Ist Motorradfahren anstrengend? Erfahrungen und Tipps

Schon seit Anbeginn meiner "Motorradkarriere" bin ich jedes Mal nach dem Motorradfahren so kaputt, als ob mich ein Trekker überfahren hätte. Mir tut der Nacken weh, die Handgelenke, die Beine und so weiter. Als hätte ich mich halt überaus sportlich betätigt.

Grundsätzlich ist ja Motorradfahren schon anstrengend. Der Körper arbeitet in Kurven recht stark, die Belastung für die Schultern und Arme ist vor allem beim Bremsen nicht zu unterschätzen. Dann fährst du ja noch die RSV4 und Supersportler belasten nochmal mehr den Rücken, Arme, Schultern, etc als andere Bikes.

V.a. Hatte vorgestern die erste Tour mit der Tuono (350km) rund ums Lautertal und war auch richtig am Arsch danach. Wir haben es aber zu 90% richtig knallen lassen und deshalb war ich psychisch und physisch gleichermaßen durch. Ich finde es kommt stark auf die Fahrweise an, wie viel Pausen, welche Strecken und natürlich wie trainiert man ist.

Motorradfahren vereint Abenteuer, Spaß und Gefahren zugleich. Wer mit einem Kraftrad unterwegs ist, braucht Erfahrung, den berühmten siebten Sinn und die passende Schutzausrüstung. Und dennoch: Ein Motorradfahrer hat weder eine Knautschzone noch einen Airbag oder Gurt. Vorausschauendes Fahren ist gefragt.

Freiheit, Individualität und Geschwindigkeit - das sind nur einige Schlagworte, mit denen Biker ihre Faszination am Motorradfahren beschreiben. Die ersten warmen Sonnenstrahlen im Frühling locken jährlich tausende Kurvenjäger auf die bayerischen Straßen. Das Risiko fährt dabei jedoch immer mit: Die schmale Silhouette der Maschine kann einem Kradfahrer schnell zum Verhängnis werden. Häufig wird sie von Autofahrern, Radfahrern oder Fußgängern übersehen oder die starke Beschleunigung der Motorräder wird unterschätzt.

Die körperliche Anstrengung beim Motorradfahren

Auch wenn es nicht unbedingt jedem Sonntagsfahrer anzusehen ist: „Motorradfahren ist anstrengend“, erklärt Ludwig Hasenmüller, der zuständige Sachbearbeiter für Verkehr im Landkreis Ansbach. Die Prozesse, die im Körper ablaufen, sind ähnlich wie beim Hochleistungssport. Herzfrequenz, Blutdruck und Körpertemperatur steigen und der Kreislauf läuft auf Hochtouren.

Seitdem sind einige Jahre vergangen und die Motorräder wurden von Zeit zu Zeit immer leistungsstärker: Bei einem Gewicht von etwa 200 bis 220 Kilo und einer Leistung von bis zu 150 PS beschleunigt man seine Maschine heutzutage binnen drei Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde. „Das sind Beschleunigungswerte, die man sich kaum vorstellen kann und die dem Fahrer hohe Konzentration abverlangen“, so Hasenmüller.

Risiken und Gefahren

Gerade zum Saisonstart im Frühling müssen sich die anderen Verkehrsteilnehmer erst wieder an die vielen Zweiräder im Verkehr gewöhnen. Die Straßen sind noch kalt und der Winter hat mit Schmutz und Schlaglöchern seine Spuren hinterlassen. Daher können Kraftradfahrer zu Beginn der Motorradsaison schnell überfordert sein. Außerdem ist bei jüngeren Menschen die Risikobereitschaft höher und es fehlt vielfach noch die Erfahrung. Dies ist eine gefährliche Mischung, die jedes Jahr aufs Neue viele Opfer fordert.

2017 wurden in Mittelfranken in einer Zeitspanne von Januar bis September insgesamt 19 Motorradfahrer tödlich verletzt und diese Zahlen steigen von Jahr zu Jahr an. Im Vorjahr waren im Vergleichszeitraum nur neun getötete Motorradfahrer zu beklagen, so Karl Kirchner, Polizeihauptkommissar des Polizeipräsidiums Mittelfranken in Nürnberg. Zum Auftakt der Saison gilt es daher langsam zu starten, zu trainieren und sich mit dem Motorrad wieder vertraut zu machen.

Wie schnell ein Unfall tatsächlich geschehen kann, hat Stefan aus Herzogenaurach hautnah erlebt. In einem Motorradurlaub in Österreich kam er plötzlich von der Straße ab, schliff zuerst die Leitplanke entlang und prallte dann mit voller Wucht gegen eine Steinwand auf der anderen Straßenseite.

Für ihn ist vorausschauendes Fahren das A und O. Um das Verhalten und mögliche Fehler anderer Verkehrsteilnehmer einkalkulieren zu können, wünscht sich auch Ludwig Hasenmüller, dass Motorradfahrer vorausschauender fahren und eine Art siebten Sinn entwickeln. Je eher eine Gefahr erkannt und richtig eingeschätzt wird, desto geringer ist das Risiko abrupter Fahrmanöver, mit denen ein Motorradfahrer nicht nur sich, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer gefährden könnte.

Jährlich ereignen sich im Regierungsbezirk Mittelfranken im Durchschnitt ca. 800 Motorradunfälle. Im Halbjahreszeitraum von Januar bis Juni 2017 wurden in der mittelfränkischen Region 356 solcher Unfälle registriert. Davon waren die verunfallten Biker mit einem Anteil von 50 Prozent Hauptverursacher. Nicht selten spielen hier überhöhte Geschwindigkeiten, Leichtsinn und Selbstüberschätzung eine große Rolle. Schnelligkeit, Kurvenlage und Motorgeräusche übertönen Sicherheit und Vernunft. Auch zu dichtes Auffahren und unvorsichtige Überholmanöver sind Unfallgründe.

Wissenschaftliche Untersuchungen der Zentralstelle für Verkehrssicherheit des bayerischen Innenministeriums zeigen zudem, dass das Sichtfeld eines Motorradfahrers nur 30 Prozent beträgt, das des Autofahrers immerhin 70 Prozent. Dazu kommen hohe fahrphysikalische Anforderungen an einspurige Fahrzeuge wie Seitenwind, wechselnde Fahrbahnbeschaffenheit, Bremsverhalten und Witterungsverhältnisse. Diese werden von vielen Bikern unterschätzt. Gerade kleinere Landstraßen weisen unübersichtliche Kurven, die sich plötzlich zuziehen oder gefährliche Straßeneinmündungen, die oft übersehen werden, auf.

Die anderen 50 Prozent der Motorradunfälle im Jahr 2017 ereigneten sich durch Fremdeinwirkung. Dem Motorradfahrer wird vielfach die Vorfahrt genommen aufgrund von Augenblicksversagen oder Ablenkung durch technische Geräte wie Smartphone oder Navi. Diese Aspekte stehen jedoch in engem Zusammenhang mit der schmalen Silhouette und dem hohen Beschleunigungsvermögen der leistungsstarken Zweiräder, so Verkehrspolizist Hasenmüller aus Ansbach. Den anderen Verkehrsteilnehmern fällt es daher schwer, den Abstand und die Geschwindigkeit der Motorräder richtig einschätzen zu können. Gepaart mit einer fehlenden Knautschzone oder Airbags treffen viele Aspekte aufeinander, die dem Motorradfahrer schnell zum Verhängnis werden können.

Tipps für mehr Sicherheit und Komfort beim Motorradfahren

Um ein gutes Gefühl für Blickführung, Kurventechnik, Schräglage und sicheres Fahren zu bekommen, empfiehlt sich zum Saisonstart ein Fahrsicherheitstraining. Dafür gibt es deutschlandweit zahlreiche Möglichkeiten und verschiedene Anbieter, beispielsweise den ADAC.

Eine Motorradtour bedeutet Freiheit, Abenteuer und unvergessliche Erlebnisse auf zwei Rädern. Egal, ob du eine Tagesfahrt oder eine mehrtägige Reise planst - eine gute Vorbereitung kann den Unterschied zwischen einer entspannten Tour und unerwarteten Problemen ausmachen.

Hier sind einige wertvolle Tipps, die jede Motorradtour noch besser machen:

  • Realistische Routenplanung: Plane keine zu langen Etappen, damit du auch genügend Zeit hast, um Pausen zu machen und deine Umgebung zu genießen. Eine realistische Routenplanung sorgt also für mehr Fahrspaß und Sicherheit auf deinen Touren.
  • Wettercheck: Überprüfe das Wetter vor Beginn deiner Tour und passe gegebenenfalls deine Route an.
  • Navigation: Verwende ein Motorrad Navigationsgerät oder eine Motorrad App, um während der Fahrt auf der Strecke zu bleiben.
  • Regelmäßige Pausen: Plane alle 1 - 1,5 Stunden eine Pause ein, vor allem wenn du auf anspruchsvollen Landstrassen oder Gebirgspässen unterwegs bist.
  • Streckeninformationen: Informiere dich vor deiner Motorradtour über die Strecke und eventuell gefährliche Abschnitte.
  • Verpflegung: Nimm immer etwas zu trinken und einen Snack mit, um deine Konzentration und Reflexe aufrechtzuerhalten.

Die hohe körperliche Belastung beim Motorradfahren wird oft unterschätzt. ADAC Experten haben wichtige Tipps und Faustregeln für Motorradtouren hinsichtlich Streckenlänge und Fitness zusammengefasst.

Faustregel für Motorradtour-Streckenlänge

Die Faustregel der ADAC Motorradexperten für die richtige Streckenlänge pro Fahrtag:

Streckenart Maximale Kilometer
Autobahnen 700 km
Bundesstraßen 450 km
Landstraßen 350 km
Gebirge mit Pässen 250 km
Enduro-Strecken mit viel Schotter 200 km

Dies gilt auch nur für gutes Motorrad-Wetter: Besonders große Hitze, niedrige Temperaturen oder extreme Temperaturschwankungen sowie Dauerregen erfordern eine Reduzierung der Teilstücke. Gleiches gilt für Fahrten auf Routen mit erheblicher Verkehrsbelastung. Bei hohen Temperaturen ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sehr wichtig, um die Thermoregulation des Körpers zu gewährleisten.

Dass die Pausen nur für Tanken, Toilette und womöglich Rauchen genutzt werden, hält Dr. Christoph Scholl für gänzlich falsch: "Jede Rast sollte zur aktiven Erholung und Regeneration im physischen und psychischen Bereich genutzt werden." Dazu zählt der Mediziner Lockerungs- und Dehnübungen auch in der Kombi, schließlich verkrampfen nicht nur Muskeln an den Beinen, Armen und im Schulterbereich. Auch die Wirbelsäule bekommt trotz aller Federung kaum merkbare Stöße ab. Selbst "Augengymnastik" wie Grimassenschneiden oder Augenrollen hilft: Dadurch wird die Feuchtigkeit im Auge angeregt.

Eine Übung wie Military Press kann die ganz gut helfen deinen Rücken und deine Schultern zu verstärken. Was ich noch gemerkt habe: meine Lederkombi ist mittlerweile zu klein. Ich habe in den letzten Jahren ein breiteres Kreuz bekommen und kann mich eigentlich nicht mehr voll ausstrecken.

Wie Wheelie auch schon meinte: Pausen sind mega wichtig... nutze die Zeit um dich auszustrecken; heb mal deine Arme über den Kopf und bewege dich etwas. Regelmäßig etwas trinken, würd ich dir aber dringend empfehlen.

Und was den Sport angeht - wenn du schon so larifari drüber schreibst - du machst nicht wirklich Sport - also hast kein muskuläres leistungsrelief sowie keine Kondition. 100saubere Liegestütze oder 200 Kniebeugen verursachen muskelkater ; 45min Ausdauer laufen oder Radfahren im Bereich schwitzen und nahe der mundatmung gehen sicher nicht....

Wenn erste Konzentrationsmängel auftreten, muss jedem klar sein, dass er schon zu lange fährt", weshalb Dr. Scholl auf regelmäßige und geplante Pausen dringt. Der zwei Stunden-Rhythmus aus dem Autobereich kann, je nach Motorrad (mit oder ohne Verkleidung), Streckenbeschaffenheit und Wetter, für Motorradler zu lange sein.

Fahr einfach so, wie Du Dich wohl und sicher fühlst, alles andere ist Käse. Wahrscheinlich wirst Du in ein paar Monaten von ganz alleine schneller fahren, weil Du Dich an die Geschwindigkeit und den Wind gewöhnt hast.

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