Eine Motorradreise durch Irland ist ein Traum vieler Biker. Mit spektakulären Küstenrouten, kurvenreichen Straßen und reizvollen Nebenstrecken bietet die grüne Insel abwechslungsreiche Routen. Genießen Sie den Blick auf den rauen Atlantik, saftig grüne Wiesen und zuweilen karge Weiten. Doch wie plant man eine solche Reise am besten?
Anreise nach Irland
Für die Anreise nach Irland gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Direkte Fähre von Frankreich nach Irland: Mit dem Motorrad oder auf dem Anhänger.
- Über die "Landbrücke": Durch England oder Schottland nach Irland - mit Motorrad oder Anhänger.
- Flug: Direktflug nach Dublin und Motorradmiete vor Ort.
Die beste Option hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Von wo aus du startest.
- Wie viele Autobahnkilometer du fahren möchtest.
- Ob eine Übernachtung auf der Fähre für dich infrage kommt.
- Wieviel Zeit du hast.
- Was die Anreise kosten darf.
Anreise über Frankreich
Wer in Süddeutschland oder dem Alpenraum wohnt, kann über Frankreich anreisen. Cherbourg Octeville in der Normandie ist ein kleiner Fährhafen. Von dort aus fahren Stena-Line oder Brittany nach Rosslare, und Irish Ferries nach Dublin. Alternativ gibt es eine Brittany-Fähre von Roscoff in der Bretagne nach Cork.
Das Navi schlägt oft eine Route über Paris vor, aber wenn du Paris nicht besichtigen willst, ist die Strecke über Metz-Reims-Amiens-Le Havre nach Cherbourg empfehlenswert. Die nordfranzösischen Autobahnen sind meist gut befahrbar. Allerdings kommen schnell 1000 Autobahnkilometer zusammen, die man sich mit zwei Fahrern teilen oder mit einer Übernachtung unterbrechen kann. In Frankreich fallen Mautgebühren an: ca. 50 Euro für ein Motorrad (ein Weg) und etwa 80-90€ für ein Anhängergespann.
Die Fähren legen meist am Nachmittag oder frühen Abend ab, fahren etwa 18-20 Stunden über Nacht und kommen am Vormittag an. Bei schönem Wetter ist die Fährfahrt ein schönes Erlebnis. Essen und Trinken gibt es im Bordrestaurant, und den Kaffee kann man an Deck genießen. Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte jedoch beachten, dass die Irische See sehr rau sein kann.
Anreise über die Landbrücke
Bei der Anreise über die Landbrücke kann man über den Kanal nach Südengland übersetzen, nach Wales fahren und eine Fähre von Holyhead nach Dublin oder von Fishguard oder Pembroke nach Rosslare nehmen. Der Eurotunnel ist eine interessante Alternative zur Fährfahrt, da er nur etwa eine halbe Stunde dauert. Die Fährfahrt von Wales nach Irland dauert etwa 4-4,5 Stunden, und auch dort kann die See "bewegend" sein.
Alternativ kann man eine Übernachtfähre von Rotterdam oder Brügge nach Hull in Nordost-England nehmen. Dies ist ideal für Reisende aus West- oder Nordwest-Deutschland. Eine wenig beachtete, aber interessante Alternative ist die Fahrt über Südschottland. Von Hull fährt man nach Cairnryan und setzt dann mit P&O nach Larne oder mit Stena nach Belfast über. Dies ist die kürzeste Seeverbindung zwischen den Inseln, und die Fährfahrt nach Larne dauert nur etwas über zwei Stunden inklusive Ein- und Ausladen. Bei einer Rundreise kann man auch in Nordirland starten!
Mindestens eine Übernachtung ist unterwegs erforderlich, entweder in England oder auf der Nachtfähre.
Fluganreise
Vielleicht gibt es einen Flughafen in deiner Nähe mit einer guten Direktverbindung nach Irland? Der Flug dauert ca. 2 Stunden, und man landet in Dublin. Ryanair oder Aerlingus sind oft günstige Optionen, besonders bei frühzeitiger Buchung (ca. 60-100 Euro pro Flug). In der Nähe von Dublin gibt es zwei Motorradvermietungen: www.lemonrockbiketours.com und www.celticrider.ie (= motorental.ie). Vom Flughafen Dublin aus benötigt man je nach Verbindung (Taxi, Fernbus oder Zug) noch etwa 2,5-3 Stunden zu den Vermietungen.
Bei Fluganreise fallen die Kosten für die Motorradmiete an, die man bei Anreise mit dem eigenen Motorrad spart. Allerdings sollte man die Kosten für 1000 km oder mehr Landweg, ein bis zwei Übernachtungen, eine Übernachtfähre oder zwei kurze Fähren, Maut in Frankreich, Tanken und Reifen gegenrechnen. Bis etwa 7-9 Tage Motorradreise in Irland ist die Flugvariante oft günstiger, danach lohnt sich das eigene Motorrad eher.
Routenplanung
Bei der Planung einer Motorradreise in Irland gibt es einige wichtige Punkte zu beachten:
- Wieviel Zeit habe ich vor Ort? Rechne An- und Abreise realistisch ein.
- Wo starte und beende ich meine Irland-Tour?
- Welche Jahreszeit wähle ich und wie wird das Reisewetter? Stürme können im Frühjahr und Herbst den Fährverkehr beeinträchtigen.
- Wieviele Kilometer sollte ich pro Tag planen?
- Brauche ich Pausentage oder Reserven?
Kilometerplanung
Plane nur 200-250 km pro Tag ein, da die irischen Landstraßen meist klein und schmal sind. Hecken und Mauern behindern die Sicht in die Kurven, der Gegenverkehr kommt gerne über die Mittellinie, und es gibt oft schlechten Straßenbelag, Schmutz von der Landwirtschaft, Rollsplit und Tiere auf der Straße. Außerdem herrscht Linksverkehr. Die erlaubte Geschwindigkeit beträgt 80 km/h (R und L Straßen), aber oft fühlt man sich mit 65 km/h schon schnell. Also, langsam fahren und alles ist gut!
Pausentage
Plane Pausentage ein, um Entspannung zu finden. Doppel-Übernachtungen schaffen Entspannung. Der Moto-Junkie macht eine kleine Tour ohne Gepäck, nach Ausschlafen und spätem Frühstück. Die Sozia schaut sich Galway an - ganz in Ruhe. Einen Tag mal kürzer treten, bringt Entspannung.
Inspirationen
Nutze Reiseführer, Google Maps, YouTube und soziale Kanäle, um Inspiration zu finden. Markiere deine Must-See-Locations auf einer Karte und schau, ob sich daraus eine schöne Tour ergibt. Die irische Insel besticht vor allem durch ihre Küsten.
Der Wild Atlantic Way hat viele atemberaubende Küstenabschnitte und ist damit sicher das wichtigste Highlight für Motorradreisende in Irland. Aber man muss ihn nicht komplett fahren, denn das sind über 2500 km. Man kann eine Woche WAW fahren (etwa die Hälfte) und dann noch ein paar Stadttage einbauen. Auf dem Hin- oder Rückweg fährt man durch das hügelige Inland, das auch seinen Reiz hat.
Unterkünfte
In den Sommermonaten sind die Übernachtungsmöglichkeiten vor allem an den Küsten und in Dublin oft ausgebucht. Es empfiehlt sich, vorher zu buchen. Im Frühjahr oder Herbst gibt es mehr Möglichkeiten, auch kurzfristig eine schöne Übernachtung zu finden, aber selbst dann würde ich wenigstens einen Tag im Voraus buchen, um nicht den Fahrtag mit der Suche nach einer Unterkunft verbringen zu müssen.
Flexibilität ist wichtig. Bei Übernachtungsbuchungen auf kurzfristige Stornierbarkeit achten, um bei Problemen reagieren zu können.
Navigation
Ob mit Karte am Tankrucksack, Motorrad-Navi, Smartphone mit Google Maps oder anderen Apps - jede Lösung hat ihre Vor- und Nachteile. Wichtig ist, dass du dich mit deinen gewählten Mitteln wohlfühlst und gut damit zurechtkommst. Aber irgendeine Lösung wirst du brauchen!
Navigationstipps
- Karte im Klarsichtdeckel des Tankrucksacks: Gute Übersicht bei der Reiseplanung, aber unpraktisch beim Fahren.
- Motorrad-Navi am Lenker: Stoßfest, wasserdicht und robust.
- Smartphone in Halterung am Lenker: Google Maps ist ideal für die Reisevorbereitung und Zwischenziele.
Viel wichtiger ist, dass du die Tagesetappen realistisch wählst, und die sind in Irland meist kürzer als die meisten Fahrer erwarten würden. Und wenn du am frühen Nachmittag schon auf den letzten Metern zur nächsten Übernachtungsstation bist? Dann hängst du einfach noch eine Schleife dran - das geht ja immer!
Bei aller Planung wisse, dein Plan kann sich ändern - und das ist oft gut so! Die will-ich-unbedingt-sehen Sehenswürdigkeit ist gar nicht spannend? Macht nichts, fahr weiter! Am dritten Tag möchtest du ein paar Stunden am Strand liegen, weil die Sonne so schön scheint? Mach das und kürze den Rest des Tages ab! Castle verpasst? Es kommen noch weitere… Am Ende zählt doch nur der schöne Urlaub - und nicht, ob du deinen Plan zu 100% umgesetzt hast. Den Stress kannst du getrost im Beruf lassen.
Rundreisevorschlag (7 Tage)
Hier ist ein Vorschlag für eine 7-tägige Motorradrundreise durch Irland, die einige der schönsten Regionen der Insel abdeckt:
- Tag 1: Dublin - Clonmacnoise - County Clare (Übernachtung im Raum Galway)
- Tag 2: Tagesausflug Cliffs of Moher - Burrengebiet (Übernachtung im Raum Galway)
- Tag 3: Connemara - County Mayo (Übernachtung im County Mayo)
- Tag 4: Carrowmore Megalithgrab - Sligo - Donegal (Übernachtung im Raum Donegal)
- Tag 5: Donegal - Antrim Coast - Belfast (Übernachtung im Raum Belfast)
- Tag 6: Belfast - Fährüberfahrt nach Schottland (Übernachtung im Raum Ayr)
- Tag 7: Heimreise oder Weiterreise in Schottland
Diese Route bietet eine Mischung aus atemberaubenden Küstenlandschaften, historischen Stätten und kulturellen Erlebnissen. Sie kann je nach Interesse und verfügbarer Zeit angepasst werden.
Weitere Tipps
- Fahrrichtung: Im Linksverkehr rechtsdrehend um die Insel fahren, um den Gegenverkehr nicht zwischen sich und der Küste zu haben.
- Wetter: Sei auf nass-kühles Wetter vorbereitet und freue dich, wenn es doch trocken und warm wird.
- Verkehr: Der Verkehr ist in Irland deutlich stärker als im Norden Schottlands, aber geringer als in den meisten europäischen Ländern.
- Flexibilität: Plane flexibel, um auf Wetteränderungen oder andere unvorhergesehene Ereignisse reagieren zu können.
- Sauberkeit: Irland ist eine sehr saubere Insel, was das Reiseerlebnis zusätzlich angenehm macht.
Empfohlene Links
- Übernachtungen und Flüge: BOOKING.com
- Eintritte, Führungen, Tours: GETYOURGUIDE
- Reise-Literatur, Karten und Musik: THALIA
- Mietwagen: TUI CARS
- Wohnmobil: TUI CAMPER
- Hotels und Flüge: TUI.com
- Fähre nach Irland: STENALINE
- Alle Fährverbindungen: DIRECTFERRIES
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