-Ring des Modells lässt sich in drei Stufen in der Höhe verstellen und der flexible und teils gummierte Ring passt sich gut und individuell der Kopfform an. Somit ist in den meisten Fällen ein guter Sitz garantiert und auch uns hat der Rootage sehr gut gepasst.

Durch die vielen großen Öffnungen ist die Belüftung des Rootage gut.

Weitere Empfehlungen

  • Poc Kortal Race Mips: Top belüftete Helmschale, Sitz umfangreich anpassbar.
  • Julbo Forest Evo: Dank seiner Polsterung sitzt der in sechs Farbkombis erhältliche Forest Evo sehr bequem.
  • Abus Airbreaker: Mit geringstem Gewicht und perfekter Belüftung auch bei hochsommerlichen Temperaturen.
  • Sweet Protection Bushwhacker 2Vi Mips: Herausragend dagegen Halt und Komfort: Auch ohne geschlossenen Kinngurt sitzt die Helmschale schon nahezu perfekt und wackelfrei.
  • O`Neal Blade Polyacrylite Strike: Schon in der Einsteiger-Preisklasse bieten die Fullface-Helme der Traditionsmarke erstaunlichen Tragekomfort und saubere Fertigung.
  • Specialized Prevail 3: Das geringe Gesamtgewicht des Prevail bei dennoch hoher Sicherheit kommt vor allem durch die Verwendung eines feinen Aramid-Skeletts zur Versteifung der Helmschale und die Mips-Variante Air Node zustande.
  • Oakley DRT5 Maven Mips: Ist er erst einmal angepasst, sitzt der DRT hochkomfortabel.
  • TLD Flowline SE: Mit seiner großen Helmschale und der weichen Polsterung sitzt er extrem komfortabel und ohne Druckstellen an nahezu allen Köpfen der Redaktion.
  • Bluegrass Rogue Core Mips: Umfangreiche Anpassbarkeit zeichnet den Bluegrass aus: Lageverstellbare Gurtverteiler an den Seiten, griffiges Drehrad am ebenfalls flexibel justierbaren Headring und ein weit hochklappbares Visier sorgen für festen Sitz und sicheres Tragegefühl.

Testergebnisse im Überblick

Die folgende Tabelle fasst die Testergebnisse einiger der genannten Helme zusammen:

Hersteller Modell Testergebnis Preis (ca.) Gewicht Anpassung Belüftung Tragekomfort
Poc Kortal Race Mips Überragend 270 Euro 395 g 4/5 ⭐️ 5/5 ⭐️ 5/5 ⭐️
Julbo Forest Evo Sehr gut 200 Euro 372 g 4/5 ⭐️ 3,5/5 ⭐️ 4/5 ⭐️
Abus Airbreaker Sehr gut 250 Euro 212 g 3/5 ⭐️ 4/5 ⭐️ 4,5/5 ⭐️
Fox Speedframe Pro Sehr gut 180 Euro 344 g 4/5 ⭐️ 4/5 ⭐️ 5/5 ⭐️
Sweet Protection Bushwhacker 2Vi Mips Sehr gut 249 Euro 430 g 4/5 ⭐️ 3,5/5 ⭐️ 4,5/5 ⭐️
O`Neal Blade Polyacrylite Strike Sehr gut 200 Euro 1219 g 3/5 ⭐️ 3,5/5 ⭐️ 5/5 ⭐️
Specialized Prevail 3 Sehr gut 290 Euro 272 g 4/5 ⭐️ 5/5 ⭐️ 4,5/5 ⭐️
Oakley DRT5 Maven Mips Sehr gut 200 Euro 380 g 3,5/5 ⭐️ 4/5 ⭐️ 4,5/5 ⭐️
TLD Flowline SE Sehr gut 190 Euro 371 g 4/5 ⭐️ 3,5/5 ⭐️ 5/5 ⭐️
Bluegrass Rogue Core Mips Sehr gut 170 Euro 384 g 4/5 ⭐️ 4/5 ⭐️ 4/5 ⭐️

Fazit

Die Wahl des richtigen Mountainbike-Helms ist entscheidend für Sicherheit und Komfort. Achten Sie auf Zertifizierung, Passform, Belüftung und moderne Sicherheitstechnologien wie MIPS. Vergleichen Sie verschiedene Modelle und finden Sie den Helm, der am besten zu Ihren Bedürfnissen und Ihrem Fahrstil passt.

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