Bergamont Mountainbike im Test: Ein umfassender Überblick

Die Hamburger Bergamont Vertriebs GmbH hat im Laufe der Jahre diverse Strategiewechsel vollzogen. Ursprünglich auf den Vertrieb beschränkt, hat sich das Unternehmen zu einem Produzenten mit zweistelligen Millionenumsätzen entwickelt. Seit Mitte 2015 gehört Bergamont zur Scott Sports SA.

Bergamont wirbt mit dem Slogan "Bikes for Different Stories" und bietet ein breites Sortiment an City-Bikes und Offroadtypen. Auch im Bereich der Pedelecs ist Bergamont aktiv.

Mountainbike Vielfalt bei Bergamont

Das Angebot an Mountainbikes ist vielfältig: Von Marathon Race 29 Zoll über Trail Tour bis hin zu Gravity Downhill ist alles dabei. Auch bei den Hardtails gibt es eine große Auswahl an Zollgrößen.

Die Nutzerführung auf der Webseite ist übersichtlich gestaltet, sodass auch Unbedarfte den Überblick behalten können. Der Innovationsdruck ist hoch, was sich in immer neuen Designs und Varianten widerspiegelt.

Contrail MGN - Trail Tour 29''

Unter dem Menüpunkt "Fullsuspension" findet sich eine breite Palette an vollgefederten MTBs.

Gravelbike im Fokus: Bergamont Grandurance 4

Das brandaktuelle Bergamont Grandurance 4 wurde einem Schnelltest unterzogen. Dabei wurden Stärken und Schwächen des Gravelbikes analysiert.

Der Rahmen des Bergamont Grandurance 4 ist identisch mit dem des Grandurance 6. Allerdings kommt beim günstigeren 4er eine Alu-Gabel zum Einsatz, während das Grandurance 8 eine Carbon-Gabel besitzt. Der Alu-Rahmen überzeugt mit seiner Steifigkeit und direkten Umsetzung von Muskelkraft in Vortrieb.

Am Grandurance 4 ist die komplette Shimano Sora Gruppe verbaut, die sich an Einsteiger richtet. Die Gangwechsel sind etwas gemütlicher als bei höherwertigen Gruppen. Die kombinierten Schaltbremshebel fühlen sich stramm an, können aber mit ihrer Verarbeitung nicht überzeugen.

Die Shimano BR-R317 Bremsen konnten im Test nicht überzeugen. Die Bremsleistung liegt allenfalls auf Hollandrad-Level, was im Gelände und bei schnellen Passagen eine Gefahr darstellt.

Bei den Anbauteilen setzt Bergamont auf einen Mix von BMG und Synchros Komponenten. Der Syncros Tofino 2.5 Sattel machte einen bequemen und tourentauglichen Eindruck. Das BGM Lenkerband fühlte sich griffig und rutschfest an.

Mit nur zwei Kettenblättern und insgesamt 18 Gängen deckt das Grandurance 4 einen ausreichend großen Bereich an möglichen Übersetzungen ab.

Das Bike lässt sich sicher und rasiermesserscharf um die Ecken lenken, jedoch enttäuschen die Bremsen und die Schaltung mit einer gewissen „Schluffigkeit“.

Allerdings entschädigt das Bike dafür mit einem guten Vortrieb. Jedes Watt wird in Vorschub umgesetzt. Hier vermittelt das Rad ein sehr direktes Ansprechverhalten und gibt sich an der Ampel extrem sprintstark.

Der Schwalbe G-One Allround bleibt (durch die schwachen Bremsen) weit hinter seinen Möglichkeiten beim Verzögern zurück.

Mit 11,1 kg ist das Bike kein Gewichtswunder, dafür ist es stabil und steif.

Fazit zum Bergamont Grandurance 4

Das Bergamont Grandurance 4 von 2021 ist mit einem Preis von unter 1000 Euro ein bildschönes Einsteiger Gravelbike. Wer über keine bis wenig Erfahrung verfügt, findet in dem Rad einen zuverlässigen, unspektakulären Wegbegleiter. Wenn der Geldbeutel einfach nicht mehr hergibt, ist das Bike ein grundsolider Einstieg. Der Rahmen verkraftet durchaus ein paar Upgrades auf höherwertige Komponenten. Von der Bremsleistung sind wir masslos enttäuscht. Das ist wirklich ein dicker Minuspunkt. Selbst die Tiagra-Felgenbremsen an unserem alten Hercules Viper Pro sind bissiger und verzögern zuverlässiger. Das optische Finish des Bikes kann voll und ganz überzeugen. Der Farbmix petrol-gold-silver hat uns wirklich „geflasht“. Die teilweise verschliffenen Schweißnähte ergänzen den guten Gesamteindruck perfekt.

Cross- und Cyclocross-Räder: Die Helix-Baureihe

Die Crossräder firmieren unter der Bezeichnung Helix und werden in Damen- und Herrenmodelle unterteilt. Die weibliche Nutzerschaft wird mit femininen Rahmengeometrien und ergonomischer Ausstattung umgarnt.

Leichte Aluminiumrahmen, 28-Zoll-Laufräder und Shimano XT/Alivio- oder Shimano XT/Deore-Schaltgruppen dominieren das Sortiment der Cross-Räder.

Die Notenschwerpunkte liegen auf "Sehr Gut" und "Gut" - erläutert mit Testfazits wie „technisch und optisch schlüssig“ oder „Crosser, der von langen Touren bis sportlichen Trainingseinheiten alles mitmacht“.

Querfeldeinrennen lassen sich mit den Prime CX-Modellen betreiben - spielerisch, mit komfortabler Sitzposition und rückenschonend.

Race-Bikes: Die Prime RS-Baureihe

Das Race-Segment platziert (Voll-)Karbonrahmen und Race-Gemotrien neben Aluminiumrahmen in „Komfort-Geometrien“.

Bergamont versteht es, mit den Erfolgsschlüsseln leicht, steif und wendig einerseits und budgetfreundlich andererseits so zu orchestrieren, dass ein Testmagazin zur Überzeugung „Sehr gut“ gelangt.

Allerdings gab es auch Ausreißer ins „Befriedigend“, wie beim Prime 6.4, das vom Magazin Tour als funktional zuverlässig, aber schwer beurteilt wurde.

Alltagsräder: Die Sweep- und Belami-Baureihen

Die stadttauglichen Urban-Räder firmieren unter der Bezeichnung Sweep, wobei vor allem die Damen- und Herrenversion des Automatix Gent respektive Lady als Neuheiten ins Auge fallen.

Bestnoten sind im Urban-Bereich die Regel, was für die Kunden der Marke bedeutet, dass man hier offenbar blind zugreifen kann, soll es ein alltagstaugliches Einkaufsrad mit etwas Komfort sein.

Tiefeinsteiger für Damen finden sich derzeit im Belami-Programm.

Bergamont Sweep 6 im Detail

Gestrippt steht das Bergamont Sweep 6 am Start: keine Lichtanlage, kein Ständer, schon gar kein Gepäckträger - lässt sich aber nachrüsten, da Ösen vorgesehen sind. Dieser Purismus macht sich bemerkbar beim Gewicht: Trotz mittelbreiter Bereifung, hochgezogenen Aerofelgen und einer sichtbar stabilen Lenker-Vorbaukombi der Kultmarke Syncros steht die Waage bei 11,3 Kilo.

Bergamont versucht mit dem Sweep, die Welten Urban, Rennrad und MTB zu verbinden. Das Resultat: ein schöner, solide auftretender Rahmen mit innenliegender Kabelführung sowie blitzenden Chrom-Schriftzügen, zu dem eine fast formschlüssige Alugabel in Mattschwarz in aufregendem Kontrast steht.

Sportiv, leicht aerodynamisch nach vorn gebeugt: Die Sitzposition auf dem Sweep passt erstklassig zur sportiven Fahrperformance. Angenehm ist es dabei auf dem Bergamont trotzdem: die 40 mm Schwalbe Spicer-Reifen saugen querende Bordsteinkanten auf, bügeln ruppige Pflasterpassagen glatt, der Sattel zeichnet sich durch seine gelungene Passform aus.

Die 2×10 Kettenschaltung setzt präzise um, ihr Biss am Berg ist gut, die Entfaltung enorm groß - für Druckmachen bei schnellen Abfahrten.

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