Innradweg Erfahrungsberichte: Eine Reise durch drei Länder

Der Innradweg, der sich über 500 km von der Quelle des Inn bei Maloja in der Schweiz bis zur Mündung in die Donau in Passau erstreckt, führt durch die Schweiz, Österreich und Deutschland. Er bietet eine Vielfalt an Landschaften und Erlebnissen.

Verschiedene Perspektiven auf den Innradweg

Viele Radfahrer haben ihre Erfahrungen auf dem Innradweg geteilt, von Tagesausflügen bis hin zu mehrtägigen Touren. Hier sind einige Einblicke und Tipps, die Ihnen bei der Planung Ihrer eigenen Reise helfen können.

Kurze Tagestouren und Geocaching

Manchmal muss es nicht die lange Tour sein. Eine etwa vierzig Kilometer lange Tour führte von Neuötting nach Marktl den Innradweg entlang und wieder zurück den 7-Kirchen-Radweg. Am Samstag wurden die Räder geschnappt und das Radlfahren mit ein paar Geocaches verbunden. Der erste Cache war Struppis Hunderunde, ein Multi mit sechs Stationen um den Innradweg rum. Das Ziel an den Stationen war es, die Koordinaten für die nächste Station zu finden und Teile der Lösungskoordinaten. Die Stationen waren gut gemacht und leicht zu finden. Der Final war dann an einem Bach in schöner Umgebung. Den zweiten Cache „Dachlwand“ konnten wir direkt auf dem Weg mitnehmen. Der letzte Cache für diesen Tag war dann in Marktl selber an der Kirche, in der Papst Benedikt XVI. getauft wurde. Das war eine schöne Radlrunde die durch die Caches noch mehr Spaß gemacht hat. Und dazu gab’s sogar einen leichten Sonnenbrand.

Eine mehrtägige Tour von der Schweiz nach Deutschland

Die Schweiz, Österreich und Deutschland - drei Länder, verschiedenste Landschaften, viel Natur, über neunhundert Kilometer. Es war die erste Radltour, die über mehrere Tage ging. Der Anfang in der Schweiz war der anstrengendste Teil, dafür aber gleichzeitig auch der schönste. Daneben waren der erste Innradweg-Tag in Österreich, die Schlögener Schlinge und die Wachau besonders eindrucksvoll. Nur von den Sehenswürdigkeiten hatte ich mir ursprünglich mehr erwartet. Aber es war ein Trugschluss zu denken, dass man das gut kombinieren kann. Das eine Problem war die doch zu schlechte Vorbereitung (Zammer Lochputz und Achenseebahn), wodurch wir zu wenig wussten, um die Abstecher gut einplanen zu können. Das zweite Problem war der Ehrgeiz, weil man bei jeder Pause das Gefühl hat, Zeit und somit Kilometer zu verlieren. Man lernt auf der Reise auch sich und seinen Körper besser kennen.

Zum einen denke ich da natürlich an die Steigungen in der Schweiz - wenn man’s nicht gewohnt ist, hat man auch keine Muskulatur dafür und braucht sich auch nicht zu wundern, dass die Beine brennen. Mittlerweile sind sie da, die starken Muskeln, und vor ein paar Tagen hab ich auch richtig gemerkt, dass mir die geringen Steigungen, die es daheim gibt, gar nichts mehr ausmachen. Ein weiterer Punkt ist die Ausdauer. Es war nie ein Problem, bis zum (späten) Nachmittag zu fahren und es war auch nie so, dass wir nicht noch weiterradeln hätten können. Allerdings muss man aufpassen, dass man rechtzeitig Pausen macht und genug isst. Wenn der Blutzuckerspiegel im Keller war, war die Laune ebenso tief gesunken und da war ein Müsliriegel die beste Lösung ;). Auf der Fahrt sind uns natürlich auch viele andere Radler begegnet. Auf dem Innradweg war nicht viel los, aber dort haben uns wirklich alle gegrüßt und waren sehr nett. Auf dem Donauradweg radelten natürlich mehr Leute und gegrüßt bzw. zurückgegrüßt wurde auch nicht so häufig. Verglichen mit den anderen Radlern hatten wir auch ein recht gutes Tempo und wurden fast nie überholt (Rennradfahrer ohne Gepäck ausgenommen). Pannen hatten wir während der ganzen Fahrt zum Glück keine. Zwei Mal ist mir die Kette rausgesprungen, das war’s aber auch. Gestern habe ich mein Rad auch endlich vom ganzen Staub und Dreck befreit und nun könnte es eigentlich schon fast wieder losgehen ;). Alles in allem war es eine wirklich tolle Erfahrung!

Es hat sich wieder gezeigt, dass das Rad fahren und ich wirklich gut zusammenpassen ;). Vielleicht hätte man es noch etwas stressfreier gestalten können, wenn man die Pensionen schon vorher gebucht hätte. Nur hat man dann auch das Problem, dass man ein Pensum schaffen muss bzw. nicht weiter fahren kann. Ich nehme aus dem Urlaub eine neue Liebe für die Schweiz mit, die Lust auf neue Bergfahrherausforderungen und das Wissen, dass es wirklich stimmt, dass die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, die Welt ist :).

Eine Etappe des Innradweges von Kiefersfelden nach Passau

Geplant waren vier weitere Tage: Den Innradweg zu Ende fahren bis Passau und den Donauradweg bis Wien in drei Etappen zu fahren. Vorsichtig blinzelte ich und erspähte das erste Sonnenlicht, das durch’s Fenster schien, meine Beine schmerzten wieder und das Bett war noch so gemütlich. Dann wurde mir aber bewusst, dass ich mich nochmal umdrehen konnte. Nachdem ich zum zweiten Mal aufgewacht war, entschieden wir uns, am Morgen frühstücken zu gehen. Wir bestellten ein leckeres großes Frühstück und überlegten, wie wir die kommenden Tage verbringen wollten.

Der Rest des Tages war entspannt. Wir fuhren (mit dem Radl ;-)!) nach Altötting und zündeten für die Bäuerin aus Kiefersfelden zwei Kerzen an, besorgten uns Reiseproviant für die nächsten Tage und gönnten uns einen Eisbecher.

Erlebnisse auf dem Weg nach Rosenheim

Muuuuuh! Muuuuuuuuuh! Muuuuh! Da will aber jemand dringend gemolken werden ;-). Mit einem Lächeln wachte ich nach dieser ruhigen und ziemlich kühlen Nacht auf. Schnell zogen wir uns warm an und freuten uns auf das Frühstück, das wir draußen auf der Terrasse bekommen würden. Ein letztes Mal trank ich die leckere Bauernmilch und dann mussten wir uns auch schon von unserem Zimmer verabschieden. Dabei kam ein letztes Schmunzeln beim Blick auf unsere Dusche - neben dem Nachtkästchen, verkleidet mit Stoff steht sie einfach so im Schlafzimmer wie ein ganz normales Möbelstück. So wie in den guten alten Zeiten ;-). Das Wetter war anfangs sehr schön, wurde aber immer nebliger, um so näher wir Rosenheim kamen. Die Landschaft war hier nicht sonderlich spannend. Auf der einen Seite der Inn, auf der anderen Bäume und sonst nichts. Bis Rosenheim blieb das auch so und wir waren schon etwas gelangweilt.

Da kam dann aber eine nette Überraschung, weil der Innradweg direkt in den Außenbereich des Innmuseums führt. Dort mussten wir eine Müsliriegelpause einlegen, um uns darüber zu informieren, dass die Leute auch früher schon verschwenderisch waren, indem sie Einwegplätten bauten. Zu lange blieben wir aber nicht und fuhren durch Rosenheim durch und waren schon bald wieder am Inn. Der Nebel war mittlerweile weg, die endlos langen Geraden am Fluss entlang ohne Abwechslung aber leider nicht. Die begleiteten uns noch kilometerweit, bis es irgendwann nicht mehr ganz so weit bis Wasserburg war. Dort wollten wir Pause machen. Allerdings kam etwa zehn Kilometer davor eine Überraschung. Eine Steigung! Ein Hügel! Bergauf! Die Beine waren zwar schon müde, aber es machte Spaß, wieder ein wenig Herausforderung zu haben und durch das hügelige Bauernland zu fahren. Und es blieb nicht bei diesem einen Hügel, immer wieder ging’s bergauf, bergab und wieder hoch und runter.

Herausforderungen und Überraschungen auf dem Weg

Auch wenn der Tacho schon sechzig Kilometer anzeigte, hatte ich komischerweise immer noch genug Energie. Zu diesem Zeitpunkt war uns noch nicht klar, dass wir nochmal genauso weit fahren mussten. Wir vermuteten ursprünglich, nach hundertzwanzig Kilometern schon am Ziel zu sein. Gut gestärkt stiegen wir nach unserer Mittagspause wieder auf die Räder, fuhren wieder bergauf und hatten dann einen schönen Blick auf die Stadt. Auch der Weg nach Mühldorf bot Steigungen und Gefälle und an diesem Tag war das genau das Richtige, nach der langen öden Strecke am Fluss entlang. Seltsamerweise musste ich feststellen, dass ich richtig Spaß dran hatte, mich erst einen Hügel hoch zu quälen, um dann das runterfahren wieder zu genießen. Die Hügel zogen sich noch bis Mühldorf und ab da kannte ich mich auch wieder aus. Der weitere Weg sollte von Mühldorf hinaus über Töging nach Neuötting führen.

Das Ende einer langen Etappe

Mittlerweile hatten wir die hundert auf dem Tacho auch schon überschritten. Zwischen Mühldorf und Töging lief es noch ganz gut, aber dann verließ uns ziemlich schnell die Motivation. Zum Einen kannte ich die Gegenden hier schon mehr, als man sie durch den Radweg auch nur erahnen konnte und zum Anderen wurde es mit jedem Kilometer anstrengender. Irgendwie ist es kaum zu glauben, dass man dann doch so schnell merkt, dass man erschöpft ist. Die Kilometer zogen sich zum Schluss ganz schön und bei Kilometer hundertzwanzig waren wir gerade mal in Töging. Kilometer für Kilometer legten wir zurück und treteten noch schneller in die Pedale. Und dann war’s endlich geschafft! Wir standen überglücklich am Ziel, waren in Neuötting angekommen und wurden herzlich begrüßt. Wir sahen zwar „etwas“ fertig aus - was wir von allen Familienmitgliedern bestätigt bekamen 😉 - aber eine Dusche, ein Stück Maulwurfkuchen und eine kleine Gemüsepfanne brachten wieder etwas Leben in uns. Früh fielen wir sehr müde ins Bett und hatten uns den kommenden Tag Pause somit wirklich verdient.

Der Innradweg als Outdoor-Aktivität in der Zwischensaison

Das Praktische an seinem bayerischen Teil: es lassen sich wirklich gut einzelne Etappen des Innradwegs als Tagestouren fahren. Einzelne Etappen auf dem Innradweg - oder jedem anderen Fluss-Radweg - sind für mich eine wundervolle Outdoor Beschäftigung in der Zwischensaison. Das ist diese seltsame Jahreszeit zwischen Winter und Frühling, wenn noch jede Menge unbrauchbarer Schnee in den Bergen herum liegt, wenn ich in Frühlingsstimmung bin, lieber grasende Kühe sehen will als grinsende Schneemänner. Ein paar Kilometer weg von den Bergen sieht die Welt rund um den Frühlingsanfang ganz anders aus. Zwischen Winter und Frühling ist die Zeit, wo ich meine Zeit lieber abseits der hohen Berge verbringe. Zum Beispiel entlang des Innradwegs.

Tipps für Tagestouren

Wichtig bei Tagestouren ist ja der Rückweg, bei den hier beschriebenen Etappen geht das sehr gut mit Zügen ca alle Stunde und das Fahrrad darf kostenlos in der Südostbayernbahn mitfahren (Ausnahme Simbach-Passau, dazu später mehr). Generell war alles gut beschildert, Karten sind eigentlich nicht notwendig, ab und zu in Google Maps schauen schadet nicht, wenn es einem komisch vorkommt. Der Fluss Inn selber ist leider relativ langweilig - es fahren keine Schiffe, weder Fracht- noch Personenschiffe, was z.B. den Rhein sehr spannend macht.

Empfohlene Etappen

Meine Empfehlung für den bayerischen Innradweg sind fünf gemütliche Tagesetappen, mit E-bike geht es auch mit weniger Etappen.

  • Rosenheim - Wasserburg
  • Wasserburg - Mühldorf
  • Mühldorf - Marktl
  • Marktl - Simbach
  • Simbach - Passau

Start in Rosenheim

Zum Start in Rosenheim haben wir uns einen Straßenrand-Parkplatz in der Nähe des Mangfallparks gesucht, kostenlos, aber relativ weit weg vom Bahnhof. Trotzdem gefällt mir der Mangfallpark als Startpunkt der Etappe auf dem Innradweg. Schon bald ist der Inndamm dann leider wegen Bauarbeiten gesperrt und Umleitungsschilder leiten uns so halb-gut um.

Wasserburg am Inn

Diese Etappe des bayrischen Teils vom Innradweg hat sicher das schönste Etappenziel: man erreicht die imposante Innbrücke von Wasserburg, fährt (bzw schiebt) durch das hübsche Stadttor und landet in der Altstadt mit wunderschönen bunten Häusern, mit Eisdielen und Restaurants und viel Leben. Nunja, nach der Eispause geht es noch mal ein paar Kilometer und Höhenmeter weiter, der Bahnhof ist 5 km außerhalb in Reitmehring.

Von Wasserburg nach Mühldorf

“Am Flussufer geht es ja immer leicht bergab” - das gilt leider nicht für diese Etappe des Innradwegs. Wer von Wasserburg nach Mühldorf radelt, sieht über weite Strecken gar nichts vom Inn und muss mehr als 400 Höhenmeter bergauf und bergab fahren. Für den Frühling für mich aber genau richtig! Im Wald bekommen die Bäume die ersten hellgrünen Blätter, die Wiesen sehen bereits saftig aus und es grasen sogar schon Kühe! In den Vorgärten blühen Osterglocken und die vereinzelten Orte, durch die man fährt, haben Blumen angepflanzt und österlich dekoriert. Kurz vor der Ankunft in Mühldorf verlieren wir tatsächlich den Weg und fahren mit Hilfe von Google Maps durch ein Industriegebiet zum Bahnhof.

Mühldorf am Inn

In Bahnhofsnähe Mühldorf gibt es Parkplätze am Straßenrand, die ab 12 Uhr gratis sind. Von dort geht’s bergab ins Stadtzentrum von Mühldorf, was wir in der Vorwoche verpasst hatten, und die Erkenntnis, dass auch Mühldorf einen hübschen, langgestreckten Stadtplatz hat mit zwei Toren, bunten Häusern mit Arkaden und einigen Buchläden. Typische Architektur für die Region an Inn und Salzach. In dieser Etappe des Innradwegs fährt man tatsächlich viel am Flussufer entlang oder höhergelegen auf dem Deich.

Marktl am Inn

Vor Marktl kommt man an der Dachlwand vorbei, einer markanten Hangformation gegenüber der Stelle, wo die Alz in den Inn mündet. Die Bushaltestelle von Marktl ist dieses Mal der Ort für ein kleines Picknick mit Kaffee und Kuchen aus der Bäckerei, ein Supermarkt liegt auch direkt am Weg. Hinter Marktl erreicht man dann die Grenze von Oberbayern nach Niederbayern und die Mündung der Salzach in den Inn. Geocachen: Einige Teile der Schilderwald Serie, zB dieser, liegen direkt am Weg und sind schnell gefunden.

Simbach am Inn

Der Bahnhof von Simbach am Inn ist altmodisch hübsch,1871 gebaut steht er unter Denkmalschutz. Mit hohen Fenstern und Türen, zierlichen Gusseisensäulen, Schildern in alter Schrift und einer krummen Bahnhofshalle mit einem großen Gemälde schaut es aus, als käme gleich Kaiserin Sissi ums Eck spaziert, oder als würde man hier einen Film drehen! Am Vorplatz steht eine große Dampflok und in der Nähe gibt es noch mal Einkaufsmöglichkeiten für Proviant für die Rückfahrt nach Mühldorf.

Simbach nach Passau

Auf dieser Etappe ist die Zugrückfahrt komplizierter. Rund 3 Stunden sind wir mit der Bahn unterwegs, von Ruhpolding nach Simbach, auch, weil wir zwischenzeitlich einen anderen Zug abschleppen müssen! Im Simbach angekommen vertrödeln wir ein wenig Zeit, denn die Brücke, die hier über den Inn nach Österreich führt, war ein Jahr vorher gesperrt. Das eigentliche Radeln am Inn Richtung Passau beginnt zäh - der Weg führt schnurgerade auf dem Deich am Fluss entlang. Langweilig und eintönig. Es lohnt sich deswegen, den gelegentlichen Hinweisschildern zu Ortschaften wie Aigen zu folgen (und dann am besten per Google Maps den Weg zurück zum Inn).

Schärding

Unsere erste Pause führt uns über den Fluss nach Österreich, nach Schärding. Der riesigen Stadtplatz mit den bunt gestrichenen Häusern wuselt es wie in einem Ameisenhaufen. Das tolle Wetter lockt viele Leute zum Fahrrad fahren und Eis essen. Hinter Schärding, zurück auf der bayerischen Inn-Seite, wird es abwechslungsreicher. Es geht vorbei an Getreidefeldern mit Mohn und Kornblumen, ein Stück durch den Wald über einen herrlichen Trail, an einem Vogel-Beobachtungsturm vorbei (mit dem Geocache GC9F1TR).

Passau

Passau ist erreicht, das Ziel ist in Sicht. Die letzte Etappe des Innradwegs. Der offizielle Radweg führt über die wuselige Ufer-Promenade von Passau, durch kleine Gassen mit Kopfsteinpflaster, an Universitäts-Gebäuden vorbei, unendlich vielen Cafés und Kneipen. Aber wir haben nur Augen für die kleinen grün-weißen Fahrradschilder - bevor wir Passau genießen, müssen wir erst die Mündung des Inn in die Donau erreichen. Links erspähen wir durch die Gassen schon die Donau. Schließlich endet die Straße, wir müssen absteigen und das letzte Stück über eine weite Grasfläche in die Richtung des Punktes schieben, wo sich besonders viele Leute aufhalten. Links von uns die Donau, rechts von uns der Inn, vor uns ein Gedenkstein und dann nur noch Wasser - geschafft.

Das Ende des Innradwegs in Passau

Passau - wo der Inn in die Donau mündet und der Innradweg endet. Auch wenn uns „der Anfang“ noch fehlt, sind wir 214 km durch Bayern den Inn entlang geradelt, bis zu seiner Mündung in den Inn. Das beste: für den Inn mag in Passau Schluss sein, für uns aber nicht. Denn wir haben ja noch 3 Tage Zeit und werden einfach weiter die Donau entlang radeln. Davon handelt dann ein anderer Artikel.

Zugegeben, das Geocachen war auf allen bisherigen Etappen auf dem Innradweg zweitrangig, deswegen hätte ich sicher noch sehr viel mehr Dosen finden können, auch abseits des offiziellen Wegs. Aber das Radeln und Vorankommen war immer wichtiger, und so habe ich mich vor jeder Etappe zwar vorbereitet, geschaut, wo Dosen liegen, aber eben etwas halbherzig. Ich war immer auch froh, wenn das Handy mal eine Weile ausgeschaltet war, trotz Strava Tracking und Fotografier-Funktion.

Der Innradweg von Maloja nach Passau

Der Innradweg beginnt im Engadiner Ort Maloja, von wo aus du einen guten Blick auf die schroffen Berge hast, wo der Inn entspringt. Bei der Fahrt durch die Engadiner Seenplatte erwarten dich atemberaubende Ausblicke auf schneebedeckte Gipfel und kristallklare Seen. Es geht bis nach St. Moritz, das unter anderem für seine vielen 5*-Hotels und die Olympischen Winterspiele bekannt ist.

Von Maloja nach Scuol

Die heutige Etappe hat einige Anstiege zu bewältigen und erfordert eine gute Kondition. Dafür bietet sie viel Abwechslung und tolle Ausblicke auf die Berggipfel. Unter anderem geht es in den Ort Guarda, eines der am besten erhaltenen Dörfer des Engadin. Viele der Häuser sind dort mit Sgraffiti verziert. Danach geht es nach Ardez und hinauf nach Ftan. Der Ort wurde mehrmals von Lawinen getroffen. Von dort geht es bergab nach Scuol mit seinen Heil- und Mineralwasserquellen. Unterwegs hast du eine schöne Sicht auf die Burg Tarasp.

Von Scuol nach Landeck

Heute geht es über die Grenze nach Österreich. Zunächst führt dich der Inntalradweg auf der Landstraße entlang, da das Inntal hier sehr schmal ist und nur die Straße Platz hat. Etwas später kannst du einen kleinen Abstecher zur Grenzbefestigung Altfinstermünz machen, ein Gebäude aus dem Jahre 1263. Danach überquerst du den Inn immer wieder auf schönen Holzbrücken, bis du das heutige Etappenziel Landeck erreichst. Dort vereinigt sich der Inn mit der Sanna.

Von Landeck nach Innsbruck

Heute folgst du dem Inntal auf einer recht flachen Etappe ostwärts durch Tirol. Nur hin und wieder gibt es ein paar Anstiege. Du bekommst schöne Blicke auf das wilde Flussbett. Auch ein Abstecher zur Apfelmeile in Haiming oder dem Wallfahrtsort Kronburg lohnen sich.

Von Innsbruck nach Erl

Von Innsbruck aus geht es heute nach Erl. Auf dem Weg erwartet dich die Stadt Rattenberg mit ihrem mittelalterlichen Flair, die nach der Einwohnerzahl die kleinste Stadt Österreichs ist. Danach fährst du etwa eine Stunde durch den Luftkurort Wörgl, bevor du nach Kufstein mit ihrer mächtigen Festung kommst. Ab Kufstein bildet der Inn zunächst die Grenze zwischen Deutschland und Österreich.

Von Erl nach Rosenheim

Wenn du Lust hast, kannst du heute an einem der schönen Badeseen entspannen, die links und rechts vom Inn liegen. Du kommst z.B. am Neubeurer See und am Hochstrasser See vorbei. Der erste Abschnitt ist völlig flach und führt dich nach Rosenheim, wo schöne Parks und Cafés zur Mittagspause einladen.

Von Rosenheim nach Mühldorf

Die heutige Etappe ist mit ca. 50 km Länge und 500 Hm bergauf wieder sehr anspruchsvoll. Der Weg führt dich oft durch den Wald und immer wieder kommst du durch schöne Orte wie Kraiburg. Danach geht es nochmal bergauf, bis es dann flach bis Mühldorf weitergeht.

Von Mühldorf nach Passau

Die heutige Etappe ist etwas hügelig. Du radelst nach Altötting mit dem beeindruckenden Ortskern. Danach geht es auf hügeliger Strecke weiter durch den Wald über die Alz und den Alzkanal zur Salzach. An der österreichischen Grenze liegt Burghausen, wo du die längste Burganlage der Welt bestaunen kannst. Der Innradweg führt dich nach Obernberg mit seinen bunten Häusern am Marktplatz. Danach geht es weiter nach Schärding, wo du im schönen Barockgarten oder im Schlosspark picknicken kannst. Schließlich geht es weiter zum Ende des Innradwegs, nach Passau.

Sehenswürdigkeiten entlang des Innradwegs

Auf dem Innradweg erwarten dich unzählige Natur- und Kulturhighlights. Schon am Anfang der Reise kannst du in der schroffen Bergkulisse der Schweiz traumhafte Ausblicke genießen. - die für die Olympischen Spiele und unzähligen 5*-Hotels bekannte Stadt St. Zudem kommst du durch weitere schöne Städte und Orte wie Rattenberg, Kraiburg, Mühldorf oder auch Wasserburg.

Schneebedeckte Berggipfel spiegeln sich in kristallklaren Seen und idyllisch gelegene Dörfer geben dir Einblicke in die dortige Kultur. Nach der landschaftlich reizvollen Landschaft des Ober- und Unterengadins fährst du weiter durch Tirol. Hier erwarten dich die schönen Städte Innsbruck und Hall in Tirol, wo du dir unbedingt Zeit für Sightseeing nehmen solltest. Auch in der Dreiflüssestadt Passau am Ende des Innradwegs solltest du dir unbedingt nochmal etwas Zeit nehmen.

Praktische Informationen

Die beste Reisezeit für den Innradweg ist von Mai bis Oktober. Maloja ist von St. Moritz aus mit dem Linienbus erreichbar. Auch die Anreise mit dem PKW ist möglich.

Beschilderung und Wegbeschaffenheit

In der Schweiz ist der Innradweg durchgehend und einheitlich beschildert. In Tirol wird der Streckenverlauf mit „Inntal-Radweg“ bezeichnet und ist großteils ausgeschildert. Der Innradweg verläuft insbesondere in den Auen nicht immer auf asphaltierten Wegen. In Bayern gibt es allerdings ein paar Schotterabschnitte, wofür sich ein Rennrad nicht eignet. Stattdessen kann die gesamte Strecke gut mit Trekkingrädern befahren werden. E-Bikes sind auch möglich.

Höhenprofil und Schwierigkeitsgrad

Der Radweg folgt dem Verlauf des Inns und fällt daher meist ab oder ist flach. In der Schweiz und in Bayern gibt es ein paar Anstiege sowie abschnittsweise hügeliges Gelände. Der Innradweg ist nicht schwierig zu befahren.

Wetter

Das Wetter in den Alpen ist oft unbeständig und kann rasch umschlagen. Wenn Niederschlag kommt, fällt die Temperatur meist sehr schnell um einige Grad ab. Du solltest also am besten immer ein warmes Kleidungsstück dabeihaben und im Falle eines Gewitters Unterschlupf suchen.

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