Hunte-Radweg: Beschreibung und Etappen

Die Hunte ist der zweitlängste Nebenfluss der Weser und bewegt sich ruhig, gemächlich und unaufgeregt quer durch die weite Norddeutsche Tiefebene. Der Hunte-Radweg bietet auf einer Strecke von 137 km die Möglichkeit, die vielfältigen Landschaftstypen Niedersachsens zu erleben: durch die Wesermarsch und die Stadt Oldenburg in den Naturpark Wildeshauser Geest zum Naturpark Dümmer. Obwohl der Radfernweg in beide Richtungen befahren werden kann, wird die Strecke - untypisch für einen Flussradwanderweg - meist von der Mündung flussaufwärts beschrieben.

Streckenverlauf und Etappen

Die Gesamtstrecke ist aufgeteilt in vier Etappen. Die Route ist durchgehend mit dem einheitlichen Logo ausgeschildert.

Etappe 1: Von Elsfleth nach Oldenburg (ca. 27,5 km)

Los geht es in der Seefahrerstadt Elsfleth am Huntesperrwerk. Sie starten beim imposanten Huntesperrwerk in Elsfleth. Das Sperrwerk ist Europas größte Küstenschutzanlage ihrer Art. Die Seefahrerstadt Elsfleth lohnt eine Besichtigung, bevor die Räder in Schwung gebracht werden. Der historische Rathausplatz beeindruckt mit dem ehemaligen Zollamt und Amtsgericht, dem heutigen Rathaus, das Hotel/Restaurant Kogge und dem "Schwarzen Herzog". Von dort aus geht es an der Hunte entlang mit einem tollen Blick auf das weite Weideland. Sie radeln immer entlang der Hunte durch die weite, freie Landschaft der Wesermarsch. Deiche schützen das Land vor Überflutung. Sie rollen durch eine der größten zusammenhängenden Grünlandregionen Europas. Unzählig viele Schafe und schwarz-bunte Kühe auf weiten Wiesen prägen das Landschaftsbild. Tellerflach ist die Strecke. Vorbei an Deichschäfereien, malerischen Fachwerkhäusern und bunten Bauerngärten gelangen Sie nach Oldenburg.

Natürlich darf während der Fahrradtour eine Pause zur Stärkung nicht fehlen. Neben den Hof- und Künstlercafés laden besonders die Melkhüs entlang der Stecke ein. Dort kann eine erfrischende Milch- und Quarkspeise genossen werden. Die Hafenpromenade leitet direkt ins Zentrum. Zahlreiche historische Bauten, eine weitläufige Fußgängerzone oder auch ein vielfältiges Kulturprogramm laden zu einer längeren Pause ein.

Etappe 2: Von Oldenburg bis Wildeshausen (ca. 40 km)

Kurz hinter Oldenburg erreichen die Radler den Naturpark Wildeshauser Geest mit seiner vielfältigen Landschaft mit artenreichen Mischwäldern, Alleen, Sanddünen, Fluß- und Wiesenland mit vereinzelten Moor- und Heideflächen. Empfehlenswerte Zwischenstopps bieten sich in Hatten, Ostrittrum, Dötlingen mit Abstechern zur Großsteingräbergruppe Glaner Braut. Der Radweg erreicht bald darauf den Naturpark Wildeshauser Geest mit seinen malerischen Dörfern Hatten, Ostrittrum und dem "Künstlerdorf" Dötlingen, dessen historische Innenstadt einige Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeit bietet. In der Nähe befindet sich auch die "Glaner Braut", ein jungsteinzeitliches Großsteingrab. Der Flussabschnitt zwischen Oldenburg und Wildeshausen gilt als ökologisch bedeutend und ist dabei auch ein sehr schöner Teil des Radweges.

Weiter geht es am Schloßgarten und dem Küstenkanal entlang Richtung Wardenburg. Sie radeln ca. Der Radweg führt durch den Naturpark „Wildeshauser Geest“ - vorbei an romantischen Flusstälern und Seen mit Wasser- und Windmühlen sowie Wäldern und blühenden Heideflächen mit zahlreichen Hügelgräbern, wie zum Beispiel dem „Pestruper Gräberfeld“.

Etappe 3: Von Wildeshausen bis Barnstorf

Wildeshausen lädt ein, originelle Museen und historische Gebäude zu besichtigen. Das Pestruper Gräberfeld aus der Bronzezeit ist das größte Gräberfeld in Nordeuropa. Die Großsteingräber „Pestruper Gräberfeld“ , die "Kleinenkneter Steine" bei Wildeshausen und die „Glaner Braut“ gelten als archäologisch bedeutsam.

Der Hartensbergsee lockt anschließend mit seinem schönen Sandstrand und dem Hunteinformationshaus. Das Haus im Moor liegt zwar nicht direkt an der Strecke, ein Besuch lohnt sich für jeden Naturfreund. Der Radweg führt nun nach Süden und nach ca. 15 Kilometern erreicht man Goldenstedt. Der Ort liegt im Erholungsgebiet am Hartensbergsee, der zu einer Rast einlädt.

Etappe 4: Von Barnstorf bis zum Dümmer See

Über Barnsdorf geht es weiter nach Diepholz. Hier lohnt ein längerer Aufenthalt für die zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Auf dem Moor-Erlebnispfad kann man auf hölzernen Moorwegen die Relikte einer vergangenen Kultur kennen lernen. Die nächsten 25 Kilometer sind geprägt von einer idyllischen Moorlandschaft. Über den kleinen Ort Barnstorf erreicht man schließlich die Stadt Diepholz.

Nur wenige Kilometer weiter ist mit dem Dümmer See das Ziel des Radweges erreicht. Der See ist ein beliebtes Ausflugsziel für Naturliebhaber und Wassersportler. Nur noch rund 10 km treffen Sie nun von Ihrem Ziel, dem Dümmer See. Wassersportler, Naturliebhaber und - für uns besonders interessant - Radfahrer finden hier ideale Bedingungen.

Sehenswürdigkeiten am Rande des Hunte-Radweges

  • Elsfleth: Ehemalige Fischer-, Bauern- und Schifferkirche St. Nicolai, Rathaus, Haus Visurgis, Huntesperrwerk, Elsflether Sand, Haus Elsfleth, Moormarschsiedlung Morriem.
  • Berne: St. Aegidiuskirche, Marienkirche in Warfleth, St.-Marien-Kirche in Neuenhuntorf, Gut Neuenhuntorf, Heimatmuseum, Hubbrücke Huntebrück.
  • Oldenburg: Schlossgarten, Altstadt.
  • Wildeshausen: Historische Innenstadt, Pestruper Gräberfeld.
  • Dümmer See: Binnengewässer, beliebtes Ausflugsziel und Naherholungsgebiet.

Beschaffenheit des Hunte-Radweges

Der Hunteradweg besitzt ein sehr flaches Geländeprofil und ist damit auch für ungeübte Radfahrer sowie Familien mit Kindern zu empfehlen. Die Streckenführung ist überwiegend verkehrsarm, aber nicht alle Wege sind asphaltiert oder gepflastert - häufig werden auch unbefestigte Wege, teils mit Schotter, teils naturbelassen, teils sandig, genutzt.

Die Wegweiser sind leider nicht immer gut sichtbar bzw. vollständig, eine Orientierung entlang des Flusses ist dennoch nicht schwierig. Sollte das Logo einmal fehlen, dann sind Sie entlang der grün gerahmten Zwischenwegweiser auf dem richtigen Weg.

Nützliche Informationen

Für die Tour wurden die Hunte-Radweg-Karten entwickelt. Die Route ist durchgehend mit dem einheitlichen Logo ausgeschildert. Das Schönste an einer Radtour sind die Pausen zwischendurch. Das gilt auch für die Fahrt entlang des Hunte-Radweges.

Anreise zum Startpunkt Elsfleth

  • Mit dem PKW:
    • Aus Süden (Bremen): A28, Ausfahrt Ganderkesee-West, B212 nach Elsfleth.
    • Aus Westen (Oldenburg / Emden): A28, Autobahndreieck Oldenburg-West, A293 Richtung Oldenburg-Nadorst, L865 Richtung Elsfleth, B212 nach Elsfleth.
    • Aus Norden (Bremerhaven): Fähre nach Nordenham, B212 nach Elsfleth.
  • Mit dem Zug: Stündliche Zugverbindungen nach Elsfleth u. a. aus Oldenburg (umsteigen in Hude), Bremen und Nordenham.

Die Hunte: Lebensader des Radweges

Sie entspringt im Osnabrücker Hügelland bei Melle im Naturpark TERRA.vita und durchfließt bald darauf den Kamm des Wiehengebirges, um wenige Kilometer nördlich in den Dümmer zu münden. Das auch Dümmer See genannte Binnengewässer liegt in der Diepholzer Moorniederung und misst eine maximale Wassertiefe von gerade einmal 1,50 m. Der Dümmer ist bei vielen Vogelarten ein bevorzugter Brut- und Rastplatz. Das West- und Südufer des Sees sowie Teile des Ostufers stehen unter Naturschutz.

In zwei Armen verlässt die Hunte den Dümmer wieder nach Norden, wobei der eine der beiden Arme ‚Lohne‘ genannt wird. In Diepholz vereinigen sich beide Arme wieder und der Fluss erreicht nun den Naturpark Wildeshausener Geest. Die Niederung westlich der Osenberge gilt mit seinen Heideflächen und Mischwäldern, der fruchtbaren Marsch und der hügligen Geest als der landschaftlich reizvollste Abschnitt des Hunte-Radweges.

In Oldenburg teilt sich der Fluss erneut in die Alte und Neue Hunte. Die Alte Hunte fließt am Schlossgarten und der Altstadt entlang und speist anschließend den Alten Hafen, während die Neue Hunte in den Küstenkanal mündet. Am dessen Ende vereinigt sie sich im Oldenburger Hafen wieder mit der Alten Hunte. Mit 160.000 Einwohnern ist die kreisfreie Stadt Oldenburg die größte Ortschaft an der Hunte, die ab hier auch schiffbar ist.

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