Krampf der Adduktoren beim Radfahren: Ursachen und Behandlung

Ein Krampf im Oberschenkel ist ein spontan auftretendes Zucken oder Ziehen in der Oberschenkelmuskulatur und meist mit Schmerzen verbunden. Die unwillentliche und schmerzhafte Verkrampfung der Oberschenkelmuskulatur kann wenige Sekunden oder aber auch mehrere Minuten anhalten. Der Krampf kann für wenige Sekunden bis Minuten durchgehend auftreten, was als tonischer Krampf bezeichnet wird.

Ursachen von Krämpfen im Oberschenkel

Der Krampf im Oberschenkel hat verschiedene Ursachen.

  • Elektrolytstörung: Ein häufiger Grund ist eine Störung im Elektrolythaushalt besonders durch ein Ungleichgewicht der Elektrolyte Magnesium und/oder Kalzium. Neben dem Magnesium sind auch die Kalium- oder Kalziumspiegel relevant für eine intakte Muskelfunktion.
  • Überlastung: Nicht selten führt eine Überbelastung zu Krämpfen in Ober- und Unterschenkel. Weiterhin kann eine Überbelastung durch zu anstrengendes oder für die Muskulatur ungewohntes Training für Krämpfe sorgen. Daneben können auch Fehlbelastungen Grund für einen Krampf im Oberschenkel sein.
  • Flüssigkeitsmangel: Ein Flüssigkeitsmangel, welcher im Extremfall zur Austrocknung (Exsikose) führt, kann zum Beispiel durch übermäßiges Schwitzen oder eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr hervorgerufen werden. Dieser kann ebenfalls zu Krämpfen in der Muskulatur führen.
  • Alkohol: Auch erhöhter Alkoholkonsum kann Krämpfe unter anderem in der Oberschenkelmuskulatur hervorrufen.
  • Alter: Ein Zusammenspiel aus Elektrolytverschiebung und Hormonumstellung, sowie altersbedingte Muskelverkürzung führen im Alter häufiger zu Krämpfen in der Muskulatur.
  • Medikamente: Muskelkrämpfe können allerdings auch als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten. Bei der Einnahme von sogenannten harntreibenden Mitteln (Diuretika) kommt es zum Flüssigkeits-und Elektrolytverlust, die Krämpfe begünstigen können.
  • Neurologische Ursachen: Scheiden diese Ursachen als Auslöser der Krämpfe aus, kommen zahlreiche neurologische Krankheitsbilder in Betracht, die zu Störungen der Nervenleitung und muskulären Innervation führen und neben Muskellähmungen oder -spastiken auch unangenehme Missempfindungen, Krämpfe und weitere Symptome auslösen können.

Wiederum können Krämpfe auch bei Patienten auftreten, die keinen Sport treiben bzw. viel am Schreibtisch sitzen.

Krämpfe in den Adduktoren beim Radfahren

Häufig tritt ein Krampf in den Adduktoren des Oberschenkels auch während oder nach dem Radfahren auf. Nach einem langen Training auf dem Rad ist ein Krampf im Oberschenkel nicht selten. Der Krampf entsteht hierbei meist durch Überanstrengung der noch nicht genügend ausgebildeten Muskulatur. Daher kommt es auch bei dieser Sportart öfter zu Krämpfen an der Innenseite des Oberschenkels. Die Oberschenkelinnenmuskulatur wird beim Radfahren nur wenig belastet und ist daher meist unterentwickelt. Besonders begünstigt werden die Muskelkrämpfe, wenn eine Elektrolytstörung besteht oder während des Trainings nicht genug getrunken wurde.

Nächtliche Krämpfe

Das Krämpfe in der Nacht plötzlich auftreten können und unter Schmerzen bis zu einigen Minuten andauern können, ist wahrscheinlich den meisten bekannt. Warum Krämpfe häufig nachts auftreten, ist physiologisch nicht geklärt. Treten die nächtlichen Krämpfe jedoch regelmäßig auf, sollte nach einer Ursache gesucht und diese behandelt werden. Wird der Oberschenkel zum Beispiel über den Tag stark beansprucht, kommt es meist erst in der Nacht in Form eines Krampfes im Oberschenkel zu einer Reaktion auf die Überlastung. Auch kann nachts nur durch eine falsche oder ungünstige Schlafposition ein Krampf im Oberschenkel ausgelöst werden.

Krämpfe während der Schwangerschaft

Die Muskelkrämpfe treten oft in der Nacht auf und rühren häufig von der ungewohnten Muskelbelastung durch die Gewichtszunahme des Kindes. Außerdem können Durchblutungsstörungen und ein Mangel an Mineralien und Vitaminen Grund für den Krampf im Oberschenkel während der Schwangerschaft sein.

Symptome eines Krampfes im Oberschenkel

Wenn ein Krampf in der Muskulatur auftritt, ist dies meist mit sehr starken Schmerzen verbunden. Es handelt sich hierbei um eine ungewollte (unwillkürliche) Anspannung der Muskulatur. Der Muskel krampft zwischen einigen Sekunden bis mehreren Minuten und fühlt sich während der Krampfphase hart und fest an. Ist der Krampf im Oberschenkel lokalisiert, wird dieser meist nicht am ganzen Oberschenkel gespürt. Es verkrampfen nur einzelne Muskelgruppen, sodass der Krampf entweder auf der Innen-, Vorder-, Außen-, oder Hinterseite empfunden wird.

Typische lokale Symptome sind Schmerzen an der Muskulatur und Muskelschwächen des betroffenen Muskels während des Krampfereignisses. Zusätzlich können unangenehme Missempfindungen wie Kribbeln und sogar Taubheit des Oberschenkels oder des gesamten Beines auftreten.

Diagnose

Die Diagnose Muskelkrampf wird hauptsächlich durch eine Anamnese gestellt. Der Patient beschreibt dem Arzt hierbei die Symptome, wobei dieser schnell auf einen Krampf schließen wird. Hierbei kann dann auch schon auf eine mögliche Ursache geschlossen werden, wenn der Patient zum Beispiel viel Sport treibt. Wenn der Krampf im Oberschenkel beschrieben wird, wird sich der Arzt bei der körperlichen Untersuchung auch die Beine des Patienten ansehen um hierbei mögliche äußerliche Auffälligkeiten zu erkennen. Um eine Elektrolytstörung als Ursache zu finden oder auszuschließen, sollte ein Blutbild angefertigt werden. Hierbei kann ein Mangel der jeweiligen Elektrolyte festgestellt werden.

Wird ein Magnesiummangel ausgeschlossen oder bleiben die Symptome trotz vermehrter Magnesiumaufnahme bestehen, müssen andere mögliche Auslöser diagnostisch ausgeschlossen werden. Hierzu kann zunächst eine Blutuntersuchung zur Erkennung der wichtigsten Elektrolytveränderungen erfolgen. Andernfalls sollte unter ärztlicher Anleitung eine vollumfängliche Diagnostik eingeleitet werden, die auch bildgebende Verfahren wie ein Röntgen oder CT-Bild der Wirbelsäule beinhalten um Nervenschäden z.B. durch einen Bandscheibenvorfall auszuschließen.

Personen, die regelmäßig Alkohol konsumieren, können häufiger von Wadenkrämpfen befallen sein. Zunächst führt ein akuter Alkoholkonsum zu einer Veränderung des Elektrolythaushaltes. Akut kann es zu Verschiebungen verschiedener Salze und einem vermehrten Verlust von Wasser kommen. Langfristig kann der Alkoholkonsum die Ernährung negativ beeinflussen und über verschiedene Prozesse zu Vitaminmängeln führen, die wiederum Fehlfunktionen der Muskulatur zur Folge haben.

Behandlung

Vielfach lassen die Beschwerden mit der Zeit von selbst nach. Während der Krampfphase können sanfte Massagen der krampfenden Muskulatur oder das Dehnen des Muskels den Krampf vorzeitig beenden. Bleibt der Schmerz nach einem Krampf bestehen, stellt dies zunächst keinen Grund zur Sorge dar. Da der Krampf lediglich eine unwillkürliche starke Muskelaktivität darstellt, kann es im Anschluss zu einem Muskelkater kommen. Schwere anhaltende Dauerschmerzen auch bei Entlastung des Muskels können wiederum auf Erkrankungen der Nerven hindeuten.

Sofortmaßnahmen

Da ein Muskelkrampf der Oberschenkelmuskulatur plötzlich auftritt, kann man als Erstmaßnahme mit dem Fuß fest auf den Boden auftreten, die Erschütterungen sorgen manchmal dafür, dass der Krampf des Oberschenkelmuskels plötzlich sistiert und beendet werden kann. Manchmal ist es notwendig mehrere Male hintereinander auf den Boden fest aufzutreten - wenn der Krampf nicht weggeht - oder auf und ab zu laufen, um die verkrampfte Oberschenkelmuskulatur zu lockern und den Krampf zu lösen. Die Einnahme von Kalzium kann auch in der akuter Phase hilfreich sein einen lang anhaltenden Krampf der Oberschenkelmuskulatur zeitnah zu beenden. Des weiteren kann man während eines akuten Kampfes auch mit einem leichten Druck kreisende Massagebewegung über dem Oberschenkelmuskel durchführen.

Dehnübungen

Bei einem Krampf des Oberschenkelmuskels kommt es zu einer deutlichen Verkürzung der Muskelbündeln, die dann deutlich verhärten und anschwellen. Aus diesem Grund sind dehnende Maßnahmen sinnvoll, die die Muskeln wieder weiten und dehnen. Es ist bei der Dehnung darauf zu achten, dass in die entgegensinnige Richtung gedehnt wird. Ist der Muskel für die Beugung krampfbedingt verkürzt, sollte eine Streckung in dem Muskel erfolgen. Die Dehnübungen sollten einige Minuten durchgeführt und dann der Oberschenkel wieder gelockert werden. Auch vorbeugend bei immer wieder auftretenden Krämpfen der Oberschenkelmuskulatur kann man regelmäßige Dehnübungen des Oberschenkels durchführen. Es ist darauf zu achten, dass immer wieder Pausen eingelegt werden, um die Muskulatur nicht zu überstrapazieren sondern zu lockern.

Dehnübungen für die Oberschenkelmuskulatur:

  • Vordere Oberschenkelmuskulatur: In Bauchlage wird das Knie gebeugt bis der Fuß bzw. das Sprunggelenk mit den Händen erreicht werden kann. Mit den Händen wird nun der Fuß weiter kopfwärts gezogen. Diese Übung kann auch zur Vorbeugung durchgeführt werden. In diesem Fall kann die Übung gut im Stehen durchgeführt werden.
  • Hintere Oberschenkelmuskulatur: In Rückenlage wird das betroffene Bein zum Oberkörper hin angezogen. Das Knie sollte in gestreckter Ausrichtung verbleiben. Mit den Händen wird der Oberschenkel Knie nah gehalten und noch weiter Richtung Oberkörper herangezogen werden. Je gestreckter das Knie und je näher das Knie der Brust kommt, desto mehr Dehnung entsteht.
  • Dehnung im Stehen: Die beiden Füße werden hierbei nebeneinander gestellt. Die Knie bleiben gestreckt. Mit den Fingerspitzen wird nun versucht die Zehen bzw. den Boden zu berühren. Je geringer der Fingerbodenabstand ist, desto stärker ist die Dehnung. Die Fersen dürfen nicht abgehoben werden.
  • Bei Krämpfen hinten im Oberschenkel: sollte man die Beinrückseite dehnen, zum Beispiel durch eine Vorbeuge.

Weitere Behandlungsmethoden

  • Magnesium: Da häufig ein Magnesiummangel Schuld an dem Krampf im Oberschenkel ist, kann Magnesium in Form von Tabletten eingenommen werden. Die Magnesium-Einnahme kann in manchen Fällen helfen und weiteren Krampfanfällen vorbeugen (besonders in der Schwangerschaft).
  • Ernährung: Um dem Wiederkehren des Muskelkrampfes vorzubeugen, sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. Viel Magnesium ist zum Beispiel in Nüssen, Bitterschokolade, Kürbiskernen und Vollkornprodukten enthalten. Erwachsene benötigen täglich 375 mg.
  • Chinin: Eine letzte aber umstrittene Möglichkeit für Krämpfe, die keine auffindbare Ursache haben, ist Chininsulfat (Chinin). Chinin ist ein verschreibungspflichtiges Mittel, das eigentlich zur Behandlung von Malaria eingesetzt wird.
  • Wärme: Als wärmende Maßnahmen würde Rotlichtbehandlung oder Wärmflaschenauflagen in Betracht kommen. Kühlende Maßnahmen wären mit einem Eispack dreimal täglich für etwa 10 Minuten durchzuführen.

Vorbeugung

Um einer möglichen Ursache des Krampfes im Oberschenkel entgegenzuwirken, kann der Patient einige Dinge ausprobieren um zu schauen, ob eine Besserung auftritt. Unabhängig von der Ursache und ob Muskelkrämpfe überhaupt vorhanden sind, sollte täglich auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Patienten, die nach einer längeren Ruhephase wieder angefangen haben, Sport zu treiben, sollten darauf achten, die Muskulatur nicht übermäßig zu beanspruchen. Nach dem Sport sollten Trainierte und Untrainierte für eine ausreichende Dehnung der Muskulatur sorgen.

Vorbeugen kann man, besonders den Krämpfen auf der Innenseite, indem Radfahrer ab und zu im Stehen fahren und somit auch die Innenseite des Oberschenkels trainiert wird.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Kommt es allerdings zu einem regelmäßigen Auftreten der Krämpfe und können Hausmittel keine Abhilfe schaffen, sollte man zum Arzt gehen, der genauer untersuchen kann, ob eventuell eine Elektrolytstörung vorliegt.

Adduktorenzerrung

Die Adduktoren sind eine Muskelgruppe an der Innenseite der Oberschenkel. Die Muskeln auf der Innenseite des Oberschenkels werden auch als Adduktoren bezeichnet und bewirken ein Heranziehen des Beines in Richtung der Innenseite des anderen Beins (sogenannte Adduktion). Ein Krampf in der Innenseite des Oberschenkels äußert sich meist mit Schmerzen und kann durch eine Überbelastung dieser Muskelgruppe entstehen. Die Muskeln auf der Innenseite des Oberschenkels werden auch als Adduktoren bezeichnet und bewirken ein Heranziehen des Beines in Richtung der Innenseite des anderen Beins (sogenannte Adduktion).

Die wichtigste Aufgabe der Adduktoren ist das Bein nach innen zu ziehen - zum Bespiel beim Tritt gegen einen Ball.

Ursachen einer Adduktorenzerrung

Die Adduktorenschmerzen entstehen durch Überforderung der Muskeln - entweder in einer besonderen Situation oder auf Dauer. Verletzungen wie eine Adduktorenzerrung oder ein Muskelfaserriss an einem der Adduktorenmuskeln treten typischerweise als Sportverletzungen auf. Typisch bei einer Adduktorenzerrung sind stechende Belastungsschmerzen oder Bewegungsschmerzen. Sie betreffen besonders Drehungen, die Abspreizung und das Heranziehen des Beins (Abduktion und Adduktion) und können die Beweglichkeit stark einschränken.

Typische Verletzungen an den Adduktoren sind Zerrungen, gerissene Muskelfasern sowie ein Riss des ganzen Muskels. Häufigster Grund für die Muskelverletzungen sind abrupte Bewegungen nach außen (Abduktion, Ausfallschritte und so weiter). Bei solchen Außenrotationen sind die Adduktoren zum einen aus Reflex angespannt, zum anderen gewaltsam überdehnt (beispielsweise bei plötzlicher Grätsche). Ursache sind jedoch häufig Verkürzungen in den Adduktoren sowie der Rumpf-Hüft-Muskulatur.

Behandlung einer Adduktorenzerrung

Binnen der ersten 48 Stunden nach der Verletzung gilt die PECH-Regel als sehr effizient - wie auch sonst bei Zerrungen oder Prellungen, um Schäden einzudämmen. Steht die Diagnose fest, können schmerzlindernde Maßnahmen durch Medikamente, Gels oder Salben die Behandlung unterstützen. Vorzeitige Belastung der inneren Oberschenkelmuskulatur kann Patientinnen und Patienten im Heilungsprozess zurückwerfen oder eine Zerrung noch verstärken.

Grundprinzip: Weglassen, was wehtut. Bessert sich die Lage, gilt: langsam wieder einsteigen und die Muskeln durch Übungen leicht dehnen, um weitere Verletzungen und Zerrungen der Adduktoren zu vermeiden.

PECH-Regel

Viele Sportler kennen die sogenannte PECH-Regel.

  1. Pause
  2. Eis
  3. Compression
  4. Hochlagern

Muskelkrämpfe beim Radfahren

Bei einem Muskelkrampf, in der Medizinersprache “Spasmus” genannt, zieht sich ein Muskel oder ein Teil eines Muskels plötzlich und teils unter heftigen Schmerzen stark zusammen. Er fühlt sich steinhart an, kontrahiert scheinbar grundlos und ohne, dass sich das willentlich steuern ließe. Theoretisch kann jeder Skelettmuskel des Körpers ­verkrampfen.

“Die Wadenmuskulatur ist am häufigsten von Muskelkrämpfen betroffen”, sagt Prof. Dr. Michael Behringer, Sportmediziner und Leiter des Arbeitsbereichs Sportmedizin und Leistungsphysiologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. “Beim Radfahren können aber noch andere Muskeln betroffen sein, die Fuß- oder Oberschenkelmuskulatur zum Beispiel.”

Früher gingen Wissenschaftler davon aus, dass Muskelkrämpfe das Ergebnis eines Elektrolytmangels seien. Laut Behringer, der in seiner Karriere viel zum Thema Muskelkrämpfe beim Sport geforscht hat, ist die Ursache eher eine neurologische: “Das Rückenmark, das die Muskulatur ansteuert, erhält immer hemmende und aktivierende Informationen. Im Zuge muskulärer Ermüdung kommt es aktuelleren Untersuchungen zufolge zu einem Ungleichgewicht zwischen den hemmenden und aktivierenden Informationen - zugunsten der letzteren.”

Sofortmaßnahme beim Radfahren

Dehnen sei die beste Sofortmaßnahme, rät Behringer: “Dadurch bringt man das Un­gleich­­gewicht zwischen hemmenden und aktivierenden Feed­back­informationen wieder ins Gleichgewicht, hin zu mehr Hemmung.” Bei einem Wadenkrampf muss man dafür nicht einmal vom Rad steigen. Die Wade zu dehnen, ist während der Fahrt möglich - einfach die Ferse bei unten stehendem Pedal nach unten drücken, bis der Schmerz nachlässt. Eine stärkere Dehnung entsteht, wenn man bei waagerechter Pedalposition - mit dem betroffenen Bein hinten - kurz aus dem Sattel geht und die Wade im Stehen dehnt. Ein Krampf im vorderen Oberschenkel löst sich, wenn man, am besten im Stand, die Ferse Richtung Gesäß nach oben zieht, einer im hinteren Oberschenkel, wenn man bei gestrecktem Bein den Oberkörper nach vorne beugt. Krämpfe in den Füßen sind auf dem Rad besonders fies - sie verschwinden oft nur, wenn man den Fuß aus dem Radschuh befreit und die Zehen dehnt oder die Fußsohle massiert. Nach einem Krampf tun lockernde Massagen und Wärme gut.

Vorbeugende Maßnahmen beim Radfahren

Um Krämpfe beim Sport zu verhindern, eignen sich alle Maßnahmen, die die Ermüdungsresistenz verbessern, sagt Sportmediziner Behringer: “Wenngleich die Stu­dienlage mehr dafür spricht, dass das Nervensystem das Problem ist, sollten Radfahrerinnen und Radfahrer auf jeden Fall und gerade bei hohen Außentemperaturen auf ausreichend viel Flüssigkeit achten.”

Was ebenfalls gegen vorzeitige Muskelermüdung hilft: Training beziehungsweise ein vernünftiger, individuell passender Trainingsaufbau, damit die Muskulatur nicht über­fordert wird; regelmäßiges Dehnen verkürzter Muskeln. Und dann wäre da noch die Sache mit der Sitzposition.

Was man bei Muskelkrämpfen beim Radfahren tun kann:

  • ausreichend trinken, vor allem bei Hitze
  • Sitzposition (inkl. Cleats) optimieren
  • Training sinnvoll aufbauen
  • regelmäßig dehnen
  • Nebenwirkungen von Medikamenten prüfen

Gurkenwasser

Dennoch gibt es ein Hausmittel gegen Krämpfe, das fast alle im Kühlschrank haben: Gurkenwasser. Der Essigsud, in dem Gewürzgurken im Glas eingelegt sind, hat Studien zufolge einen lindernden Effekt. Behringers Team hat in Untersuchungen allerdings nur einen kurzfristigen Effekt feststellen können.

Vor allem bei wiederkehrenden Krämpfen sei eine genauere Untersuchung sinnvoll, um andere Ursachen auszuschließen, sagt Behringer: “Krämpfe können auch ein Symptom von verschiedenen Erkrankungen sein.” Hormon- und Stoff­wechsel­erkrankungen zum Beispiel, Leberprobleme oder Nervenfunktionsstörungen.

Kaffee-Stopp? Wer zu Krämpfen neigt, sollte eventuell seinen Kaffeekonsum überdenken. Koffein entzieht dem Körper ­Wasser, was den Flüssigkeitshaushalt durcheinander­bringen kann und das Risiko für Krämpfe dadurch wahrscheinlich erhöht.

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