Dein Hund jagt Fahrräder, Roller, Jogger oder Autos? Das ist nicht nur anstrengend für Dich auf dem Spaziergang, sondern bedeutet häufig auch Stress für Deinen Hund und gefährliche Situationen sind vorprogrammiert. Zuerst wollen wir Dir den Druck nehmen: Das Problem kennen viele Hundehalter. Du bist damit also nicht alleine.
Warum jagt mein Hund Radfahrer, Autos & Co?
Dein Hund jagt Fahrräder und Du fragst Dich, was der Grund ist? Hierzu gehen die Meinungen tatsächlich auseinander. Viele sind der Meinung, dass eine Jagdmotivation vorliegt. Sehr wahrscheinlich ist also, dass Dein Hund auf den Bewegungsreiz reagiert und / oder eine schlechte Verknüpfung gesetzt hat. Es ist eine Art fehlgeleitetes Jagdverhalten. Viele nennen es auch Beuteverhalten. Ich denke aber, dass der Großteil unserer Hunde durchaus unterscheiden können, was eine echte Beute wäre und was nicht.
Das Hetzen löst bei Deinem Hund Glücksgefühle aus. Er belohnt sich durch jedes Hinterherhetzen selbst. In unserem Beitrag Suchtverhalten beim Hund hatten wir schon mal etwas detaillierter über die neurologischen Prozesse im Gehirn zum Thema Selbstbelohnung berichtet. Dein Hund wird das Verhalten also immer wieder zeigen und hierdurch kann es sich generalisieren. Nicht selten entsteht ein hohes Frustlevel, wenn er nicht hinterher laufen kann. Außerdem kann auch eine gewisse Geräuschsensibilität vorhanden sein. Vor allem große LKWs, Trecker und klappernde Anhänger können für manche Hunde ein Problem sein. Doch nicht jeder Hund reagiert eben mit Flucht. Ein zusätzliches Problem bei manchen Hunden ist Langeweile.
Ein Hund muss nicht dauerbeschäftigt werden. Aber hast Du einen Hund, der gerne eine Aufgabe hat und Du machst gar nichts mit ihm, dann könnte er sich eine Aufgabe suchen. Wir fassen kurz zusammen: Dein Hund jagt Fahrräder & Co? Es kann verschiedene Ursachen haben, häufig spielt auch eine Veranlagung bzw. Das Hinterherhetzen ist eine Sequenz aus dem Jagen. Genauso wie das Hüten. Viele Hütehunde versuchen also auch, Radfahrer & Co zu hüten. Dabei sind sie sich auch nicht zu schade, in die Wade zu beißen (Achtung, nicht nur Hütehunde machen das!).
Und wenn Du denkst: Der kneift ja nur mal kurz und beißt nicht. Kneifen ist eine Beißhandlung. Nach Dr. James O’Heare unterscheidet man zwischen sechs Beißgraden beim Hund. Wir bewegen uns beim Kneifen in die Wade bei Beißgrad 2. Bei leichteren Verletzungen bereits bei Beißgrad 3.
Hund jagt Fahrräder - deswegen ist es gefährlich
Mein Bruder ist Hochleistungssportler. Er läuft Marathon. Und er hat Angst vor Hunden. In seiner Laufkarriere wurde er inzwischen drei Mal von Hunden gejagt und von ihnen zu Fall gebracht. Wie Du siehst, gibt es nicht nur eine physische Verletzungsgefahr, sondern auch eine psychische für die Beteiligten. Gleiches gilt natürlich auch bei Radfahrern. Und dann ist da ja auch noch der Straßenverkehr. Läuft Dein Hund einfach auf die Straße, kann es zu schweren Unfällen kommen, die nicht nur für Deinen Hund tödlich oder mit schweren Verletzungen enden können. Sollte Dein Hund dieses Verhalten also zeigen, ist es höchste Eisenbahn, daran zu arbeiten. Und bitte ruhe Dich bei Joggern, Rollerfahrern und Fahrradfahrern nicht auf dem beliebten „der tut nix“ aus. Menschen können Angst vor Hunden haben. Egal, wie freundlich Dein Hund sein mag.
Zudem kann es Dir passieren, dass Dich der Geschädigte anzeigt und Du unter anderem auch zur Zahlung eines Schmerzensgeldes verpflichtet wirst. Du musst Dir bewusst machen, dass Du die Verantwortung für Deinen Hund trägst. Passiert ein Unfall, verletzt sich jemand aufgrund des Verhaltens Deines Hundes, wirst Du haftbar gemacht. Genauso trägst Du aber auch die Verantwortung für Deinen Hund. Ist das Verhalten Deines Hundes bereits sehr gefestigt, bedeutet das für ihn auch Stress.
Hund jagt Fahrräder - was tun?
Wie immer möchten wir Dir an dieser Stelle empfehlen, dass Du Dir einen erfahrenen Hundetrainer vor Ort suchst und mit ihm an dem Problem arbeitest. Zwar werden wir Dir ein paar Tipps mit an die Hand geben. Allerdings ist es hilfreich, wenn jemand beim Training unterstützt. Wir neigen dazu, dem Hund aus Panik hinterher zu rufen oder Kommandos in einem rauen und vor allem lauten Befehlston zu geben. Das ist kontraproduktiv. Dein Hund könnte sich durch Deine Rufe bestärkt bzw. angefeuert fühlen.
Nicht schreien, nicht bestrafen!
Deinem Hund nun einfach das „Jagen“ zu verbieten, wäre nicht zielführend. Die meisten Hunde suchen sich dann ein eigenes Alternativverhalten, das häufig nicht besser ist als das Ursprungsproblem. Sinnvoller ist es also, dass Du Deinem Hund ein Alternativverhalten anbietest.
Hund jagt Fahrräder - lass ihn bitte angeleint
Dein Hund jagt Fahrräder, Jogger & Co? Dann solltest Du ihn unbedingt angeleint lassen. Zum anderen sollte Dein Hund aber kein Erfolgserlebnis mehr haben, wodurch er sich selbst belohnen kann. Allein das Hinterherhetzen ist schon ein Belohnungssystem. Es ist überhaupt nicht schlimm, einen Hund angeleint zu führen.
Alternativverhalten aufbauen
Du kannst Deinem Hund als Alternativverhalten beibringen, dass er Dich anschaut und dafür belohnt wird. So kann das Dummytraining für Hunde eine tolle Lösung sein. Statt zu Hetzen darf Dein Hund den Futterbeutel holen und wird daraus belohnt. Das Alternativverhalten musst Du jedoch zuerst aufbauen. Nimm Dir Zeit dafür, denn das geht nicht von heute auf morgen. Fange in einer reizarmen Umgebung an, damit Dein Hund sich voll und ganz darauf konzentrieren kann.
Verhalten umlenken
Wenn Du Dir sicher bist, dass das trainierte Alternativverhalten sicher klappt, kannst Du das Verhalten Deines Hundes in den jeweiligen Situationen umlenken. Bitte erwarte nicht, dass das innerhalb von zwei drei Tagen klappt. Achtung: Biete Deinem Hund aber unbedingt das Alternativverhalten an, bevor er bereits in der Leine hängt. Es ist sehr hilfreich, wenn Du ein paar Freunde und Bekannte um Hilfe fragst.
Hund jagt Fahrräder - kann ich vorbeugen?
Zwar kannst Du es selbst durch gezieltes und frühes Training nicht komplett ausschließen, aber Du kannst viele Grundlagen legen, damit es gar nicht erst so weit kommt.
- Mache keine Hetz- und Wurfspiele mit Deinem Hund.
- Ist Dein Hund bewegungsfreudig? Dann biete ihm ausreichend Bewegung - aber Achtung, nicht jeder Hund braucht stundenlange Spaziergänge - vor allem dann nicht, wenn sie für ihn „langweilig sind.
- Baue einen sicheren Rückruf auf - erst, wenn dieser absolut sicher sitzt, darf abgeleint werden.
- Gewöhne Deinen Hund früh an fahrende Dinge und Jogger.
Du kannst auch sehr gut ein Verhalten trainieren, zum Beispiel, dass Dein Hund sich von alleine hinlegt oder hinsetzt, wenn jemand entgegen kommt.
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