Inselhüpfen in Kroatien mit dem Fahrrad: Erfahrungsberichte und Tipps

Kroatien ist ein ideales Ziel für Radfahrer, die das Inselhüpfen lieben. Viele Inseln laden zum Radfahren ein und bieten einzigartige Landschaften. Basierend auf meinen Erfahrungen möchte ich Euch einige Tipps geben.

Planung des Inselhüpfen

Das größte Manko sind tatsächlich die Fahrpläne der Fähren. Zudem unterscheiden sich die Fahrpläne je nach Saison stark. Manche Inseln werden sehr regelmäßig angesteuert, andere eher selten. Zu beachten ist zudem, dass man nicht von jeder Insel zu jeder Insel weiter kommt.

Am besten ist es daher, wenn man sich zuerst einmal grob mit den Möglichkeiten und den Fahrplänen beschäftigt und sich später genau überlegt welche Strecke man zurück legen möchte, respektive welche Inseln man besuchen will. Die meisten Fähren werden dabei von JADROLINIJA betrieben. Deren Internetseite (auch auf deutsch) bietet umfangreiche Informationen zu den Fahrplänen.

Welche Inseln lohnen sich besonders?

Das ist eine gute Frage. Persönlich habe ich damals Cres, Krk, Pag und Brac besucht. Dabei waren Cres und Pag auf alle Fälle meine persönlichen Highlights. Aber Kroatien hat noch viel mehr Inseln zu bieten. Hvar, Dugi Otok oder Kornati sind auch sehr beliebt. Das beste ist sicherlich, wenn hier jeder seine eigene Lieblingsinsel findet bzw. kennen lernt.

Es gibt aber auch organisierte Radreisen mit dem Schiff, die das Inselhüpfen in Kroatien anbieten. Dabei werden verschiedene Inseln wie Krk, Rab, Pag, Ilovik, Losinj und Cres angesteuert, wobei die Tagesetappen meist auf asphaltierten Küsten- und Landstraßen verlaufen und durch teils hügeliges Gelände führen.

Empfehlungen zur Insel Brac

Ich bin auf meiner Inselquerung nur Sumartin - Gornji Humac - Praznica - Pucisca - Postira - Supetar gefahren, also ohne den Süden mit dem Goldenen Horn (bekanntlich das "must have"). Ich kann meine Route uneingeschränkt empfehlen, Pucisca ist unbedingt sehenswert (Ort, Hafen, Kunsthandwerk aus dem Kalk). Auf der Strecke bis Sumartin auch ausreichend Strände, die evtl. das Goldene Horn ersetzen können.

Der schwierigste Teil der Strecke ist der erste von Sumartin aufwärts zur Inselmitte (allerdings keine wirklich schwere Strecke, aber Hitze beachten). Von Pucisca aus dürfte der Anstieg etwas leichter sein, weil mehr Serpentinen. Wenn genügend Zeit, würde ich ein umgekehrtes S mit Pucisca und Bol fahren.

An der Küste hat man oft schönen Ausblick auf malerische Buchten. Und auch die Landschaft im Inneren der Insel ist ursprünglich und reizvoll. Der KFZ-Verkehr ist auf dieser Strecke nicht besonders schlimm. Wenn gerade eine Fähre ankommt, fahren ein paar Autos, dann ist wieder Ruhe.

Von Bol bin noch bis Murvica gefahren. Nur bis dorthin ist asphaltiert. Dann kommt ein Feldweg. Vielleicht ist diese Route auch mit einem bepackten Reiserad gut fahrbar. Nach meinem Geschmack wäre das nicht. Im Hinblick auf die Konditionsanforderung wird es wohl keinen Unterschied zwischen den beiden Routen geben. 500hm müssen so oder so abgearbeitet werden Das kann bei großer Hitze ganz schön schlauchen.

Zwischen Bol und Hvar (Stadt) verkehren täglich Ausflugsboote, die ausdrücklich auch Fahrradmitnahme anbieten. Dann müsstet ihr nicht über Sumartin fahren und dann nach Bol runter und die gleiche Strecke wieder rauf. Zwischen Jelsea (Insel Hvar) und Bol verkehrt(e) ein Katamaran ohne Radmitnahme.

Transport des Fahrrads auf Fähren

Eigentlich wenig, allerdings dürfen die Fahrräder nur auf den Autofähren (nicht auf Schnellboten o.ä.) transportiert werden. Die Autofähren haben genug Platz, so dass Fahrräder problemlos mitgenommen werden können. Das Personal vor Ort macht meistens deutlich wo man das Rad abstellen soll. Da es nicht immer gute Möglichkeiten zur Sicherung gibt, schadet es sicherlich nicht ein langes Schloss oder Spanngurte dabei zu haben.

Preis für die Fähren

Das hängt tatsächlich stark von der jeweiligen Verbindung ab. Teuer ist insbesondere der Transport des Fahrrads. Häufig ist ein ähnlicher Preis wie für jede Person zu zahlen.

Tickets vorab kaufen?

Nein, zumindest zur Nebensaison (ich war im Mai/Juni unterwegs) hatte ich nie Probleme auf die Fähren zu kommen. Am Abfahrtsort gibt es immer kleine Verkaufsstände bei denen die Tickets gekauft werden können. Häufig reicht es aus etwa 30 Minuten vor Abfahrt da zu sein. Zur Hauptsaison empfiehlt der Betreiber der Fähren selbst allerdings die Tickets vorab zu erwerben. Wer mit dem Rad reist möchte sich aber kaum vorab immer festlegen und die Freiheit genießen.

Beispiel einer organisierten Radreise mit Inselhüpfen

Eine typische Rad/Schiffsreise könnte wie folgt aussehen:

  • Tag 1: Anreise nach Opatija/Krk.
  • Tag 2: Insel Krk (ca. 40 km). Radtour durch mediterrane Vegetation, Olivenhaine und das Museumsstädtchen Vrbnik.
  • Tag 3: Insel Rab (ca. 45 km). Radtour vorbei an Sandstränden und durch das Inland nach Rab.
  • Tag 4: Insel Pag (ca. 45 km). Radtour durch die Mondlandschaft der Insel, vorbei an Olivenbäumen und traditionellen Tavernen.
  • Tag 5: Insel Lošinj (ca. 30 km). Radtour auf der Halbinsel Čikat, bekannt für Kiefern und mediterrane Kräuter.
  • Tag 6: Insel Lošinj und Insel Cres. Radtour durch Pinien- und Lorbeerbäume Richtung Insel Cres.
  • Tag 7: Istrien & Opatija (ca. 30 km). Radtour entlang der Küstenstraße nach Brseč und Lovran.
  • Tag 8: Heimreise von Opatija.

Diese Touren beinhalten oft Übernachtungen an Bord eines Schiffes, Verpflegung und geführte Radtouren.

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