Mautinformationen für Motorradfahrer auf italienischen Autobahnen

Wenn Sie auf dem schnellsten Weg an den Gardasee oder andere italienische Ziele gelangen möchten, sollten Sie sich über die anfallenden Mautgebühren informieren. Für das gut ausgebaute Autobahnnetz in und nach Italien fallen Gebühren an, die je nach Strecke variieren können.

Mautgebühren in Italien

Die italienischen Autobahnen sind in der Regel mautpflichtig. Bei der Auffahrt an der Mautstation ziehen Sie ein Ticket, das Sie beim Verlassen der Autobahn bezahlen müssen. Der Preis richtet sich nach der Länge der benutzten Autobahnstrecke. Wer sein Ticket nicht mehr findet oder versehentlich keines gezogen hat, bezahlt den Maximalpreis.

Bezahlung der Maut

An den Mautstationen kann entweder bar oder mit Kreditkarte bezahlt werden. Für Kartenzahler gibt es separate Spuren, die mit „Carte“ gekennzeichnet sind. Neben der Kreditkarte kann man dort auch mit der sogenannten Viacard bezahlen. Das ist eine Magnetkarte im Wert von 25, 50 oder 75 Euro. Sie ist an allen mit Personal besetzten Mautzahlstellen (caselli di Autostrade per l'Italia con esattore), an den „Punto Blu“-Stellen an der Autobahn, an den Autogrill-Raststätten, in Banken und Tabakgeschäften erhältlich. Mit der Viacard kann man auch an den mit Personal besetzten Zahlstellen für Barzahler bezahlen.

Wer die Spur für Kartenzahler benutzt, sollte sicher sein, dass auf der Magnetkarte noch genügend Kredit vorhanden ist. Dann gibt es an den Mautstellen noch die deutlich gekennzeichneten Telepass-Spuren. Angemeldete Teilnehmer können dort ohne anzuhalten passieren und die Abrechnung erfolgt automatisch.

Mautgebühren für Motorräder

Die Mautgebühren in Italien richten sich nach der jeweiligen Fahrzeugklasse, die an der Achsenanzahl des Fahrzeugs inklusive Anhänger ermittelt wird. Bei Fahrzeugen mit zwei Achsen findet eine zusätzliche Unterteilung in der Höhe an der ersten Achse bis 1,3 Meter und über 1,3 Meter statt.

Für Motorradfahrer gilt:

  • Kategorie A - 2 Assi: Motorräder und Fahrzeuge mit 2 Achsen bis 1,3 m Höhe an der Vorderachse.
  • Kategorie B - 2 Assi: Wohnmobile und Fahrzeuge mit 2 Achsen über 1,3 m Höhe an der Vorderachse.

Mögliche Änderungen bei der Maut für Motorräder

Der größte Betreiber gebührenpflichtiger Autobahnen in Italien überarbeitet die Gestaltung seiner Mautgebühren. Wie die italienische Seite gpone.com berichtet, erklärte der Geschäftsführer von "Autostrade per l'Italia" - der größte Betreiber gebührenpflichtigen Autobahnen in Italien -, dass an einer Neugestaltung der Mautgebühren gearbeitet wird und diese auch Motorräder betrifft. Bisher werden in Italien für Zweiräder genau so hohe Mautgebühren fällig wie für Autos. Weder die Anzahl der Räder noch Größe, Gewicht oder Emissionen spielen bisher eine Rolle.

Robert Tomasi, CEO von Autostrade per l'Italia, deutete bei einer Anhörung in der Verkehrskommission an: "Das Unternehmen arbeitet an der Umgestaltung der Maut, auch für Motorräder." Die Erkennung von Motorrädern an der Mautstelle sei eine technische Herausforderung. Daher gäbe es aktuell keine automatische Ermäßigung. Die einzige Möglichkeit, die der Autobahnbetreiber derzeit sieht, ist die Anwendung des Telepass mit dem Familien-Tarif, der die Maut um 30 Prozent ermäßigt.

Mautboxen und Telepass

Um Staus an den Mautstellen zu vermeiden, können Sie eine Mautbox oder einen Telepass nutzen. Das Rosenheimer Start-Up-Unternehmen Maut1 bietet eine international gültige Mautbox an. Mit dieser können Sie die Telepass-Spuren an der Mautstation benutzen und ohne anzuhalten durchfahren. Der Telepass registriert jede Durchfahrt und leitet die Berechnung automatisch weiter.

Mautboxen von Drittanbietern

Es gibt auch andere Anbieter wie ADAC, die Mautboxen für verschiedene Länder anbieten. Diese können zur Mautabrechnung für alle Fahrzeuge unabhängig von Höhe und Gewicht eingesetzt werden (ohne Sizilien). Sie gelten auch in Frankreich (nur für Fahrzeuge bis 3 m Höhe), Spanien (ohne AP-1) und Portugal.

Vignettenpflicht in Österreich und der Schweiz

Auf den Schweizer Autobahnen besteht für alle Fahrzeuge bis zu einem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen Vignettenpflicht. Die Vignette ist vom 1.12. des Vorjahres bis zum 31.1. des Folgejahres gültig. Es besteht auch die Möglichkeit, eine digitale Vignette zu kaufen.

In Österreich besteht auf Autobahnen und Schnellstraßen für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht Vignettenpflicht. Ab 3,5 Tonnen ist eine fahrleistungsabhängige Maut zu entrichten. Es gibt verschiedene Vignettenarten:

  • Jahresvignette: gültig ab 1. Dezember des Vorjahres bis zum 31. Januar des Folgejahres, also insgesamt 14 Monate.
  • 2-Monats-Vignette: gültig für zwei Monate ab dem Tag der Ausstellung.
  • 10-Tages-Vignette: gültig von 00:00 Uhr des Ausstellungstages bis 24:00 Uhr des 9. Folgetages.
  • 1-Tages-Vignette: gültig von 00:00 bis 23.59 Uhr des Ausstellungstages.

Für Fahrzeuge über 3,5 t muss die Go-Box für die Bezahlung durch Videomaut erworben werden.

Zusammenfassung der Mautgebühren in Europa

Hier ist eine Übersicht über die Mautgebühren in verschiedenen europäischen Ländern (Stand 2019):

Land Mautpflicht Hinweise
Albanien Nein Einführung einer Maut geplant.
Belgien Nein Liefkenshoek Tunnel gebührenpflichtig.
Bosnien und Herzegowina Ja Mautstraße A1 zwischen Lucani und Josanica.
Bulgarien Nein (für Motorräder) Mautpflichtige Fähren.
Dänemark Nein Ausnahme: Storebaelt- und Öresund-Brücke.
Frankreich Ja Entfernungsabhängige Maut, Brücken-, Tunnel- und City-Maut.
Italien Ja Entfernungsabhängige Maut auf fast allen Autobahnen.
Österreich Ja Vignettenpflicht.
Schweiz Ja Vignettenpflicht.

Wichtige Hinweise

  • Kontrollieren Sie unbedingt die Quittung, wenn die Kartenzahlung (manchmal) nicht funktioniert.
  • Bei Ticketverlust oder falls bei der Einfahrt an der Mautstation kein Ticket gezogen werden konnte, sind eine Strafgebühr und der höchstmögliche Betrag an der Ausfahrtstation zu bezahlen.
  • Bei nicht ordnungsgemäß bezahlter Maut können Mautnachforderungen von Inkassobüros verschickt werden.

Mit diesen Informationen können Sie Ihre Motorradreise durch Italien und Europa besser planen und unangenehme Überraschungen vermeiden.

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