Honda baut Motorräder mit großer Leidenschaft und stellt den Menschen - Fahrer wie Reisende - konsequent in den Mittelpunkt. Jedes Motorrad wird mit höchstem Qualitätsanspruch und technischer Perfektion entwickelt, wobei selbst kleinste Details große Bedeutung haben. Ziel ist es, dem Fahrer ein ebenso intensives und freudiges Erlebnis zu bieten, wie es die Entwickler bei der Konstruktion hatten. Ein zentrales Leitmotiv ist die Neugier: Sie treibt Hondas Innovationskraft an. Durch das ständige Hinterfragen von Konventionen entstehen neue technologische Lösungen.
Die Erfahrungen aus dem Rennsport liefern Honda kontinuierlich neue Impulse. Technologien wie das Doppelkupplungsgetriebe (DCT) oder neuartige Federgabelsysteme wurden zunächst für den Rennsport entwickelt und später auf Alltagsfahrzeuge wie Roller übertragen. Honda entwickelt ständig neue Systeme zur Reduzierung von Emissionen und zum Schutz der Umwelt.
Honda gehört heute zu den wertvollsten Marken weltweit. Der Unternehmensslogan „The Power of Dreams“ unterstreicht sehr gut, wie aus der Idee eines Visionärs innerhalb weniger Jahrzehnten einer der größten Industriekonzerne weltweit werden konnten. Doch alles fing irgendwann einmal ganz klein an. In den Nachkriegsjahren montierte Honda zunächst kleine Hilfsmotoren in Fahrräder und machte in der „Stunde null“ das geschundene Land wieder mobil.
Als findiger Unternehmer forschte er parallel an einem eigenen 50-ccm-Triebwerk und brachte unter Verwendung sämtlicher Ersparnisse 1947 schließlich das „A-Model“ auf den Markt. Zwei Jahrzehnte später schuf Honda bereits maßgebende und leistungsstarke Motorräder wie die überragende Honda CB 750 Four. Einzigartig wie erfolgversprechend waren Soichiro Hondas Begeisterung für harte Arbeit, sein großartiges technisches Verständnis und die vielen daraus geborenen Ideen für neue Motorrad Modelle.
Zu den erfolgreichsten Honda Motorrad Modellen gehörte zweifellos die millionenfach verkaufte Super Cub, die in puncto Belastbarkeit und Ausdauer im täglichen Fahreinsatz konkurrenzlose Maßstäbe setzte. Von Jahr zu Jahr stellte Honda neue Produktionsrekorde auf. 1968 rollten 10 Millionen Zweiräder von den Bändern der Honda-Fabriken, 1971 schon 15 Millionen und zwei Jahre später waren es bereits 20 Millionen Einheiten. 1978 konnte Honda auf eine Jahresproduktion von 30 Millionen Motorräder und Roller zurückblicken.
Als erster japanischer Motorradhersteller eröffnet Honda 1961 eine Europa-Niederlassung: die Honda Motor Trading Company in Hamburg. Zu dieser Zeit hat sich das aufstrebende Unternehmen bereits in seiner Heimat als Nummer eins etabliert und begonnen, den amerikanischen Markt zu erobern. Am Anfang eines kometenhaften Aufstieges steht ein Zweitaktmotor mit 50 ccm Hubraum und nur 0,5 PS, der zur Not auch mit Terpentin läuft - in Japan nach dem Zweiten Weltkrieg ein gewichtiges Kaufargument. 1947 präsentiert Konstrukteur Soichiro Honda dann sein erstes komplettes Motorfahrrad Model A, das auf Anhieb zum Marktführer avanciert.
Wichtige Modelle der 90er Jahre
Die 90er Jahre waren eine prägende Zeit für Honda, in der innovative Technologien und Designs im Motorradbau vorangetrieben wurden. Hier sind einige der wichtigsten Modelle dieser Dekade:
- NR 750 (1991): Mit der NR 750 beweist Honda 1991 einmal mehr seine außergewöhnliche technische Kompetenz. In Anlehnung an die NR 500-Werksrenner, mit denen Honda 1979 wieder in den Straßen-GP-Sport einstieg, besitzt der V4-Motor nicht runde, sondern langgestreckte - gängig als oval bezeichnete - Kolben sowie acht Ventile pro Zylinder.
- CBR 900 RR Fireblade (1992): Nach den dynamischen VFR- und CBR-Modellen ist die Zeit für einen Supersportler reif. So tritt die CBR 900 RR Fireblade 1992 mit nur 207 kg vollgetankt und 124 PS bei 10.500/min an. Doch die rasante Entwicklung bei den Supersportlern erfordert alle zwei Jahre Updates. Bis heute wuchs der Hubraum auf den vollen Liter und die Leistung auf 178 PS. Seit 2009 ist die Fireblade als erster Supersportler neben der CBR 600 RR mit dem Combined ABS erhältlich.
- CRM 250 AR (1997): Mit der CRM 250 AR zeigte Honda 1997 auf, welches Potenzial noch in Zweitaktmotoren steckte. Die 40 PS leistende Enduro basiert auf dem Offroadrenner EXP.2, den das Werk bei der Rallye Granada-Dakar eingesetzt hatte. Das AR-System führt unverbrannte Kraftstoffanteile wieder der Verbrennung zu.
- CB 400 Super Four (1999): Um Drehfreudigkeit und Durchzugsstärke optimal zu kombinieren, entwickelt Honda die variable Ventilsteuerung VTEC (Variable Valve Timing and Lift Electronic Control). Zunächst 1999 in der CB 400 Super Four verbaut, aktiviert sie jeweils das zweite Ventilpaar pro Zylinder erst bei 6750/min per Hydraulik.
Weitere Entwicklungen und Modelle
Neben den oben genannten Modellen gab es in den 90er Jahren noch weitere bemerkenswerte Entwicklungen und Modelle:
- Bereits mit dem Gold Wing-Ableger F6C (Valkyrie) beweist Honda 1996, dass Cruisen nicht zwingend Leistungsverzicht bedeutet.
- Doch begründet wird die Ära der Powercruiser erst 2001 mit der VTX 1800, die ihre 97 PS bei nur 5000/min aus einem mächtigen V-Twin schöpft. Um diese Leistung und vor allem das maximale Drehmoment von 156 Nm bei 3000/min auf den Asphalt zu bringen, läuft die VTX auf einem Hinterrad der Größe 180/70 R 16.
Aktuelle Retro-Modelle und zukünftige Aussichten
Retro-Modelle sind weiterhin gefragt, aktuell insbesondere die hierzulande neu eingeführte Honda GB 350 S. Deren luftgekühlter Einzylinder-Motor kommt allerdings nur auf bescheidene 21 PS und unterschreitet damit das Stufenführerschein-Limit der A2-Klasse (48 PS) um mehr als die Hälfte. Mit 46,5 PS ist die Honda CL 500 im Scrambler-Stil da viel näher dran. Doch oberhalb der A2-Kategorie bietet Honda in Europa derzeit kein Retro-Modell an. Das könnte sich bald ändern, denn einen passenden 750er-Motor gibt es bei Honda bereits - zwar nicht ganz klassisch luftgekühlt, aber daran sollte es nicht scheitern.
Mögliche zukünftige Modelle
Hier sind einige spekulative Entwürfe für zukünftige Retro-Modelle von Honda:
- Honda GB 750 S oder CB 750 RS: Als Retro-Naked-Bike im klassischen Stil der Honda GB 350 S könnte es künftig eine Honda GB 750 S geben. Als alternative Modell-Bezeichnung kommt Honda CB 750 RS infrage. Miyakubo Shinji vom japanischen Magazin Autoby hat einen entsprechenden Entwurf vorgelegt: mit rundlichem Stahlblech-Benzintank, abgesteppter Sitzbank, Stahlrohr-Chassis, 2 Federbeinen am Heck und Faltenbälgen an der Telegabel. Weitere Retro-Elemente sind der runde LED-Scheinwerfer im verchromten Gehäuse und die klassisch geschwungene 2-in-1-Abgasanlage aus Edelstahl.
- Honda CL 750 als Scrambler: Ebenfalls von Miyakubo Shinji/Autoby stammt der Entwurf der virtuellen Honda CL 750 im Scrambler-Stil, hochskaliert auf Basis der Honda CL 500, mit hochgelegtem Auspuff samt gelochtem Hitzeschutzblech. In diesem Fall erscheint der Konzept-Transfer naheliegender und entsprechend einfacher, denn der 500er-Motor ist ebenfalls ein Reihenzweizylinder mit Wasserkühlung. Ob die CL 750 wie die CL 500 lediglich "Modern Classic" oder im Bereich Rahmen und Tank konsequenter "Retro" wäre, bleibt bis auf Weiteres in der spekulativen Unschärfe.
Reihenzweizylinder-Motor mit bis zu 92 PS
Bisher, bei den Modellen Honda CB 750 Hornet und Honda XL 750 Transalp, gelten für den Reihenzweizylinder-Motor diese Eckdaten: 755 Kubik, 270 Grad Hubzapfenversatz, eine obenliegende Nockenwelle (ohc), insgesamt 8 Ventile und maximal 92 PS (67,5 kW) bei 9.500/min sowie 75 Nm bei 7.250/min. Für etwaige Retro-Modelle könnte Honda die Spitzenleistung drosseln, beispielsweise auf 75 PS (55 kW) - und das dann als "optimierte Drehmomentabstimmung" verkaufen, wie im Marketing branchenüblich. So oder so stehen im Getriebe 6 Gänge zur Verfügung.
Offizielle Informationen zu neuen Retro-Modellen von Honda, konkret GB 750 S oder CB 750 RS sowie CL 750, liegen bislang nicht vor. Bereits amtlich angemeldet ist hingegen die neue Honda GB 500, zwar ebenfalls noch ohne Daten und Bilder, doch dass Honda im Bereich "Modern Classic" nachlegen will, gilt als sicher.
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