Motorradfahren mit Hund: Informationen und Tipps für sichere Touren

Motorradfahren ist für viele Menschen mit einem ausgeprägten Freiheitsgefühl eine große Leidenschaft. Ist der Biker zudem ein Hundeliebhaber und lebt mit einem Hund zusammen, dann ist das Motorradfahren mit Hund eine wunderbare Möglichkeit, die Motorradleidenschaft mit der Liebe zum vierbeinigen Hundefreund auf optimale Weise zu verbinden. Tauche mit uns ein in die Welt des sicheren Motorradfahrens mit Deinem treuen Hund an Deiner Seite! In unserem Artikel findest Du alle wichtigen Informationen, Tipps und To-Dos, die Du als Motorradfahrer mit einem vierbeinigen Passagier kennen solltest.

Rechtliche Aspekte des Motorradfahrens mit Hund

Gesetzliche Grundlagen

Grundsätzlich darf ein Hund in Deutschland auf dem Motorrad befördert und mitgenommen werden. Die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) legt fest, dass die Sicht und das Gehör des Fahrers nicht durch die Ladung, Tiere oder andere Ablenkungen beeinträchtigt werden dürfen. Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden.

Hinweis: In diesem Zusammenhang raten wir Dir sehr sorgfältig Deinen Hund beim Mitführen auf dem Motorrad zu sichern, um einerseits kein Bußgeld zu riskieren. Andererseits vor allen Dingen nicht den bestehenden Versicherungsschutz im Falle eines Unfalls aufs Spiel zu setzen. Denn kann Dir im Schadenfall ein schuldhaftes Vergehen wegen mangelnder Sicherung des Hundes nachgewiesen werden, kannst Du u.U.

Motorradreise mit Hund ins Ausland

Planst Du eine Motorradreise mit Hund ins Ausland? Dann empfehlen wir Dir vor Reiseantritt die jeweiligen örtlichen Vorschriften zu prüfen. Denn diese können von Land zu Land und Region zu Region im europäischen und außereuropäischen Ausland in Bezug auf das Transportieren von Hunden auf dem Motorrad anders geregelt sein.

Stecke ferner unbedingt den EU-Heimtierpass für Deine Hunde ein, damit Du bei etwaigen Kontrollen den aktuellen Impfstatus Deines hündischen Begleiters vor Ort nachweisen kannst - denn so muss Dein Hund u.a. gegen Tollwut gemäß den EU-Bestimmungen geimpft sein. Checke ferner die jeweils gültigen gesetzlichen Einreisebestimmungen und Vorschriften zum Führen des Hundes im öffentlichen Raum in den Ländern, wo Du Dich mit Deinem Hund aufhälst, ob es nun die Region Deines Reiseziels ist, oder Du Dich nur auf der Durchreise mit dem Motorrad und Vierbeiner befindest.

So musst Du unbedingt die örtlichen Bestimmungen hinsichtlich einer möglichen Leinenpflicht, Maulkorbzwang und Hundeverbotszonen kennen. Erkundige Dich ferner im Vorfeld einer Einreise, welche Rassen (Listenhunde) problemslos mit einreisen dürfen, für welche besondere Bestimmungen gelten und für welche Rassen ein Einfuhrverbot gilt.

Und zu guter Letzt noch ein Versicherungstipp: Eine leistungsstarke Hundehaftpflicht ist für jeden Hundehalter aus verschiedenen Gründen eine sehr sinnvolle Absicherung gegen Schäden, die der Hund Dritten gegenüber verursacht.

Sicher und richtig mit dem Hund ausfahren

Motorräder sind für den Transport von Menschen gedacht. Auf den motorisierten einspurigen Kraftfahrzeugen können entweder eine oder zwei Person(en) Platz nehmen, da sie mit einem oder zwei Sitzplätzen ausgestattet sind. Ferner gibt es Motorräder mit Beiwagen (Seitenwagen). Kurz und knapp: Von Haus aus sind Motorräder für die Beförderung von Menschen und nicht für die sichere Mitnahme von Hund, Katze & Co.

Aber keine Sorge, mit dem nötigen „Kleingeld“ kannst du ohne Probleme Dein Motorrad mit der passenden Ausstattung für den Transport des Hundes beim Motorradfahren tunen. Sei es auf dem Tank oder als passende Box auf dem Gepäckträger. Aber bitte nicht direkt am Mann/Frau mittels Brusttasche oder Rucksack. Sollte es zu einem Verkehrsunfall beim Motorradfahren mit dem Hund kommen, ist der Vierbeiner im Topcase oder dem Tankrucksack besser geschützt. Es gibt mittlerweile zahlreiche geeignete Hundetaschen und Hundeboxen, um eine adäquate Beförderung von Hunden beim Motorradfahren sicherzustellen.

Da Du nicht nur ein rücksichtsvoller Motorradfahrer, sondern sorgsamer und fürsorglicher Hundehalter bist, solltest Du bei der Auswahl spezieller Gepäckträger, Taschen und Boxen Wert auf Stabilität und Qualität legen. Zur Sicherheit aller.

Ausrüstung und Zubehör für den sicheren Transport

Am Anfang muss der Hund ans Motorrad gewöhnt werden. Bevor es mit dem Motorradfahren mit Hund losgehen kann, muss der Hund erst einmal an das Motorrad, die gewählte Transportart (Box, Rucksack etc.) und die Begleiterscheinungen wie Fahrgeräusche, Fahrtwind, Fahrbewegungen inklusive Fliehkräfte (bei Motorädern mit Beiwagen) etc. Der Hund soll schließlich mit dem Motorradfahren Spaß, Vergnügen und eine angenehme Aktivität verbinden, damit das Fahren mit dem Motorrad für den Hund zu einem entspannten und stressfreien Erlebnis wird.

Wie kann man praktisch Hunde ans Motorradfahren gewöhnen?

Aber was kannst Du in Sachen Gewöhnung rund um das Motorradfahren tun? Es spielt dabei keine Rolle, ob Dein Hund nun in einem Tankrucksack oder Topcase transportiert werden soll. Lass Deinen Hund sich erst einmal in Ruhe mehrere Wochen an Tankrucksack, Topcase oder Hundebox gewöhnen. Dafür kannst Du das Mittel Deiner Wahl für den Transport beim Motorradfahren mit Deinem Hund mit in den Wohnraum nehmen und in den Hundealltag integrieren.

Fortan soll die „Transportbox“ fester Bestandteil des Hundelebens sein und für den Hund zu einem normalen und liebgewonnenen Begleiter werden. Ziel ist es, dass der Hund seine „Behausung“ kennenlernt, mit ihr warm wird und im optimalen Fall von selbst durch gutes Zureden und das Wundermittel Leckerlis, dort ablegt. Gebe Deinem Vierbeiner regelmäßig immer wieder Leckerchen in seiner neuen Behausung, damit er den Platz mit einem positiven Impuls verbindet.

Zunächst sollten die Gewöhnungsschritte bei geöffnetem Tankrucksack oder Topcase erfolgen, um den Hund nicht einzuengen und damit ein mögliches negatives Bedrohungsszenario ungewollt zu erzeugen. Je nachdem wie zügig der Hund seinen neuen Aufenthaltsort annimmt, kann nach einigen Wochen dann die Box immer wieder für kurze Zeit auch mal vorsichtig geschlossen werden.

Dies kann nochmals etwas tricky werden und bedarf viel Fingerspitzengefühl, damit auch dieser Gewöhnungsschritt auf positive Weise verläuft und damit perspektivisch zur Normalität wird. Ein wenig Geduld musst Du aber noch haben. Denn dies ist nur die halbe Miete. Wir sind mit der Gewöhnung im Hinblick auf das gemeinsame Ausfahren mit dem Motorrad noch nicht am Ende. Denn nun muss die Box auf das Bike und der Hund noch an den ungewohnten Platz in der Höhe gewöhnt werden.

Zunächst erfolgt dies, ohne dass das Motorrad gestartet wird. Um auch dieses Erlebnis und erwünschte Verhalten Deines Hundes zu verstärken, gibt es wieder eine Portion Leckerlis. Gebe Deinem Hund auch bei diesem Gewöhnungsschritt ausreichend Zeit, sich an seinen Platz zu gewöhnen. Erst dann kann der Hund mit dem Motorradgeräusch in Verbindung mit dem Verweilen in der Box vertraut gemacht werden. Zunächst für einige Male im Leerlauf, dann erst sukzessive etwas mehr Gas geben, um die Drehzahl und damit das Motorgeräusch zu erhöhen.

Aber halt! Bevor Du Dich übermotiviert mit Deinem Hund auf das Motorrad schwingen und direkt zu einer Tagestour aufbrechen kannst, empfehlen wir Dir im Sinne Deines Vierbeiners, erst einmal nur einige Minuten bei langsamer Geschwindigkeit und ruhiger Fahrweise, die Gewöhnung Deines Hundes ans Motorradfahren fortzusetzen.

Da jeder Hund letztlich von Haus aus anders mit unbekannten Dingen umgeht, kann die Gewöhnung bei dem einen Hund rascher und problemloser laufen, als bei einem Artgenossen. Wie so oft kommt es also auch ein Stück weit auf Deinen Hund als Hundepersönlichkeit an, wie Du die Fahrtdauer in den nächsten Wochen nach und nach anpassen kannst. Aber auch hier gilt: Überfordere Deinen Hund nicht und gönne ihm Phasen zur Erholung. Unterbreche die Fahrt immer wieder und lass Deinen Hund mal austreten, herumschnüffeln und einfach Hund sein.

Apropos Pausen: Wenn Du mit Deinem Hund nach seiner Eingewöhnungszeit auf dem Motorrad unterwegs bist, solltest stets nach 1-2 Stunden Fahrt einen Stopp an geeigneter Stelle in Mutter Natur einlegen. Die Rast tut Deinem vierbeinigen Mitfahrer und Dir gut.

Fahrsicherheitstraining mit Hund

Optimiere Dein Fahrkönnen mit einem Fahrsicherheitstraining mit Hund! Ergänze Deine Fahrpraxis als verantwortlicher Motorradfahrer um eine besondere Komponente: Mit einem Fahrsicherheitstraining speziell für das Motorradfahren mit Hund gewinnst du nicht nur an Routine, sondern steigerst auch die Sicherheit für Dich, Deinen Hund und alle anderen Verkehrsteilnehmer.

Dort erfährst Du vom Sicherheitsprofi, wie Du durch das richtige Training und die passende Ausrüstung das Fahren mit Deinem Hund als zusätzliche Herausforderung meistern kannst. Egal, ob Du ein erfahrener Biker bist oder gerade erst in die Welt des Motorradfahrens eintauchst, das Fahrsicherheitstraining mit Hund bietet eine sinnvolle Geschichte für alle, die ihre Fahrfähigkeiten auf zwei Rädern verbessern und in jeder Fahrsituation sicher beherrschen wollen.

Weitere wichtige Aspekte

  • Hundepersönlichkeit berücksichtigen: Hast Du einen Angsthund oder einen Vierbeiner, der bereits Probleme mit dem Autofahren hat, sollte dies unbedingt bei Deinen Gedanken zum gemeinsamen Motorradfahren eine große Rolle spielen.
  • Unterschied großer und kleiner Hund: Die Bedürfnisse und Sicherheitsvorkehrungen des hündischen Passagiers sind zu beachten.
  • Mitnahme auf dem Tank, auf dem Gepäckträger oder im Beiwagen: Wo Du Deinen Hund am Ende des Tages auf dem Motorrad platzierst, hängt von mehreren Faktoren ab. Zum einen spielt wiederum die Größe eine Rolle. Denn ein großer Hund wird auf dem Tank im Tankrucksack keinen Platz haben und folglich in einem Topcase auf dem Gepäckträger oder im Beiwagen während der Motorradtour verweilen müssen.

Fahrstil anpassen

Denke zu jederzeit daran, dass Du eine wertvolle Fracht an Bord hast, wenn Du mit Deinem Hund gemeinsame Motorrad fährst. Fahr entsprechend angemessen, vermeiden ruckartige Spurwechsel, ruppiges Fahren, reduziere das Tempo vorausschauend und verzichtet darauf zu stark zu bremsen.

Aufmerksam auf das Ausdrucksverhalten achten

Halte Deinen Hund während der Fahrt (insofern er im Tankrucksack oder im Beiwagen befördert wird) gut im Auge. Fährt der Hund als Passagier auf dem Gepäckträger mit, dann sei bei den Pausen besonders achtsam. Denn fühlt der Hund sich unwohl, gestresst und verängstigt, kannst Du dies anhand seines Ausdrucksverhaltens wahrnehmen und angemessen darauf einwirken. Gefällt Deinem Vierbeiner heute das Motorradfahren, ist dies kein Garantieschein, das dies immer so ist.

Pausen einplanen

Pausen für Fressen, Trinken und das Geschäft einplanen: Damit werden durch Dich als fürsorgliches Herrchen/Frauchen wichtige Grundbedürfnisse berücksichtigt und gestillt.

Erfahrungen von Tom Winkler

Tom Winkler kommt aus Lambrecht, mitten im schönen Pfälzer Wald. Im Mai 2006 kaufte er sich eine Honda Pan European ST1300. Tom Winkler: Die Kinder waren erwachsen bzw. groß genug, sodass wir genug Zeit hatten, uns einen Hund “anzuschaffen”. Das war 2006. Jacky war ein Jack-Russel-Mischlingsmädchen und wurde im Frühjahr 2007 ans Mopedfahren gewöhnt - natürlich mit sehr viel Leckerlis. Leider ging sie im Juni 2014 von uns…

Willi kam 2012 mit ca. 9 Monaten zu uns. Er ist aus Mallorca, war aber schon bei “Pflegeeltern”. Lotte ist aus Rumänien. Sie war schon ca. 2 Jahre, als sie 2014 zu uns kam. Damals hatten wir im Umkreis von gut 100 km, jedes Tierheim abgeklappert. Entweder waren die Hunde schon zu alt (8 Jahre +) oder zu groß.

Tom Winkler: Wir konnten nicht mehr überall hin, da wir die Hunde nicht alleine zu Hause lassen wollten. In der Eingewöhnungszeit, als Willi und Lotte zu uns kamen, nahm zuerst meine Frau ihre 3 Wochen Urlaub, danach ich meine 3 Wochen. Es drehte sich alles um die Hunde. Da Willi ein „sturer“ Terrier-Mix ist, besuchte meine Frau mit ihm sonntags, die Hundeschule. Erfolg: Na ja 😉

Als wir uns für einen Hund entschieden war klar, dass er mitfahren sollte, da wir im Jahr bis zu 20tkm unterwegs sind. Tom Winkler: Ich recherchierte im Internet und fand diverse Hunde, die mitfuhren. Ich nahm Kontakt auf und lies mich “beraten”.

Tom Winkler: Der Tankrucksack bzw. das Topcase diente in den ersten zwei bis drei Monaten als Rückzugsort bzw. als „Hundehütte“, in dem die Hunde immer ihr Leckerli bekamen. Als sie sich daran gewöhnt hatten, dass nichts Schlimmes passiert, wenn wir die „Unterkünfte“ verschlossen, kamen die Teile ans Motorrad.

Dann habe ich die Hunde aufs Motorrad in den Tankrucksack bzw. das Topcase gesetzt und wieder mit viel Leckerli an die „Höhe“, gewöhnt. Nachdem dies ohne Probleme funktionierte, habe ich mal den Motor angelassen und später auch mal Gas gegeben. Sobald sie sich auch daran gewöhnt hatten, fing ich an, mit den Zweien etwas zu fahren. Zuerst im Hof, dann ging es so langsam mal raus auf die Straße.

Am Anfang fuhren wir (Hunde, Frau und ich) maximal fünf Minuten und hielten dann an, ließen die Hunde raus, spielten mit ihnen und anschließend ging es wieder 5 bis 10 Minuten auf „große“ Fahrt. Wieder eine Pause usw, usw. Die Übung zog sich je nach Hund bis zu 3 Monate hin. Jetzt sind sie sehr entspannt auf dem Moped.

Tom Winkler: Vorne gibt es ein Tankrucksacksystem von BAGSTER, der die Möglichkeit bietet, Hunde anzuleinen. Hinten ist es ein originales Topcase, leicht modifiziert. Willi und Lotte sind hier aber auch nicht sehr anspruchsvoll. Ihnen ist egal, welche Decke oder welches Kissen mit ihnen auf Tour geht. Dennoch habe ich den Boden mit stoßabsorbierendem Material ausgelegt. Was für mich wichtig ist, ist, dass beide ab 15 Grad und darunter einen Hundemantel tragen und bei unter 10 Grad wird eine kleine Heizung für beide untergelegt. Nachdem Willi direkt hinter der Scheibe sitzt, braucht er keine Brille.

Tom Winkler: NUR Positive. Ich suche uns von zu Hause aus über buchungsportale Pensionen, bei denen Hunde erlaubt sind. Ich achte darauf, dass die Unterkunft möglichst nahe am Wald, Feld o.ä. ist, damit die Fellnasen schnell ihren nötigen Auslauf bekommen. Von der Unterkunft aus starten wir unsere Tagestouren. Wir fahren 1-1,5 Stunden am Stück, machen ca. 30 Minuten Pause, damit sich die Kleinen austoben können. Somit schaffen wir um die 300 Kilometer am Tag. Die meiste Urlaubszeit verbringen wir in Südtirol, dort haben wir eine tolle Ferienpension gefunden.

Tom Winkler: Willi ist unser Clown, hat immer nur Blödsinn im Kopf. Lotte ist seine Gouvernante, passt immer auf, dass er es nicht übertreibt, und rügt ihn auch. Tom Winkler: Im wahren Leben gibt es NUR positive Resonanz. Bei Pausen kommt man ohne Probleme ins Gespräch. Das Interesse ist sehr groß und die meisten Biker finden es cool. Im Internet bzw.

Tom Winkler: JA, in Deutschland eher selten.

Erlebe unvergessliche Abenteuer

Das Mitnehmen Deines Hundes kann Deine Motorradleidenschaft zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. Mit der richtigen Vorbereitung kann es dann losgehen. Dir und Deinem Hund sind beim Erkunden der Welt via Motorradfahren keine Grenzen mehr gesetzt.

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