Der Hohe Asten im Hochsauerland ist nicht nur für Wanderer ein beliebtes Ziel, sondern bietet auch für Mountainbiker attraktive Strecken. Diese Tour führt zu zwei markanten Punkten des Hochsauerlandes: zum Bildstock am Großen Bildchen und zum Hohen Knochen, einem Höhenzug zwischen Westfeld und dem Kahlen Asten.
Streckenverlauf und Highlights
Vom Bremberg aus radeln wir auf dem Kurweg nach Altastenberg. Achtung: Hier teilen wir uns den Weg mit den wandernden Kurgästen! Ab Altastenberg wird es deutlich ruhiger, und wir fahren bis zum Großen Bildchen. Die letzten 100 m vor dem Großen Bildchen langsam fahren, da es sehr steil ist! Trekkingradfahrer bitte absteigen.
Durch den Nordenauer Wald geht es nun hinunter nach Nordenau und über einen Bergrücken noch weiter zu dem tiefsten Punkt unserer Tour nach Westfeld, wo sich eine Rast empfiehlt. Ab nun geht es bergauf, zunächst gemächlich entlang der Lenne, später etwas schwerer am Hohen Knochen.
Wichtige Hinweise zur Befahrbarkeit
Oft bewegt man sich beim Mountainbiken außerhalb der Gesetze, ohne sich dessen bewusst zu sein. Das Biken ist grundsätzlich erlaubt, aber das Fahren abseits der Wege ist verboten. Da wir von roBerge.de nicht wissen, welche der von uns vorgestellten MTB-Routen in der Gegenwart oder Zukunft offiziell verboten oder freigegeben werden, beschreiben wir hier die Touren so, wie sie aufgrund der Kenntnis des Autors technisch als befahrbar gelten.
Dies heißt nicht unbedingt, dass die beschriebenen Touren auch erlaubt sind. Deshalb ist es für jede Tourenplanung selbstverständlich, dass man sich an geeigneten Stellen (Gemeinde, Grundstückseigentümer, Tourismusbüros, Polizei, Gendarmerie) Auskunft über die Befahrbarkeit der Strecken einholt. Die von uns angegebenen Links zu den Tourismusbüros sind hierzu eine Hilfe.
Persönliche Erfahrungen und Tipps
Am Anfang stand keine Liebe. Jede darin aufgeführte Tour wollte ich kennenlernen und „erradeln“. Auch die Nummer 30 „von Tatzelwurm über die Hohen Asten“. Denn dort stand und steht geschrieben, dass es trotz örtlichen Widerstands durchaus erlaubt ist, auf Forststraßen zu radeln. Ich fühlte mich also sowas von im Recht, als ich vor vielen Jahren gemeinsam mit meiner Frau zu besagter Tour Nummer 30 aufbrach.
Gerade, als wir uns an den sportlichen Anstieg zum unter Hohen Asten gelegenen Petersberg gewöhnt hatten, kam uns ein downhillender Traktor entgegen, aus dessen Führerhaus sich ein furchtbar schimpfender Mann lehnte und uns dabei mit der Faust drohte. Den konnten wir ebenso wie die Anstrengung noch wegatmen. Knapp 200 Meter später war dann Schluss mit lustig. Ein ebenso auf der Abfahrt befindlicher Jeep stellte sich uns so in den Weg, dass wir nicht mehr vorbeikonnten und absteigen mussten.
Was dann folgte, war ein Wortgefecht, in dessen Anschluss ich mir überlegte, ein Lexikon mit neu erlernten Schimpfwörtern zu veröffentlichen. Die Hohe Asten als Ziel war für mich erst einmal gestorben. Doch dann kamen im Laufe der Jahre Kinder ins Haus, und meine Frau machte mit ihnen und befreundeten Familien Ausflüge in die Berge. Auch auf die Hohe Asten. Und wie begeistert sie immer von Deutschlands höchstgelegenem Bergbauernhof erzählt hat. Wie schön es dort doch sei. Und ich solle doch aus meiner Schmollecke raus und selber mal mitgehen.
Irgendwann hab ich’s dann gemacht und mich dabei gefühlt, als ob ich als Bayern-Fan in Dortmund in den schwarz-gelben Fanblock gehen müsste. Ich muss gestehen: Mein innerer Widerstand war spätestens als wir die freie Fläche oben am Gasthof erreichten vorbei. So gut, dass wir kurz darauf noch einmal mit den Kindern hochgegangen sind. Nicht ohne noch etwas wissen zu wollen.
Für einen Artikel, den ich in einem anderen Medium schreiben wollte, habe ich mich in Radklamotten geworfen, einen Radlrucksack umgeschnallt und einen Helm unter den Arm geklemmt. In dieser Maskerade habe ich mir dann oben am Tresen ein Getränk bestellt. Gleich kam die Frage, ob ich dann tatsächlich mit dem Rad hier wäre. Ich sagte: „Nein, das ist doch offensichtlich verboten. Deshalb habe ich’s unten stehen lassen.“ Das war gelogen. Wir waren mit dem Auto auf dem Parkplatz unten. Und doch wuchs meine Liebe zur Hohen Asten weiter.
Einen Tag später habe ich aus der Redaktion dann im Gasthof angerufen und mit den Wirtsleuten noch telefoniert. Ihre Begründung, dass es aus Ihrer Sicht zu gefährlich wäre, hier Wanderer und Radler gemeinsam auf die Piste zu lassen, habe ich mal so gelten lassen.
Als wir in diesem Sommer dann mal wieder oben waren, war das ausgerechnet an einem Donnerstag. Was wir nicht wussten - es ist der Ruhetag, wie schon unten auf dem Schild stand. Oh je! Das heißt in sengender Sonne auf über 1.000 Metern jämmerlich verdursten? Nein. Denn für alle Wanderer stand an diesem Ruhetag ein Kühlschrank mit Getränken und kleinen Brotzeiten zur Verfügung. Mit Geldeinwurf auf Vertrauensbasis. Ich gestehe: Ich habe da mehr reingeworfen, als die besagten 2,50 Euro. In diesem Moment war meine Liebe überbordend.
Wir gehen übrigens immer wieder gerne hier hoch. Und im Winter sogar mit einem Schlitten. Ich habe meinen Frieden mit der Hohen Asten gemacht. Zu schön der Berg, zu gut die Gastronomie und zu lohnend der Ausblick, um dauerhaft zu schmollen.
Weitere Mountainbike-Trails in Deutschland
Neben den Strecken am Hohen Asten gibt es in Deutschland zahlreiche weitere attraktive Mountainbike-Trails:
- Hasselbach-Graben-Trail - Eifel
- Püttner Trail - Fichtelgebirge
- Huber-, Kloster-, Larry-Trail - Würzburg
- Steinwald-Singletrail - Naturpark Steinwald
- Fellingshausen-Trail - Dünsberg
- Kahler Asten, Hoher Knochen - Hochsauerland/Winterberg
- Jurasteig - Naabtal/Oberpfalz
- Altmühltaler Panoramaweg - Nordbayern
- Niedere Bleick - Ammergauer Alpen
- Nurtschweg - Oberpfälzer Wald
- Hemmkoppe - Thüringer Wald/Saaletal
- Mühlhäuser Landgraben
- Eberhard-3-Trail - Steigerwald
- Deister-Trails - Calenberger Bergland bei Hannover
Eine MTB-Runde westlich des Inns
Eine abwechslungsreiche MTB-Runde westlich des Inns auf bayerischer Seite (nach Österreich dürfen wir z.Zt. nicht). Gefahren bin ich die Strecke so, wie es auf dem (nachgezeichneten) Track dargestellt ist. Der Originaltrack ist mit meinem Garmin nach der Tour verloren gegangen.
Es ist alles dabei: gemütliches Einrollen auf dem Inn-Dammweg, dann Auffahrt zum Bichlersee, Trail zum Tatzelwurm, Auffahrt Hohe Asten und Abfahrt mit anspruchsvollem Trail nach Flintsbach. Mein Start- und Parkplatz war 200 m nach der BAB-Ausfahrt Brannenburg. Zuerst nach der Schranke zum Hawaiisee, ein erstklassiger Badesee! Evtl. nach der Rückfahrt kurz reinspringen!
Dann über die Autobahn drüber und nun fast 10 km neben dem Inn auf dem West-Innradweg flussaufwärts Richtung Kufstein. Unmittelbar vor der Holzbrücke, die für Radler über den Inn führt, unter der Autobahn durch und vorbei am Kloster Reisach geradeaus in Richtung Tatzlwurmstraße. Auf dieser Straße kurze Zeit später rechts abbiegen (Wegweiser) zum Bichlersee.
Auf dieser steilen geteerten Bergstraße, in Regau am GH Bichlersee vorbei, zum Bichlersee. Nun einen schönen Trail ca. 1 km abwärts und dann kommt man wieder auf eine breite Straße, die einen runter zur Tatzlwurmstraße bringt. Hier rechts weg und ½ km später wieder rechts in eine Forststraße abbiegen.
Nach knapp 3 km kommt die entscheidende Kreuzung: Geradeaus kann man weiterfahren und die Forststraße nach links ist mit einem Verkehrszeichen für Radfahrer gesperrt. Ich fuhr diese gesperrte Straße weiter und kam dann beim GH Hohe Asten vorbei.
Ich weiß, dass es den Grundstückseigentümern gesetzlich untersagt ist, ein Fahrverbot für Radfahrer (nicht motorisierte Fahrzeuge) auf Wald- und Wiesenwege zu verhängen. Siehe hierzu auch "Vollzug des bayer. Naturschutzgesetzes" . Das private Aufstellen von amtlichen Verkehrszeichen ist im Grunde genommen sogar eine Straftat (Amtsanmaßung, § 132 StGB). Im Gelände zwischen den beiden Höfe betritt man jedoch Privatgrund ausserhalb der freien Natur, den der Eigentümer absperren kann wie er will.
Mein Track bietet eine Alternative zum Umgehen der Bauernhöfe bzw. des Gasthauses an, fahrt dem nach und ihr geht Streitigkeiten aus dem Weg. 600 m nach den Höfen kommt man wieder auf die Zufahrt und kann unbehelligt über Petersberg (evtl. noch zu Fuß raufgehen) Richtung Flintsbach runterfahren.
Beim WP „Wegweiser“ fuhr ich den Singeltrail geradeaus über Wagnerberg abwärts, er ist fordernd, grobsteinig, bei Nässe evtl. kurz absteigen.
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