Viele Menschen in Deutschland nutzen Mountainbikes gerne. Sie werden immer häufiger auch im Alltag genutzt, obwohl sie ursprünglich für den Einsatz im Gelände konzipiert wurden. Wer mit seinem Mountainbike am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen möchte, muss beachten, dass die Räder ab Werk oft nicht den Anforderungen der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) entsprechen. Doch um mit einem Mountainbike legal am Straßenverkehr teilnehmen zu können, muss es gemäß der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) mit einer vorschriftsmäßigen Beleuchtung und weiteren Sicherheitskomponenten ausgestattet sein.
Warum sind Mountainbikes häufig nicht verkehrssicher?
Hierbei handelt es sich in erster Linie um Sportgeräte. Diese Fahrräder sind also eigentlich gar nicht für den Einsatz im öffentlichen Straßenverkehr vorgesehen. Allerdings wird bei der Grundausstattung eines Mountainbikes in der Regel auf verschiedene Bauteile verzichtet, wie zum Beispiel die Klingel oder eine Lichtanlage.
MTB verkehrssicher machen: Dies ist notwendig!
Damit ein Mountainbike den gesetzlichen Vorschriften entspricht, müssen Sie diverse Beleuchtungseinrichtungen und Reflektoren anbringen. Darüber hinaus ist eine Klingel vorgeschrieben. Sie können aber auch noch nachträglich ein verkehrssicheres Fahrrad aus einem Mountainbike machen.
Beleuchtung
Eine funktionierende Fahrradbeleuchtung ist unverzichtbar für die Sicherheit im Straßenverkehr. Wollen Sie Ihr Mountainbike gemäß der StVZO nachrüsten, müssen Sie vor allem eine geeignete Fahrradbeleuchtung besorgen. Dies dürfte bei der ganzen Umrüstungsaktion der teuerste und aufwändigste Punkt sein.
An einem verkehrssicheren Mountainbike muss vorne ein weißer Scheinwerfer mit einer Leuchtstärke von mindestens 10 Lux montiert sein. Vorne braucht Ihr Mountainbike einen weißen Scheinwerfer, dessen Lichtkegel 5 Meter vor dem Rad maximal halb so hoch über dem Boden steht wie der Scheinwerfer selbst. Er muss also ein kleines Bisschen nach unten geneigt sein. Als Energiequelle dient entweder ein Dynamo mit einer Nennleistung von 6 Volt und 3 Watt oder eine Batterie bzw. Hinten benötigt das Mountainbike ein rotes Rücklicht, das nicht tiefer als 25 cm über der Fahrbahn angebracht sein darf.
Es braucht zusätzlich vorne einen weißen und hinten mindestens einen roten Rückstrahler. Bei dem Reflektor muss es sich um einen Großflächen-Rückstrahler mit „Z“-Kennzeichnung handeln. In die Speichen von jedem straßentauglichen MTB gehören mindestens zwei gelbe Rückstrahler (auch „Katzenauge“ genannt), die im Abstand von 180 Grad zueinander angebracht werden und sich damit direkt gegenüberstehen. Auch die Pedale brauchen eigene Beleuchtungselemente, damit Ihr Mountainbike vollständig verkehrssicher wird. Konkret sind dies gelbe Rückstrahler, welche jeweils an der Vorder- und an der Hinterseite der Pedale angebracht werden. Übrigens muss die Beleuchtung auch tagsüber funktionieren und alle Rückstrahler müssen immer vorhanden sein.
Klingel
Neben der Beleuchtung schreibt die StVZO für Fahrräder eine helltönende Glocke als akustisches Warnsignal vor. Eine laute und gut wahrnehmbare Fahrradklingel ermöglicht es, sich im Straßenverkehr bemerkbar zu machen und andere Verkehrsteilnehmer rechtzeitig zu warnen. § 64a der StVZO schreibt für Fahrräder eine „helltönende Glocke“ als Schallzeichen vor, um andere Verkehrsteilnehmer zu warnen. Andere Geräuschgeber sind nicht zugelassen, beispielsweise Hupen oder Sturmklingeln.
Bremsen
Für ein sicheres Fahrverhalten sind obendrein zwei unabhängig voneinander funktionierende Bremsen vorgeschrieben. Ein Fahrrad benötigt im Straßenverkehr mindestens zwei Bremsen, die unabhängig voneinander bedient werden können. Dabei kann es sich um Felgenbremsen, Scheibenbremsen, Trommelbremsen oder eine Kombination dieser Systeme handeln. § 65 der StVZO schreibt ferner vor, dass die Bremsen leicht zu bedienen sein müssen und das Gefährt wirksam abbremsen, ohne dass dabei die Fahrbahn beschädigt wird. Die Bremshebel müssen leicht erreichbar sein und die Bremsen sollten auch bei Nässe zuverlässig verzögern.
Weitere Ausrüstung
Darüber hinaus gibt es noch weitere Ausrüstungsgegenstände, die dazu beitragen können, dass Ihr Mountainbike verkehrssicher und für den Alltag in der Stadt bereit ist. Viele MTBs haben keine Schutzbleche. Wenn Sie auf Off-Road-Pisten sowieso am ganzen Körper schmutzig werden, macht das auch nichts aus. Wollen Sie kleinere Lasten transportieren, ist ein Gepäckträger vor Vorteil. Schutzbleche sind eine sinnvolle Ergänzung für jedes Mountainbike, das regelmäßig im Alltag genutzt wird. Sie schützen den Fahrer und seine Kleidung vor Spritzwasser und Verschmutzungen, was besonders auf dem Weg zur Arbeit oder bei anderen Alltagsfahrten wichtig ist. Ein stabiler Gepäckträger ist ebenfalls eine praktische Erweiterung für mehr Alltagstauglichkeit. Er ermöglicht die Nutzung von Fahrradtaschen oder Körben und erleichtert so den Transport von Einkäufen, Gepäck oder Arbeitsmaterialien.
Sanktionen für ein nicht verkehrssicheres Fahrrad
Fallen im Zuge einer Verkehrskontrolle Mängel auf, sieht der Bußgeldkatalog dafür Verwarngelder zwischen 20 und 35 Euro vor. Wer mit einem nicht StVZO-konformen Mountainbike im Straßenverkehr unterwegs ist, riskiert bei Verkehrskontrollen Verwarngelder zwischen 20 und 35 Euro. Fehlen wichtige Bauteile, welche Ihr Mountainbike verkehrssicher machen, kann dies im Zuge einer Verkehrskontrolle ein Bußgeld bzw. Verwarngeld nach sich ziehen. Allerdings kann das Verwarngeld gemäß Bußgeldkatalog bei einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer oder wenn ein Unfall die Folge war, auch auf 25,00 bzw. Ist Ihr Mountainbike nicht verkehrssicher, kann dies aber auch einen Punkt nach sich ziehen.
Die folgende Tabelle fasst die möglichen Bußgelder zusammen:
| Verstoß | Bußgeld |
|---|---|
| Fehlende Beleuchtung | 20 Euro |
| Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer durch fehlende Beleuchtung | 25-35 Euro |
| Sicherheitsbeeinträchtigung des Verkehrs | Punkt im Verkehrszentralregister |
Weitere Tipps für die Sicherheit
Neben sicheren Bauteilen am Fahrrad, ist es jedoch auch empfehlenswert, beim Fahren einen speziellen Mountainbike-Helm zu tragen. Hochwertige Mountainbikes sind bei Fahrraddieben sehr begehrt. Um das Risiko eines Diebstahls zu minimieren, ist ein stabiles und sicheres Fahrradschloss unerlässlich. Bei der Auswahl sollte auf geprüfte Qualität und einen möglichst großen Durchmesser des Schließzylinders geachtet werden. Bügel- oder Panzerkabelschlösser bieten hier einen guten Schutz. Eine Fahrradversicherung kann zusätzlichen Schutz im Falle eines Diebstahls bieten.
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