Motorrad reinigen mit dem Hochdruckreiniger: Tipps für eine schonende Pflege

Dein Motorrad ist mehr als nur ein Fortbewegungsmittel - es ist ein Ausdruck deiner Persönlichkeit und dein treuer Begleiter. Doch Umwelteinflüsse wie Regen, Staub, Insektenreste, Öl und Bremsstaub setzen deinem Motorrad stetig zu.

Eine regelmäßige Motorradpflege ist daher nicht nur optisch wichtig, sondern entscheidend für den Werterhalt, die Fahrsicherheit und die lange Lebensdauer deines Motorrades. Neben dem sauberen Look profitieren besonders Vielfahrer, Pendler und Tourenliebhaber von einer gepflegten Maschine - denn nur ein intaktes Bike bringt maximale Leistung und Sicherheit.

Zum großen Saubermachen rund um das Haus gehört für viele ein Hochdruckreiniger dazu. Denn mit einem Hochdruckreiniger können Sie schnell und gründlich Schmutz und Ablagerungen beseitigen, um strahlende Ergebnisse zu erzielen.

Doch egal ob Fahrrad, Roller oder Motorradpflege - mit dem Hochdruckreiniger gelingt die Reinigung Ihres Zweirads ganz schnell und unproblematisch.

Vorbereitung ist alles

Bevor du loslegst: Lass dein Motorrad vollständig auskühlen. Heiße Bauteile vertragen sich nicht mit kaltem Wasser - das kann zu Rissen oder Verformungen führen. Wähle einen schattigen Stellplatz mit festem Untergrund, am besten in einer Waschanlage mit Ölabscheider oder einem Waschplatz, der Umweltauflagen erfüllt. Dort klappt die Reinigung am Besten!

In Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist das Waschen auf öffentlichen Straßen oder dem eigenen Grundstück oft verboten - wegen Umweltschutz. Deswegen empfehlen wir die Verwendung von den vielerorts verfügbaren Waschboxen. Da kann man in jede Richtung sprühen und spritzen wie man möchte, belästigt weder Nachbarn noch Mitbewohner und auch die Abwassersysteme sind auf chemische Rückstände und Straßendreck ausgelegt.

Bevor es an die Reinigung geht, sollte man den Motor des Zweirades immer abkühlen lassen.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der sollte sein Motorrad zum Waschen lieber auf einen ausgewiesenen Platz oder in eine Waschbox fahren.

Vor dem Abwaschen trägt man normalerweise einen Kaltreiniger auf. Das Reinigungsmittel löst die ersten Schmutzrückstände und weicht den Dreck auf, damit dieser leichter abrinnt.

Die richtige Technik beim Reinigen mit dem Hochdruckreiniger

Eimer und Lappen, Gartenschlauch, oder Hochdruckreiniger? Wir raten zu Letzterem.

Ist das Motorrad aber stärker verschmutzt, dann ist der erste Griff doch zum Hochdruckreiniger. Immer schön Abstand halten mit dem Hochdruckreiniger, sonst sind die Aufkleber weg. Um Beschädigungen der Oberflächenmaterialien zu vermeiden, am besten aus ca. 30 - 50 Zentimetern, kommt auf den Druck im Schlauch an, von oben nach unten das Motorrad abduschen.

Halten Sie deshalb immer den in der Bedienungsanleitung empfohlenen Mindestabstand ein. In der Regel sind das 30 Zentimeter.

Achtung bei der Grobwäsche! Überall wo Lager verbaut sind - Lenkkopflager, Schwingenlager, Radlager, etc. - lieber nicht zu knapp hingehen, damit hier kein Wasser unter Druck eindringen und zu Beschädigungen führen kann. Auch das Lenkschloss und der Ausgang des Auspuffs sollten eher ausgespart werden, denn weder die Elektronik noch der Brennraum freuen sich über eine Dusche. Zu guter Letzt ist noch die Kette heikel, die eigens gereinigt werden möchte, dazu später mehr.

❗️Achtung: Geben Sie während des Gebrauchs auf Ihre Umgebung und den Untergrund acht. Zielen Sie zudem niemals auf Menschen oder Tiere. Richten Sie den Wasserstrahl niemals auf Steckdosen, Schalter oder Lampen.

Kalt, sanft und gezielt: Erst abkühlen lassen, dann mit Motorreiniger einsprühen, einwirken lassen und mit weicher Bürste und viel Wasser reinigen. Lieber nicht! Hochdruck kann Dichtungen, Lager und Elektronik beschädigen.

Vorsicht beim Umgang mit Hochdruckreinigern: Durch den extremen Druck kann Wasser selbst in kleinste Ritzen und in Lager eintreten und Fett ausspülen. Daher sollten Sie beim Säubern der Maschine mit einem Hochdruckreiniger genügend Abstand halten und Problemzonen meiden. Dazu zählen Radnaben, Schwinge, Lenkkopflager, Hebelgelenke, Öl- und Wasserkühler oder auch O-Ring-Ketten. Hier empfiehlt sich die gute alte Handwäsche mit Schwamm oder weicher Bürste und sanftes Abspülen.

Vorsicht mit den Reifen: Bearbeiten Sie die Reifen unbedingt mit genügend Abstand und wenig Druck. Halten Sie den Wasserstrahl nicht zu lange auf eine Stelle gerichtet.

Werden Pneus aus kurzer Distanz und zu lange an einer Stelle mit dem Dampfstrahler bearbeitet, können unsichtbare Vorschädigungen entstehen. Bei hoher Geschwindigkeit oder bei längeren Autobahnetappen können solche Stellen fatale Folgen haben.

Dosierter Einsatz des Dampfstrahlers, vorheriges Einweichen von starkem Schmutz mit Schaum oder entsprechenden Kaltreinigern sowie die Nutzung einer Schaumbürste mit fließendem Wasser sind allemal besser.

Wir raten dir zur Handwäsche. Ein Dampfstrahler ist zwar super praktisch, wenn es um größere Flächen geht, wie z. B. eine Isolier-Hausfassade aufzuhübschen oder die Hofplatten zu säubern - aber ein Motorrad zu „kärchern“, davon raten wir ab. Es gilt demnach: Wer sein Bike liebt, der wäscht von Hand. Außerdem hält körperliche Ertüchtigung fit und sorgt dafür, dass die Motorradbekleidung nie zu eng sitzt.

Reinigungsmittel und Zubehör

Verwende nur spezielle Motorradreiniger, die lack- und kunststoffschonend sind.

Spätestens jetzt kommt der Kaltreiniger zum Einsatz. Hier werden am besten speziell für Motorräder entwickelte Waschmittel verwendet. Motorräder weisen sehr viele unterschiedliche Materialien - harter Kunststoff, transparentes Plastik, verschiedene Metalle, Gummi-Dichtungen und mehr - die zum Teil von Universalreinigungsmitteln angegriffen werden können. Bei Reinigern für das Motorrad ist man auf der sicheren Seite.

Der Kaltreiniger wird großzügig auf dem Motorrad aufgetragen. Je nachdem wie schnell es gehen soll, kann man zur Sprühflasche, Aufsätzen für den Hochdruckreiniger oder größeren Spray-Geräten greifen. Der Kaltreiniger muss nach dem Aufsprühen noch ein paar Minuten einwirken.

Für eine noch gründlichere Reinigung können Sie ein zusätzliches Reinigungsmittel verwenden, welches automatisch mit dem Wasser vermischt wird. Die Zusammensetzung ist abhängig vom Einsatzgebiet und von der zu reinigenden Oberflächenbeschaffenheit.

Spülmittel als Reinigungsmittel für Hochdruckreiniger: eignet sich ebenso hervorragend für die Reinigung mit dem Hochdruckreiniger. Bedecken Sie stark verschmutze Flächen mit Spülmittel, sprühen Sie dieses anschließend mit einer hohen Temperatur des Wasserstrahls ab.

Auch um die Bremsscheiben müssen Sie sich weniger Gedanken machen, da Sie durch Pfützen oder Regen ab und zu in Kontakt mit Wasser kommen.

Möchten Sie Ihre Terrasse oder Gehweg reinigen, erleichtert ein Flächenreiniger mit integrierter Bürste die Säuberung.

Tipp: Achten Sie darauf, dass Sie ausschließlich passendes Zubehör vom Hersteller verwenden, um Schäden am Gerät oder während der Verwendung zu vermeiden.

Spezielle Bereiche des Motorrads reinigen

Nach der Grobwäsche verbleibt noch immer sehr viel Schmutz, ölige Stellen und feiner Staub an schwerer erreichbaren Stellen und in den Ecken. Bekannte hartnäckige Stellen sind z.B. rund um den Tankdeckel, die Schwinge nahe der Kette, oder verwinkelte Bereiche im Cockpit. Hier kann man noch einmal zum Kaltreiniger greifen und gezielt mit einer Bürste oder Schwamm nacharbeiten. Wichtig ist, dass Bürste oder Schwamm möglichst weich sind, um keine feinen Kratzer im Lack zu hinterlassen.

Wer an der Waschanlage mit mitgebrachtem Schwamm und verschiedenen Bürsten arbeitet, bekommt nicht nur schwer zugängliche Stellen sauber, er bemerkt auch lose Schrauben oder Speichen und hat andere Verschleißteile im Blick.

Motorradkette reinigen

Vorbereitung: Die nähere Umgebung der Kette mit Pappe oder Folie abdecken und die Bremsscheiben schützen.

Die Kette überträgt die Kraft zu den Motorradreifen - sie sollte regelmäßig gereinigt und gepflegt werden. Dreck, Staub und altes Fett erhöhen den Verschleiß und können zu Ausfällen führen.

Die Pause des einwirkenden Kaltreinigers eignet sich perfekt, um sich der Kette anzunehmen. Zuerst wird sie ausgiebig mit dem Kettenfettentferner eingesprüht. Dieser löst das zähe Fett des Kettenöls, damit dieses später abgebürstet werden kann. Sollte die Reinigungsaktion nicht in einer vorbereiteten Waschbox, sondern zuhause in der Garage oder gar draußen irgendwo stattfinden, dann empfehlen wir, einen Karton unter die Maschine zu legen, der das herabtropfende Lösungsmittel und Kettenfett auffängt.

Nach einer kurzen Einwirk-Phase lässt sich die Kette mit einer speziell geformten Kettenbürste abbürsten. Man dreht das Hinterrad in beide Richtungen und nutzt die dreiseitige Bürste, um den Schmutz und das alte Kettenfett rundum wegzubürsten. Hält sich der Dreck hartnäckig, dann kann ruhig noch einmal der Entfetter verwendet werden. Der spezielle Kettenreiniger löst das alte Kettenöl und den Dreck auf.

Nach dem Waschen: Trocknen mit Mikrofasertuch oder Druckluft, Kette neu schmieren, Elektrik checken und ggf. bewegliche Teile leicht ölen.

Auch die Kette wird von Schmutz befreit mithilfe eines speziellen Kettenreinigers und gegebenenfalls einer Nylonbürste und anschließend wieder gut abgeschmiert.

Kettenspray vorher gut einweichen, dann mit Kettenbürste reinigen und nach dem Trocknen neu schmieren.

Befreie die Kette mit einem speziellen Kettenreiniger und einer weichen Bürste von Schmutz und Dreck.

Visier und Helm reinigen

Ein sauberes Visier und ein sauberer Motorradhelm erhöhen die Sicht und damit die Sicherheit. Gerade bei Gegenlicht, Regen oder Nachtfahrten ist ein klarer Blick unverzichtbar.

  • Einweichen: Ein feuchtes, warmes Tuch für 5-10 Minuten aufs Visier legen.
  • Milde Reinigung: Mit weichem Tuch und lauwarmer Seifenlauge vorsichtig reinigen - Finger weg von rauen Schwämmen oder Küchenrolle!
  • Trocknen & Pflegen: Mit einem Mikrofasertuch abtupfen.

Weitere Tipps

  • Insektenentferner oder feuchte Tücher ein paar Minuten auflegen und einwirken lassen.
  • Mit einem weichen, feuchten Tuch vorweichen, dann mit lauwarmer Seifenlauge reinigen.
  • Mit Hausmitteln wie Backpulver, Alufolie oder Edelstahlpolitur kannst du Flugrost und Verfärbungen entfernen.

Trocknen und Polieren

Ist alles sauber, braucht man das Bike nur noch mit einem weichen Tuch trockenwischen. Das Trocknen in der Sonne ist nicht empfehlenswert, da sich dann die Kalkrückstände im Wasser noch deutlicher abzeichnen.

Das Motorrad ist jetzt sauber, aber auch angreifbar. Jede Oberfläche ist blank geputzt und entfettet, neuer Schmutz und Staub warten geradezu nur darauf sich aufs Bike zu stürzen. Als Schutz gegen zukünftigen Dreck kann man das Motorrad noch mit einem Wachs-basierten Mittel aufpolieren. Hier gibt es wieder verschiedenste Produkte, aber die Funktionsweise bleibt bei allen gleich. Das Wachsmittel wird per Tuch aufgetragen und bildet dort eine schützende Schicht, an der Wasser und Schmutz abperlen. Als Nebeneffekt werden ausgeblichene Plastikteile farblich wiederbelebt und erstrahlen im alten Glanz.

Wer alles gut abledert und schlecht zugängige Stellen per Luftstrahl aus dem Kompressor von Wasser befreit, beugt Rostbildung vor. Gleiches gilt für die Konservierung der Metallteile mit einem Sprühöl. Für Chrom- und Aluteile gibt es spezielle Hochglanz-Polierwatte, die mit Polierflüssigkeit getränkt ist. Für alle lackierten Fahrzeugteile kann handelsübliches Hartwachs mit weichem Tuch oder Polierwatte aufgetragen werden, um die Oberfläche zu versiegeln. Für Plastikteile gibt es entsprechende Produkte oder Polituren, unlackierte Teile können auch mit Cockpit-Spray aus dem Autobereich gepflegt werden.

Ganz wichtig, vor allem vor dem Einmotten Ihres Bikes, ist, dass es nach dem Waschgang wieder absolut trocken ist.

Am besten eignen sich somit sonnige Tage mit milden Temperaturen. Trotzdem sollten feuchte Stellen zusätzlich mit einem Ledertuch gründlich abgewischt werden. Besonders auf dem Sitz oder dem Lack bilden sich ansonsten schnell Wasserflecken. Wer sein Motorrad wäscht, sollte außerdem darauf achten, dass keine Feuchtigkeit in kleine Zwischenräume eindringt. Das könnte langfristig zu Korrosion führen. Auch hier kann der Nass-/Trockensauger zum Einsatz kommen. Mit der Blasfunktion lassen sich kleinere Ritzen schnell und effektiv von Wasserrückständen befreien. Besonders tiefenrein und langanhaltend gelingt das mit Produkten mit einem hohen Wachsanteil.

Regelmäßige Pflege für langanhaltende Freude

Je nach Wetterlage und Nutzung empfiehlt sich eine gründliche Reinigung alle 2-4 Wochen.

Wir empfehlen eine regelmäßige Reinigung - idealerweise nach ein paar Fahrten oder früher, wenn du durch Regen, Schlamm oder Staub gefahren bist.

Regelmäßige Motorradwäsche dient Ihrer Sicherheit und beugt dem Wertverlust der Maschine vor.

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