Die Geschichte von Honda Schwelm Motorrad

In den 1950er Jahren erlebte West-Deutschland einen wirtschaftlichen Aufschwung, in dem sich die Bevölkerung wieder etwas leisten konnte. Das Motorrad wurde von einer Generation als Spielzeug, für Abenteuer und Freizeit entdeckt. Doch mit dem Aufkommen der Pop- und Beat-Musik und dem weltberühmten Erfolg der Beatles drehte sich die Welt plötzlich anders. Ein dagewesener Generationskonflikt war im Gange, und die verspießten bürgerlichen Gesellschaft gefiel sich nichts mehr.

Die Anfänge von Honda in Deutschland

Ende 1959 ließ er eine 250er Zweizylinder C71 nach Nürnberg kommen. Offiziell zu kaufen gab es Hondas ab Frühjahr 1960. Um den Vertrieb kümmerte sich der Hamburger Motorradhändler Karl Heinz Meller. Doch von einem großen Geschäft konnte dabei kaum die Rede sein, da sich nur wenige Maschinen an den Mann bringen ließen. Auch Honda selbst hatte es vorerst kaum besser.

Weitere Händler der ersten Stunde waren Berlin und Fritz Röth in Hammelbach. Die Zweizylinder-Viertaktmaschinen stießen auf Interesse, aber es war Überzeugungsarbeit erforderlich. Ein wichtiger Punkt war die Ersatzteilversorgung. Die hochgezüchteter Renntechnik und die Drehzahl von 9000/min sprachen für sich.

Eine wichtige Veranstaltung für das Motorradgeschäft war alle zwei Jahre die IFMA in Köln. Dort sollte der Einstand in Deutschland erfolgen. Bruno Lippke, ein Yamaha-Händler, bewarb sich auf der IFMA um einen Händlervertrag und schrieb somit Geschichte.

Es entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit. An eine Betriebserlaubnis war jedoch noch lange nicht zu denken, da die Maschinen beim TÜV vorgeführt werden mussten. Aermacchi-Importeur Witzemann in Karlsruhe wollte ebenfalls in diesem "Geschäft" mitmischen.

Diejenigen, die sich in dieser Zeit für Motorräder begeisterten, engagierten sich in Clubs oder Vereinen. Sie hatten Benzin "in den Adern" und ihr Hobby zum Beruf gemacht. Einer von ihnen war Manfred Weihe.

Die Expansion von Honda und die Konkurrenz

Honda hatte bereits Geschichte in der Straßen-Weltmeisterschaft geschrieben und bis 1967 insgesamt sechzehn Titel eingeheimst, jedoch keinen in der 500er Klasse. Ende 1967 zog man sich aus dem GP-Sport zurück, da Honda auch in der Vierradbranche erfolgreich wurde.

Als europäischen Firmensitz suchte man sich Hamburg aus, da die Stadt zentral lag und einen Hafen hatte. Die Lieferung erfolgte via Schiffscontainer. Es dauerte jedoch seine Zeit, bis die Maschinen in den jeweiligen Verkaufsgebieten ankamen.

Kawasaki betritt die Bühne

Die japanischen Motorradmarken wurden zunächst unter ferner liefen eingestuft. Kawasaki war der Benjamin unter den japanischen Motorradherstellern. Das Industrie-Imperium Kawasaki begann vor über 120 Jahren mit der Instandsetzung und Reparatur von Schiffen. Später kamen der Bau von Eisenbahnbrücken sowie die Herstellung von Autos und Flugzeugen hinzu. Nach dem Zweiten Weltkrieg verhängten die Siegermächte ein Verbot zum Bau jeglicher Flugzeuge.

1952 wurde die Tochterfirma Meihatsu gegründet, die einen 60 ccm Roller fertigte. In den 1960er Jahren sollte sich das Engagement im Zweiradbereich verändern. Kawasaki bot mit dem OHV-Viertakt-Twin ein breites Modellprogramm an. Ab 1963 waren die Kawasaki Aircraft Co. und Meguro zuständig.

Kawasaki eröffnete eine Werksniederlassung in Chicago, USA. Extravagantes musste her, und so wurde im Oktober 1965 die überarbeitete - Modellpalette in den USA vorgestellt. Die westliche Fachwelt konnte sich das Schmunzeln kaum verkneifen, da es sich um eine Kopie der veralteten englischen BSA A7 handelte. Kawasaki reagierte umgehend und setzte auf ein sportbegeistertes Bikervolk.

Kawasaki suchte sich seinen Firmensitz in der Rentzelstraße in Hamburg. Anton Wolf aus Seligenstadt blieb der japanischen Marke treu und importierte Modelle wie die A1 175, A1 250 Samurai, A7 350 Avenger, W1 650 und W2SS 650. Die A1 und A7 machten süchtig nach Beschleunigung und Geschwindigkeit. Die 650er W1 und W2SS verursachten bei den Fahrern ein Lächeln. Kawasaki stand von Anfang an für starke und schnelle Maschinen.

Es sollte aber noch dicker kommen, als Kawasaki die H1 "Mach III" auf den Markt brachte. Die Maschine war 200 km/h schnell. Detlev Louis testete die Maschine auf dem Nürburgring und schrieb, dass es die "stärkste Serien-500er, die der Markt zu bieten hatte" sei.

Die 1970er Jahre und die Etablierung der japanischen Marken

Anfang der 1970er war die Honda CB750 Four in aller Munde. Die Honda CB750 Four hatte es schließlich noch nie gegeben. Suzuki kam ebenfalls in die Puschen und präsentierte Modelle wie den GT 750, der als "Wasserbüffel" bekannt wurde. Für die aufkommende Geländefraktion gab es die Enduros TS125 und TS250.

Ab 1977 wehte ein frischer Wind, und Suzuki konnte immer mehr Motorräder in Deutschland verkaufen.

Von den gigantischen Ausmaßen des Kawasaki-Konzerns gehören Industrieanlagen und Industrieroboter dazu. Alles begann vor über 120 Jahren mit der Instandsetzung und Reparatur von Schiffen.

Motorradhandel Kantert in Schiefbahn

Für Liebhaber alter Motorräder ist das Geschäft von Michael Kantert und Andreas Thumm in Schiefbahn ein wahres Paradies. Michael Kantert und Andreas Thumm handeln in Schiefbahn mit historischen Motorrädern. Ihr Motorradhandel in Schiefbahn läuft rund, und auch vor der kommenden kalten Jahreszeit haben sie keine Angst. Das dürfte vor allem daran liegen, dass sie viele alte und rare Maschinen an Sammler veräußern, die den Winter zum Schrauben nutzen.

Angefangen hat alles 1990 an der Wattmannstraße in Kaarst-Vorst. Am Anfang war das Geschäftsmodell noch ein anderes: Zuerst vermieteten die zwei damals noch jungen Männer Maschinen, nach rund 20 Jahren konzentrierten sie sich dann auf den Handel. Ausgeliehen werden können die Motorräder längst nicht mehr.

Michael Kantert und Andreas Thumm haben derzeit rund 50 Motorräder im Angebot. Da stehen sie alle, für die ihre Herzen in jungen Jahren schneller geschlagen haben: die blaue Yamaha 250 beispielsweise, damals so etwas wie der VW Golf in der 250-Kubikzentimeter-Klasse. Oder die klassische Honda 750, ebenfalls aus den 1970er-Jahren.

Die beiden Kaarster beschreiben ihre Kundschaft so: Viele kommen nicht aus der Region, kaum jemand hat nur ein einziges Motorrad. Und viele Liebhaber schrauben auch gerne selbst an den Maschinen.

Auszeichnungen für Motorradhändler

Zum 18. Mal wurden Ende Oktober in Würzburg die Trophäen für den World of Bike Award „Händler des Jahres“ verliehen. Wie immer nahmen überaus würdige Sieger ihre Trophäen in Empfang. Der renommierte Award wird seit dem Jahr 2000 ohne Unterbrechung vom führenden Magazin für den Fachhandel und die Industrie im Motorrad- und Scooter-Bereich, der monatlich im a.v.&m. Verlag erscheinenden „World of Bike“, verliehen.

Klaus Hüttinger betonte, dass ein Bekenntnis insbesondere der Industrie zum Fachhandel von besonderer Bedeutung sei, weil gerade an dieser wichtigen Schnittstelle zum Endverbraucher über den Erfolg einer Marke oder eines Produkts entschieden werde.

Michael Maintz, der Geschäftsführer von Honda Wuppertal, nahm den Pokal für den dritten Platz im diesjährigen Reigen der besten Motorradhändler entgegen und betonte, dass es für ihn keine Alternative gebe als den Ansatz: „Wenn ich das Geschäft richtig betreiben will, muss ich es leben.“

Zusammenfassende Tabelle der wichtigsten Meilensteine

Jahr Ereignis
1950er Wirtschaftlicher Aufschwung in West-Deutschland, Motorrad wird zum Freizeitgerät.
Ende 1959 Erste Honda C71 kommt nach Deutschland.
Frühjahr 1960 Offizieller Verkaufsstart von Honda Motorrädern in Deutschland.
1963 Kawasaki Aircraft Co. und Meguro übernehmen die Motorradproduktion.
1965 Kawasaki präsentiert überarbeitete Modellpalette in den USA.
1970er Honda CB750 Four und Suzuki GT 750 prägen den Markt.
1977 Suzuki kann immer mehr Motorräder in Deutschland verkaufen.
1990 Gründung von Motorradhandel Kantert in Kaarst-Vorst.

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