Innensechskantschlüssel für Fahrräder: Arten, Größen und Anwendung

Als Mechaniker nutze ich täglich eine Vielzahl von Werkzeugen, um Reparaturen, Wartungen und Montagen durchzuführen. Innensechskantschlüssel sind für mich als Mechaniker ein unverzichtbares Werkzeug. Bei sachgemäßer und sicherer Anwendung gehören Innensechskantschlüssel zur Grundausstattung eines jeden Heimwerkers oder Profis.

Was ist ein Sechskantschlüssel?

Der Sechskantschlüssel wird auch als Inbusschlüssel bezeichnet und wird beim Heimwerken für das Anziehen und Lösen von Schrauben benötigt. Der Kopf hat - wie der Name schon sagt - eine sechskantige Form, die genau auf die entsprechenden Muttern passt. Der Griff besteht aus einem langen Metallstab, der meistens aus Stahl oder einem anderen beständigen Material gefertigt wird.

Vielseitig im Gebrauch: Wann sind Sechskantschlüssel unverzichtbar?

Bei Ihren Heimwerkerarbeiten kommen Sie nur selten ohne Sechskantschlüssel aus. Das Werkzeug benötigen Sie zum Beispiel für die Möbelmontage, wenn die Möbelstücke mit Schrauben oder Bolzen geliefert werden, die einen sechskantigen Schnitt haben. Mit dem Sechskantschlüssel können Sie diese dann festziehen und bei der Demontage auch wieder lösen. Auch in einigen elektronischen Geräten und Computern werden Schrauben mit einem Innensechskant verwendet. Wenn Sie Reparaturarbeiten vornehmen wollen, erleichtert der Sechskantschlüssel Ihnen den Zugang zu den Muttern. Auch bei vielen weiteren Reparaturarbeiten im Heimwerkerbereich sollte ein Sechskantschlüssel immer griffbereit sein.

Fahrräder werden häufig ebenfalls mit Schrauben und Bolzen mit einem Innensechskant gebaut. Sechskantschlüssel sind wichtig, um den Sattel, den Lenker, die Pedale, die Bremsen oder die Schaltung richtig einzustellen, zu montieren oder zu reparieren.

Der Unterschied zwischen Inbusschlüssel und Innensechskantschlüssel

Die Namen sind zwar unterschiedlich, es ist allerdings das Gleiche gemeint. Die richtige Bezeichnung heutzutage ist INBUS und Innensechskanntschlüssel gleichermaßen. Inbus ist die Bezeichnung vom Ersthersteller Bauer Und Schaurte aus Beckingen (Saar). INnensechskantschraube Bauer Und Schaurte.

Heute gehört die Marke INBUS der INBUS IP GmbH mit Sitz in Breckerfeld. Der Name ist geschützt und nur 2 Firmen haben die Lizenz ihre Produkte mit dem Namen INBUS zu bezeichnen. Eine stellt die Schrauben und die andere Werkzeuge mit dem Namen her.

Nachfolgende Hersteller mussten natürlich eine andere Bezeichnung wählen und so beliess man es einfach beim Innensechskant.

Vorteile von Innensechskantschlüsseln

Jeder der an PKWs oder Maschinen im Allgemeinen arbeitet weiß, das Inbus-Schrauben neben Torx-Schrauben und Kreuzschlitz-Schrauben schon längst zum Standard geworden sind. Im Gegensatz zu Kreuzschlitz-Schrauben sind Inbus wie auch Torx-Schrauben wesentlich leichter zu Händeln. Der Kraftaufwand ist viel geringer beim Festziehen oder lösen, da ein Abrutschen wie bei Kreuzschlitz fast nicht möglich ist.

Des weiteren kann auf eine Inbus- bzw. Innensechskantschraube bis zu 10-mal mehr Drehmoment ausgeübt werden als auf eine Kreuzschlitzschraube. Diese Schrauben können mit einem genauen Drehmoment angezogen werden. Durch diese positiven Eigenschaften kommen Inbus-Schrauben immer mehr in der Industrie zum Einsatz, weswegen ein Satz guter Inbusschlüssel im Werkzeug nicht fehlen sollte.

Der Hauptvorteil von Innensechskantschlüsseln ist, dass sie die Kraft besser auf den Schraubenkopf übertragen als beispielsweise Kreuz- oder Schlitzschraubendreher. Ihr abgewinkelter Sechskant sitzt sicher und fest in der Schraube und rutscht nicht ab. Selbst fest sitzende Schrauben lassen sich zuverlässig lösen. Dank der kleinen Bauform kommen Sie einfach überall hin, wo Platz knapp ist. Mit einem Innensechskantschlüssel kann man sehr feinfühlig und präzise Schrauben nachjustieren.

Da Innensechskantschlüssel mit großer Kraft eingesetzt werden können, ist ein sicherer Umgang wichtig, um Verletzungen zu vermeiden. Innensechskantschlüssel dienen dem Lösen, Anziehen und Einstellen von Schrauben und Muttern mit Innensechskant.

Welche Arten von Sechskantschlüsseln gibt es?

Sechskantschlüssel sind in verschiedenen Größen erhältlich. Die Größe eines Sechskantschlüssels bezieht sich normalerweise auf die Abmessungen der Sechskantöffnung, die zur Schrauben- oder Bolzengröße passen soll. Die gebräuchlichsten Maßeinheiten für Sechskantschlüssel sind Millimeter (metrische Größen) und Zoll (imperial Größen).

Demnach unterscheidet man die Sechskantschlüssel nach ihrer Größeneinheit:

Metrische Sechskantschlüssel

Metrische Sechskantschlüssel werden gemäß dem metrischen Maßsystem hergestellt. Das erkennen Sie daran, dass die Schlüssel in Millimetergrößen erhältlich sind. Weit verbreitet sind metrische Inbusschlüssel vor allem in Europa. Die gängigsten Größen für Innensechskantschrauben beginnen ab 1,5 mm. Häufig gebraucht werden Sechskantschlüssel für die metrischen Innensechskantschrauben mit 2 mm, 4 mm, 5 mm oder 6 mm.

Zoll-Sechskantschlüssel

Zoll-Sechskantschlüssel werden gemäß dem imperialen Maßsystem hergestellt und sind in verschiedenen Zollgrößen erhältlich. Sie werden hauptsächlich in den USA benutzt. Gängige Größen sind 1/16 Zoll, 3/8 Zoll oder ¾ Zoll.

Übersicht über die verschiedenen Schlüsseltypen von Sechskant-Schlüsselsets

Sechskantschlüssel unterscheiden sich nicht nur nach ihrer Maß- bzw. Größeneinheit, sondern können auch in ihrer Form variieren.

  • L-förmige Sechskantschlüssel sind der am häufigsten verwendete Schlüsseltyp. Sie haben - wie der Name vermuten lässt - eine L-Form mit einem Sechskant am Ende. L-förmige Schlüssel bieten eine gute Hebelwirkung und sind für eine Vielzahl verschiedener Einsatzbereiche ausgelegt.
  • T-förmige Sechskantschlüssel bieten allerdings eine noch größere Hebelwirkung als L-förmige Schlüssel. Sie erleichtern damit das Anziehen oder Lösen von Schrauben erheblich.
  • Kugelkopf-Sechskantschlüssel besitzen einen Kugelkopf am Ende des Stiels. Dadurch können Sie mit Schrauben aus verschiedenen Winkeln arbeiten, was vor allem dann von Vorteil ist, wenn der Zugang begrenzt oder ein schräges Anziehen der Schrauben erforderlich wird.

Was verbirgt sich hinter farbcodierten Sechskantschlüssel-Sets?

Auf den ersten Blick ist es oft schwer, den richtigen Sechskantschlüssel zu greifen. Welcher der Schlüssel passt den nun? Bei einem farbcodierten Sechskantschlüssel-Set greifen Sie garantiert immer zum richtigen Werkzeug. Bei einem Sechskantschlüssel-Set mit Farbcodierung gibt es für jede Schlüsselgröße eine andere Farbe. Die Farbcodierung selbst kann entweder auf dem Griff des Sechskantschlüssels angebracht sein oder durch eine farbige Beschichtung auf dem Metallteil des Schlüssels erfolgen. Es gibt für die Farben keine DIN-Norm oder offizielle Festlegung, sodass sie je nach Hersteller variieren kann.

Gerade dann, wenn Sie nur selten einen Sechskantschlüssel brauchen, lohnt sich diese Anschaffung. Sie bekommen damit eine perfekte Sortierung für Ihr Werkzeug und sparen Zeit bei der Suche nach dem passenden Schlüssel.

Lohnt sich der Kauf eines Innensechskant-Schlüsselsets?

Für den Aufbau von Möbeln oder das Festziehen der Fahrradschraube benötigen Sie in der Regel verschiedene Sechskantschlüssel-Größen. Damit Sie nicht jedes Mal in den Baumarkt fahren müssen, um sich den passenden Inbusschlüssel zu kaufen, lohnt sich auch für Gelegenheits-Heimwerker der Kauf eines Innensechskantschlüssel-Sets.

Die Sets enthalten eine Auswahl von Sechskantschlüsseln in verschiedenen Größen. Der große Vorteil besteht auch darin, dass Sie zu den Schlüsseln gleich eine praktische Aufbewahrungsbox bekommen und die Sechskantschlüssel nicht lose in der großen Werkzeugkiste liegen. Sie können die Werkzeuge darin übersichtlich organisieren, damit Sie beim nächsten Einsatz nicht lange nach dem passenden Inbusschlüssel suchen müssen.

Was kostet ein Sechskantschlüssel-Set?

Die Preise für die Schlüssel-Sets können je nach Hersteller und Ausstattung variieren. Sehr günstige Sets bekommen Sie oft schon für einen Preis zwischen 5 und 10 Euro. Für mittelpreisige Sets mit einer größeren Auswahl an Inbusschlüsseln in einer höheren Qualität zahlen Sie etwa 15 bis 30 Euro.

Werkzeugkoffer für Fahrrad-Fans

Die regelmäßige Wartung des Fahrrads ist wichtig, um seine Langlebigkeit, eine optimale Leistung und Sicherheit zu gewährleisten. Ein eigener Werkzeugkoffer mit den wichtigsten Tools ermöglicht es Ihnen, kleine Probleme schnell selbst zu beheben, ohne auf Werkstätten angewiesen zu sein. Ganz besonders auf langen Touren ist das von Vorteil. Was die Sicherheit und Langlebigkeit des Fahrrads angeht, ist Fahrrad-Werkzeug unverzichtbar. Regelmäßige Wartung und kleinere Reparaturen lassen sich nämlich ganz einfach auch selbst durchführen. Ob es darum geht, Bremsen zu justieren, Schläuche zu wechseln oder die Kette zu schmieren: Mit den passenden Werkzeugen können Sie all dies selbst erledigen.

Für alle Fahrrad-Fans, die bei Null anfangen, ist ein Fahrradwerkzeug-Set die beste Grundlage. Darin enthalten sind standardmäßig die wichtigsten Werkzeuge wie Flickzeug, Reifenheber und Pumpe. Ein Multitool ist ein kompaktes, vielseitiges Werkzeug, das mehrere nützliche Werkzeuge für Fahrräder in einem Gerät vereint. Darunter der Inbusschlüssel, Schraubendreher, Torx-Schlüssel, Kettennieter und Reifenheber. Das Multitool ist besonders praktisch für unterwegs, da es klein, leicht und einfach zu transportieren ist. Günstige Modelle sind bereits ab etwa 10 Euro erhältlich.

Weitere Werkzeuge für die Fahrradwartung:

  • Reifenheber: Ein Reifenheber kommt zum Einsatz, wenn es darum geht, Fahrradreifen von der Felge zu lösen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Sie den Schlauch wechseln oder einen platten Reifen reparieren möchten. Denn Fahrradreifen sitzen oft sehr fest auf der Felge. Der Reifenheber hebt den Reifenrand an und hilft, ihn über den Felgenrand zu ziehen. Es besteht normalerweise aus zwei oder drei Hebeln aus Kunststoff oder Metall. Den ersten Hebel schieben Sie unter den Reifenrand, um ihn zu lösen. Reifenheber sind im Grunde relativ günstig und kosten nur zwischen 2 bis 10 Euro. Dabei kommt es natürlich auf das Material - Kunststoff oder Metall - und die Qualität an.
  • Ersatzschlauch und Flickzeug: Auch diese beiden gehören zur Grundausstattung für Fahrradfahrer, um schnell auf Reifenpannen reagieren zu können. Der Ersatzschlauch wird verwendet, wenn eine schnelle Reparatur nötig oder das Loch zu groß ist, um es zu flicken. Es passt in die Reifen und wird aufgepumpt, um den Reifen wieder einsatzbereit zu machen. Das Flickzeug kostet zwischen 3 und 10 Euro, je nach Anzahl der Flicken und der Qualität des Klebers.
  • Fahrradpumpen: Es gibt mehrere Arten von Fahrradpumpen, die sich in Größe, Funktion und Einsatzbereich unterscheiden. Während Mini-Pumpen in der Regel zwischen 10 und 30 Euro kosten - abhängig von Größe, Gewicht und Material - liegen Standpumpen und Fußpumpen preislich zwischen 20 und 60 Euro. CO2-Kartuschenpumpen sind mit 15 bis 30 Euro etwas günstiger.
  • Drehmomentschlüssel: Ein Drehmomentschlüssel ermöglicht es, Schrauben und Muttern mit einer genau definierten Kraft (Drehmoment) anzuziehen. Besonders wichtig ist das, um sicherzustellen, dass Teile weder zu fest noch zu locker sitzen. Beispielsweise bei Lenker und Vorbau, Sattelstütze, Kurbeln oder Pedale. Bei Erreichen des jeweiligen Drehmoments gibt der Schlüssel ein deutliches Klicken und einen Widerstand ab, um zu signalisieren, dass die Schraube fest genug angezogen ist. Drehmomentschlüssel gibt es in verschiedenen Preisklassen, wobei einfache Modelle bei etwa 25 Euro starten und hochwertige Modelle bis zu 150 Euro kosten können.
  • Kettennieter: Mit dem Kettennieter können Sie Fahrradketten öffnen und wieder verbinden. Er wird also dann benötigt, wenn eine Kette repariert, gekürzt oder ausgetauscht werden muss. Dabei drückt er den Stift (auch Niet genannt) aus der Kette heraus, sodass Sie die Kette trennen können. Eine Kettenverschleißlehre verwenden Sie dagegen, um den Verschleißgrad der Fahrradkette zu überprüfen. Ketten dehnen sich nämlich mit der Zeit und durch regelmäßige Nutzung. Daher ist es wichtig, ihren Zustand regelmäßig zu prüfen. Preislich liegt ein einfacher Kettennieter etwa bei 10 bis 20 Euro, während präzisere Modelle 20 bis 50 Euro kosten.
  • Pedalschlüssel: Ein Pedalschlüssel ist ein spezieller, langer Schraubenschlüssel. Er kommt zum Einsatz, um Fahrradpedale zu montieren oder zu demontieren. Durch seine Hebelwirkung lassen sich Pedale leicht festziehen oder lösen.
  • Speichenschlüssel: Der handliche Speichenschlüssel wird verwendet, um die Speichenspannung an einem Fahrradlaufrad zu justieren. Damit können Sie Speichen also leicht nachziehen oder lockern, um das Rad zu zentrieren und Verformungen zu korrigieren. Das ist wichtig, denn eine korrekte Speichenspannung sorgt für Stabilität und Langlebigkeit des Rads.
  • Schraubendreher: Auch ein Schraubendreher, der bei vielen anderen Reparaturen und handwerklichen Arbeiten verwendet wird, ist wichtig im Fahrradwerkzeug-Koffer. Dabei unterscheidet man zwei Haupttypen: Kreuzschlitz und Schlitzschraubenzieher.
  • Zentrierständer: Mit dem Zentrierständer können Sie die Laufräder des Fahrrads präzise zentrieren. Er hält das Rad stabil, sodass Sie sehen können, ob es eiert oder seitlich ausschlägt. Damit lässt sich die Speichenspannung exakt anpassen, um das Rad wieder gerade und rund laufen zu lassen. Einfache Modelle für den gelegentlichen Gebrauch liegen preislich zwischen 50 und 100 Euro.

Die richtige Pflege für ein langes Fahrradleben

Für die Wartung und Reparatur eines Fahrrads sind verschiedene Schlüssel von Bedeutung. Neben einem gut bestückten Fahrradwerkzeug-Koffer ist auch die regelmäßige Pflege des Fahrrads entscheidend, um eine lange Lebensdauer und reibungslose Funktion sicherzustellen. Zu den wichtigsten Pflegeschritten gehört das Reinigen der Kette und der Schaltung. So werden Schmutz und Ablagerungen entfernt, die den Antrieb verschleißen lassen. Dafür benötigen Sie einen Kettenreiniger und eine Kettenbürste. Anschließend sollte die Kette mit speziellen Kettenölen geschmiert werden, um Korrosion zu verhindern. Auch die Reifen sollten Sie regelmäßig prüfen und bei Bedarf nachpumpen, um optimalen Rollwiderstand und Grip zu gewährleisten. Die Bremsen müssen sauber und funktionstüchtig sein. Generell empfiehlt sich eine regelmäßige Oberflächenreinigung mit Wasser, etwas Spülmittel oder einem speziellen Fahrradreiniger, einem weichen Schwamm und einem elektrischen Fahrrad-Hochdruckreiniger. Alles in allem läuft ein sauberes und gut gewartetes Fahrrad nicht nur effizienter, sondern sorgt auch für eine sichere Fahrt!

Worauf muss ich bei einem Drehmomentschlüssel achten?

Natürlich brauchst du passende Aufsätze für alle Schrauben, die du anbringen willst. Viele kleine Schrauben an Fahrrädern haben einen 4-mm-Sechskant-Kopf, aber auch T25-Torq-Schrauben werden als Ersatz immer beliebter. Es gibt eine ganze Reihe alternativer Schraubengrößen, die in Lenkern und Vorbauten verwendet werden, vor allem bei Eigenentwicklungen. Auch die Schrauben von Kettensätzen haben meist eine eigene Größe.

Es lohnt sich zu prüfen, ob der Drehmomentschlüssel, den du in Betracht ziehst, so eingestellt werden kann, dass er das erforderliche Drehmoment nicht nur im Uhrzeigersinn, sondern auch gegen den Uhrzeigersinn liefert. Für alles, was ein Linksgewinde hat (Pedale, Tretlager), ist dies erforderlich.

Der Drehmomentschlüssel im Einsatz

Wir zeigen den Gebrauch des Drehmomentschlüssels am Lenker/Vorbau. Hier ist es besonders wichtig, dass alle Klemmverbindungen korrekt angezogen sind. Erst recht, wenn der Lenker aus Carbon besteht!

Nachdem geklärt ist, welches Anzugsmoment die Schraube benötigt, stellt man diesen Wert (Nm) an der Skala des Drehmomentschlüssels ein. Das passende Werkzeug, zum Beispiel ein Inbus, wird an der Ratsche angebracht. Bei Klemmungen mit mehreren Schrauben müssen diese stückweise abwechselnd (2 Schrauben) bzw. über kreuz (4 Schrauben) angezogen werden. Damit die Hebelverhältnisse stimmen, muss man den Drehmomentschlüssel exakt am Griff anfassen. Sobald das eingestellte Anzugsmoment erreicht ist, kippt der Hebel an dem Gelenk (Wippe) in Drehrichtung der Schraube. Dabei ist ein Knackgeräusch zu hören. Ab jetzt nicht weiter anziehen!

Schrauben schmieren oder trocken montieren?

Eine schwierig zu beantwortende Frage. Sicher ist: Mit einem geschmierten Gewinde lässt sich eine Schraube fester anziehen als trocken. Deshalb werden Anzugsmomente stets für den trockenen Zustand angegeben, da man sonst auch mit Dremomentschlüssel übers Ziel hinausschießen kann. Wer dennoch (leicht) fettet, sollte daher das empfohlene Anzugsmoment etwas verringern. Eine Schmierung ist ebenfalls kontraproduktiv an Schrauben, die ab Werk mit einer Sicherung (blaue Paste) gegen Lösen versehen sind. Zum Beispiel die Befestigungsschrauben von Bremsscheiben. Diese könnten sich sonst durch hochfrequente Vibrationen der Scheiben während des Bremsvorgangs mit der Zeit lösen.

Schraubensicherung (z. B. Loctite) findet man teils auch an Lenker- und Vorbauklemmungen. Was in dem Fall eher gegen eine Schmierung spricht. Man sollte darauf achten, dass die Gewinde sauber sind. Unproblematisch hingegen ist eine Schmierung an den Pedalgewinden, die ja durch die Laufrichtung (Rechts- und Linksgewinde) so konstruiert sind, dass sie sich nicht von selbst lösen können. Hier steht eher der Korrosionsschutz im Vordergrund.

Hinweis: Bei der Schmierung von Carbon- und Titan-Bauteilen darf kein Fett zum Einsatz kommen! Hier sind spezielle Montagepasten zu verwenden (Bitte die Anweisungen des jeweiligen Herstellers beachten).

Welche Steckachse ist die richtige für Deine Nabe?

Mit Steckachsen (engl. Thru Axle, kurz: TA) lässt sich aufgrund ihres größeren Durchmessers und des geschlossenen Ausfallendes, in dem sie stecken, eine steifere Verbindung zwischen Laufrad und Rahmen bzw. Gabel herstellen, als das mit Schnellspannern (engl. Quick Release, kurz QR) möglich war. Manche Steckachsen werden mit Werkzeug montiert, manche haben einen Schraubhebel, der entweder fest steht oder aber sich unter leichter Spannung umlegen und sichern lässt.

Achsdurchmesser am modernen Mountainbike

Am MTB finden sich mittlerweile fast ausschließlich Steckachsen. Dabei hat sich am Vorderrad der Achsdurchmesser 15 Millimeter und am Hinterrad 12 Millimeter etabliert. An älteren Bikes mit viel Federweg wurden vorn teilweise 20-Millimeter-Achsen verbaut. Heute dominieren zwei Achsdurchmesser den Markt, unabhängig ob Boost oder Non-Boost. Viele Naben von Herstellern wie etwa DT Swiss und Hope lassen sich mithilfe verschiedener Achs-Endstücke einfach von Schnellspanner auf Steckachse oder zurück umbauen.

Was ist eigentlich dieses Boost?

Mit dem Boost-Einbaumaß wurde die Nabeneinbaubreite am Vorderrad von 100 auf 110 Millimeter und am Hinterrad von 142 auf 148 Millimeter vergrößert. Das hatte auch mit der wachsenden Verbreitung der größeren 29-Zoll-Laufräder zu tun. Der so gewonnene Platz ermöglicht an der Engstelle Kettenblatt - Kettenstrebe - Reifen mehr Spielraum, etwa für mehr Reifenfreiheit im Rahmen bei gleichbleibender Kettenstrebenlänge. Noch einen Schritt weiter geht der Nabenstandard Superboost Plus am Hinterrad. Die Einbaubreite beträgt hier 157 mm, was einen deutlich breiteren Flanschabstand ermöglicht und somit ein nochmals steiferes Hinterrad. Noch ist Superboost Plus eine Nische. Das Maß wird allerdings aktuell bei Herstellern wie Evil Bikes immer beliebter, weil es hilft, kurze Kettenstreben in Verbindung mit großen 29er-Laufrädern zu realisieren.

Achstypen Mountainbike (Nabenbreite)

Vorderrad (Achsdurchmesser / Einbaubreite) Hinterrad (Achsdurchmesser / Einbaubreite)
Schnellspanner 5 / 100 mm 5 / 135 mm
Steckachse (klassisch) 20 / 100 mm 12 / 142 mm
Steckachse (Non-Boost) 15 / 100 mm 12 / 142 mm
Steckachse (Boost) 15 / 110 mm 12 / 148 mm
Steckachse (Superboost Plus) 15 / 110 mm 12 / 157 mm

Einbaubreiten-Evolution am Rennrad

Auch am Rennrad und an seinen Vettern, den Gravel- und Cyclocross-Bikes, hat mittlerweile die Scheibenbremse Einzug gehalten - und mit ihr die Steckachse. Nur noch extrem leichte oder eher günstige Neuräder kommen mit Felgenbremse, Schnellspanner und traditionellen Einbaubreiten. Während bei den ersten Gravel-Bikes noch die beim MTB üblichen Achsmaße (15/100 und 12/142 mm) genutzt wurden, hat sich bei Road- und Gravel-Laufrädern mittlerweile die Zwölf-Millimeter-Achse auch am Vorderrad durchgesetzt. Die Einbaubreiten entsprechen weitgehend dem Non-Boost-Maß, also vorn 100 Millimeter und 142 Millimeter hinten.

Achstypen Rennrad(Nabenbreite)

Vorderrad (Achsdurchmesser / Einbaubreite) Hinterrad (Achsdurchmesser / Einbaubreite)
Schnellspanner 5 / 100 mm 5 / 130 mm
Steckachse 12 / 100 mm 12 / 142 mm
Road Boost 12 / 110 mm 12 / 148 mm

Wie finde ich die richtige Achse?

Wenn Du eine Ersatzachse brauchst, Dein Bike in einen Rollentrainer einspannen oder es in puncto Gewicht bzw. Farbe tunen willst, musst Du zunächst die passende Achse finden. Die meisten Steckachsen sind mit ihren Maßen beschriftet, was Dir die Suche erleichtert. Um die Größen selbst zu ermitteln, gehst Du am besten wie folgt vor:

  1. Erstens misst Du den Durchmesser Deiner Steckachse: Ob dieser 15 oder 12 mm misst, lässt sich recht einfach bestimmen.
  2. Zweitens brauchst Du nun die Einbaubreite der entsprechenden Nabe.
  3. Drittens wird bei Hinterradachsen oft die effektive Länge der Steckachse angegeben, die natürlich deutlich über der Einbaubreite liegt. Miss hierfür die Länge der Achse ohne Achsenkopf; also ab dem Kragen, der außen am Rahmen anliegt und hinter dem der Hebel oder der Inbus- oder Torx-Kopf kommt.
  4. Viertens, und hier wird es meist knifflig, gibt es unterschiedliche Gewinde an den Steckachsen. Denn die Achse muss immer zu ihrem Gegenstück, der „Mutter“ in Rahmen oder Gabel passen, weshalb eine Steckachse auch immer zum Lieferumfang von Rahmen oder Gabel gehört. Bei Hinterradachsen musst Du eventuell die Gewindesteigung ermitteln. M12x1,0, M12x1,5 oder M12x1,75 sind die gängigen Maße - hierfür druckst Du Dir am besten eine Schablone aus, wie sie etwa bei Robert Axle Project erhältlich ist.

Achte aber unbedingt darauf, ob Dein Rahmen zum Fahren mit Anhänger freigegeben ist!

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