Die Sanierung und der Neubau der Lindaunisbrücke, die Angeln und Schwansen miteinander verbindet, ziehen sich seit Jahren hin. Nach Jahren des Wartens und der Verzögerungen hat unsere Redaktion die wichtigsten Informationen noch einmal kompakt zusammengefasst.
Notwendigkeit des Neubaus
Ein Neubau ist erforderlich, da die alte Brücke marode ist und technische Probleme aufweist, insbesondere der Klappmechanismus. Die ältesten Teile stammen aus dem Jahr 1892. Während einer umfangreichen Untersuchung wurde festgestellt, dass sich die Instandhaltung der alten Lindaunisbrücke nicht rentiert. Da die jetzige Brücke bereits Spuren ihres Alters aufweist und dies bedingt teilweise ausfällt, wird eine neue kombinierte Eisenbahn-Straße-Klappbrücke östlich von dieser Brücke gebaut.
Außerdem wurde der Denkmalschutz für die Schleibrücke im Jahr 2014 aufgehoben, weswegen die Bauarbeiten vorgenommen werden können. Im Zeitraum von 2020 bis 2025 soll eine neue Schleibrücke gebaut werden.
Finanzierung und Kosten
Die Brücke gehört der Deutschen Bahn, die den Neubau plant und baut. Die Finanzierung wird zu 68 Prozent vom Land Schleswig-Holstein übernommen und zu 32 Prozent von der Bahn selbst. Die zuletzt kalkulierte Kostenhöhe von 84 Millionen Euro werde die Bahn „aufgrund der schwierigen Marktbedingungen, des Ukraine-Kriegs und der damit verbundenen Lieferengpässen“ überschreiten. Wie viel teurer der Neubau wird, konnte bislang nicht beantwortet werden.
Verzögerungen und Probleme
In der ursprünglichen Prognose der Bahn sollte die Brücke bereits 2018 fertig gebaut sein. Die Bauarbeiten begannen jedoch erst 2020. Im Jahr 2025 ist der Neubau immer noch nicht fertiggestellt. Für die wiederholten Verzögerungen gibt es mehrere Erklärungen.
Zum einen sorgten Gründungsarbeiten für die neue Brücke 2021 dafür, dass die alte Brücke sich absenkte und minimal verschob. Dadurch wurde der Klappmechanismus gestört und der Bau zeitweise gestoppt. Um die alte Brücke nicht zu gefährden, wurde die Planung überarbeitet und die Fertigstellung auf das Jahr 2025 verschoben. Doch auch diesen Termin konnte die Bahn nicht halten. Erst 2025 wurde der Auftrag für den Oberbau vergeben.
Die Verzögerung führt die Bahn auf neue Richtlinien des Eisenbahn-Bundesamtes zurück, wegen dieser hätten die Planungen erneut überarbeitet und aufwendige labortechnische Materialprüfungen durchgeführt werden müssen. Kritiker aus der Region und der Politik werfen der Bahn jedoch schlechtes Management und mangelnde Kommunikation vor.
Auswirkungen auf die Region
Die Lindaunisbrücke ist ein Verkehrsknotenpunkt. Sie verbindet nicht nur die Regionen Angeln (Kreis Schleswig-Flensburg) und Schwansen (Kreis Rendsburg-Eckernförde) miteinander, sondern auch die Städte Kiel und Flensburg. Ohne sie müssen Pendler, Touristen, Familien und Geschäftsbetreiber teils lange Umwege in Kauf nehmen. In einem Brandbrief an die Deutsche Bahn haben die Bürgermeister von Boren und Rieseby die Auswirkungen für die Region dargelegt und unter anderem einen verlässlichen Zeitplan gefordert.
Die betroffenen Gemeinden sind unzufrieden mit der Situation. Der Borener Bürgermeister Thomas Detlefsen und seine Amtskollegin aus dem gegenüberliegenden Rieseby Doris Rothe-Pöhls richteten bereits Anfang Februar einen offenen Brief an den Bahnvorstand. Darin äußerten sie ihren Unmut und verwiesen auf die anhaltenden Belastungen für die Einwohner, ansässigen Unternehmen und Touristen, die mit der fehlenden Schleiquerung für den Bahn- und Autoverkehr einhergingen.
Alternativen für Reisende
Über die Brücke selbst können Menschen derzeit zu Fuß gegen oder mit dem Rad fahren. Autofahrer müssen Lindaunis umfahren. Sie können über die Schleibrücke in Kappeln oder mit den Fähren in Missunde oder Arnis auf die andere Uferseite übersetzen.
Geplante Verbesserungen der neuen Brücke
Die neue Lindaunisbrücke soll deutlich breiter als ihre Vorgängerin werden, nämlich zwölf statt bislang fünf Meter. Geplant sind zwei Fahrstreifen für Autos. In eine dieser Fahrbahnen soll das Gleis für die Züge eingebaut werden. Fußgänger und Radfahrer sollen zudem einen eigenen Weg bekommen, der von der Fahrbahn getrennt ist. Statt bislang 30 Kilometern pro Stunde werden Autofahrer dann mit 50 Kilometern pro Stunde über die Brücke fahren können. So soll sich der Verkehrsfluss verbessern. Wartezeiten entstünden dann nur noch, wenn die Klappbrücke für Schiffe geöffnet wird oder Züge durchfahren.
Die neue Brücke wird circa 12 Meter breit und 126 Meter lang sein. Somit wird diese mehr als doppelt so breit sein. Grund dafür ist ein separater 3 Meter breiter Weg für Fußgänger und Fußgängerinnen sowie Radfahrer und Radfahrerinnen, welcher auch bei einer Zugdurchfahrt genutzt werden kann. Dadurch werden zukünftig nur die Fahrsteifen für die Kraftfahrzeuge bei einer Zugdurchfahrt gesperrt. Somit wird es bei der neuen Schleibrücke, während der Zugdurchfahrten und Brückenzügen, künftig ausschließlich zu Wartezeiten für die Schiffe kommen.Zudem wird der Verkehr schneller. Bisher konnten die Züge mit 50 km/h fahren und künftig ist ein Tempolimit von 80 km/h erlaubt. Für den Straßenverkehr werden 50 km/h statt bisher 30 km/h erlaubt sein.
Aktueller Stand und Ausblick
Nach Vergabe des Oberbau-Auftrags im Juni geht die Bahn von einer Inbetriebnahme im Jahr 2027 aus. Ein genauer Ablaufplan will die Bahn bis Ende September 2025 vorlegen.
Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer
Nachdem das alte Bauwerk abgerissen worden war, wurde eine provisorische Fußgängerbrücke errichtet, die für den Schiffsverkehr geöffnet werden kann. Für Fußgänger und Radfahrer ist die Brücke außerhalb der Klappzeiten weitestgehend nutzbar, heißt es seitens der Bahn weiter. Vor dem Saisonbeginn fänden jedoch Wartungsarbeiten am Brückenmotor statt.
Daher werde die Brücke von Montag, 17., bis Samstag, 22. März 2025, jeweils von 23 bis 4.30 Uhr, auch für den Fußgänger- und Fahrradverkehr gesperrt.
Öffnungszeiten für Schiffe
Für Schiffe öffnet die Brücke von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr stündlich für etwa 20 Minuten. Nun hat die Bahn die vorgesehenen Öffnungszeiten der Behelfsbrücke für den Schiffsverkehr für die diesjährige Wassersportsaison bekannt gegeben.
Demnach wird sie ab Freitag, 28. März 2025, acht Mal täglich für circa 20 Minuten geöffnet, so dass Boote aus beiden Richtungen passieren können. Und zwar um 10.30 Uhr, 11.30 Uhr, 12.30 Uhr, 13.30 Uhr, 14.30 Uhr, 15.30 Uhr, 16.30 Uhr und 17.30 Uhr.
Für alle, die schon früher ihr Schiff aus dem Winterlager holen oder zum neuen Sommerliegeplatz bringen wollen, gibt es Sonderöffnungen am Wochenende zuvor. Und zwar am Freitag, 21., und am Samstag, 22. März 2025, jeweils um 10.30 Uhr, 11.30 Uhr, 12.30 Uhr, 13.30 Uhr, 14.30 Uhr, 15.30 Uhr, 16.30 Uhr und 17.30 Uhr.
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Neubau erforderlich | Alte Brücke marode, technische Probleme |
| Finanzierung | 68% Land Schleswig-Holstein, 32% Deutsche Bahn |
| Aktuelle Situation | Fußgänger und Radfahrer können die Brücke passieren |
| Geplante Fertigstellung | 2027 |
| Kosten | Überschreitung der kalkulierten 84 Millionen Euro |
| Verzögerungen | Planungsänderungen, neue Richtlinien, Materialprüfungen |
| Auswirkungen | Umwege für Pendler und Touristen |
| Neue Brücke | Breiter, separate Wege für Fußgänger/Radfahrer, höhere Geschwindigkeiten |
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