Honda gehört heute zu den wertvollsten Marken weltweit. Der Unternehmensslogan „The Power of Dreams“ unterstreicht sehr gut, wie aus der Idee eines Visionärs innerhalb weniger Jahrzehnten einer der größten Industriekonzerne weltweit werden konnten. Doch alles fing irgendwann einmal ganz klein an.
In den Nachkriegsjahren montierte Honda zunächst kleine Hilfsmotoren in Fahrräder und machte in der „Stunde null“ das geschundene Land wieder mobil. Als findiger Unternehmer forschte er parallel an einem eigenen 50-ccm-Triebwerk und brachte unter Verwendung sämtlicher Ersparnisse 1947 schließlich das „A-Model“ auf den Markt.
Zwei Jahrzehnte später schuf Honda bereits maßgebende und leistungsstarke Motorräder wie die überragende Honda CB 750 Four. Einzigartig wie erfolgversprechend waren Soichiro Hondas Begeisterung für harte Arbeit, sein großartiges technisches Verständnis und die vielen daraus geborenen Ideen für neue Motorrad Modelle.
Zu den erfolgreichsten Honda Motorrad Modellen gehörte zweifellos die millionenfach verkaufte Super Cub, die in puncto Belastbarkeit und Ausdauer im täglichen Fahreinsatz konkurrenzlose Maßstäbe setzte. Von Jahr zu Jahr stellte Honda neue Produktionsrekorde auf.
Die japanische Honda Motor Co. wurde im Jahr 1948 von Soichiro Honda (1906-1991) gegründet. Stellten die Japaner zunächst nur Motoren für Fahrräder her, folgte 1949 der Bau des ersten Motorrads, das den Namen „Dream Typ D“ trug. Firmenchef Soichiro Honda vertrat bei der Produktion die Auffassung, dass der Kaufpreis für ein Motorrad akzeptabel bleiben müsse.
Mit diesem Motto dauerte es nur einige Jahre, bis Honda zu den größten Herstellern in Japan aufstieg. Bis 1958 avancierte die japanische Firma sogar zum Marktführer seiner Branche. Ab 1959 trat Honda seinen Siegeszug auch ins Ausland an.
Im Jahr 1975 startete schließlich die Epoche der Honda Gold Wing. Zu den technischen Ausstattungen der GL 1000 gehörten ein Vierzylinder-Boxermotor mit 79 PS, doppelte Scheibenbremsen, ein 5-Gang-Getriebe sowie eine Kardanwelle. Die Goldwing stieg rasch zu einem Tourenbike der Oberklasse auf.
Wer in den 1960ern geboren wurde, konnte eine der großen Motorradrevolutionen selber miterleben. Zu einer Zeit, als BMW-Boxer mit 40 PS als schwere Maschinen galten, war die Honda CB 750 mit ihrem Vierzylinder-Reihenmotor und 67 PS eine Unverschämtheit. In ihrem Sog kam zum Beispiel auch Kawasaki mit der Z1 zu großen Erfolgen, der deutsche Motorradmarkt war innerhalb weniger Jahre völlig umgekrempelt, kleinere Marken verschwanden und die Japaner - allen voran Honda - dominierten den Markt.
Es folgte eine goldene Zeit für Honda, trotz einiger Rückschläge, zu denen man eigentlich auch die GL 1000 Goldwing zählen müsste. Einerseits war sie mit ihrem Vierzylinder-Boxermotor mit 82 PS, dem Kardanantrieb und einer fürstlichen Sitzposition ein herrliches Reisemotorrad, andererseits hatte sie mit bedenklichen Fahrwerksproblemen zu kämpfen.
Der heimliche Held der 80er: Die Honda CX 500
Der heimliche Held vieler Motorradfahrer der 1980er war die Honda CX 500. Ihr quer eingebauter V2-Motor mit dem eigenwilligen 80-Grad-Zylinderwinkel, die neumodischen ComStar-Räder, das merkwürdig pummelige Design und der hohe Komfort ergaben eine komische Mélange, die später irgendjemand zu dem noch komischeren Spitznamen "Güllepumpe" inspirierte.
Die CX 500 war mit 50 oder 27 PS, Kardanantrieb, Wasserkühlung und hoher Zuverlässigkeit eigentlich ein Vernunft-Motorrad, doch ihr schrulliges Auftreten führte dazu, dass viele dennoch ein inniges Verhältnis zu ihr aufbauten. Dem "Original" folgten Modelle wie der Softchopper CX 500 C, die im 80-Jahre-Stil gestaltete CX 500 Euro, später eine Variante mit 650 Kubikzentimeter, die es sogar in einer ziemlich überkandidelten Turboversion gab.
Nach der Gold Wing ist sie die zweite Honda mit Flüssigkühlung und Doppelscheibenbremse vorne. Und wie die im gleichen Jahr erscheinende CBX 1000 läuft der 50 PS leistende V-Twin auf innovativen „ComStar“-Verbundrädern mit schlauchloser Bereifung.
Als neues Top-Modell tritt Anfang 1978 die „CBX 1000 Supersport“ mit einem 105 PS kräftigen Sechszylinder-Reihenmotor an. Wie bei den RC und RCB-Rennern übernimmt ein Dohc-Vierventil-Zylinderkopf die Gassteuerung. Sechs Vergaser bereiten das Kraftstoffgemisch auf.
Für 1981 konzipiert Honda den Sechszylinder mit einer Verkleidung konsequent als Tourer um. Die Hinterradschwinge stützt sich nun über ein Zentralfederbein ab, dessen Hebelanlenkung eine progressive Abstimmung erlaubt.
Weitere prägende Modelle der 80er Jahre
Neuland betritt Honda 1980 mit der CX 500 TC. Um den V-Twin für den Turbolader und 82 PS standfest zu machen, wird der Motor von Grund auf überarbeitet. Zudem übernimmt mit der kennfeld- und sensorengesteuerten CFI (Computerized Fuel Injection) erstmals bei Honda eine Einspritzanlage die Kraftstoffaufbereitung.
Mit der TC, die ab Ende 1982 auch mit 650 ccm angeboten wird, ruft Honda die japanische Konkurrenz auf den Plan, die bald ebenfalls Ladermotoren anbietet.
Den bekommen sie 1984 mit der VF 1000 F und deren supersportlichem Ableger VF 1000 R. Honda entschließt sich zum V4-Konzept, weil sich damit schlankere, leichtere und leistungsfähigere Triebwerke realisieren lassen.
Als Weiterentwicklung der VF 750 S von 1982 brilliert die „F“ mit 116 PS bei 10.000/min. Während sie sich wie die Hubraumvarianten 400, 500 und 750 mit kettengetriebenen Nockenwellen für die Vierventilköpfe bescheiden muss, erhält die 122 PS starke VF 1000 R einen aufwändigen Zahnradantrieb.
Als käuflicher Ableger bereichert ab 1984 die NS 400 R die Modellpalette. Im Leichtmetallfahrwerk der trocken 163 Kilo leichten 400er produziert ein flüssiggekühlter 90-Grad-V-Motor mit zwei liegenden und einem stehenden Zylinder 72 PS bei 9500/min. Die ATAC-Auslasssteuerung verbessert die Kraftentfaltung im unteren Drehzahlbereich.
Bereits 1983 hat Honda mit der XLV 750 R eine erste Großenduro im Angebot. 1987 folgt die XL 600 V Transalp und ein Jahr später die noch konsequenter für Fernreisen konzipierte XRV 650 Africa Twin.
Mit der CBR 250 F lässt Honda die glorreichen Jahre der RC-Rennmaschinen wieder aufleben. Vierventiltechnik und zahnradgetriebene Nockenwellen erlauben beim Nachfolgemodell CBR 250 RR Drehzahlen bis 19.000/min.
Die 80er im Überblick: Technische Daten ausgewählter Modelle
| Modell | Hubraum (ccm) | Leistung (PS) | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| CX 500 | 498 | 50 | V2-Motor, Kardanantrieb |
| CBX 1000 | 1047 | 105 | Sechszylinder-Reihenmotor |
| VF 1000 F | 998 | 116 | V4-Motor |
| NS 400 R | 387 | 72 | Zweitakt-V3-Motor |
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