Der Iller-Radweg führt Sie von den Allgäuer Alpen durch die Voralpen nach Ulm, wo die Iller in die Donau mündet. Oder - wenn Sie lieber in die Berge schauen - in die Gegenrichtung. Der mit vier Sternen klassifizierte Iller-Radweg ist nach wie vor ein Geheimtipp unter den deutschen Flussradwegen. Auf 146 Kilometern, aufgeteilt in drei Etappen, führt der Iller-Radweg von der grandiosen Kulisse der Allgäuer Alpen durchs Voralpenland bis hin zur Illermündung in die Donau in Ulm. Es ist die wichtigste Verbindung der Radregion Allgäu mit dem Donauraum.
Ein Spatz, die Alpen und die Iller weisen den Weg: Sie sind das Logo der Wegbeschilderung des Iller-Radwegs. Blau-grün schlängelt sich die Iller dahin. Sie beginnt als wilder Gebirgsfluss, eingebettet in romantische Täler, idyllische Auwälder und sattgrüne Wiesen. Der Illerdurchbruch mit imposanten Steilufern zeigt, welche Kraft sie entwickelte. Wenn sie schließlich in die Donau mündet, führt sie mehr Wasser als die Donau selbst.
Wenn Sie sich für diesen Weg entscheiden, dann können Sie den Startpunkt des Illerradwegs gar nicht verfehlen, denn er ragt 162 Meter in die Höhe. Damit ist der 1890 vollendete Turm des Ulmer Münsters gemeint, der höchste Kirchturm der Welt. In Ulm angekommen sollte man unbedingt noch auf den höchsten Kirchturm der Welt: Von der Kirchturmspitze des Münsters sind in der Ferne die Allgäuer Alpen zu sehen und der Iller-Radweg lässt sich erahnen, das blau-grüne Band der Iller leuchtet. Welch ein Glücksgefühl, diesen Naturlandschaft erradelt zu haben!
Etappen und Sehenswürdigkeiten entlang des Iller-Radwegs
Der Iller-Radweg beginnt in den Allgäuer Alpen im beliebten Wintersportort Oberstdorf, wo aus den Flüssen Breitach, Stillach und Tretach die Iller entsteht. Diese bahnt sich als gebändigter Alpenfluss mit frischem bläulichem Wasser ihren Weg in Richtung Norden und durchstreift dabei ein wunderbar weites Tal mit interessanten Städten wie Immenstadt, Kempten oder Kellmünz. Als in die Breite gewachsener Fluss mündet die Iller in Ulm in den Donaustrom. Dort werden Sie mit einem malerischen Fischerviertel und dem berühmten gotischen Münster empfangen - am Ende des Radweges ein überaus lohnenswertes Ziel.
In Senden bewundern Sie die architektonisch bedeutsame Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Geburt. In Memmingen nehmen Sie sich Zeit und verweilen im Stadtmuseum, im Jüdischen Museum oder in der MEWO Kunsthalle für Werke des 20. und 21. Jahrhunderts. Vollständig erhaltene Straßenzüge, oft mit einem kleinen Bach in der Mitte führen durch die Innenstadt. Memmingen liegt für Radfahrer sehr zentral. Besonders sehenswert ist die "Martinskirche", die ein außergewöhnlich schönes gotischer Chorgestühl besitzt. Das den Marktplatz optisch beherrschende Rathaus stammt aus dem Jahre 1589. Es wurde im 18. Jahrhundert umgebaut. Das Westertor in Memmingen wurde ursprünglich im 12. Jahrhundert zusammen mit der Stadtmauer erbaut.
In Kempten tauchen Sie ein in die 2.000 Jahre alte Geschichte der Stadt, die zu Zeiten der Römer den Namen Cambodunum trug. Über diese und andere Stadtgeschichten können Sie sich in der unterirdischen Erasmuskapelle, in der Residenz oder im Archäologischen Park Cambodunum informieren. Nicht zu vergessen die historischen Städte: Immenstadt am Alpsee verbindet Natur und Kultur. Kempten bietet spannende Einblicke in die Geschichte einer der ältesten Städte Deutschlands, zum Beispiel durch die Multivisionsshow in der unterirdischen Erasmuskapelle oder den Archäologische Park Cambodunum.
Ehe Sie weiterreisen, rüsten Sie sich mit Köstlichkeiten des Allgäus aus für die Fahrt nach Immendorf und Oberstdorf. Dort endet ihre Tour an der Iller, denn hier vermischt sie sich mit Breitach, Stillach und Trettach.
Naturerlebnisse am Wegesrand
Naturliebhaber freuen sich über Vogel-Beobachtungsstationen am Wegesrand wie in Lautrach, wo die Iller einen Lebensraum für eine artenreiche Vogelwelt schafft. Unterwegs kühlen Sie sich - wo es erlaubt ist - in der Iller ab oder in nahen Badeseen. Gut erfrischt können Sie sich auf die nächste Attraktion freuen - den Illerdurchbruch. Die beste Aussicht haben Sie von der Ruine Kalden und sehen auch die Illerschleife.
Naturliebhaber werden begeistert sein: Mehrere Vogel-Beobachtungsstationen liegen auf dem Weg. Selbst Fische können beobachtet werden, wie am Iller-Erlebnissteg in Legau. Aber es ist nicht nur die Natur, die das Radeln so abwechslungsreich macht. Eine Sehenswürdigkeit nach der anderen bereichert den Streckenverlauf: Das Freilichtmuseum Schwäbisches Bauernhofmuseum Illerbeuren, die Kartause Buxheim oder Kloster Wiblingen laden ein.
Am Vogelbeobachtungsturm am Illerstausee in Lautrach können Sie über seine Artenvielfalt staunen und viel Wissenswertes erfahren. Sie sind Naturliebhaber? Dann ist der Iller-Radweg genau das richtige für Sie! Lassen Sie sich auf Ihrer Radtour zwischen Oberstdorf und Ulm von der einzigartigen Natur verzaubern.
Detaillierte Routenbeschreibung
Diese Etappe des Illerradweges beginnt in "Kempten". Im Oberlauf bis "Lautrach" fließt sie romantisch durch ihr natürliches Becken. An einigen Stellen wurde die Iller zwischenzeitlich ökologisch "zurückgebaut" und bietet wieder natürliche Ufer.
ROUTE: Zur Weiterfahrt fahren Sie an die Iller. Zuerst führt der Illerradweg tief eingeschnitten in der Landschaft entlang von Kleingärten hinaus aus "Kempten".
INFO: Heute ist "Altusried" durch seine "Laien-Festspiele" bekannt. Für Fahrradfahrer und Jakobspilger ist interessant, dass es in Altusried eine staatlich geförderte "Jakobsweggruppe" gibt, die den "Wieder"-Ausbau und die Beschilderung des Jakobsweges fördert und über die Grenzen hinaus koordiniert.
Nach gut 1,5 km zweigt nach rechts ein Fußweg zur Burg Kalden ab. Info: Nur ein kleiner Turm zeugt noch von der Existenz der Burg in solch exponierter Lage. Die Burg wurde wahrscheinlich im 12. Jahrhundert gegründet. Leider war der Untergrund instabil und es kam zu Erdrutschen, bei denen Teile der Burg abstürzten.
Der nächste Ort heißt "Moos" und besteht nur aus wenigen Häusern, die aber sehr verteilt liegen. Der einspurige asphaltierte Weg führt zunächst durch den Wald und folgt dann der Hochebene.
ROUTE: "Kaltbronn" liegt als nächster größerer Weiler am Weg.
INFO: Der kleine Ort "Steinbach" wurde bereits 1181 urkundlich erwähnt. Im Jahre 1720 beobachte man erstmals, dass die Figur die Augen drehte. Selbst aus "Tirol" und "Graubünden" kamen Wallfahrer in den kleinen Ort, so dass die Kirche schnell zu klein wurde. Kurz vor der "ST2009" zweigen Sie nach rechts auf einen beschrankten Feldweg ab. Das Schloss war nur noch kurz in kirchlicher Hand.
ROUTE: Der bessere Weg führt rechts der Iller zunächst entlang der "MN20 und danach auf der "Kardorfer Straße" weiter. In "Ferthofen" vereinigen sich wieder beide Strecken. Dort finden Sie auch eine Gaststätte, die äußerst fahrradfreundlich ist. Ab "Ferthofen" beginnt die Serie der Wasserkraftwerke, die bis vor Ulm anhalten.
ROUTE: Der Illerradweg führt auf der linken Seite der Illerbrücke auf die "Neue Welt Straße" illerabwärts.
ROUTE: Auf der "Uhlandstraße" nach rechts erreichen Sie den "Grenzweg". Der "Grenzweg" geht in den "Schwalweg" über. Beide Seiten der "Iller" sind mit Mischwald bewachsen.
ROUTE: Nach dem Ort "Arlach" folgen Sie zunächst dem "Illerkanal" nach links. Sie passieren "Tannheim", das etwas westlich liegt. Herrliche Landschaft längs des begradigten Flusses begeistert uns.
INFO: Die Stadt "Memmingen" war schon in Römerzeiten besiedelt. Da die "Salzstraße" hier entlang führte, entwickelte sich schnell eine anschaulicher Ansiedlung und wahrscheinlich entstand ein fränkischer Königshof. Im 12.
ROUTE: Entlang der "Buxacher Straße" radeln Sie entspannt und gut beschildert in Richtung Buxach.
SEHENSWERT: Ehemalige Kloster der Kartäuser, St.-Anna-Kapelle, Klosterkirche St. Maria, Pfarrkirche St. Der Ort "Buxheim" ist eine frühe alemannische Gründung an der Buxmündung. Im Ort wurde schon im 11. Jahrhundert ein Kollegialstift zur Ausbildung von Priestern gegründet. Bekannt ist das Kloster für seine barocke Ausgestaltung und das Chorgestühl.
INFO: Die stehende Marienfigur mit Kind in der Kirche St. Peter und Paul stammt aus dem Jahre 1420. Dieselbe Augsburger Manufaktur schuf auch die tönerne Madonna von St. Peter in Augsburg. So werden Sie gut beschildert auf Wirtschaftswegen bis nach Heimertingen umgeleitet.
ROUTE: Der Fahrradweg folgt nun dem "Illerkanal", der das Stauwehr bei "Kellmünz" füllt. Die "normale" Iller fließt über absichtlich gebaute Staustufen mit wenig Wasser. Der parallel verlaufende "Illerkanal" bildet bei "Dettingen" einen breiten See.
INFO: "Kellmünz" stammt aus vorrömischer Zeit. Auf dem Berg der Besiedelung erbauten sie ein "Kastell" und sicherten es durch Mauern und Türme. "Kellmünz" liegt rechts auf einem Hügel oberhalb der "Iller". Die Kirche St. Martin in Kellmünz steht auf dem Gelände des ehemaligen Römerkastells. Teile der römischen Mauer sind in die Friedhofsmauer übernommen worden. Bei der Illerbrücke steht eine Figur des Brückenheiligen St.
ROUTE: Der Radweg bleibt an der linken Seite der Iller und führt entlang einer Baumallee weiter. Der Belag ist jetzt naturbelassen gewalzt, aber gut zu befahren.
INFO: "Altenstadt" liegt auf der rechten Seite der Iller. Das "Vöhlinschloss" aus dem 12./13. Jahrhundert, entstand aus der "Burg Tissen" der "Grafen von Kirchberg". In der Zeit von 1520 bis 1756 gehörte das Schloss der "Patrizierfamilie Vöhlin", die dem heutigen Schloss den Namen gab. "Illertissen" selbst konnte schon das 1000-jährige Bestehen feiern. Die "Pfarrkirche St. Martin" stammt aus dem Jahr 1590 und besitzt einen Hochaltar der Hochrenaissance von "Christoph Rodt". Das Rathaus in Illertissen stammt aus dem Jahre 1891. Der Bau im Stil der Neurenaissance weist eine schöne Fassadengliederung auf.
ROUTE: Der Radweg bleibt aber auf dem Hochwasserdamm links der Iller.
INFO: "Dietenheim" sieht man durch den Wald schon aus der Ferne. Die mächtige "Kirche St. Hier könnten Sie geradeaus auch weiter bis zur Stadt "Illertissen" radeln. Bedingt durch die Nutzung der Wasserkraft der Iller fließt sie meist in einem künstlichen Bett. "Vöhringen" entstand wahrscheinlich schon im 6. Jahrhundert durch die Alemannen. In den Geschichtsbüchern taucht es im 12. Heute hat man diesen Abschnitt naturnah umgestaltet. Kleine Inseln im Fluss und die Abflachung des Ufers gibt dem Fluss jetzt mehr natürlichen Freiraum. Allerdings verlaufen die Radwege jetzt auch etwas zurückgesetzt. Auf Schildern werden die Maßnahmen anschaulich erklärt.
ROUTE: Von Vöhringen aus folgt der Radweg dem idyllischen Illerkanal.
INFO: Vor dem Ort "Senden" passieren Sie die "Aueseen".
ROUTE: Ohne Ortsberührung geht es immer weiter an der "Iller" entlang. "Kloster Wiblingen" wurde 1093 als "Benediktinerkloster" gegründet. Die Mönche stammten aus dem Schwarzwald: Aus "St. Wechselhafte Zeiten mit Bränden und Kriegen überstand das Kloster. Richtigen Schaden brachte der "30-jährige Krieg" mit sich. Die heutige "Klosterkirche" wurde 1772 im barocken Stil erbaut. Die Gesamtgestaltung der hellen Kirche steht im Zeichen der Verehrung des Hl. Rechts der Iller geht es flussabwärts.
INFO: Vom Illerufer hat man einen schönen Blick auf das Ulmer Münster. Bald erreichen Sie den "Donauradweg" und fahren an der Donau entlang. Bekannt ist, dass in Ulm bereits im 8. Jahrhundert ein alemannischer Herzogshof bestand. Bereits im 12. "In Ulm und um Ulm und Ulm um herum ...." beginnt ein schwäbischer Zungenbrecher. Das Münster wurde bereits 1377 begonnen aber nur teilweise fertig gestellt. Das bekannte Chorgestühl, die Fenster und die Kanzel stammen aus dem 15. Erst 1844 wurde eine neue Bauhütte gegründet, um das Münster fertig zu stellen. Auf dem Ulmer Münsterpaltz treffen sich die modernste Architektur des Stadthauses mit dem jahrhunderte alten Baustil des Münsters. Zwischenzeitlich haben sich die Gemüter wieder beruhigt und man sieht die Vorteile. Eswas weiter weg steht das Rathaus, es wurde nach der Zerstörung 1945 wieder aufgebaut. Besonders beeindruckend ist auch das historische Fischerviertel, dessen Fachwerkhäuser längs der hier in die Donau mündenden Blau gebaut wurden und noch sehr gut erhalten sind. Manche krumm und schief - aber so muss es sein.
Zusätzliche Informationen
Die schönste Radroute wird an Charme verlieren, wenn der Service nicht stimmt. Deshalb haben wir für Sie alle vom ADFC zertifizierte Bett+Bike Betriebe entlang des Iller-Radwegs, die sich mit den spezifischen Bedürfnissen eines Radfernwanderers bestens auskennen, in unserer interaktiven Karte zusammengetragen. Weiterhin können Sie die ADFC zertifizierten Bett+Bike Betriebe hier einsehen. Für alle E-Bike Fahrer unter Ihnen haben wir die E-Bike Ladestationen auf der Strecke dargestellt.
Tipp: Wir empfehlen die Karten des Landesamtes für Geoinformation mit Radwanderwegen 1:50.000.
Anregungen, Lob und Kritik zur Route nehmen wir gerne entgegen und leiten sie an die Routenbetreiber*innen weiter.
Hier findest Du Rennrad-Strecken für Einsteiger und Geübte.
Radtourenbuch „Iller-Radweg“, 1:50.000, bikeline, Verlag Esterbauer
Broschüre „Iller-Radweg zwischen Oberstdorf und Ulm“, Bezug s. TIPPFaszination Vogelbeobachtung Tauchen Sie ein in die Vogelwelt des Naturraums Iller.
www.illerradweg.de
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