Seit dem Jahr 2002 bildet die MotoGP die Königsklasse des Motorradsports, dabei gehen die Ursprünge des zweirädrigen Motorsports deutlich weiter zurück: Bereits im Jahr 1949 traten die Fahrer erstmals zu einer Weltmeisterschaft für Straßenmotorräder an. Bis 2002 war die Königsklasse der Motorrad-Weltmeisterschaft jene der 500 cm³-Maschinen. Ab der Weltmeisterschaft von 2002 gab es die MotoGP und damit die Maschinen bis zu 990 cm³.
Die MotoGP setzt sich aus drei Klassen zusammen, die im Laufe der Zeit neu benannt und technisch definiert wurden. Lange Jahre gab es die 500 ccm²-Klasse als höchste Klasse, dann die 250er und 125er (noch früher sogar 80er) Klasse. Heute ist die Einstiegsklasse die Moto3 gefolgt von der Moto2 und der höchsten Rennserie mit der MotoGP.
Die erste Motorrad-Weltmeisterschaft fand im Jahr 1946 statt und somit gilt die MotoGP als der älteste Motorsport der Welt. Eigentlich wollte die FICM (heute FIM) den Motorsportwettbewerb noch im Jahr 1938 starten, jedoch wurde die Meisterschaft aufgrund des Zweiten Weltkriegs abgesagt und schließlich 1949 ausgetragen.
Dominanz der italienischen Fahrer
In der ewigen Bestenliste der 500er-Klasse und der MotoGP halten auch mit Valentino Rossi (89 Siege) und Giacomo Agostini (68) zwei Italiener die ersten beiden Plätze. Auch bei den Weltmeistertiteln hat Italien die Nase vorne. Sechs Fahrer haben insgesamt 20 WM-Titel gesammelt. Alleine Agostini wurde achtmal Weltmeister und Rossi siebenmal.
Giacomo Agostini
Der italienische Straßenrennfahrer Giacomo Agostini ist mehrfacher Weltmeister und eine Legende im MotoGP. Agostini mit dem Spitznamen Ago hält den Rekord von 15 Weltmeistertiteln und 122 Grand Prix Siegen. Die erste Weltmeisterschaft gewann er in der 175 ccm Klasse 1963 an Bord einer Morini. In der 350er-Klasse gewann er erneut die Meisterschaft 1964. Danach gewann er den 500er-Titel sieben Mal in Folge als Fahrer für MW August.
Valentino Rossi
Valentino Rossi ist ein professioneller italienischer Motorradrennfahrer, der mehrmals die MotoGP-Meisterschaft gewonnen hat. Und er ist der einzige Fahrer in der Geschichte des Motorradrennsports, der die Meisterschaft in vier verschiedenen Klassen gewonnen hat - MotoGP, 500, 250cc und 125cc. Hinter dem Namen Valentino Rossi stehen 9 Grand Prix Meisterschaften, was ihn zugleich zum erfolgreichsten Rennfahrer weltweit macht.
Unglaubliche 22 Jahre lang war Rossi in der Königsklasse aktiv und krönte sich am Ende der Saison sieben Mal zum Weltmeister. Damit hält er aktuell auch den Rekord für die meisten Starts: Zu unglaublichen 374 Rennen trat Rossi im Rahmen seiner MotoGP-Karriere an. 89 davon konnte der Italiener gewinnen - und landete 199 Mal auf dem Podium.
Seine Karriere begann Rossi mit Honda und einem Sieg im Jahr 2001 in der 500er-Meisterschaft sowie den Meisterschaften 2002 und 2003. Die Meisterschaften 2004 und 2005 gewann er auch, aber diesmal mit Yamaha. Nach mehreren Kämpfen mit Casey Stoner ersetzte Rossi ihn bei Ducati im Jahr 2011.
Mittlerweile hat sich Rossi aus dem aktiven Sport zurückgezogen und fungiert als Chef seines eigenen Rennstalls und versuchte sich in seiner Karriere auch als Testfahrer für Ferrari in der Formel 1 und trat mehrmals in der WRC an, sollte dann aber doch in der MotoGP bleiben.
Weitere italienische Fahrer
Mit seinem Triumph beim MotoGP-Saisonauftakt 2022 in Katar trug sich Enea Bastianini als 25. Italiener in die Siegerliste der Königsklasse ein.
Weitere bemerkenswerte italienische Fahrer sind:
- Andrea Dovizioso: "Dovi" war Weltmeister der 125er-Klasse, bei den 250ern zweimal Vizeweltmeister und in der Königsklasse MotoGP mit Ducati sogar dreimal Vizeweltmeister. Nach einer Karriere, die allein in der Königsklasse 250 Grands Prix umfasste (nur Valentino Rossi hat mehr) trat Dovizioso im September 2022 zurück.
- Max Biaggi: Nach vier aufeinanderfolgenden WM-Siegen in der 250er-Klasse ging Biaggi nach seinem Aufstieg vor allem als Herausforderer von Valentino Rossi in die Geschichte ein. Ein Titel in der Königsklasse war ihm nicht vergönnt, er wurde dreimal Zweiter.
- Marco Simoncelli: Er wurde als möglicher Nachfolger von Valentino Rossi gesehen und startete ab 2002 in der WM. Nach seinem 250er-Titel 2008 wollte er es ab 2010 in der MotoGP wissen. Am 23. Oktober 2011 verlor der Italiener im Alter von 24 Jahren sein Leben im Malaysia-Grand-Prix.
- Carlo Ubbiali: Der Italiener war von Anfang an mit dabei, er startete 1949 und fuhr bis 1960 in den kleineren Klassen. Mit insgesamt neun WM-Titeln (drei in der 250er-, sechs in der 125er-Klasse) steht er auf einer Stufe mit Hailwood und Rossi.
- Franco Uncini: Der 500er-Weltmeister von 1982 stieg 1976 in die WM ein. Er war bis 1985 aktiv und gewann insgesamt sieben Rennen. Er ist aktuell als Sicherheitsbeauftragter der IRTA an jedem Rennwochenende im Einsatz.
Die MotoGP Hall of Fame
Die Größten ihrer Zunft sind nach ihrem Karriereende oder tragischen Tod zur MotoGP-Legende ernannt worden - Von Agostini bis Uncini. Die "Hall of Fame" der Motorrad-Weltmeisterschaft besteht aus der Creme de la Creme des Motorrad-Rennsports.
Einige der aufgenommenen italienischen Fahrer sind:
- Giacomo Agostini
- Max Biaggi
- Andrea Dovizioso
- Valentino Rossi
- Marco Simoncelli
- Carlo Ubbiali
- Franco Uncini
MotoGP: Ein Blick auf das Renngeschehen
Das Herzstück der MotoGP welcher Klasse auch immer ist das Rennwochenende mit dem eigentlichen Grand Prix am Sonntag. Aber damit dies möglich ist, braucht es die Rennstrecke, die zum Teil die gleiche ist wie in der Formel 1 oder in anderen Rennserien und einige zusätzliche Einrichtungen und Regeln. Natürlich braucht es auch die Fahrer mit der entsprechenden Fahrberechtigung sowie die Teams, damit es Motorräder geben kann und damit die Finanzierung gesichert ist.
Das Rennwochenende selbst beginnt mit dem Training, wird mit Qualifying fortgesetzt und am Renntag gibt es das Warm-up und schließlich das Rennen selbst.
WM-Titel und Siege
Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht der WM-Titel und Siege einiger der genannten italienischen MotoGP-Fahrer:
| Fahrer | WM-Titel | Grand Prix Siege |
|---|---|---|
| Giacomo Agostini | 15 | 122 |
| Valentino Rossi | 9 | 115 |
| Carlo Ubbiali | 9 | 39 |
| Franco Uncini | 1 | 7 |
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