Ist Quadfahren gefährlicher als Motorradfahren? Eine umfassende Analyse

Die Frage, ob Quadfahren gefährlicher ist als Motorradfahren, ist ein viel diskutiertes Thema. Quads, auch bekannt als ATVs (All-Terrain Vehicles), erfreuen sich wachsender Beliebtheit, besonders im Freizeitbereich. Doch birgt diese vermeintliche Harmlosigkeit ein hohes Unfallrisiko?

Unfallrisiko und Statistiken

Die Unfallforschung der Versicherer warnt seit Jahren vor dem hohen Unfallrisiko beim Quadfahren. Wer mit einem Quad verunglückt, hat ein vielfach höheres Risiko, schwer verletzt oder gar getötet zu werden, als ein Autofahrer. Konkret ist das Verletzungsrisiko beim Quadfahren pro Kilometer doppelt so hoch wie im Pkw. Kommt es zum Unfall, ist die Wahrscheinlichkeit schwerer Folgen sogar zehnmal höher. Eine Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) wirft ein Licht auf die Ursachen von derartigen Crashs, da hier nicht zwischen Fahranfängern und -profis differenziert wird.

Einige interessante Fakten aus der GDV-Studie:

  • 40 Prozent der Unfälle mit Quads passieren durch Fehler der Fahrer.
  • Bei Auto-Crashs lag der Anteil der sogenannten Fahrunfälle im vergangenen Jahr bei 13 Prozent, bei Motorrädern bei 17 Prozent.
  • Verglichen mit sämtlichen Unfällen mit Personenschaden in Bayern war die Gefahr eines tödlichen Ausgangs bei Beteiligung eines Quads doppelt so hoch. Auf hundert Unfälle kamen demnach im Schnitt drei Todesopfer, bei der Gesamtbetrachtung 1,4.

Die Polizei registriert Unfälle mit Quads derzeit nicht einheitlich, mal werden sie als Motorräder, mal als Autos eingestuft. Erst nächstes Jahr soll sich das ändern, das Statistische Bundesamt wird die Fahrzeuge dann in einer eigenen Kategorie erfassen.

Unfallursachen

Die Erkenntnisse der Unfallforschung zeigen, dass Bauart und Fahrverhalten gleichermaßen mitursächlich sind, wenn ein Quad in einen Unfall gerät. Laut der Untersuchung der GDV sind 85 % der Fahrer selbst dafür verantwortlich, wenn ihr Quad in einen Unfall verwickelt wird. Probleme mit der Handhabung des Gefährts sind dabei überdurchschnittlich oft festzustellen. In zwei Dritteln der Fälle stürzt der Fahrer in einer Kurve vom Quad, sodass ein Unfall die Folge ist. Die größte Risikogruppe stellen Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren dar.

Grund für den häufigen Kontrollverlust der Fahrer ist nach Ansicht von Brockmann "ein Zusammenspiel mehrerer katastrophaler Eigenheiten". Die Fahreigenschaften eines Quads sind demnach mit denen eines Autos oder Motorrads schwer zu vergleichen. Hinzu kommt, so der Sprecher, dass die meisten Modelle kein Differential haben - also der Antrieb in Kurven nicht so auf die Räder verteilt wird, dass diese sich unterschiedlich schnell drehen. Weil kaum ein Quad mit einer Servolenkung ausgestattet ist, wird dieses Problem zusätzlich verschlimmert.

Fahreigenschaften und Handling

Im Zusammenhang mit Quads muss der Begriff Fahreigenschaften wohl durch Fahreigenwilligkeiten ersetzt werden, da sich das Bewegen dieser Gefährte als ausgesprochen gewöhnungsbedürftig gestaltet. Quads verfügen nicht über ein Differential, das bei Kurvenfahrten die Drehzahlunterschiede zwischen den kurveninneren und den kurvenäußeren Rädern ausgleicht. Ohne ein solches „Ausgleichsgetriebe“ drehen alle Räder gleich schnell und treiben das Fahrzeug im schlechtesten Fall geradeaus statt durch die Kurve.

Die Gewichtsverlagerung, die man als Motorradfahrer beim schnellen Angehen der Kurven intuitiv praktiziert, bringt auf einem Quad überhaupt nichts. Mal eben rasant um eine Kurve wedeln wie auf einem Motorrad ist schlicht unmöglich.

Führerschein und Ausbildung

Grundsätzlich kann man ein Quad mit dem Autoführerschein der Klasse B fahren. Angesichts der Risiken fordern Experten eine einstündige Einweisung für die Fahrzeuge, die verbindlich sein und dokumentiert werden muss. Die seriösen Händler bieten bereits kostenlose Einführungskurse, eine gesetzliche Regulierung ist eigentlich nicht nötig.

Es gibt verschiedene Einstufungen für Quads, die sich auf den benötigten Führerschein auswirken:

  • Leicht-Kfz bis 45 km/h und 50 ccm Hubraum: Führerschein der Klasse AM (bis zum 19.01.2013 Klasse S), den bereits 16-Jährige erwerben können.
  • Land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschine: Fahrerlaubnis Klasse L benötigt, die man schon ab 16 Jahren erwerben kann.
  • Vierrädriges Kraftfahrzeug zur Personenbeförderung bis 400 kg Leergewicht (bzw. Güterbeförderung bis 550 kg Leergewicht) und bis 15 Kilowatt: Pkw-Fahrerlaubnis Klasse B erforderlich.

Sicherheitsmaßnahmen und Schutzkleidung

Angesichts des mit dieser hohen Unfallgefahr verbundenen großen Verletzungsrisikos sollten Quadfahrer - wie Biker - nicht ohne die entsprechende Schutzbekleidung unterwegs sein. Schließlich haben beide keine Knautschzone. Das bedeutet, dass ein Helm ebenso obligatorisch ist wie es feste Stiefel und strapazierfähige Handschuhe sein sollten. Laut § 21a Abs. 2 der Straßenverkehrsordnung haben Fahrer und Beifahrer offener drei- oder mehrrädriger Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 20 km/h einen geeigneten Helm zu tragen - somit auch Quadfahrer.

Bei der Wahl der weiteren Schutzkleidung können sich Quadfahrer am Motocross-Segment orientieren, empfehlen Experten. Piloten, die mit solchen Maschinen im Gelände unterwegs sind, tragen unter Schutzjacken und -hosen mit Polstern an Schultern und Gelenken meist zusätzlich noch sogenannte Protektoren, um bei Stürzen wirksam gegen ernstere Verletzungen gewappnet zu sein.

Der ADAC rät dringend zu professionellen Fahrsicherheitstrainings. Wer ein Quad fahren möchte, sollte sich genau mit dem Verhalten des Fahrzeugs vertraut machen - am besten abseits des Straßenverkehrs.

Technische Aspekte und Gesetzesänderungen

Die EU schreibt ab 2016 ein Differential bei Neuzulassungen vor, außerdem wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 90 km/h begrenzt. Bislang konnten Quads mit starker Motorisierung bis zu 160 km/h schnell fahren.

Quad vs. ATV: Was ist der Unterschied?

Neben den zweiradbetrieben Varianten, werden Quads auch mit einem Vierradantrieb angeboten. In diesem Fall wird das Gefährt als ATV (all-terrain-vehicel) bezeichnet. Dieses ist besonderes geländetauglich. Lieg ich da richtig das Quad's einfach Spaßgeräte sind und man ATV's auch als Arbeitsgerät nutzen kann?

Sicherheitsvergleich: Quad vs. Motorrad

Es ist nicht ohne Grund zu beobachten, daß Autofahrer eher besser mit Quads klarkommen, als erfahrene Motorradfahrer! Das Hauptproblem liegt darin, daß sich die Quadanfänger überschätzen, da sind besonders Motorradfahrer gefährdet, weil die denken, das bißchen Quad mit den paar PS spielend zu beherrschen, weil sie auch eine Busa im Griff haben. Das sind dann die, die in der ersten Kurve mit dem Quad geradeausfahren, weil beim Quad die Kurvenfahrt mit dem Lenker direkt gemacht wird, und nicht über einen Lenkimpuls. Auch sind das die, die beim Anfahren mit dem Quad zuerst mit dem Hinterrad über die eigenen Füße fahren, weil sie beim Anhalten gemeint haben, mit dem Fuß stützen zu müssen...

Die Sicherheit auf dem Motorrad (bzw. Quad) hängt vom Typ ab. Am sichersten (wenn man auf dem Bike überhaupt von sicher sprechn kann, man hat halt keinen Blechmantel um sich) sind Enduros, da man durch die hohe Sitzposition sich bei einem Crash am ehesten vom Bike löst und über das hindernis hinwegfliegt. Gefolgt von Nakedbikes/Tourern, Sportern und das Schlusslicht bilden die Chopper. Das, wenn man von einem Crash ausgeht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl Quadfahren als auch Motorradfahren mit Risiken verbunden sind. Die Wahl des sichereren Fahrzeugs hängt stark von den individuellen Fähigkeiten, der Fahrweise und den Umgebungsbedingungen ab. Eine gute Vorbereitung, das Tragen von Schutzkleidung und die Teilnahme an Fahrsicherheitstrainings sind entscheidend, um das Unfallrisiko zu minimieren.

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