Motorrad kaufen Ratgeber: So findest du dein Traum-Bike

Du spielst mit dem Gedanken, dir ein gebrauchtes Motorrad zuzulegen? Willkommen im Club der Schnäppchenjäger auf zwei Rädern! 🏍️💨 Der Gebrauchtkauf kann ein echter Glücksgriff sein - wenn du weißt, worauf du achten musst. Damit du keinen Bauchfleck machst, nehmen wir dich mit auf eine kleine Spritztour durch alles, was du wissen musst. Egal ob du dein erstes Bike suchst oder deinen alten Hobel gegen was Neues eintauschen willst - beim Gebrauchtkauf ist ein scharfes Auge dein bester Freund.

Worauf du beim Gebrauchtkauf achten musst

1. Der erste Eindruck zählt

Zunächst ist der Gesamteindruck wichtig. Schau dir das Mopped ganz genau an. Kratzer, Dellen, Rost - klar, das kann vorkommen. Aber wenn dir die Karre direkt mit Öl schwitzt oder die Gabel sifft wie ’ne undichte Cola-Dose, solltest du stutzig werden.

2. Technische Details unter der Lupe

Unbedingt checken: Wie alt sind Reifen, Kette und Bremsen? Abgefahrene Schlappen oder eine rostige Kette bedeuten Zusatzkosten, die du vorher einplanen musst und sich ganz schon aufsummieren können. Suche nach Anzeichen von Reparaturen, wie ungleichmäßiger Lackierung oder verbogenen Teilen. Notwendig ist diese nicht zwingend, aber definitiv ratsam.

  • Sind alle Teile original?
  • Sind Unfallspuren zu erkennen?
  • Schwingt die Dämpfung nach einer Belastung wieder stabil nach oben?
  • Hat das Kettenrad „Haifischzähne“?
  • Dreh den Lenker bei entlastetem Vorderreifen in beide Richtungen.
  • Bock das Motorrad auf und stell den Lenker gerade. Nun kannst du aus einigen Metern Entfernung die Räderflucht überprüfen.

Und falls du denkst, du hast zwei linke Hände - schnapp dir jemanden, der sich auskennt. Ein erfahrener Schrauber-Buddy kann Gold wert sein.

3. Unfallfrei? Genau hinschauen!

„Unfallfrei“ steht oft groß in der Anzeige. Aber ob das wirklich stimmt, musst du selbst rausfinden. Schau dir den Rahmen genau an - ist er irgendwo nachlackiert, verzogen oder wirkt geschweißt? Dann besser Finger weg! Auch Lenkeranschläge verraten einiges: Wenn die Dinger nicht mehr gleichmäßig sind, könnte das Bike mal einen Abflug gemacht haben.

Richte deinen Blick auch auf Fußrasten, Hebel und Spiegel. Sind sie neu, obwohl das Bike alt ist? Dann könnte das ein Hinweis auf einen Umfaller oder gar einen richtigen Unfall sein.

4. Die richtigen Unterlagen

Du hast das perfekte Bike gefunden? Stark! Aber ohne die richtigen Unterlagen kannst du dir das Ding nicht mal ans Bein nageln. Was du unbedingt brauchst:

  • Zulassungsbescheinigung Teil I & II - früher: Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief
  • HU- bzw. §57a-Prüfbericht

5. Was ist das Teil wirklich wert?

Der Markt ist wie ein wilder Haufen Wheelies - ständig in Bewegung. Deshalb solltest du vor dem Kauf unbedingt vergleichen. Schau bei Mobile.de, Autoscout24 oder den ungs von 1000PS vorbei und frag in Biker-Foren nach. So bekommst du ein Gefühl dafür, was ähnliche Bikes kosten und ob das Angebot wirklich sein Geld wert ist.

Denk auch an Faktoren wie:

  • Kilometerstand
  • Baujahr
  • Zustand
  • Zubehör (z. B. Koffer, Heizgriffe, Auspuff)
  • Letzter TÜV

Ein Bike mit frischem TÜV, neuen Reifen und ohne Macken darf ruhig ein paar Euro mehr kosten.

6. Probefahrt oder blind kaufen?

Ganz ehrlich: Ohne Probefahrt würdest du doch auch keinen Helm kaufen, oder? Also - ab aufs Mopped! Hör auf dein Gefühl, aber auch auf den Sound. Klackert was? Vibriert was komisch? Schleift oder ruckelt was? Wenn du merkst, dass die Kupplung spät kommt oder die Bremsen labberig sind, kann das schnell mal sehr teuer werden.

Bei der Probefahrt sind das Fahrverhalten und die Motorengeräusche entscheidend.

  • Achte zudem vor der Probefahrt darauf, ob der Verkäufer das Motorrad warmgefahren hat.

Hüpft das Motorrad, können Reifen und Räder einen Höhenschlag haben. Stempelt das Motorrad beim starken Bremsen, so sind das Anzeichen für defekte Dämpfer und alte Federn.

👉 Unser Tipp: Nimm den Verkäufer mit als Sozius oder fahrt zusammen - das zeigt Vertrauen und macht’s entspannter.

7. Kaufvertrag - dein Airbag im Ernstfall

Auch wenn’s nur ein Privatkauf ist - ohne Vertrag geht gar nix. Der schützt nämlich beide Seiten. Schreib am besten Folgendes rein:

  • Name & Adresse von Käufer und Verkäufer
  • Fahrgestellnummer
  • Kaufpreis
  • Datum & Uhrzeit der Übergabe
  • Ausschluss der Gewährleistung („gekauft wie gesehen“)
  • Kilometerstand bei Übergabe
  • Bestätigung, dass das Motorrad frei von Rechten Dritter ist

Klingt nach Bürokratie, ist aber vdein Airbag im Ernstfall. Mehr wertvolle Informationen zum Thema Kaufvertrag für gebrauchte Motorräder findest du in unserem anderen Artikel.

8. Ummelden - neuer Schein, neues Glück

Du hast das Motorrad im Sack? Glückwunsch! Jetzt geht’s zum Amt - oder auch online, wenn du Bock auf Digitalisierung hast. Für die Ummeldung brauchst du:

  • Einen gültigen Kaufvertrag
  • (D)einen gültigen Personalausweis
  • Zulassungsbescheinigung Teil I & II
  • Nachweis über Versicherung (EVB-Nummer)
  • HU-Bericht (Bzw. §57a-Prüfbericht)
  • ggf. Kennzeichen (wenn du’s behältst)

Zack - neuer Schein, neues Glück. 🍀

Übrigens: In vielen Städten geht’s auch mit Terminvereinbarung, damit du nicht drei Stunden neben all den Muttis mit Papieren für den Opel Corsa warten musst.

9. Laufende Kosten - nach dem Kauf ist vor der Kasse

Nicht vergessen - nach dem Kauf ist vor der Kasse. Neben dem Kaufpreis kommen noch ein paar laufende Kosten auf dich zu:

  • Versicherung - je nach Alter, Typklasse, Wohnort und Schadenfreiheitsklasse
  • Steuer - je nach Hubraum und Abgasnorm (aber meist recht günstig)
  • Wartung - Ölwechsel, Kette fetten, Luftdruck checken etc.
  • Verschleißteile - Reifen, Bremsen, Flüssigkeiten
  • Zubehör - neuer Helm gefällig? Navi, Tankrucksack, Gepäcksystem?

Plane ein kleines Budget für den Anfang ein, vor allem wenn du ein älteres Modell kaufst.

10. Fahrgestellnummer checken

Du willst ja nicht plötzlich bei einer Polizeikontrolle doof aus der Wäsche schauen. Deshalb: Fahrgestellnummer checken! Die findest du meist am Lenkkopf oder Rahmen - vergleichen mit den Papieren ist Pflicht. Wenn die Nummer verschwommen, unleserlich oder manipuliert aussieht: Bloß die Finger weg!

Zusätzlich kannst du beim Kraftfahrt-Bundesamt eine Anfrage stellen oder Online-Datenbanken nutzen, um zu prüfen, ob das Bike als gestohlen gemeldet ist.

11. Garantie beim Privatkauf?

Hier kommt die bittere Pille: Beim Privatkauf gibt’s in der Regel keine Garantie. Du kaufst wie gesehen - also so, wie das Bike dasteht. Klar, arglistige Täuschung ist verboten, aber dafür brauchst du im Streitfall Beweise und starke Nerven.

Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, kauf bei einem Händler. Es gilt „gekauft wie gesehen“, es sei denn, es werden ausdrücklich Garantien im Kaufvertrag vereinbart.

Welches Motorrad passt zu mir?

Die wichtigste Frage beim Motorradkauf ist sicherlich, welche Art von Bike man überhaupt fahren möchte. Die Unterschiede können groß sein und sich sowohl auf das Aussehen als auch auf die Eigenschaften der Maschine beziehen.

Motorradtypen

  • Crosser: Eignen sich besonders gut für Fahrten im Gelände. Sie sind verhältnismäßig leicht und haben einen großen Federweg.
  • Enduros: Sind die verkehrstauglichen Varianten der Crosser. Mit diesen Maschinen kannst du sowohl im Gelände als auch auf der Straße unterwegs sein.
  • Tourer: Sind die richtigen Motorräder für längere Fahrten. Sie sind nicht mehr geländetauglich.
  • Sportler: Unter Sportler versteht man die Motorräder, die speziell auf Rennstrecken brillieren.
  • Cruiser: Wer es bequem mag und locker am Wochenende über die Landstraße brettern möchte, sollte sich nach einem Cruiser umschauen.
  • Chopper: Sind die ausgeprägte Version der Cruiser. Diese kultigen Bikes kennt inzwischen jeder aus diversen Filmen.

Gebrauchtkauf: Tipps für Anfänger

Wenn du endlich den Motorradführerschein in der Tasche hast, wirst du es kaum noch erwarten können, dein erstes eigenes Bike zu kaufen. Bei der Wahl des ersten eigenen Motorrads kann natürlich oftmals der Geldbeutel die Richtung vorgeben. Das ist aber kein Problem. Gerade als Einsteiger solltest du dich ohnehin zunächst auf gebrauchte Maschinen konzentrieren. Der ganz einfache Grund ist, dass du das Bike erst mal beherrschen musst. Bis es soweit ist, wirst du deinem ersten Motorrad wahrscheinlich einige Kratzer und Beulen zufügen. Dazu braucht es keine spektakulären Unfälle. Als Anfänger kann es dir schon im Stand schnell passieren, dass du die Maschine nicht halten kannst und sie einfach krachend auf den Boden fällt.

Daher solltest du als erste Maschine nicht unbedingt gleich zu einer fetten 600er greifen, sondern lieber ein leichteres Modell wählen. Es lohnt sich übrigens noch aus einem weiteren Grund für dich, ein gebrauchtes Bike zu kaufen: Die neuen Motorräder verlieren nämlich schon bei kleinen Schäden ordentlich an Wert. Das heißt, du zahlst weniger und wenn du nach der Eingewöhnungsphase auf eine größere Maschine umsteigen möchtest, kannst du die alte ohne allzu großen Verlust weiterverkaufen. Ein kleiner Extra-Tipp wäre noch, erst mal auf einen gebrauchten Japaner zurückzugreifen. Die Modelle aus Japan haben sich in den letzten Jahren als sehr robuste und preisgünstige Alternative entpuppt.

Checkliste für den Gebrauchtkauf

Ob du nun ein gebrauchtes Auto oder ein gebrauchtes Motorrad kaufen willst - eine Garantie auf ein einwandfreies Fahrzeug gibt es leider nicht. Selbst vertrauenswürdige Verkäufer wissen bei gebrauchten Motorrädern oft nicht, ob sich nicht doch irgendwo ein Schaden anbahnt.

  • Zunächst ist der Gesamteindruck wichtig.
  • Sind alle Teile original?
  • Sind Unfallspuren zu erkennen?
  • Schwingt die Dämpfung nach einer Belastung wieder stabil nach oben?
  • Hat das Kettenrad „Haifischzähne“?
  • Dreh den Lenker bei entlastetem Vorderreifen in beide Richtungen.
  • Bock das Motorrad auf und stell den Lenker gerade. Nun kannst du aus einigen Metern Entfernung die Räderflucht überprüfen.
  • Bei der Probefahrt sind das Fahrverhalten und die Motorengeräusche entscheidend.
  • Achte zudem vor der Probefahrt darauf, ob der Verkäufer das Motorrad warmgefahren hat.

Wenn du dich noch gar nicht mit Motorrädern auskennst, solltest du über ein gebrauchtes Modell vom Händler nachdenken.

Zustand des Motorrads prüfen

Fotos und Beschreibungstexte eines gebrauchten Motorrads reichen nicht aus, um sich ein Bild über den tatsächlichen Zustand der Maschine zu machen. Für Interessenten ist es deshalb unbedingt ratsam, das Bike und auch den Verkäufer vor Ort genauestens zu mustern. Ein Blick in die Fahrzeugpapiere (Fahrzeugbrief = Zulassungsbescheinigung Teil 1, Zulassungsbescheinigung Teil 2 = Fahrzeugschein) gibt einen ersten Eindruck über den Zustand des Motorrads. Denn Informationen über die Erstzulassung, vorherige Halter als auch vorgenommene Umbauten (Umbauten werden durch eine ABE - allgemeine Betriebserlaubnis - für den Straßenverkehr zugelassen) am Motorrad sind in den Fahrzeugpapieren aufgeführt. Ist die Maschine wirklich unfallfrei, sind keine Beschädigungen und Rost zu sehen und gibt es keine Hinweise auf einen Motorschaden, stimmt die Abnutzung mit dem Kilometerstand überein? Bestätigt sich der erste gute Eindruck sollte man Probesitzen und eine Probefahrt vornehmen.

Reifenkontrolle

Bei der Reifenkontrolle kommt es auf Hersteller, Herstellungsdatum und Profiltiefe an. Vorder- und Hinterreifen sollten unbedingt vom gleichen Hersteller stammen und mit den Angaben in den Fahrzeugpapieren übereinstimmen, damit es im Falle eines Unfalls nicht zu Problemen bei der Motorrad-Versicherung kommt. Ansonsten ist eine Unbedenklichkeitsbescheinigung notwendig. An Hand der vierstelligen DOT-Nummer (Beispiel 1720: 17 KW 2020) erkennen Sie zudem das Alter der Reifen. Zu alte Modelle können Risse aufweisen und auch bei wenig Benutzung an Grip verlieren. Unter einer Profiltiefe von 1,6 mm sollte generell kein Deal abgeschlossenen werden.

Verkleidung und Rahmen

Wie steht es um den Zustand von Verkleidung und Rahmen? Größere Dellen stammen meist von Unfällen. Besonders der Lenker bleibt bei Stürzen selten verschont und gibt Aufschluss über das Vorleben des Bikes und mögliche Beschädigungen. Die Funktionsweise der Lichtanlage von Scheinwerfer und Blinker und die der Griffe sollte ebenfalls überprüft werden. Bei einem Auspuff aus dem Zubehörregal sollte unbedingt die Zulassung für den Straßenverkehr gecheckt werden. Die Bremsschläuche sind auf Risse, die Bremsscheiben auf größere Riefen und die Bremsbeläge auf ausreichend Stärke zu prüfen.

Probefahrt

Testen Sie bei Beginn der Probefahrt unbedingt die Bremsanlage. Hüpft das Motorrad, können Reifen und Räder einen Höhenschlag haben. Stempelt das Motorrad beim starken Bremsen, so sind das Anzeichen für defekte Dämpfer und alte Federn. Bei einer ausgiebigen Probefahrt sollten schließlich auch die Kupplung, das Getriebe und der Motor unter die Lupe genommen werden. Der Motor sollte beim Start kalt sein, damit man eventuelle Geräusche von Schäden hört. Ist der Motor zu Beginn der Probefahrt schon warm, lässt sich im Stand kontrollieren, ob das gebrauchte Motorrad einwandfrei hochdreht. Auf einer verkehrsarmen Straße lassen sich laute und damit verdächtige Motor- und Getriebegeräusche am ehesten wahrnehmen. Hat das Motorrad einen gültigen TÜV und ist sichergestellt, dass es durch den nächsten TÜV kommt? Sind Ersatzteile erhältlich und bezahlbar und wie steht es um den Spritverbrauch?

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