Die Geschichte der Hercules Mini Mopeds ist reich und vielfältig, von den Anfängen im späten 19. Jahrhundert bis zur modernen Zeit. Hercules und Sachs, einst eine große Einheit, sind heute Konkurrenten auf dem Mopedmarkt. Interessanterweise brachte Hercules bereits vor 122 Jahren Elektrofahrzeuge auf den Markt.
Die Anfänge: Carl Marschütz und die Velocipedfabrik
Der Pionier Carl Marschütz gründete 1886 die Velocipedfabrik Marschütz & Co. in Nürnberg, die erste Fahrradfabrik der Stadt und die zweitälteste Europas. Zunächst wurden Hochräder mit zehn Arbeitern gefertigt. Zum Üben errichtete Marschütz sein Hercules-Velodrom an dem Ort, wo heute das Nürnberger Schauspielhaus steht.
Das Niederrad und die Emanzipation
Das Niederrad wurde zum Massenphänomen und ermöglichte es den Menschen, selbstständig größere Distanzen zurückzulegen. Die Möglichkeit, eigenständig größere Distanzen zurückzulegen, habe auch zur Emanzipation der Frau beigetragen.
Hercules im 20. Jahrhundert
Die Hercules Werke GmbH in Nürnberg planten auch Kleinkrafträder nach England zu exportieren. Viele Herren hat das Unternehmen kommen und gehen sehen: der Apotheker und Hustenbonbon-Hersteller Carl Soldan rangierte im Motorrad-Zeitalter von Hercules darunter, ebenso wie Max Grundig, dessen Vater einst Meister bei Hercules gewesen war. 1963 wechselte der Zweirad-Hersteller zu Fichtel & Sachs und zog ein paar Jahre später um in die Nürnberger Nopitschstraße, auf das Gelände der ehemaligen Victoria-Werke.
1995 spalteten sich die traditionsreichen Hercules-Werke in Nürnberg in zwei voneinander unabhängige Firmen: Das Fahrradgeschäft übernahm die niederländische Atag-Gruppe (heute: Accell Group). Der motorisierte Teil wurde umgetauft in Sachs Fahrzeug- und Motorentechnik GmbH und verblieb vorerst in der Fichtel-&-Sachs-Gruppe unter dem Konzerndach von Mannesmann.
Der Wegzug aus Nürnberg
1999 kehrte Hercules Nürnberg den Rücken und zog mit der von 380 (im Jahr 1995) auf inzwischen 170 Mitarbeiter geschrumpften Belegschaft nach Neuhof an der Zenn. Von dort ging die Wanderschaft 2007 weiter nach Schweinfurt.
Hercules heute
Gut 100 Jahre später steht die Marke Hercules in Deutschland immer noch für solide, komfortable Produkte. Am Deutschland-Sitz der holländischen Accell Group arbeiten noch rund 40 Menschen für Hercules. Hercules sei eine „nach wie vor eigenständige Marke“ unter dem Accell-Konzerndach, neben Schwestern namens Winora, Staiger und Hai Bike, berichtet Vertriebschef Mario Moeschler.
Elektromobilität bei Hercules
Die größte Freude bereiten ihm heute die Pedelecs, motorunterstützte Zweiräder. Die ersten Modelle kamen bereits 1985 auf den Markt. Die Muskelkraft wird vom Motor genutzt, das heißt: Während der Radler in die Pedale tritt, wird die Lithium-Ionen-Batterie aufgeladen - je stärker, desto größer die Reichweite, nämlich maximal 100 Kilometer. Immerhin 40 Kilometer weit und 40 Stundenkilometer schnell konnte man einst mit etwas Glück in der viersitzigen „Electro-Chaise“ von Hercules kommen. Das war 1889, also vor 122 Jahren. Wer glaubt, Elektromobilität sei eine Erfindung des 21. Jahrhunderts, irrt gewaltig.
Restaurierung und Erhalt
Viele Besitzer von Hercules Mopeds legen großen Wert auf den Erhalt und die Restaurierung ihrer Fahrzeuge. Es geht nicht darum, wie teuer oder billig Teile sind, sondern um den Erhalt dieses Fahrzeugs. Viele betrachten ihre Hercules als Liebhaberstück, das unbedingt wieder zum Leben erweckt werden muss.
Herausforderungen bei der Restaurierung
Eine Herausforderung bei der Restaurierung kann das Fehlen von Originalteilen sein. Das größte Problem das ich habe sind das Motorblech und das Kettenschutzblech. Diese glänzen mit vollkommener Abwesenheit.
Die Hercules Community
Die Hercules Community ist aktiv und engagiert. Viele teilen ihr Wissen und ihre Erfahrungen in Foren und Treffen. Es gibt auch Mittel zur Patina-Versiegelung. Die Möglichkeit, sich mit anderen Hercules-Enthusiasten auszutauschen, ist ein wichtiger Aspekt dieser Leidenschaft.
Mofa-Treffen und Ausfahrten
Ein Knattern kündigte sie an - 25 Mofa-Fans tourten am Sonntag von Iffezheim nach Schwarzach. Detlev Jung biegt auf den großen Platz vor dem Eingang zum Zweiradmarkt Haak ein. Auf dem Kopf trägt er einen Helm mit zwei Hörnern. Der 53-Jährige strahlt. Er fährt ein Peugeot 103, ein legendäres Fahrzeug in der Mofa-Szene.
„Das sind immer 15 bis 20 Kilometer“, sagt Thomas Haak, Inhaber des gleichnamigen Fahrradfachgeschäftes. Die wilden Zeiten sind vorbei, heute haben die Männer und Frauen einfach Spaß daran, auf ihren restaurierten Maschinen durch die Gegend zu düsen, im gesetzlichen Rahmen. Das Besondere daran sei gerade die Langsamkeit, das gemütliche Umherfahren, betonen die Mofa-Fans.
Bekannte Hersteller von Zweirädern
- Aprilia
- Cimatti
- Express-Werke
- Garelli
- Gilera
- Hercules
- Halleiner Motorenwerke
- Honda
- Jawa
- Keeway
- Kreidler
- Malaguti
- M.B.K. Industrie
- MBK-Industrie
- Mota
- Mobylette
- Moto Guzzi
- Peugeot
- Piaggio
- Rieju
- Sachs
- Simson
- Solex
- Triumph
- Yamaha
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