Hope Laufrad Hinten Test: Detaillierte Analyse und Erfahrungen

Hope ist bekannt für elegante CNC-Parts und eloxierte Teile in allen erdenklichen Farben. Die englische Firma ist vor allem bekannt für ihre hochwertigen Naben mit dem charakteristischen Knattern und robustem Innenleben. Lange Zeit waren die Naben jedoch denen vorbehalten, die Laufräder selbst bauen oder bauen lassen. Seit einiger Zeit gibt’s aus dem Hause Hope jedoch auch komplette Laufräder mit Felgen aus eigener Produktion.

Hope Tech DH Pro 4 Downhill Laufräder

Die Anforderungen für einen Laufradsatz im Downhill sind beachtlich. Beansprucht werden natürlich insbesondere die Felgen - diese sollten auch den einen oder anderen harten Einschlag wegstecken können, dabei aber keine bleischweren Anker sein. Das gesamte System Laufrad wird durch stände Querkräfte in schnellen Kurven oder Anliegern beansprucht - stimmt hier die Aufbauqualität nicht oder hat der Nabenflansch nicht genügend ‚Fleisch‘ sind Defekte vorprogrammiert. Alles in allem ein wirklich anspruchsvoller Spagat zwischen Gewicht, Stabilität und Preis.

Die geösten Felgen aus 6061 T6 Aluminium haben sind außen 33mm breit und mit ihrer Maulweite von 28mm halten sie auch breite Reifen bis 2,5″ problemlos. Natürlich sind sie Tubless-fähig, auch wenn viele Downhillfahrer noch immer auf ein traditionelles Setup mit Schlauch vertrauen. Bei der Laufradgröße gibt’s die derzeit gängigsten Varianten mit 27,5″ und 26″. Die Felgen sind mit drei Hohlkammern ähnlich aufgebaut wie die Enduro-Pendants, kommen aber mit deutlich dickeren Wandstärken. So bringen sie robuste 623g (26″) bzw. 655g (27,5″) auf die Waage.

Herzstück der Hope Downhill Laufräder

Herzstück der Hope Downhill Laufräder sind natürlich die Naben. Hier kann man auf jahrelange Erfahrung und in unterschiedlichsten Disziplinen bewährte Qualität zurückgreifen. Die vor drei Jahren vorgestellten Pro 4 Naben haben die Dauerläufer Pro 2 abgelöst, in Details verbessert und die bekannten Stärken behalten. Freunde des Charakteristischen Hope-Sounds werden auch mit den Pro 4 Naben sicherlich glücklich - auch wenn der Freilauf verglichen mit den bekannten Pro 2 Naben ein klein wenig leiser vor sich hinknattert. Apropos Freilauf: Hier gibt’s neben den beiden gängigen Standards Shimano 9/10/11-fach und XD auch einen eigenen Hope Freilauf. Entsprechend große Auswahl gibt es auch bei den Nabenbreiten und Achsstandards: Von Schnellspannern über klassische Steckachsen mit 100mm bzw.

Sofort fällt einem das laute Knattern der Hinterradnabe auf, ganz typisch für Hope. Ansonsten verhalten sich die Laufräder zunächst unauffällig - so wie man sich das von einem Laufradsatz eben eigentlich wünscht. Die meiste Zeit war ich mit der Schwable-Kombi Dirty Dan vorn und Magic Mary hinten unterwegs, beide in 2,35″. Beim Luftdruck hab ich Mut bewiesen und war mit 1,9 Bar vorn und 2,1 Bar hinten unterwegs.

Bewähren mussten sich die Hopes unter anderem drei Wochen lange in Whistler, wo sie auf eine harte Probe gestellt wurden; lange Tage, gute Stimmung, Adrenalin im Blut und extrem staubige Bedingungen waren eine harte Probe für Felgen, für Naben und die ganzen Laufräder an sich. Der Aufbau der Laufräder war nahe an der Perfektion: Schön steif, aber mit genügend Komfort um nicht zu hart zu wirken. Zudem musste ich über den gesamten Testzeitraum von mehreren Monaten nur zwei Mal die Speichenspannung minimal korrigieren.

Die Felgen zeigen mal wieder, dass in der Materialschlacht Downhill das eine oder andere zusätzliche Gramm in den Laufrädern gut angelegt ist. In Whistler hatte ich zwei fiese Plattfüße und musste jeweils die restliche Abfahrt ohne Luft im Reifen quasi auf der Felge beenden. Das Resultat: Wenn überhaupt nur minimale Dellen erkennbar, aber wenn man ehrlich ist, haben die Hope Ringe die Tortur völlig ohne Probleme weggesteckt. Beeindruckend!

Der Hope Tech DH Pro 4 Downhill Laufräder sind eine echte Empfehlung wert - zumal sie verglichen mit der Konkurrenz recht günstig zu bekommen sind. Dafür bekommt man einen Satz, der dem harten Downhill-Alltag mehr als gewachsen ist. Selbst übelste Felsenfolter haben die Felgen während unseres Tests problemlos weggesteckt. Die Naben werden ihrem sehr guten Ruf gerecht und der Aufbau wusste ebenso restlos zu überzeugen.

Hope Tech Enduro Laufräder

Mit ihrem neuen Factory Laufradsatz “Hope Tech Enduro” sorgte Hope Anfang des Jahres für Aufsehen. Für konkurrenzfähige 585€ ist der Satz erhältlich, aufgebaut auf den den legendären Pro II Evo Naben und für jeden Achsenstandard anpassbar. Während die Preise für Factory Laufräder oft im vierstelligen Bereich liegen, verspricht Hope viel Performance für wenig Geld.

Im Juni haben wir den Hope Tech Enduro Laufradsatz das erste Mal in die Hände bekommen. Nach sechs Monaten hartem Einsatz und über 1000 Trailkilometern ist es ander Zeit, Bilanz zu ziehen: Wie haben sich die Laufräder auf den harten schottischen Trails geschlagen?

Anforderungen an ein Laufrad

Ein Laufrad muss für uns folgende Eigenschaften erfüllen: es muss leicht sein, stabil, einfach zu Servicen und steif genug um eine gute Linie halten zu können, ohne dabei zu wenig Eingendämpfung zu haben. Haltbarkeit ist ein weiterer wichtiger Punkt. Die Hope Tech Enduro Räder haben in den letzten sechs Monaten mit einer anstandslosen Performance überzeugt. Mit ihren 23mm besitzen sie zwar nicht die breitesten Felgen, dennoch ließ sich jeder Reifen problemlos ins Felgenbett bringen. Bei einem Druck von 1,3 bis 1,9 bar vorne und 1,6 bis 2,0 bar hinten gab es keine Probleme mit Burping oder Druckverlust. Die Lager lassen sich einfach herausnehmen und servicen, der Freilauf hat in einem anderen Bike bereits eine Haltbarkeit von vier Jahren bewiesen.

Zuverlässig, stabil, steif, erschwinglich und offensichtlich bombensicher - einen Haken muss die Sache doch haben? In der Tat ist das Gewicht von 1999g für den Satz eine Ansage. Natürlich gibt es auch deutlich leichtere Carbonfelgen am Markt, doch diese spielen in einer anderen Preisklasse. Fairerweise muss erwähnt werden, dass das meiste Mehrgewicht auf das Konto der exzellenten Pro II Evo Naben geht: die Felgen wiegen nur 510g und damit nur 70g mehr als die meiste Konkurrenz aus Kohlefaser. Wenn es um Beschleunigung geht, ist das an den Felgen gesparte Gewicht sieben mal mehr Wert als an Nabe oder Speichen.

Für all jene mit härterer Fahrweise oder dem Wunsch nach einem Upgrade, das einen nicht gleich in den Ruin treibt sind die Hope Tech Enduro Laufräder eine Referenz in ihrer Preisklasse. Es gibt leichterer Alternativen, diese sind aber entweder teurer oder weniger stabil. Jedes zusätzliche Gramm am Hope Tech Enduro 27.5 Laufradsatz stet für extra Stabilität und ein Plus an Zuverlässigkeit.

Hope Tech Enduro Felgen im Langzeittest

Das Jahr begann mit einer Neuanschaffung: Die neuen Hope Pro4 Naben in Verbindung mit den Hope Tech Enduro Felgen bilden seit Januar 2016 den neuen Laufradsatz an unserem Norco Range Enduro Projektbike. Die Hope Tech Enduro Felge besteht aus 6061 T6 Aluminium und ist in den gängigen Größen 26“, 27,5“ sowie 29“ erhältlich. Für uns gab es die goldene Mitte in 650B. Die Außenbreite der Felge beträgt 28 mm, die Innenbreite 23 mm. Damit ist die Felge im Gegensatz zu anderen Bewerbern in diesem Bereich vergleichsweise schmal. Spätestens seit der Eurobike wissen wir, dass auch Hope künftig dem Trend von breiteren Reifen und niedrigeren Luftdrücken mit der Tech 35W Felge entsprechen wird.

Die Tech Enduro Felge ist tubeless ready und ist mit einem Dreikammersystem aufgebaut. Die Pro4 Nabe ist Hope typisch in verschiedenen Farben erhältlich. Aktuell gibt es sie in schwarz, silber, blau, rot, lila und orange. Die Einbaubreite vorn beträgt 100 mm und kann über Adapter mit Schnellspanner oder 15 mm Steckachse gefahren werden. Hinten gibt es ebenso verschiedene Einbauoptionen mit 135 mm Breite für Schnellspanner und 142 mm Breite für 12 mm Steckachsen. Ebenso ist eine Boost-Version der Naben erhältlich. Im Inneren befinden sich gedichtete Edelstahllager. Im Freilauf sorgen vier Sperrklinken in Verbindung mit 44 Rasterpunkten (ebenfalls klassisch oder als XD Freilauf erhältlich) für den typischen Hope-Sound.

Auf der Waage ergibt unsere Kombination aus Pro4 Nabe, Sapim Race Speichen und der Tech Enduro Felge am Vorderrad 940 g und am Hinterrad (mit XD Freilauf) 1065 g. Dabei gehen jeweils vergleichsweise geringe 510 g auf Kosten der Tech Enduro Felge.

Der Tech Enduro Laufradsatz aus dem Hause Hope begleitete uns bisher von Januar bis November 2016 an unserem Enduro Projektbike in Verbindung mit Conti Trail King und Mountain King Reifen, jeweils in den Protection-Varianten mit 2,4“ Breite. 2016 waren wir mit dem Enduro hauptsächlich im Bikepark oder Trailpark unterwegs und haben hier natürlich von Flowtrail bis DH-Track alles mitgenommen. Bereits bei der Montage zeigte sich eine große Endkundenfreundlichkeit beim Laufradsatz. Die Adapter für 15 mm Steckachse vorn und 12 mm Steckachse hinten ließen sich im Handumdrehen aufstecken. Das mitgelieferte Felgenband (da die Felge tubeless-ready ist, war dieses sicher noch nicht vormontiert) musste selbst eingeklebt werden, war unterm Strich jedoch auch eher eine Kleinigkeit.

Im Einsatz überzeugte der Laufradsatz vor allem durch seine Stabilität und Robustheit. Da wir in diesem Jahr das Rad überwiegend im Bikepark eingesetzt haben, waren die zugemuteten Belastungen entsprechend hoch. Diverse Drops, kleine Sprünge oder auch unglückliche Fahrmanöver (Hangups, unsaubere Landungen und diverse Einschläge) hinterließen deutlich KEINE Spuren am Material. Die Felgen zeigten sich gänzlich unbeeindruckt. Der Preis, den der Fahrer für die sehr gute Stabilität zahlen muss, ist das Gewicht von knapp über 2 Kg. Die Conti-Reifen, einmal montiert wollten nicht mehr von der Felge runter. Sicher habe ich den Reifendruck mit ca.

Am Ende des Zeitraumes kamen die Räder zur Kontrolle in unseren Local Shop nach Gotha zu Fahrrad Eberhardt. Hier bestätigte sich unser super Eindruck aus der Praxis. Die Speichenspannung war weiterhin gleichmäßig und der Rundlauf bis auf einen minimalen Seitenschlag am Hinterrad durchweg gegeben.

Pro4 Nabe und Tech Enduro Felge in Verbindung mit den verwendeten Sapim Race Speichen geben insgesamt eine gute Figur ab. Mit knapp über 2 kg ist der Laufradsatz nicht der Leichteste, allerdings dafür in Sachen Robustheit mit tadellosen Eigenschaften ausgestattet. Auch wiederholte Bikeparkeinsätze mit Drops und einigen technisch unsauberen Landungen konnten den Rädern nichts nennenswertes anhaben. Die vergleichsweise schmale Felge stellte sich für mich nicht als Nachteil heraus. Ich fahre meine Reifen in der Regel mit Drücken um 1,8 bar und dies war zu jedem Zeitpunkt kein Problem für Seitenhalt und Stabilität.

Für aktuell ca. 459,-€ bekommt man einen robusten und hochwertig gefertigten Laufradsatz „Made in UK“ mit dem charakteristischen Sound der Hope Pro Naben. Preis und Leistung sind hier in einem sehr ausgewogenen Verhältnis.

Hope Tech 35W Laufräder

Für Trail-Fahrer und Enduristen führt Hope seit einiger Zeit die Tech-35W-Laufräder mit Pro-4-Nabe im Sortiment, die vor allem durch die enorm breite Felge auffallen. Damit folgt die britische Manufaktur nicht nur dem aktuellen Trend, sondern bietet eine Alternative für Reifenbreiten von 2,3 bis 3,0 Zoll an.

Breitere Felgen und Reifen sind ein Trend, aus dem sich in den vergangenen Jahren neue Standards heraus entwickelt haben. Die Vorteile davon sollen niedrigere Reifendrücke, eine größere Auflagefläche, eine bessere Abstützung der Seitenflanke und letztlich mehr Grip beziehungsweise Traktion sein. Diesem Trend ist auch Hope gefolgt, denn der Hersteller präsentierte 2016 mit der Tech 35W-Felge eine Lösung für eine Vielzahl an Reifengrößen. Wir durften die Laufräder fast ein ganzes Jahr ausführlich testen und waren damit auf Trail-Touren im Hochgebirge, im Bikepark und auf unseren lokalen Strecken unterwegs.

Details und Design

Hope liefert die Laufräder in einem einfachen Karton aus, der mit ein paar speziellen Details bedruckt ist. Im Inneren befinden sich neben den Tech 35W einige Zubehörteile. Dazu gehören jeweils zwei Speichen und Nippel pro Laufrad sowie ein Logo-Aufkleber und stabiles Textil-Felgenband. Ansonsten kommt das Vorderrad mit einem Umbau-Kit für 15×100-Achsen. Auf ein Set zur Tubeless-Umrüstung verzichtet der Hersteller allerdings.

Die Hope Tech 35W reihen sich optisch homogen in das Laufradsegment des britischen Herstellers ein. Das Design entspricht den XC-, Enduro- und DH-Modellen, was vor allem an den eher moderaten Decals liegt. Ansonsten sind die Hauptbestandteile wie Felge und Speichen schwarz eloxiert. Die Naben gibt es hingegen in sechs verschiedenen Farben - darunter Silber, Orange, Lila, Blau und Rot.

Das besondere Merkmal der Hope Tech 35W stellt ganz klar die breite, geschmiedete Felge aus 6061-T6-Aluminium dar, die passend zum Produktnamen eine Innenweite von 35 Millimetern aufweist. Das äußere Maß beträgt 40 Millimeter. Ansonsten zeichnet sich die Hohlkammerfelge der Hope Tech 35W-Laufräder durch asymmetrische Speichenlöcher aus, was die Stabilität bei dieser Breite verbessern soll. Das Gewicht liegt laut Hersteller bei 580 Gramm. Damit ist das reine Felgengewicht geringfügig höher, als bei schmaleren Enduro-Modellen.

Naben und Speichen

Das Herzstück der Hope Tech 35W bildet die bewährte und robuste Pro-4-Nabe. Zusätzlich hat der Hersteller den Leerweg des Freilaufs um zehn Prozent gegenüber dem Vorgänger reduziert, was durch die Rasterung mit 44 Zähnen in Zusammenspiel mit der Vierer-Sperrklinke erreicht wird. Hope bietet alle gängigen Standards an. Darunter QR, 15×100, 15×110 (Boost) für das Vorderrad. Ein Umbau-Kit auf 20×110 ist ebenfalls erhältlich. Für das Hinterrad werden 135, 142 und 148 Millimeter als Breite angeboten.

Bei unserem Laufradsatz der Hope Tech 35W stellen jeweils 32 Race-Speichen von Sapim in der J-Bend-Version die Verbindung zwischen der Pro-4-Nabe und den 35W-Felgen her.

Gewicht und Verarbeitung

Beim Blick auf das Gewicht der Hope Tech 35W-Laufräder zeigt sich, dass der Hersteller auf Stabilität statt maximalem Leichtbau setzt: Das Set wiegt über zwei Kilogramm. Am Vorderrad haben wir 1.000 Gramm gemessen. Hinten waren es inklusive Shimano-Freilaufkörper 1.080 Gramm.

Ab Werk bieten die Hope Tech 35W insgesamt eine hohe Verarbeitungsgüte, denn alle Elemente weisen eine hohe Qualität auf. Daraus resultiert auch die Tatsache, dass die Laufräder ohne Nachbearbeitung direkt an das Rad geschraubt werden können. In unserem Fall war weder ein Höhen- noch ein Seitenschlag zu sehen.

Reifenmontage und Fahrverhalten

Über den gesamten Testzeitraum haben wir die Hope Tech 35W mit einigen Reifen getestet, darunter der Schwalbe Fat Albert, der Maxxis High Roller II und die Ethirteen-TRS-Modelle. Alle Pneus wurden von uns mit und ohne Schlauch gefahren. Alle drei Reifenmodelle ließen sich ohne großen Aufwand auf den Felgen montieren. Und sogar bei der Tubless-Umrüstung wurde kein Kompressor oder eine Pumpe mit Reservoir notwendig. Allerdings war die Demontage der Reifen recht mühselig, da Hope links und recht zwei Einkerbungen in das Felgenprofil integriert hat, in die die Reifenwülste rutschen.

Gefahren wurde der Laufradsatz auf unserem Testbike - dem Alutech Fanes 5.0. Auf unsere Haustrecke angekommen, konnten wir die Eigenschaften der Hope Tech 35W gründlich unter die Lupe nehmen. Bevor der Downhill-Spaß allerdings losgehen konnte, musste zunächst ein langer Anstieg bewältigt werden. Völlig überraschend und anders als erwartet, fuhren sich die Laufräder trotz des hohen Gewichts recht angenehm. Zu keiner Zeit kam das Gefühl auf, gegen viel Masse ankämpfen zu müssen. Auf dem Transferstück zur ersten Abfahrt erheiterte uns dann der Klang des Freilaufs. Wer die Hope Pro-4-Nabe kennt, weiss, dass die Lautstärke enorm ist. Daher gehören die Laufräder eher zu den auffälligen Vertretern. VIele mögen das, andere wiederum bevorzugen eine möglichst leise Lösung am Hinterrad.

Auf dem ersten Trail konnten wir dann die Downhill-Performance testen. Dabei überzeugten die Hope Tech 35W durch die Steifigkeit mit einem präzisen Lenkverhalten. Durch die breite Felge bietet der Reifen auch einen guten Seitenhalt. Die Flanke des Pneus wirkt stabiler als bei dünneren Felgen, was vor allem Burping und dem Einknicken der Seitenwand etwas entgegenwirkt. Daraus resultiert ein besseres Fahrverhalten im Grenzbereich. Auch den Härtetest im Bikepark haben die Hope Tech 35W gut überstanden. Gefahren sind wir damit in Spicak und am Geisskopf. Beide Parks bietet Strecken mit hohem Steinanteil. Dabei waren auch einige Durchschläge nicht zu vermeiden. Diese haben aber keine markanten oder irreparablen Schäden hinterlassen. Nach fast einem Jahr im Einsatz bei allen Wetterbedingungen können wir den Hope Tech 35W einen hohe Haltbarkeit und Stabilität attestieren. Trotz der hohen Beanspruchung und einer Gewichtsbelastung von 115 Kilogramm ist kein unrunder Lauf oder Höhen- beziehungsweise Seitenschlag feststellen. Selbst die Lager laufen noch sanft und leichtgängig. Die Speichenspannung ist ebenfalls gefühlt gleichmäßig: Lediglich zwei Speichen mussten wir über den Testzeitraum wegen Geräuschen nachziehen, was allerdings kein großes Problem darstellt.

Fazit zu den Hope Tech 35W

Die Hope Tech 35W reihen sich hervorragend in das bestehende Portfolio des Herstellers ein und überzeugen mit den gewohnten Eigenschaften wie dem robusten Aufbau, der hohen Verarbeitungsgüte und natürlich der guten Funktionalität. Zudem weisen die Laufräder auch eine hohe Stabilität und Lenkpräzision sowie Haltbarkeit auf. Allen positiven Aspekten gegenüber stehen die Kritikpunkte wie das recht hohe Gewicht und das fehlende Tubeless-Zubehör. Außerdem scheint die Felge etwas weniger robust als bei den Hope-Enduro-Modellen zu sein, was der Breite geschuldet sein dürfte.

Für einen aktuellen Marktpreis von aktuell rund 390 bis 450 Euro müssen erfreulich wenige Kompromisse eingegangen werden. Wer also einen sehr robusten, zuverlässigen und kostengünstigen Allround-Laufradsatz für sein Trail- oder Enduro-Bike sucht, der ist mit den Hope Tech 35W sicherlich gut bedient.

Das Hope HB916 Enduro-Bike

Mit dem HB916 bringen die Briten ein Carbon-Enduro-Bike, das mit seinem High-Pivot-Hinterbau den Zahn der Zeit trifft. Das HB916 wird von der britischen Edelschmiede Hope in Großbritannien produziert und ist nicht nur verdammt schick, sondern auch verdammt selten. Das 8.400 € teure Bike hat einen Hinterbau mit High-Pivot-Design, was bedeutet, dass sich der Drehpunkt weiter oben befindet als gewöhnlich. Das führt dazu, dass sich das Hinterrad beim Einfedern nicht nur nach oben, sondern auch nach hinten bewegt, wodurch es Hindernisse am Boden besser überrollen soll. Das HB916 bringt 160 mm Federweg am Heck und 170 mm an der Front mit, ist 15,6 kg schwer und als Mullet wie auch als reiner 29er zu haben.

Neben dem Carbon-Rahmen kommen von Hope, ursprünglich vorwiegend für ihre Komponenten bekannt, natürlich auch viele Anbauteile, wie z. B. Bremsen, Laufräder, Lenker oder Kurbel. Schickes Sichtcarbon trifft hier auf gefrästes Alu und sorgt für einen eleganten Look mit klaren, geraden Linien. Feine Details, wie die Verbindung der Alu-Wippen zu den Carbon-Streben am Hinterbau, wirken sehr hochwertig und gut verarbeitet. Im Unterrohr befindet sich ein „Butty Box“ genanntes Staufach, das mit einem hochwertigen Deckel aus gefrästem Alu aufwarten kann - typisch Hope. Dieser ist abgedichtet, um zu verhindern, dass Wasser in das Fach kommt, ein Boden befindet sich jedoch nicht darin. Eine inkludierte Tasche vermeidet aber, dass kleine Gegenstände im Rahmen verloren gehen. Unten am Unterrohr befindet sich zudem ein großer, aber eher dünner Unterfahrschutz.

An der Front des Hope HB916 arbeitet die Öhlins RXF 38 m.2-Federgabel. Diese benötigt durch ihre Drei-Kammer-Luftfeder zwar etwas mehr Zeit zum Einstellen, bietet dann aber eine starke Performance und individuelle Anpassung der Endprogression durch die Ramp-Kammer. Passend dazu ist am Heck der Öhlins TTX Air-Luftfederdämpfer verbaut. Die Tech 4 V4-Stopper bieten eine werkzeuglose Einstellung von Hebelweite und Druckpunkt und bringen, kombiniert mit 200-mm-Bremsscheiben vorne und hinten, gute Power und Dosierbarkeit. Sie fühlen sich allerdings etwas weniger knackig an als ihre Konkurrenten von Shimano oder SRAM. Und durch ihre langen Hebel muss man die Schellen relativ weit weg vom Griff montieren, was zu Problemen mit der Erreichbarkeit von Dropper und Schaltungshebel führen kann.

Die OneUp Dropper Post V2-Sattelstütze bietet mit 210 mm reichlich Hub und überzeugt zudem mit ihrer super ergonomischen Remote. Geschalten wird mechanisch mit einer lupenreinen SRAM GX Eagle 1×12. Die Fortus 30 SC Alu-Laufräder stammen aus dem eigenen Haus und sind mit MAXXIS-Reifen kombiniert. Vorne ist ein 29 x 2,5” ASSEGAI aufgezogen und hinten ein 29 x 2,4” Minion DHR II, beide mit EXO+ Karkasse und harter MaxxTerra-Gummimischung.

Das Hope HB916 wird in vier Größen von H1 bis H4 angeboten, damit soll eine Körpergröße von 162 cm bis 203 cm abgedeckt sein. Die Größen sind - wie bei vielen anderen Herstellern inzwischen - nach der Länge der Bikes geordnet statt nach der Höhe. Das soll ermöglichen, die richtige Größe nach Fahrstil auszusuchen anstatt nach Körpergröße. Der Reach im flachen Setting in H3 beträgt 487 mm, mit der Sitzrohrlänge von 440 mm und dem langen, voll versenkbaren Dropper hat man eine gute Bewegungsfreiheit.

Das Hope HB916 hat beim Pedalieren ein relativ straffes Fahrwerk, der Griff zum Climb Switch ist damit unnötig. Durch den steilen Sitzwinkel sitzt man kompakt und zentral über dem Tretlager. Dennoch fühlt sich die Position komfortabel und gut integriert an. Es ist der beste Kletterer unter den drei High-Pivot-Bikes, denn das Deviate Claymore und das Norco Range neigen deutlich mehr zum Wippen im Uphill. Bergab bietet das Hope eine gute Balance aus Laufruhe und Agilität. Langsame oder enge Sektionen gehen dabei ebenso gut wie schnelle Kurvenwechsel. Hier kann man das Bike einfach von einem Anlieger in den nächsten schnalzen lassen. Dabei hilft sicher auch das eher straffe Fahrwerk, das viel Gegenhalt und Pop bietet. Dennoch ist das HB916 in rauen Passagen nicht überfordert, sondern hält seine Linie gut mit viel Feedback vom Untergrund. Hier kommt es allerdings nicht mit dem Deviate und dem Norco mit, die in holprigen Passagen mehr Sicherheit und Traktion bringen. Das HB916 zeigt insgesamt von diesen drei Bikes am wenigsten seine High-Pivot-Charakteristik, also die Längung des Bikes beim Einfedern. Das spürt man bei stark wachsenden Radständen deutlich. Bei einem Blindtest wäre das Hope wahrscheinlich sehr schwer von herkömmlichen Hinterbau-Designs zu unterscheiden.

In offenen Kurven muss man etwas Druck auf die Front bringen, um mit dem Vorderreifen nicht ins Rutschen zu kommen. Das Hope HB916 ist ein edles und schickes Geschoss, das in Großbritannien hergestellt wird und sehr viele hauseigene Parts des Herstellers verbaut hat. Das ergibt insgesamt eine solide Ausstattung mit vielen Individualisierungsmöglichkeiten, bei den Reifen raten wir allerdings zum Upgrade. Das HB916 ist ein Bike für alle, die etwas Besonderes möchten.

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