Gibt es eine Helmpflicht auf dem Motorrad in Deutschland? Ja. Gemäß den Bestimmungen in § 21a StVO ist in Deutschland eine Helmpflicht zu beachten. Diese gilt für Krafträder, welche eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 20 km/h erreichen können. Somit besteht auf dem Mofa, Roller, Motorrad oder Trike eine Helmpflicht sowohl für Fahrer als auch für Mitfahrer.
Die Helmpflicht ist in erster Linie eine Maßnahme zur Erhöhung der Sicherheit von Verkehrsteilnehmern - in diesem Fall von Motorradfahrern. Bei Unfällen und Stürzen sind sie üblicherweise weniger geschützt als in einem Auto - wo neben der Karosserie auch diverse Schutzeinrichtungen dabei helfen, die Schwere von Verletzungen zu minimieren oder diese gar ganz zu verhindern. Es ist leicht, sich beim Motorradfahren im Geschwindigkeitsrausch zu verlieren. Dennoch sollten Biker nie die Gefahren vergessen, die eine solche Geschwindigkeit mit sich bringt, und eine entsprechende Schutzausrüstung tragen. Insbesondere den Helm dürfen sie dabei nicht vergessen, denn dieser bietet nicht nur Schutz vor Kopfverletzungen, sondern ist in Deutschland auch gesetzlich vorgeschrieben.
Gesetzliche Grundlagen und Einführung der Helmpflicht
Für die meisten Regeln, die im öffentlichen Straßenverkehr in Deutschland eingehalten werden müssen, bildet die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) die gesetzliche Grundlage. Die Helmpflicht auf dem Motorrad bildet da keine Ausnahme.
Für Motorräder ist das Tragen eines geeigneten Helms seit 1976 in der Straßenverkehrsordnung (StVO) festgeschrieben. Maßgebend ist hier der § 21a, welcher genau definiert, für welche Fahrzeuge diese Pflicht zu beachten ist. Die gesetzlichen Vorgaben zur Helmpflicht beim Motorrad definiert die StVO. Unter § 21a Abs. 2 StVO heißt es dazu:
Wer Krafträder oder offene drei- oder mehrrädrige Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von über 20 km/h führt sowie auf oder in ihnen mitfährt, muss während der Fahrt einen geeigneten Schutzhelm tragen. Dies gilt nicht, wenn vorgeschriebene Sicherheitsgurte angelegt sind.
Diesem Absatz ist zu entnehmen, dass nicht nur der Motorradfahrer selbst zum Tragen eines Helms verpflichtet ist, sondern auch jede Person, die auf dem Motorrad mitfährt. Die StVO gilt wohlgemerkt nur auf öffentlichen Verkehrsflächen und Privatflächen, die für den öffentlichen Verkehr zugänglich sind. Sind Sie demnach auf geschlossenem Privatgelände unterwegs, besteht keine gesetzliche Helmpflicht auf dem Motorrad.
Die Helmpflicht ist beim Motorrad also in der Regel immer zu beachten, denn diese Krafträder erreichen üblicherweise bauartbedingt eine Höchstgeschwindigkeit von mindestens 20 km/h. Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn Sicherheitsgurte vorhanden sind. Bei einem Motorrad ist das nicht der Fall. Bei bestimmten Quad-Modellen oder Trikes können allerdings Gurte verbaut sein.
Helmpflicht beim Trike
Als Trike werden offene Kraftfahrzeuge bezeichnet, die mit einem Vorderrad und zwei Hinterrädern ausgestattet sind. Ob bei diesen ebenfalls eine Helmpflicht wie beim Motorrad gilt, hängt von der Bauform ab. Denn es existieren Modelle, die über einen Sicherheitsgurt verfügen. Ist dies der Fall, greift die Anschnallpflicht und auf einen Helm kann verzichtet werden. Fehlt ein Gurt, müssen alle Personen einen entsprechenden Schutzhelm tragen.
Anforderungen an den Helm
In der StVO ist nur bestimmt, dass ein Helm geeignet sein muss. Was als geeignet gilt, ist hier allerdings nicht definiert. Dennoch gibt es Vorschriften und Regelungen an denen sich Hersteller und auch Verkehrsteilnehmer orientieren können. Darüber hinaus können sich Motorradfahrer auch nach bestimmten EU-Regeln und Prüfsiegeln richten.
Die ECE-Norm 22-05 bestimmt einheitliche Vorgaben für die Produktion und die Sicherheitsstandards von Motorradhelmen. Helme mit dem entsprechenden Prüfsiegel erfüllen diese Standards und werden daher als geeignet angesehen. Im Ausland ist das mitunter jedoch anders. Möchten Sie dort den Anforderungen einer Helmpflicht auf dem Motorrad entsprechen, ist es oft unerlässlich, dass der Helm die ECE-Norm erfüllt.
Es sollte sich jedoch unbedingt um einen Helm handeln, der fürs Motorradfahren konstruiert wurde. Auf der sicheren Seite sind Motorradfahrer, deren Helm die Vorgaben der ECE-Norm 22/05 erfüllt. Es handelt sich dabei um eine europäische Verordnung, die vorschreibt, wie Motorradhelme hergestellt werden müssen, um als sicher zu gelten.
Geeignet werden vielmehr Schutzhelme sein, die eigens für das Motorradfahren hergestellt worden sind und deren Bauart die besonderen Kräfte und Beschleunigungen, die auf den Kopf des Motorradfahrers während eines Sturzes einwirken, ausreichend berücksichtigen. Als besonders sicher gelten Helme, die den Vorschriften der ECE-Regelung Nr. 22 entsprechen und auch Experten raten grundsätzlich zu entsprechenden Modellen.
Ausnahmen von der Helmpflicht
Unter bestimmten Umständen und Voraussetzungen ist es möglich, dass Fahrer von der Helmpflicht auf dem Motorrad befreit sind. Üblicherweise führen medizinische Gründe zu diesen Ausnahmen. Eine Befreiung von der Helmpflicht auf dem Motorrad wird je nach Einzelfall entschieden und ist bei der zuständigen Behörde zu beantragen. Die Ausnahmeregelung ist meist auf ein bis drei Jahre befristet. Nach Ablauf wird dann überprüft, ob die Gründe für die Ausnahme weiterhin bestehen. Ist absehbar, dass sich der Gesundheitszustand nicht mehr ändern wird, kann die Behörde auch eine unbefristete Genehmigung ausstellen.
Darüber hinaus können Fahrzeugführer gemäß § 46 StVO auch die Befreiung von der Helmpflicht beim Motorrad beantragen. Diese Option besteht allerdings meist nur, wenn das Tragen des Schutzhelms wegen gesundheitlicher Gründe nicht möglich ist. Die medizinische Begründung ist dabei mithilfe eines ärztlichen Attests nachzuweisen.
Sanktionen bei Verstößen gegen die Helmpflicht
Sind Sie auf dem Motorrad ohne Helm unterwegs? Eine Strafe, wenn Sie Motorrad ohne Helm fahren, gibt es in der Regel nicht. Aber mit einem Verwarn- oder einem Bußgeld müssen Sie immer rechnen.
Missachten Sie die Helmpflicht beim Trike oder Motorrad, müssen Sie mit Sanktionen zwischen 15 Euro und 70 Euro rechnen. In bestimmten Fällen sind auch mit Punkten in Flensburg vorgesehen. Die folgende Tabelle zeigt, wann welche Sanktionen drohen.
| Tatbestand | Strafe (€) | Punkte | Fahrverbot in Monat(e) |
|---|---|---|---|
| Ohne Helm Motorrad gefahren | 15 | 0 | - |
| Kind ohne Helm auf dem Motorrad befördert | 60 | 1 | - |
Haben Sie keine Ausnahmegenehmigung, begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit, wenn Sie keinen oder einen ungeeigneten Helm tragen. Werden Sie erwischt, droht Ihnen zunächst ein Verwarngeld von 15 Euro. Das gilt sowohl für den Fall, dass Sie einen ungeeigneten Helm verwenden als auch dann, wenn Sie gar keinen Helm aufhaben.
Teurer wird es, wenn Sie die Helmpflicht auf dem Motorrad missachten und Kinder befördern. Trägt ein Kind als Beifahrer keinen Helm, werden 60 Euro fällig. Des Weiteren wird ein Punkt in Flensburg eingetragen. Das geschieht auch, wenn Sie mehrere Kinder ohne Helm mitnehmen.
Wichtig ist, dass die Missachtung der Helmpflicht auf dem Motorrad dazu führen kann, dass Ihnen bei einem Unfall eine Mitschuld an etwaigen Verletzungen gegeben wird. Kommt es nämlich zu einem Unfall und der Motorradfahrer zieht sich Verletzungen zu, weil er keinen Helm (oder einen ungeeigneten Helm) trug, kann es ihm passieren, dass die Versicherung die Leistungen kürzt.
Verkehrsteilnehmer, die sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben halten, drohen Sanktionen. Allerdings müssen Personen, die die Helmpflicht beim Motorrad missachten, keine Strafe befürchten, sondern lediglich ein Verwarnungsgeld bezahlen. Allerdings beschränken sich die Konsequenzen nicht nur auf den Fahrzeugführer. Verstößt der Sozius gegen die Helmpflicht beim Motorrad, ist ein Bußgeld in gleicher Höhe fällig.
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