Motorrad Seitenständer Unterlage: Test und Lösungen für mehr Stabilität

Der Seitenständer kann bei älteren Motorrädern, besonders wenn sie voll bepackt sind, zu einem Ärgernis werden. Insbesondere bei Modellen wie der BMW R80/100GS kann der Seitenständer eher kurz sein und dazu neigen, einzuklappen. Dies führt oft zu unsicheren Situationen beim Absteigen und der ständigen Sorge, dass das Motorrad umfallen könnte.

Die Problematik des Seitenständers

Viele Motorradfahrer, insbesondere ältere Herren, kennen das Problem, ihre 4V GS zu rangieren. Auch die Körperliche Fitness spielt eine Rolle. Für eine GS gehört neben einer ausreichender Größe auch körperliche Fitness. Da müssten viele gestandene Männer inzwischen wieder Suzuki GS 500 fahren.

Mit Kauf meiner R100R Mystic hatte ich erstmals nach Jahrzehnten ein Problem mit dem Motorradständer und dem Absteigen. Obwohl mit 1,79 m nicht ausgesprochen kurzbeinig hatte ich die angesprochenen Schwierigkeiten den Ständer weit genug nach vorn zu bringen und gleichzeitig ausreichend standsicher zu sein.

Lösungsansätze und Modifikationen

Glücklicherweise gibt es verschiedene Lösungsansätze und Modifikationen, um die Stabilität und Benutzerfreundlichkeit des Seitenständers zu verbessern.

Niedrigkostenlösungen

Für 50 Cent Materialkosten, ne Schraube mit Mutter und 2 Unterlegscheiben kann man das auch ganz leicht selber machen.

Als weitere Niedrigkostenlösung möchte ich meinen "Wüdo"-Nachbau zum Besten geben (R 100 GS PD). Ich habe mir einen Ausleger nach dem Vorbild von Wüdo angeschweisst. Das reicht mir völlig.

WÜDO-Seitenständer

Leute, habe einiges ausprobiert, nichts war wirklich befriedegend. Nun hab ich den WÜDO-SEITENSTÄNDER montiert. Bestens!

Absteigen mit oder ohne Seitenständer

Und zum Mit-oder-ohne-Seitenständer-Absteigen: ich würde das nicht so dogmatisch sehen. Letztes Jahr unterwegs mit viel Gepäck war ich um den Ständer heilfroh (ich drücke ihn mit dem Vorderfuß runter und nach vorne und lasse ihn erst los, wenn ich mit der Ferse sicher auf dem Boden stehe. Wenn die Ferse auf diese Art keine Erde sieht, weiß ich blind, dass es dort nicht geht und zuviel Schräglage ergäbe. Andererseits steige ich aus Trainingsgründen ohne Gepäck oft auch so ab und mach es nach Lehrbuch.

Unterlage für den Seitenständer

Ein weiteres Problem ist, dass der Seitenständer auf weichem oder unebenem Untergrund einsinken kann. Hier sind einige Lösungen:

  • Gummiunterlage: Ich habe es mit einer Art Kunststoffplatte vorerst versucht, die ich unter den Seitenständer geklebt habe. Es gibt so Gummiteile, die die Aufstandsfläche vergrößern, das könntest du probieren.
  • Gummimatte: Habe mal an Bild von meiner jetzigen Übergangslösung gefunden. Kleb doch ein passend geschnittenes Stück PVC-Bodenbelag drunter.
  • Eishockeypuck: Die Schrauben (M5) halten bloß den flachgesägten Eishockeypuck, den ich mal als Ständererhöhung hatte; von unten stecken entsprechende Einschlagmuttern in dem Gummi.

Schutz des Untergrunds

Was mir nach 2 Tage allerdings direkt aufgefallen ist, ist dass der Roller auf seinem Parkplatz ordentliche Macken in den Boden haut. Das sind nicht nur leichte Kratzer, sondern der hobelt ordentlich an den Pflastersteinen (alt und porös) sodass kleine Dellen entstehen.

  • Gummimatten: Ich habe mir eine dicke Gummi-Fußabtretermatte im Baumarkt besorgt und ein Stück "Kunststoffplatte". Montage geht sogar ohne Werkzeug - kein Thema, wenn man ein Baby zu Hause hat. Habe unter unsere Ständer mir Fallschutzmatten für den Spielbereich besorgt. Dann vollkommen egal!
  • PVC-Bodenbelag: Kleb doch ein passend geschnittenes Stück PVC-Bodenbelag drunter.

Sicherheit auf der Fähre

Wenn ein Fährtransfer auf der Motorradtour bevorsteht, sollte man sich entsprechend vorbereiten, um unangenehme Überraschungen und Verzögerungen zu vermeiden. Einige Fährbetreiber stellen den Motorradreisenden Spanngurte und Schutzmaterial zur Verfügung, andere nicht. Im Zweifel vorher bei der Fährgesellschaft anfragen - besser ist es, mindestens zwei eigene Zurrgurte und Schutzmaterial als Gurtunterlage mitzuführen.

Tipps zur Sicherung vom Motorrad

Nicht blind darauf verlassen, dass die Besatzung das Motorrad sichert. Sicherheitshalber nachfragen, ob man selbst Hand anlegen kann, soll oder muss. Das Abstellen auf dem Seitenständer ist generell besser als auf dem Hauptständer. Dadurch hat das Fahrzeug drei feste Auflagepunkte und kann nicht ins Wackeln kommen.

Selbstständig einklappende Seitenständer mit einem z.B. durch das Vorderrad gefädelten Gurt nach vorne sichern.

Cargo-Securing-Manual

Nach Angaben der Scandlines Deutschland GmbH werden Motorräder genau nach den Vorgaben des Cargo-Securing-Manual (CSM) gesichert (gelascht) und auf eigens dafür eingerichteten Stellplätzen an Bord gestaut. Dieses Manual stellt alle auf dem Schiff transportierten Ladungsarten (u.a. auch Motorräder) dar und zeigt darüber hinaus verschiedene Möglichkeiten der Ladungssicherung, abhängig von den äußeren Bedingungen (hier Seegangstärke).

Umgang mit dem Seitenständer: Tipps aus der Praxis

Es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, wie man am besten mit dem Seitenständer umgeht. Einige bevorzugen es, den Seitenständer auszuklappen, bevor sie absteigen, während andere es vorziehen, das Motorrad im Gleichgewicht zu halten und dann den Ständer auszuklappen.

Absteigen mit Seitenständer: Ich bleibe meistens stehen, Gang raus & fummel das Visier auf. Dann gucke ich wie der Boden da aussieht, Klapp den Ständer runter und lasse sie darauf kippen. Runter.

Sicherung beim Parken: Anhalten, ersten Gang rein (bzw. Feststellbremse an der NC), und dann auf den Seitenständer kippen. Das hält doch bombig.

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