Die Motocross-Rennen um den Südwestcup und die Rheinland-Pfalz-Meisterschaft im Fischbacher „Loch“ begannen vielversprechend: Strahlender Sonnenschein, 500 Zuschauer und eine Rekordteilnehmerzahl sorgten für optimale Bedingungen. Lutz Gerlach, der Sportleiter des gastgebenden Motorsportclubs Fischbach, wirkte entspannt, als er sich auf seinen ersten Wertungslauf bei den Senioren vorbereitete. Pünktlich um 13 Uhr fiel das Startgatter. 38 Motocrosser in der Cup-Klasse drängelten sich auf der breiten Geraden bis zur ersten langgezogenen Linkskurve.
Dicht an dicht ging es in die ersten Kurven, Lenker an Lenker fuhren die Konkurrenten. Positionskämpfe entstanden. Das sind sie aber gewohnt, wohl wissend, dass jeder kleine Fehler einen Sturz bedeuten kann. Der erste Sprung übers Table glückte. Keine drei Minuten später näherten sich die Crosser wieder dem spektakulären Sprung vor der Zielgeraden. Immer noch war das Feld dicht gedrängt.
Schwerer Sturz überschattet das Rennen
Plötzlich hörte man einen Aufschrei: Es ist jemand schwer gestürzt, Genaues weiß man nicht. Sofort schwenkten die Streckenposten die gelbe Flagge. „Gefahr, nicht überholen, langsam fahren“, bedeutete sie. Die Teilnehmer hielten sich daran. Was noch keiner wusste: Der 23-jährige Yannick Kiemza aus dem lothringischen Forbach, unweit von Saarbrücken, war in seinem ersten offiziellen Rennen schwer gestürzt. Das Rennen wurde abgebrochen. Rennarzt Paris Kontokostas eilte mit Sanitätern zur Unfallstelle. Innerhalb weniger Sekunden wurde der verunglückte Rennfahrer notärztlich versorgt. Kontokostas ist nicht nur Notarzt, er hat langjährige Erfahrung bei Motocross-Stürzen. Der Rettungshubschrauber traf etwa zwölf Minuten nach dem Unglück ein. Die erste Diagnose lautete: Schädel-, Hirn- und Rückenverletzungen.
Mehr als eine Stunde war der Rennbetrieb unterbrochen. Rennleiter Michael Laubenstein entschied: „Es gibt statt zwei nur einen Wertungslauf, sonst hätten wir Klassen streichen müssen. So ist Chancengleichheit gewahrt.“ Der erfahrene Sportsmann aus Speyer wusste genau, dass der Zeitplan bei zwei Läufen kippen würde. „Wir dürfen nur bis 18 Uhr fahren, das würde nicht hinhauen“, lautete seine Erklärung. Neben der sportlichen Herausforderung mussten die Crosser der Cup-Klasse mentale Stärke beweisen.
Etwa 14.15 Uhr war es, als das Startgatter zum zweiten Mal fiel. Die 37 Teilnehmer fuhren verhalten und brachten die 15 Minuten plus zwei Runden gut hinter sich. Der Blieskasteler Wesley Roppenecker landete einen Start-Ziel-Sieg. „Ich drücke Yannick fest die Daumen, dass alles gut ausgeht und freue mich natürlich auch über meinen Sieg“, sagte der 15-jährige Realschüler.
Weitere Wettbewerbe und ein tragischer Todesfall
Derweil warteten die Senioren, 36 an der Zahl, auf den Start. Darunter auch Lutz Gerlach und Volker Weingart. Der Homburger Weingart galt als Favorit. Er hat die Südwestcup-Gesamtwertung 2013 gewonnen und den ersten Lauf der neuen Saison vor zwei Wochen in Hoxberg ebenfalls. „Hier herrschen andere Bedingungen“, stellte er nüchtern fest. Hochmotiviert war er in jedem Fall, das sah man ihm an. Nach einem guten Start führte Weingart das hochkarätig besetzte Feld an, baut seinen Vorsprung Kurve für Kurve aus und gewinnt scheinbar mühelos. Gerlach dagegen schied unglücklich gleich zu Beginn aus. Was ist passiert? Diese Frage beantwortete der Niedersimter so: „Keine Ahnung, das musst du meinen Teamkollegen Uli Hell fragen, denn der ist mir gepflegt im Blindflug ins Vorderrad gefahren.
Die spannendsten Rennrunden gab es dann in der Prestigeklasse. Die Zuschauer fieberten vor allem mit den Fahrern des MSC Fischbach wie den beiden Dahnern Stefan Zimmer und Benjamin Traxel. Auch der Busenberger Janosch Klonig startete in der mit 31 Startern stark besetzten Prestige Klasse. „Ich will nur sicher ins Ziel kommen“, lautete Zimmers Ziel, während Traxel vorgab: „Ich möchte unter die Top fünf.“ Nach 20 anstrengenden Rennminuten plus zwei Runden sah dann der Belgier Björn Frank als Erster die Zielflagge, mit drei Sekunden Vorsprung auf Nicolai Neumüller vom MSC Niederwürzbach. René Kühn vom MSC Fischbach wurde Dritter.
„Ich habe schnell meinen Rhythmus gefunden auf dieser schönen Sandpiste“, befand Frank völlig außer Atem im Ziel. Sein erklärtes Ziel: Gesamtsieger im Südwestcup werden. Enttäuscht war Neumüller über seinen zweiten Platz keineswegs. Was nur wenige wussten: Der 19-jährige Brenschelbacher musste mit einem für ihn fremden Leihmotorrad vorliebnehmen.
Ein weiterer tragischer Vorfall ereignete sich, als ein 14-jähriger Hobbymotorsportler aus Bechhofen auf der Hoxberg-Motocross-Strecke tödlich verunglückte. Nach Angaben des Kriminaldauerdienstes in Saarbrücken prallte der Jugendliche beim Fahren mit seinem neuen 125-Kubikmeter-Motorrad gegen einen Baum. Er wurde schwerstverletzt ins Krankenhaus eingeliefert, erlag aber seinen Verletzungen.
Blitzschlag gefährdet Zuschauer
Ein Blitzeinschlag beim Motocross-Rennen am Montag auf dem Hoxberg traf mehr als 1000 Besucher. Zwei Personen, die einen Stromstoß erlitten hatten, und eine Frau unter Schock mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Gestern meldeten sich weitere Betroffene. Eine Zwölfjährige hatte an einem Geländer einen Schlag erhalten und wurde in der Lebacher Klinik untersucht. Zwölf Vereinsmitglieder aus Saarlouis durchfuhr ein Ausläufer des Blitzes am Getränkestand und hinterließ Hautrötungen. Der Blitz schlug in den Sendemast auf dem Hoxberg und verbreitete sich über den Boden. Der Helikopter für einen verunglückten Fahrer konnte wegen des Gewitters nicht starten.
Sicherheitsdebatte und Streckengestaltung
Die Häufung von Unfällen wirft Fragen nach der Sicherheit von Motocross-Strecken auf. Es wird diskutiert, ob die Motorräder und Strecken mittlerweile grenzwertig geworden sind. Einige fordern, dass Streckenbetreiber verstärkt auf Sicherheitsmaßnahmen achten und Strecken entsprechend anpassen sollten. Dazu gehört das Abpolstern von Hindernissen und die Anpassung der Streckenführung, um die Geschwindigkeit an gefährlichen Stellen zu reduzieren.
Trotz aller Bemühungen um mehr Sicherheit wird es nie eine 100-prozentige Sicherheit geben. Als Erwachsener sollte man sich der Gefahr selber bewusst sein und für sich entscheiden, welche Risiken man eingeht. Bei Kindern und Jugendlichen müssen das die Eltern leisten. Es ist wichtig, ein Gleichgewicht zwischen dem Schutz der Kinder und der Förderung ihrer Leidenschaft zu finden.
| Ereignis | Details |
|---|---|
| Schwerer Sturz von Yannick Kiemza | Schädel-, Hirn- und Rückenverletzungen |
| Tödlicher Unfall eines 14-jährigen | Kollision mit einem Baum auf der Hoxberg-Strecke |
| Blitzschlag beim Motocross-Rennen | Mehrere Verletzte, darunter Zuschauer mit Stromschlägen |
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